Denn das ist alles nur geklaut...

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doceten

vor 6 Jahren

Kennt ihr das auch? Ihr lest ein neues Buch und denkt, irgendwo hab ich das doch schon einmal gelesen! Wenige Autoren schaffen es, wirklich originelle Ideen für ihre Bücher zu finden und prägen dann häufig ein ganzes Genre, weil andere Autoren diese Ideen aufgreifen und neuinterpretieren.

Ich höre z. B. gerade das Hörbuch von Spektrum, in dem die Menschheit durch Sternentore auf andere Planeten reist. Erst dachte ich: "Och nee, nicht schon wieder Sternentore", denn spätestens nach Stargate ist das Thema doch ziemlich durchgelutscht (und auch Hollywood hat sich hier nur bedient...). Ich habe es aufgrund der guten Bewertungen dann doch gekauft und bin begeistert! Lukianenko hat es geschafft, so ein altes Sci-Fi-Thema doch sehr fantasievoll neu aufzuarbeiten.

Wie ist das bei euch? Stört es euch, wenn ein Autor die Ideen von anderen Autoren aufgreifen? Schreckt euch das vielleicht sogar beim Kauf ab, weil ihr lieber nur originelle Bücher lest, oder ist euch das erst einmal egal, Hauptsache das Buch kann euch fesseln?

Autor: Sergej Lukianenko
Buch: Spektrum

Ocean-Blue

vor 6 Jahren

Mir ging das erst gestern so, als ich Stephen King's "Die Arena" in den Händen hatte. Das Buch richtet sich zwar sicherlich an eine andere Zielgruppe, scheint aber dem Klappentext nach dem gleichen Konzept wie "Die Tribute von Panem" zu folgen.
Eine Gruppe Menschen wird in eine Arena eingeschlossen und muss mit knappen Resourcen um das Überleben kämpfen...

Bei mir kommt es immer ein bisschen darauf an, wie sehr mich das aufgegriffene Thema noch interessiert. Mir hat Panem gut gefallen und im Moment habe ich noch große Lust, nochmal sowas zu lesen. Daher bin ich zwar etwas skeptisch, ob Stephen Kings Buch meine Erwartungen erfüllt, aber ich freue mich eher, dass es ein Buch gibt, dass sich in die gleiche Richtung bewegt.
Wenn sich aber ein Hype entwickelt und immer mehr und immer wieder neue Bücher auf den Markt geschwemmt werden, die dem gleichen Muster folgen (wie nach Illuminati z.B. als ich den Eindruck hatte, dass sich plötzlich jedes zweite Buch mit dem Vatikan und Geheimgesellschaften beschäftigt), verliere ich ganz schnell das Interesse.

Autoren: Suzanne Collins,... und 1 weiterer Autor
Bücher: Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele,... und 1 weiteres Buch

Saari

vor 6 Jahren

Ich sehe das alles nicht so eng. Ich bin der Meinung, dass man bei der Flut an Büchern, die ständig erscheinen, nicht ernsthaft erwarten kann, dass jedes originell, innovativ und total neuartig ist. Es ist doch nur logisch, dass sich Geschichten und Situationen wiederholen. Natürlich mag ich es aber nicht, wenn Autoren sehr offensichtlich und auch noch auf billige Art und Weise bei ihren Kollegen abkupfern.

Spatzi79

vor 6 Jahren

@ocean-blue
witzigerweise musste ich bei den Tributen von Panem an ein ganz altes Buch von Stephen King unter seinem Pseudonym Richard Bachmann denken: Todesmarsch, 100 Jugendliche in einem Wettkampf und nur einer kann überleben...
Die Arena habe ich noch nicht gelesen, aber ich wage zu behaupten, dass Stephen King doch ein anderes Kaliber ist als diese ganzen Jugendbuch-Dystopien à la Panem (womit ich nicht sagen will, dass mir die Panem Bücher nicht gefallen haben)

Jeami

vor 6 Jahren

Spatzi79 schreibt:
@ocean-blue witzigerweise musste ich bei den Tributen von Panem an ein ganz altes Buch von Stephen King unter seinem Pseudonym Richard Bachmann denken: Todesmarsch, 100 Jugendliche in einem Wettkampf und nur einer kann überleben... Die Arena habe ich noch nicht gelesen, aber ich wage zu behaupten, dass Stephen King doch ein anderes Kaliber ist als diese ganzen Jugendbuch-Dystopien à la Panem (womit ich nicht sagen will, dass mir die Panem Bücher nicht gefallen haben)

Genau daran hatte ich bei den Tributen auch gedacht. King/Bachmann - Todesmarsch.

Ocean-Blue

vor 6 Jahren

Jeami schreibt:
Genau daran hatte ich bei den Tributen auch gedacht. King/Bachmann - Todesmarsch.

Kannte ich bis eben gar nicht. ;)
Aber ich muss zugeben, dass ich Stephen King auch nicht gern lese...
Für die Arena würde ich aber einen neuen Versuch starten.

@Spatzi79: Ja das stimmt. Man kann King Bücher nicht mit Jugendbuch Dystopien vergleichen, aber darum ging es mir nicht. Die Frage drehte sich ja um das Grundthema und darum, dass dieses von verschiedenen Autoren in abgewandelter, individueller Form verarbeitet wird. Noch habe ich die Arena auch nicht gelesen... Vielleicht ist es ganz anders - ich kann nur von dem Grundgerüst, das auf dem Buchrücken beschrieben ist, Vermutungen anstellen...

Daniliesing

vor 6 Jahren

Mmh, also ich fand ja "Die Arena" von Stephen King bei weitem nicht so gut wie die Panem Bücher. Mir kam es total undurchdacht und langezogen vor, ewig ist immer nur das gleiche passiert. Vom Schreibstil o.Ä. her vergleichen kann man beides sicher nicht. Aber zumindest kann ich beurteilen, was für mich spannender war und auch einen roten Faden in der Handlung verfolgte. Das habe ich bei King nicht gesehen...

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

Aber die Idee hinter Panem ist ja auch nicht neu ;)
Wird ja oft mit Battle Royal verglichen...

Aber mir macht sowas eigentlich nichts au, solange der Ausbau der Geschichte mir eben trotzdem gefällt und es an jedem Buch trotzdem noch etwas Einzigartiges gibt.

Ich freue mich natürlich trotzdem immer wieder, wenn ich mal etwas ganz Neuem über den weg laufen...

Lilitu

vor 6 Jahren

Spatzi79 schreibt:
@ocean-blue witzigerweise musste ich bei den Tributen von Panem an ein ganz altes Buch von Stephen King unter seinem Pseudonym Richard Bachmann denken: Todesmarsch, 100 Jugendliche in einem Wettkampf und nur einer kann überleben... Die Arena habe ich noch nicht gelesen, aber ich wage zu behaupten, dass Stephen King doch ein anderes Kaliber ist als diese ganzen Jugendbuch-Dystopien à la Panem (womit ich nicht sagen will, dass mir die Panem Bücher nicht gefallen haben)

Bei der Beschreibung fühle ich mich wiederum sehr stark an "Battle Royale" erinnert...
Ich glaube, ich habe auch schon mal den Vorwurf gelesen, dass "Die Tribute von Panem" "Battle Royale" vielleicht auch etwas zu sehr ähnelt.

Die Hexer-Reihe von Wolfgang Hohlbein bedient sich auffällig bei anderen Autoren und so kommen Dr. Frankenstein, einige Wesen aus Lovecrafts Feder und sogar Lovecraft selbst in den Büchern vor. Die andere Seite: Hohlbein ist nicht der einzige, der sich bei Lovecraft bedient. So lange klar ist, woher die Ideen stammen, finde ich es gar nicht schlimm. Heimliches Abkupfern und Aufspringen auf erfolgreiche Pferde (siehe Vampirromantikflut nach der Bis(s)-Reihe...gut, dass ich mich auf einen Berg gerettet habe ;D ) finde ich dagegen enttäuschend und traurig.
Heute erst erhalten habe ich "Die Alchemie der Unsterblichkeit" von Kerstin Pflieger, einiges an der Geschichte kommt mir auch sehr bekannt vor, aber die Autorin steht auch dazu, dass der Inhalt des Buches stark an "Sleepy Hollow" erinnert und betont, dass das Buch eine Hommage an den Film ist. Finde ich gut und ich kann es kaum erwarten das Buch zu lesen :)

Solange die Quellen der Inspiration deutlich sind, habe ich nichts dagegen, wenn sich ein Autor bei anderen ihre Ideen holen und die Gedanken anderer Autoren weiterspinnen. Ich denke, das kann sich, wenn es gut läuft, sogar prima entwickeln und eine ganz eigene, phantastische Welt bilden (siehe Cthulhu-Mythos). Wird dagegen heimlich, um etwa des Geldes willen, abgeschrieben, finde ich das gar nicht gut. Macht man das bei seiner Doktorarbeit, wird einem der Titel aberkannt. Und wie ist das bei belletristischen Autoren?!

***Nachtrag:***
"Bewahrer des Chaos" von Wladimir Wassiljew spielt auch im Wächter-Universum von Sergej Lukianenko. In diesem Falle aber hatte Wassiljew den Segen von Lukianenko. Ich glaube, er hatte sogar an den Wächter-Romanen mitgearbeitet.

Lilitu

vor 6 Jahren

Ein LovelyBooks-Nutzer schreibt:
Aber die Idee hinter Panem ist ja auch nicht neu ;) Wird ja oft mit Battle Royal verglichen...

Hah! Da warst du schneller als ich mit dem Panem-BattleRoyale-Gedanken :D

Irgendwann möchte man ja aber doch mal wieder etwas Neues lesen und nicht immer einen anderen lauwarmen Abguss einer erfolgreichen Geschichte^^

Maran-Wortsaat

vor 4 Jahren

@Ocean-Blue

Hallo Ocean-Blue, dazu möchte ich aber anmerken, dass Stephen King dieses Thema lange vor Suzanne Collins aufgegriffen hat. Ich würde mal Menschenjagd durchlesen, dass 1982 unter seinem Pseudonym Richard Bachman veröffentlicht wurde. Mich erinnerte das Thema von Panem (hab nur den ersten Film gesehen, Bücher will ich noch lesen) stark an ein anderes Buch von ihm. Todesmarsch, ebenfalls unter dem Pseudonym Richard Bachmann verlegt und zwar im Jahr 1979 in Amerika. 100 Jungen aus armen Familien, die in einem militärisierten Amerika auserwählt werden an einem Wettbewerb teilzunehmen. Alle müssen so lange laufen, bis nur einer übrig bleibt. Dieser hat dann für sein weiteres Leben ausgesorgt und ist unendlich reich.
Wenn ich die Tribute endlich gelesen habe, werde ich mir auch endlcih eine Meinung bilden, wer von wem abgeguckt hat ^^

Autoren: Richard Bachman,... und 1 weiterer Autor
Bücher: Todesmarsch,... und 1 weiteres Buch

Maran-Wortsaat

vor 4 Jahren

@Spatzi79

lol, genau das dachte ich auch ^^

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