David Foster Wallace

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einMalTee

vor 6 Jahren

Moin liebe Leser.
Vor Kurzem habe ich erst "Kurze Interviews mit fiesen Männern" des Amerikaners David Foster Wallace gelesen. Es war mein vierter Wallace. Sein Opus Magnum "Unendlicher Spaß" gehört auch dazu und war ein hartes Stück Arbeit.
Leider hat er sich ja vor drei Jahren das Leben genommen.
Da seine Geschichten zwischen Skurrilität, Geniegeist und Witz schwenken und ich sehr angetan bin davon, möchte ich gern von Euch wissen, was ihr von ihm haltet. War er ein verrückter Literaturnarr oder eine fantastische Ausnahme?

DieBuchkolumnistin

vor 6 Jahren

@einMalTee

Ich traue mich an David Foster Wallace immer nicht so richtig ran und wenn Du schon schreibst "war ein hartes Stück Arbeit".... ! Aber er hat ja viele Fans! Ich habe von ihm mal "Schrecklich amüsant, aber in Zukunft ohne mich" gelesen und das war tatsächlich mehr als lustig - aber seine Romane kenne ich leider (noch) nicht...

Autor: David Foster Wallace
Buch: Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich

Libella

vor 6 Jahren

Ja, ich war damals echt schockiert, als ich das mit David Foster Wallace gehört habe. Ein Jammer, ein großer Schreiber...tragisch. Wallace war bestimmt ein fantastisches Ausnahmetalent, und solche Autoren kommen nicht so häufig vor, glaub ich. Habe die Stories von Kleines Mädchen mit komischen Haaren und Kurze Interviews mit fiesen Männern wirklich verschlungen. Bei dieser Reportagen-Story 'Schrecklich amüsant - aber in Zukunft ohne mich' habe ich ein wenig Anlaufzeit gebraucht, weil's eher ungewöhnlich war, dann aber umso besser:-) Höchst vergnüglich und echt zu empfehlen, was man aus einer Kreuzfahrt so alles literarisch rausholen kann. An das Mammutwerk "Unendlicher Spaß" hab ich mich noch nicht wirklich rangewagt, obwohls mich schon kribbelt, aber irgendwie hab ich da noch das Gefühl, "erschlagen zu werden", das Buch ist ja auch wie ein Zeigelstein ;-). Ist in meinen Augen so ein großes Ding wie "Das Haus" von Danielewski oder der 1Q84-Murakami-Bände, so Jahrhundertromane. In beide nur kurz reingelesen, aber da hat man auch schon irgendwie das Gefühl, das man das etwas "Besonderes" in Händen hält, und das nicht nur vom Gewicht her. Wird ja hoffentlich auch mal irgendwann als Taschenbuch rauskommen, der Unendliche Spaß, dann schlage ich aber auf alle Fälle zu, wenn nicht schon vorher....Und wie lange hast du eigentlich für Unendlicher Spaß gebraucht, einMalTee? War's manchmal anstrengend und wo und warum genau? Sicher kein Buch für "10 Minuten lesen vor dem Schlafengehen", nehm ich an.

Autoren: David Foster Wallace,... und 2 weitere Autoren
Bücher: Das Haus,... und 2 weitere Bücher

einMalTee

vor 6 Jahren

Libella, "Unendlicher Spaß" ist vom Niveau, Anspruch und Umfang nicht mit Danilewski zu vergleichen. "Das Haus" ist damit verglichen leichte und unterhaltsame Literatur (aber ein hervorragendes Stück Literatur!!). Allein durch die 380 Fußnoten erstreckt sich der Leseprozess. Ich habe insgesamt fast sechs Wochen gebraucht. Bibelformat und die Extreme der Fachsprachen und Handlungsstränge sind nicht einfach so wegzulesen. Das Gefühl am Ende des Lesens ist sicher vergleichbar mit einem Matraton o.ä. ...

Lax

vor 6 Jahren

@Libella
"Unendlicher Spaß gibt es ja schon längst als Taschenbuch :) Und mit Murakami ist er auf keinen Fall zu vergleichen

Und noch ein Buch von ihm ist auf Englisch erschienen: The pale king, ein unfertiges Werk, was der Verleger in mühevoller Arbeit zusammengefügt hat.

Das erste Buch, das ich von DFW gelesen habe, war "Kleines Mädchen mit komischen Haaren" und danach "Schrecklich amüsant.." und "Kurze Interviews..", währen ich die erste Kurzgeschichtensammlung hervorragend fand, war die zweite sehr merkwürdig. Vor allem die Geschichte Tri-Stan: I(ch) sol(l) d(ie) Sissee Nar an Ecke verkauft ham", die fand ich persönlich unlesbar. Danach hatte ich erst mal keine Lust mehr, etwas von ihm zu lesen, vielleicht irgendwann mal wieder, irgendwie fasziniert er mich doch...

Libella

vor 6 Jahren

@einMalTee Wirklich war? Da bekomme ich ja jetzt fast ein wenige Leseerfurcht vor Unendlicher Spaß. Wenn's sowas wie "Leseerfurcht" vor einem Buch gibt? Das mit den Fußnoten bei diesem Wallace-Roman habe ich schon gehört, weiß jetzt nicht, was ich von dem exzessiven Fußnotengebrauch halten soll. Bei den "Storys" hat er das ja auch gemacht, da hielt es sich aber in Grenzen und war auch großteils passend, oder sagen wir mal so: für die Wallace-Manie-Erzählweise sinnvoll "ergänzend";-) Bei "Kurze Interviews..." ging mal eine über wirklich einige Seiten, kleingedruckt, soweit ich mich erinnern kann. Beim Durchblättern vom "Haus" ist mir das auch aufgefallen, das mit den Fußnoten. Aber da streut Danilewski auch visuell/textliche Elemente ein am Ende, das hab ich schräg gefunden und mal irgendwie neu...

@Lax Danke, völllllig übersehen, wie konnte ich nur, und da kommt es gleich auf meine Liste. Ja, die Tri-Stan Story ist wirklich sonderlich, aber genau in diese Richtung ist zB. auch die Story Datum Centurio, also irgendwie so abseits der normalen Lesegewohnheiten, darüber hinausgehend oder diese unterwandernd. Ganz unlesbar find ich die nicht, aber wirklich schwerer lesebar, und allzu lang sind ja "diese" Storys nicht. Andere, die Mehrzahl, finde ich mehr als fantastisch. Sowas trägt wohl auch zum Genie Wallace bei, und faszinierend ist er!

Autor: David Foster Wallace
Buch: Unendlicher Spaß

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

@Lax

Hi! Du sprichst mir fast aus der Seele.Ich habe "Schrecklich amüsant..." als erstes gelesen und danach "Unendlicher Spass".Die Kreuzfahrtstory war kurz und gut.Mit "Unendlicher Spass" war das schon etwas anders.Dieses Mammutwerk gilt ja bei den meisten Kritikern als "Literatur vom anderen Stern".Meine Meinung ist zwiespältig.Ich habe es durchgelesen,ja auch phasenweise durchgekämpft,und war am Ende froh ,dass es vorbei war.Ich glaube ,dass, vom Autor auch beabsichtigt,dieser Roman nach nur einmaliger Lektüre nicht vollständig fassbar oder verständlich ist.Aber das Buch 3 oder 4mal zu lesen,um komplett durchzusteigen hab ich wirklich keinen Bock.Auf der anderen Seite ist es wirklich gut geschrieben und auch grosse Literatur.Aber sehr anstrengend.Zum Thema Fußnoten: Anfangs fand ich sie nervend,später habe ich den Autor dafür gehasst und zum Ende hin hab ich nur noch gelacht,weil ich dachte "der Kerl verarscht mich".Danach war ich erst mal satt,aber im Rückblick:Irgendwas hat er...

einMalTee

vor 6 Jahren

Die "Tri-Stan"-Story ist wirklich kaum lesbar gewesen. Nur ganz grob habe ich den Inhalt erahnen können, vielleicht war das auch gar nicht Wallace' Intention. "Datum Centurio" hingegen fand ich schon wieder genial, ein Mix aus Genialität und extremem Humor. Allein schon die Einleitung, dass dies aus einem Wörterbuch aus dem Jahr 2080 (oder so) und auf x-vielen DVDs stammen soll ist verrückt-komisch.
Thema Fußnoten: Zwischenzeitlich hatte ich auch keine Lust mehr dies alles zu lesen, später haben sie aber Sinn gemacht und die verschiedenen Handlungen verständlich gemacht. Warum er das wohl getan hat? Hm, vielleicht einfach deswegen, weil er es kann...

Libella

vor 6 Jahren

@Ein LovelyBooks-Nutzer

Danke für deine "Einschätzung", jetzt bin ich echt hin- und hergerissen. Einerseits muss ich fast, weil mir die Kurzgeschichten-Bände prima gefallen haben und ich Wallace genial finde. Aber ist das nach Unendlicher Spaß auch noch so, nachdem was ich jetzt hier gelesen hab? Unendlicher Spaß, ein kleineres, größeres Lebensbuch. Mhhhh, ist das eigentlich bei vielen bedeutenden Werken der Weltliteratur immer so? Einzigartig ist das Wallace-Monstrum bestimmt und fasziniernd, aber ob ich da durchhalte? Hilft bestimmt nur lesen, lesen...dann weiß ich es:-)

Lax

vor 6 Jahren

Hat eigentlich jemand von euch "Der Besen im System" gelesen?

Autor: David Foster Wallace
Buch: Der Besen im System

Libella

vor 6 Jahren

@Lax

Nein, Besen im System hab ich auch noch nicht gelesen, aber auf meinem SUB schon länger... Hast du den Roman gelesen?

Autor: David Foster Wallace
Buch: Der Besen im System

Lax

vor 6 Jahren

@Libella

Ne, bisher nicht, wollte ich aber immer...wenn ich es im Buchladen sehe, nehme ich es in die Hand, schaue rein, nur um es dann wieder wegzustellen ;)

Libella

vor 6 Jahren

@Lax

Ja, das kenne ich:-) Und das mit "Buch-in-Händen" halten. Bin manchmal stundenlang, obwohl mirs gar nicht so lang vorkommt, in Buchhandlungen und...muss...angreifen. Inhalt lesen, die ersten Seiten überfliegen und reinschnuppern, immer sehr inspierierend und macht GROSSE Freude.

einMalTee

vor 6 Jahren

Also ich wäre auch sehr daran interessiert, wenn hier jemand "Der Besen im System" gelesen hat und kurz darüber berichten könnte. Vielleicht hier unter den Wallace-Kennern interessanter, als sich eine Rezension durchzulesen =)

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

@Libella

Na,Klar! Ich wollte Dich nicht verschrecken.Ich finde es gut,dass Du Dich mit dem Buch beschäftigst, bevor Du es liesst.Also genial findest Du Wallace bestimmt auch noch nach "Unendlicher Spass".Oder dann erst recht.:-)

Taja

vor 6 Jahren

Es ist schon fast 1,5 Jahre her, als ich "Unendlicher Spaß" gelesen habe. Ich bin mit anspruchvoller Literatut vertraut, suche immer wieder nach Entdeckungen für mich. Mit Murakami kan man den "Unendlichen Spaß" auf keinen Fall vergleichen, 1Q84 besitzt eine gewisse Leichtigkeit. "Unendlicher Spaß" war auf jeden Fall eine Herrausforderung, aber auch höchster Genuss. Teilweise wirkte der Text unleserlich, und ich musste wirklich mit mir und den Seiten kämpfen. Aber es hat sich wirklich gelohnt. Ich halte den Wallace für einen Genie und meine persönliche Entdeckung. Bis jetzt blieb "Unendlicher Spaß" mein einziger Wallace. Aber ich hole es nach. Ich empfehele das Buch besser im Winter zu lesen....wegen Temperaturen.
Mein nächstes "unleserliches Projekt" ist "Ulysses" von Joyce. Wer hat das Buch schon gelesen?

Autor: James Joyce
Buch: Ulysses
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