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RobertSchwarz69

vor 2 Jahren

Hallo zusammen & herzlich Willkommen!


Leserunden sind für Leser eine tolle Möglichkeit, neue Bücher (und Autoren) zu entdecken. Aber was kommt danach? Wie kann man außerhalb dieser Leserunden mit Anderen seine Meinung über ein Buch austauschen, mit dem Autor ungezwungen in einen Dialog einsteigen, oder einfach über Neuigkeiten informiert werden? Diese Fragen habe ich mir als Autor inzwischen schon öfter gestellt.

Daher auch meine Entscheidung, hier eine permanente Plattform einzurichten, über die ihr unter euch und mit mir über meine Geschichten sprechen könnt, denn die Geschichten selbst sind oft größer als das, was zwischen zwei Buchdeckel passt. Das gilt im Besonderen für Die Endwin Chroniken. Hier geht der Weltenentwurf deutlich über das hinaus, was ich in die Geschichte, die ich gerade erzähle, hineinpacken kann. Es ist eben eine ganze, eigene Welt, die da im Laufe der Jahre entsanden ist, und selbst, wenn ihr irgendwann alle 4 Bände gelesen habt, gibt es noch Vieles, das ihr nicht wisst; Geschichten aus der Welt von Endwin, die ihr sonst nie zu Gesicht bekommen werdet.

Daneben möchte ich euch auch immer wieder mal Bücher von anderen Autoren (noch lebenden und leider schon verstorbenen) aus dem Bereich, in dem ich ja selber schreibe, vorstellen. Einige kennt ihr vielleicht, andere womöglich noch nicht.

Autor: Robert Schwarz.
Bücher: Die Endwin Chroniken,... und 1 weiteres Buch

RobertSchwarz69

vor 2 Jahren

Zur Info (für diejenigen unter euch, die noch nicht an der Leserunde teilnehmen, von mir aber eine Einladung hierher bekommen haben.)

Die neue Leserunde zu Band 2 startet am 15.10. Bewerbt euch und gewinnt eine von 20 Print-Ausgaben, oder eines von 20 ebooks:
http://www.lovelybooks.de/autor/Robert-Schwarz/Die-Endwin-Chroniken-1196632907-w/leserunde/1197311409/

Buch: Die Endwin Chroniken

RobertSchwarz69

vor 2 Jahren

Wie ich sehen kann, sind ein paar von euch meiner Einladung bereits gefolgt. :)

Wenn ihr Fragen zu der Geschichte habt, oder auch etwas mehr über einzelne Figuren oder Orte erfahren wollt, ist das hier der richtige Ort.

Anfangen wollte ich damit, Bilder einzustellen, denn ich würde euch gerne mal die Karte, die Cover und Innenillustrationen in hoher Auflösung zeigen wollen. Leider läßt Lovelybooks das nicht zu. Aber mir wird schon eine Lösung einfallen. Zur Not tut es dann eben ein Link.

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RobertSchwarz69

vor 11 Monaten

Was treibt ein Autor eigentlich so in seiner Freizeit? Und vor allem: Was treibt er des nachts, wenn andere die Flöhe husten hören?

Diejenigen, die mich schon etwas länger kennen wissen: Der Mann ist ein begeisteter Amateur-Astronom. Hier zu sehen, mein neustes Gerät, ein 18 Zoll Ultra Compact Dobson Teleskop, das ich gerade fertig bekommen habe. Der alte 18 Zoll Dobson musste dafür weichen.

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RobertSchwarz69

vor 11 Monaten

Finale Version.

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RobertSchwarz69

vor 11 Monaten

Meine Leser wissen es: Der Sternenhimmel kommt in meinen Büchern immer wieder mal vor. Das ist kein Zufall, denn das Thema beschäftigt mich schon seit der Zeit, als mir mein Vater zum 10. Geburtstag ein Fernglas geschenkt hat.

In Kooperation mit der Bücherei Schöneck-Kilianstädten möchte ich daher heute Eltern und Kinder der Klassen 3-4 einladen, gemeinsam mit mir den Sternenhimmel zu erkunden. Niederdorfelden, der Ort der Veranstaltung, ist ca. 5km von Bad Vilbel entfernt. Ich komme nach Absprache aber auch gerne an Ihre Grundschule, sofern hier Interesse besteht.

Einladung zur Sternenführung

Liebe Kinder der 3. und 4. Klassen, liebe Eltern,
der nächtliche Sternenhimmel hat die Fantasie der Menschen schon vor Urzeiten beflügelt und in seinen Bann gezogen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Astronomie zu den ältesten Wissenschaften überhaupt zählt. Mit vielen Sternbildern, die wir mit bloßem Auge betrachten können, verbinden sich zudem Mythen und Sagen der Antike.
Als Mitglied der Sternfreunde Nidderau und in Kooperation mit der Bücherei Kilianstädten möchte ich Sie und Ihre Kinder einladen, gemeinsam den nächtlichen Sternenhimmel einmal etwas genauer zu erkunden. Zusammen werden wir der Frage nachgehen, was Sternbilder sind, was es mit ihren Namen auf sich hat, woher Sterne denn ihre Farben haben, und was es am nächtlichen Himmel außer Sternen sonst noch so zu sehen gibt. Je nach den damit verbundenen Sichtbarkeitsbedingungen können die Kinder dann im Teleskop farbenprächtige Sterne, Sternspektren, offene und geschlossene Sternhaufen, Nebel, den Mond, Planeten, etc. selbst beobachten.
Themenbezogene Bücher, CDs und Filme können in der Bücherei Kilianstädten ausgeliehen werden.

Termin: Freitag, 07.10.2016 um 20:00 Uhr
Ort der Veranstaltung: Altenburgring 28, 61138 Niederdorfelden
Verbindliche Anmeldungen bitte unter Tel.: 06101/3493509, g.schweigh@gmail.com oder in der Bücherei Kilianstädten Tel.: 99 28 181, buecherei-kilianstaedten@web.de

Bitte beachten: Da die Beobachtung des Sternenhimmels stark wetterabhängig ist, kann der Termin u.U. auch ausfallen.

Teleskope von 5 Zoll - 18 Zoll Größe stehen für Beobachtungen zur Verfügung (siehe Foto).

Mit freundlichen Grüßen
Gert Schweighofer (Sternfreunde Nidderau) und Kerstin Hogenkamp (Bücherei Kilianstädten)

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RobertSchwarz69

vor 7 Monaten

Die Weihnachtszeit ist rum, und ein ereignisreiches Jahr ist gegangen.

Ich wünsche allen meinen Leserinnen & Lesern ein erfolgreiches Neues Jahr!

Hier mal wieder (für all die Ungeduldigen unter euch), ein kleiner Ausschnitt aus Band 3:

...
Sie hatten das Zimmer kaum betreten, als Kyra glaubte, in den Schatten hinter dem Lichtvorhang eine Bewegung auszumachen. Im selben Moment schloss der Hakennasige die Tür hinter ihnen. Kyra beschlich das ungute Gefühl, in eine Falle getappt zu sein. „Die Kleine, die mit den Zwergen kam. Wie ihr befahlt, Herrin.“ Der Hakennasige deutete eine tiefe Verbeugung an. Gleichzeitig behielt er Kyra und Fix fest im Blick und schirmte dabei mit seinem hageren Körper die Tür ab. Auf der anderen Seite des Lichtvorhangs raschelte es. Es war ein kaum wahrnehmbares Geräusch. In Kyras Ohren jedoch klang es wie der sanfte Wind, der hin und wieder durch die Blätter der Bäume wehte. Das Rascheln kam näher, und aus den Schatten heraus schälte sich andeutungsweise der Umriss einer Frau. An der Grenze zum Lichtvorhang blieb sie stehen und verbarg somit ihr Gesicht vor den Eingetretenen. Lediglich ein Stück vom Saum ihres Kleides geriet in den zarten Strahl gold-gelben Lichts. Dort, wo das Licht den Stoff berührte, leuchtete er in einem tiefen Blau. Wer immer diese Frau auch war, die der Hakennasige als Herrin angesprochen hatte, ihre Haltung und die Qualität ihres Kleides machten deutlich, dass es sich um eine hochgestellte Persönlichkeit oder doch zumindest um eine sehr wohlhabende Person handeln musste. Als sie zu sprechen anhob, füllte ihre Stimme, obwohl sie nicht sonderlich laut sprach, den ganzen Raum aus: „Hab keine Angst, mein Kind! Meister Partello hat dich zu mir gebracht, weil ich dir helfen kann. Wir haben jedoch nicht viel Zeit. Man hat deine Freunde zu Feinden des Reiches erklärt. Daran konnte auch der überbrachte Brief nichts ändern, den der Erzzauberer an den König geschrieben hat.“ „Was denn für ein Brief? Geht es Krisp, Fisgard und den anderen gut?“, sprudelte es aus Kyra heraus. Die Gestalt hinter dem Lichtvorhang machte einen winzigen Schritt auf Kyra zu. Undeutlich waren jetzt halb unter einem Cape verborgene, ebenmäßige Gesichtszüge zu erkennen, die von lockigem Haar umrahmt wurden. Obwohl sie ihr Gesicht nur erahnen konnte, war sich Kyra sicher, dass die Frau vor ihr sehr schön sein musste. Ein flüchtiges Lächeln schien über dieses Gesicht zu huschen, bevor die Unbekannte erneut zu sprechen anhob. „Der Brief, in dem Horgard von einer dunklen Macht spricht, die über ganz Endwin hereingebrochen ist - und von einem jungen Mädchen mit einem magischen Stein, das wir unter allen Umständen beschützen müssten. Und um deine Freunde mach dir bitte keine Sorgen, es geht ihnen den Umständen entsprechend gut.“ Kyra schluckte vernehmlich. Diese Frau wusste um ihr Geheimnis! „Darf ich ihn sehen?“, bat die Frau, in deren Stimme jetzt eine kaum unterdrückte Neugier lag. Kyra zögerte. Schließlich wusste sie doch rein gar nichts über die Unbekannte. Was, wenn sie ihr den Stein wegnehmen wollte? „Hab keine Angst!“ Die Frau hinter dem Lichtvorhang hob beschwichtigend die Hände. „Ich will dir deinen Stein nicht wegnehmen. Ich möchte ihn nur einmal sehen. Bitte!“ Zögernd langte Kyra nach dem Beutel an ihrem Gürtel und griff hinein. Als sie die Hand wieder herauszog und öffnete, lag der dunkelrot schimmernde Stein darin. Fix, der etwas hinter Kyra stand, trat vor, um ebenfalls einen Blick auf den Drachenstein zu erhaschen. „Wie wunderschön!“ Kyra bemerkte, wie die Frau hinter dem Lichtvorhang Anstalten machte sich nach vorne zu beugen, im letzten Moment aber innehielt. „Danke, dass du ihn mir gezeigt hast. Verwahre ihn gut, mein liebes Kind! Jetzt aber musst du dich sputen. Ich fürchte, man wird schon sehr bald nach dir und dem Stein suchen. Hier ist Ostingard seid ihr beide daher nicht länger sicher. Es wird Krieg geben, und die Versuchung, die Macht des Steins einzusetzen, ist groß. Sie darf nicht missbraucht werden! Der Erzzauberer hat sogar ausdrücklich davor gewarnt den Stein einzusetzen. Leider denken im Palast nicht alle so wie er. Meister Partello wird dich daher mit dem nötigen versorgen und zu einem guten Freund bringen, der dir weiterhelfen wird. – Übrigens wartet dort bereits jemand auf dich, der dich schon sehr vermisst hat.“ Die Frau lachte leise. Es war ein sympathisches, ja beinahe fröhliches Lachen, das Kyras letzte Zweifel zerstreute wie ein Windstoß, der durch einen Berg herabgefallenes Laub fährt.

***

Der Drachenstein auf seiner Brust wurde warm. Hastig holte er ihn unter seinem zugeknöpften Hemd hervor, indem er an der goldenen Kette zog, an der er befestigt war. Der Stein pulsierte in einem sanften Rot. Das konnte nur eines bedeuten: Das Mädchen musste ihren Stein ganz in der Nähe aktiviert haben. Der Schattendämon lächelte zufrieden. Seine freie Hand tastete nach dem dunklen, hölzernen Kästchen, das neben ihm auf dem Tisch stand. Er konnte spüren, wie das Holz unter seinen Fingern vibrierte. „Geduld, Bruder!“ Seine Finger strichen sanft und wie zur Beruhigung über das gemaserte Holz. „Nun wird es wird nicht mehr lange dauern …“

RobertSchwarz69

vor 7 Monaten

***
„Fantastisch!“ Baldur klatschte begeistert in die Hände, nachdem Rodin seine Geschichte beendet hatte. „Ich wünschte, ich wäre dabei gewesen, als Horgard diesem fiesen Elf im Drachenhort in den Hintern getreten hat, oder bei dir und deiner Freundin Kyra, als ihr den Drachenstein gefunden habt. Was für ein Abenteuer! Einfach Grandios!“ „Du vergisst die Schattendämonen und was sie den Zwergen angetan haben, dazu die Vernichtung der Bibliothek und ihres jahrtausendealten Wissens und den ominösen Schatten, der im Hintergrund seine Fäden zieht“, warf Rodin mit einem leichten Tadel in der Stimme ein. „Ja, sicher! Du hast ja Recht!“, lenkte Baldur reumütig ein. „Es ist wahrlich ein Jammer, dass die Bibliothek der Zwerge in Flammen aufgegangen ist. Als Bibliothekar blutet mir da das Herz. – Und von einem Schattendämon besessen zu sein, ist sicher schrecklich! Dennoch würde ich tausendmal lieber solche Abenteuer bestehen, als nur in Büchern darüber zu lesen oder davon zu hören.“ „Nun ja“, bemerkte Rodin ausweichend, denn er hatte so seine Zweifel, dass der Bibliothekar ein echtes Abenteuer überstehen würde. Besser, Baldur blieb bei seinen Büchern. „War auf jeden Fall schön, dich nach so langer Zeit mal wiederzusehen, Baldur. Ich hoffe, Du findest rasch ein sicheres Ausweichquartier für deine Bücher. Ich muss jetzt aber wieder los. Kyra wartet sicher schon auf mich. Ich hatte ihr nämlich versprochen, ihr etwas von der Stadt zu zeigen.“ „Tatsächlich?“ Baldur fuhr sich gedankenverloren über die schüttere Haarpracht auf seinem Kopf. „Hm. Was hältst du davon, wenn ich dich begleite? Ich war schon eine ganze Weile nicht mehr außerhalb der Mauern dieser Bibliothek, weißt du? Ich glaube, etwas frische Luft würde mir jetzt ganz gut tun. Bei einem Spaziergang in die Stadt komme ich womöglich auch auf andere Gedanken, und bei dieser Gelegenheit könnte ich auch gleich deine neue Freundin kennenlernen. Was meinst du?“ Rodin überlegte fieberhaft, wie er Baldur sein Ansinnen ausreden könnte. Mit dem Bibliothekar im Schlepptau würde es bestimmt ewig dauern, bis er bei Kyra ankam. Außerdem war der Mann ein wandelndes Lexikon und wusste womöglich sogar mehr über Ostingard und seine Geschichte zu erzählen als er selbst. Laut sagte er daher: „Musst du dich denn nicht zuerst um den Umzug deiner Bücher kümmern?“ „Nun, …“, Baldurs Blick flog über die vollgestopften Regale, „… ich schätze, auf ein paar Stunden mehr oder weniger kommt es letztlich wohl nicht an.“ „Also dann, meinetwegen!“, gab Rodin sich geschlagen. „Es ist aber ein weiter Weg bis in die Unterstadt – zumindest, wenn man wie du zu Fuß laufen muss …“

Zu Rodins Überraschung war Baldur recht flink auf den Beinen. Der Bibliothekar schritt zügig aus und schien auch nicht so schnell außer Puste zu kommen. „Vermutlich, weil er den ganzen Tag zwischen seinen Bücherregalen hin- und herrennt“, schoss es Rodin durch den Kopf. So kam es, dass sie die Herberge in der Unterstadt schon nach einer knappen Stunde erreichten. Sie hatten soeben den großen Platz an dem die Herberge lag betreten, als sich dort die große Eingangstür öffnete und drei Gestalten, die es ziemlich eilig zu haben schienen, die Stufen herunter kamen, und in die entgegengesetzte Richtung davoneilten. Bei ihrem Anblick fuhr Rodin, der auf Baldurs Schulter saß, unwillkürlich zusammen, wobei er seine Krallen in dessen Schulter stieß. „Au! Was ist denn nur los mit dir, Rodin?“ Baldur verzog schmerzerfüllt das Gesicht. Er warf dem Raben auf seiner Schulter einen bösen Blick zu und grummelte eine Verwünschung. Der schien ihn gar nicht weiter zu beachten. Stattdessen starrte er ungläubig den Davoneilenden hinterher. Dabei machte er ganz den Eindruck, als hätte er gerade einen Geist gesehen. Baldur gab Rodin daraufhin, immer noch leicht verärgert, einen Schubs. „Oh! Entschuldige, Baldur.“ Rodin lockerte den Griff seiner Zehen um Baldurs Schulter. „Siehst du die drei Gestalten dort vorn? Die, die da gerade über den Platz huschen? Der große Dürre ist der Besitzer der Herberge. Der Rotschopf hinter ihm ist Kyra. Den Kleinen, der hinter ihnen her humpelt, kenne ich nicht.“ „Aber sagtest du nicht, ihr wolltet euch hier treffen, um die Stadt zu erkunden?“ Baldur hatte verwundert die Stirn gerunzelt. Sein Blick war dabei auf das Trio gerichtet. „Ja, genau! Deshalb war ich auch so überrascht. Zumal Kyra den Dürren überhaupt nicht leiden kann. Ich sage dir, da ist etwas faul! Komm! Lass uns nachsehen, wo sie hin wollen. Nun mach schon! Sonst verlieren wir sie noch.“

So schnell Baldurs Beine sie tragen konnten, folgten sie Kyra und ihren beiden Begleitern. Sie überquerten den Platz und sahen gerade noch, wie die drei, angeführt vom Hakennasigen, in einer der angrenzenden Seitengassen verschwanden. Baldur hastete hinterher. Der Rabe war drauf und dran, die Verfolgung aus der Luft fortzusetzen, doch noch schien Baldur flink genug zu sein, um Kyra und ihren Begleitern auf den Fersen bleiben zu können.

***

Sie folgten dem Hakennasigen erst über den Platz und dann hinein in eine der zahlreichen Gassen. Zwischen den Fassaden hingen Wäschestücke an Leinen, die im warmen Schein der Nachmittagssonne ihre verzerrten Schatten auf das Pflaster warfen. Die Leinen, die man zwischen den Häusern über die Gasse hinweg gespannt hatte, wurden zu beiden Seiten über hölzerne Rollen geführt, sodass man die Wäsche von jeder Seite aus problemlos aufhängen und später wieder einholen konnte. Das von der Wäsche heruntertropfende Wasser bildete auf dem groben Kopfsteinpflaster vereinzelte Pfützen, bevor es langsam in den Ritzen zwischen den Steinen versickerte. Zurück blieb ein schmieriger, weißer Film; eine Mischung aus Wasser mit Resten von Gallseife. Wer hier nicht aufpasste, konnte sich leicht ein paar Knochen brechen. Der Hakennasige bog nach links in eine weitere Gasse ab. Auch hier tropfte es von oben herab. Hätte man die Häuser zu beiden Seiten mit etwas Farbe getüncht, sie hätten wohl einen halbwegs passablen Eindruck gemacht. So wirkten ihre verblassten, abgeblätterten Fassaden mit den klapprigen Fensterläden jedoch wenig einladend. Die nasse, wenig farbenfrohen Wäsche, die auf ausgefransten Leinen zwischen ihnen hing, verstärkte diesen Eindruck nur noch.

Kaum waren sie in die Gasse eingebogen, als es irgendwo hinter ihnen plötzlich Laut wurde. Ein Schrei war zu hören. Dem Schrei folgte gleich darauf ein dumpfes Poltern. Der Kopf des Hakennasigen ruckte herum. Kyra, die ebenfalls den Kopf wandte, sah einen untersetzten Mann, der in einiger Entfernung auf dem Pflaster lag und stöhnte. Vermutlich war er auf dem glitschen Pflaster ins Straucheln gekommen. Für einen flüchtigen Augenblick vermeinte sie den geflügelten Schatten eines Vogels auf einer der von der Sonne beschienenen Hausmauern zu auszumachen. Sicher war sie sich jedoch nicht. Der Hakennasige hatte sich bereits wieder umgewandt. Er schien es plötzlich noch eiliger zu haben, denn er beschleunigte seinen Schritt. Kyra und insbesondere Fix hatten große Mühe zu ihm aufzuschließen. Die Gasse durch die der Hakennasige sie nun im Eiltempo führte, verlief in einem langen, geschwungenen Bogen nach rechts, bis sie schließlich auf einen kleinen Platz mündete. Die Häuser hier sahen tatsächlich noch heruntergekommener aus, als die in der Gasse durch die sie gerade gekommen waren. Kyra runzelte die Stirn. Irgendwo hier sollten sie sich also mit ihrem eigentlichen Führer und mit einem Freund treffen? So wirklich vertrauenerweckend war das ja nun nicht! Andererseits war das hier wohl ein guter Ort, um sich zu verstecken. Hier würden sie die Häscher des Königs bestimmt nicht so schnell suchen. Wer mochte dort wohl auf sie warten? War es Rodin, oder vielleicht sogar Horgard? Ihre Gedankengänge wurden durch den Hakennasigen unterbrochen. „Schätze, man ist uns gefolgt.“ „Meinste etwa den Kerl, den es vorhin aufs Pflaster gelegt hat?“, wollte Fix wissen. Der Hakennasige warf dem Jungen einen ernsten Blick zu. „Genau den! Niemand, der so hochwertige Kleidung trägt, würde sich freiwillig in diese Ecke unserer schönen Stadt wagen.“ „Ihr glaubt, der Mann war eine Art Spion?“ Kyra war um die Nase herum um ein wenig blasser geworden. „Möglich wär‘s.“ Die dunklen Augen des Hakennasigen richteten sich auf den Zugang zur Gasse. Kyra folgte seinem Blick. Menschen kamen und gingen. Von dem untersetzten Mann war jedoch weit und breit nichts mehr zu sehen. „Muss nichts heißen“, murmelte der Hakennasige. Laut sagte er: „Wir sehen besser zu, dass wir von der Straße runter kommen. Kommt mit.“ Mit weit ausholenden Schritten überquerte er den kleinen Platz und verschwand in einem engen Spalt zwischen zwei Häusern auf der gegenüberliegenden Seite. Der Spalt war wenig mehr als einen halben Meter breit und kaum hatte Kyra ihn betreten, spürte sie unter ihren Sohlen einen feuchten, glitschigen Belag. Zugleich stank es erbärmlich. Nachdem ihre Augen sich an das spärliche Licht gewöhnt hatten sah sie, dass sie einer offenen Abwasserrinne folgten, die man hier vor vielen Jahren verlegt hatte. Und das, was ihr da in die Nase stieg, war nichts anderes als der Geruch von verrotteten Pflanzenresten und menschlichen Exkrementen, der hier wie festgenagelt zwischen den dicht beisammen stehenden Häusern in der Luft hing. Allem Anschein nach entleerten die Anwohner auch ihre Nachttöpfe in diesen Kanal. Das Rohr, aus dem früher einmal das Wasser geflossen war, das den Unrat fortgespült hatte, war dem Gestank nach zu urteilen schon länger nicht mehr in Betrieb. Der langsame, aber stetige Zerfall, der überall in der Unterstadt sichtbar war, hatte auch hier seine Spuren hinterlassen. Die wehrhaften Mauern aus rotem Granit, die goldenen Fahnen auf den Zinnen der Zitadelle, all das schien an einem Ort wie diesem sehr weit weg zu sein.

***

Baldur lag stöhnend auf dem Rücken und betastete vorsichtig seinen Hinterkopf. Als er eine bestimmte Stelle berührte, schien sein Kopf regelrecht zu explodieren. Hastig zog er die Hand weg. Mühsam, immer noch bunte Sterne vor den Augen, richtete er sich auf. Schwankend wie ein betrunkener Seebär tapste er langsam auf die nächstgelegene Hauswand zu und lehnte sich mit dem Rücken dagegen. Der Boden, der scheinbar wie das Deck eines Schiffes bei rauer See gierte, stellte allmählich das Tanzen ein und die Sterne vor seinen Augen verblassten. Baldur betrachtete die Stelle, an der er den Halt verloren hatte. Deutlich war dort ein verschmierter weißer Film auszumachen. Erst jetzt kam ihn der Gedanke nach dem Raben Ausschau zu halten. Wo war Rodin? Er wollte nicht nach ihm rufen, also sah er sich um; aber der Rabe war nirgends zu entdecken.

***

Sie hatten den stinkenden Abwasserkanal hinter sich gelassen und standen jetzt vor der Tür eines Hauses, dessen tote Fenster und morsche, herunterhängende Fensterläden so gar nicht den Eindruck machten, als wäre es noch bewohnt. Der Hakennasige trat bis dicht an die Tür heran, deren Farbe zum größten Teil bereits abgeblättert war. Das Holz darunter war angegraut, und dort, wo es bereits zu faulen begonnen hatte, schwarz verfärbt. Verstohlen sah er sich nach allen Seiten hin um, bevor er mit seinen knochigen Fingern in einem bestimmten Rhythmus an das morsche Holz klopfte. Zunächst rührte sich nichts. Dann konnte man drinnen ein leises, kaum wahrnehmbares Knarren vernehmen. Das Geräusch wiederholte sich nicht. Für Kyra, die sich schon öfter heimlich davongeschlichen hatte, hörte es sich jedoch ganz so an, als hätte sich drinnen im Haus etwas bewegt; etwas, das darum bemüht war, keine unnötige Aufmerksamkeit zu erregen. Kyra spürte, wie sich die feinen Härchen in ihrem Nacken unwillkürlich aufrichteten. Ihre rechte Hand tastete nach dem Beutel an ihrem Gürtel. Im selben Moment schwang die Tür mit einem leisen Quietschen langsam nach innen auf. Sogar der Hakennasige wirkte jetzt angespannt. Kyra konnte sehen, wie er sich nervös über die Lippen leckte. Als die Tür schließlich weit offen stand, glaubte sie, für einen flüchtigen Augenblick, die schattenhafte Gestalt eines Mannes im Türrahmen auszumachen. Doch als der Hakennasige vorsichtig seinen Fuß über die Schwelle setzte, war von dem Unbekannten weit und breit nichts mehr zu sehen. Sie waren allein. „Gefällt mir nich‘!“, raunte Fix, der dicht neben ihr stand. „Willst’e da wirklich rein gehn?“ Kyra wollte gerade zu einer Antwort ansetzen, als sich der Hakennasige nach ihnen umdrehte und zischte: „Steht da nicht wie angewurzelt rum! Los, rein mit euch! Unser Freund wartet sicher schon.“ Kyra atmete mehrmals hörbar ein und aus. Dann gab sie sich einen Ruck und ging auf die offene Tür zu. Für einen Rückzieher war es jetzt ohnehin zu spät. Sie waren fast am Ziel. Zudem wollte sie sich vor dem Hakennasigen keine Blöße geben. Und dann war da ja noch Rodin, der sicher schon auf sie wartete. Nur, wo steckte der Rabe bloß? Normalerweise wäre er ihr doch sonst schon entgegengeflattert? „Na ja“, schalt sie sich in Gedanken. Das wäre dann wohl so ziemlich das genaue Gegenteil von Unauffällig. Etwas, das sie ja unbedingt vermeiden wollten. Fix, der wie ein Schatten an ihr hing, murmelte leise vor sich hin. Es war klar, dass er dem Hakennasigen nicht über den Weg traute.

Die Bodenbretter im Inneren knarrten bei jedem ihrer Schritte. Kein Wunder, denn sie waren in einem mindestens genauso schlechten Zustand wie die Tür und die Fensterläden: morsch, lose, abgebrochen, und an einigen Stellen gar nicht mehr vorhanden. Man musste schon höllisch aufpassen, wohin man seinen Fuß setzte. Ein eigenartiger Geruch hing in der Luft. Ganz so, als hätte es hier einmal gebrannt, aber Kyra konnte nirgends Brandspuren entdecken. Der Hakennasige war schließlich am Fuß einer Treppe stehengeblieben und starrte mit verkniffener Mine nach oben. Aus dem Obergeschoss waren jetzt Schritte zu vernehmen. Der Hakennasige wartete kurz, dann fluchte er leise und winkte seinen Begleitern ihm zu folgen. Vorsichtig setzte er einen Fuß vor den anderen, während die ausgetretenen Stufen unter ihm bedrohlich knarrten und ächzten. Oben führte eine kleine Galerie, in deren Boden ein großes, unregelmäßig geformtes Loch klaffte, zu drei unterschiedlich großen Zimmern. Nur das rechte, der Treppe zugewandte Zimmer, ließ sich noch gefahrlos betreten.

Das Zimmer war so heruntergekommen wie der Rest des Hauses. Dessen ungeachtet war es verhältnismäßig groß, denn es nahm fast ein Drittel des oberen Stockwerks ein. Kyra sah sich in dem Zimmer um. Fadenscheinige, ausgewaschene Vorhänge bewegten sich sacht mit dem Wind, der als laue Briese durch die zerborstenen Fenster hereinwehte. Rings herum an den Wänden fraß sich der Schimmel mit großem Appetit durch das morsche Holz. Der Boden war von einer dicken Schicht aus Staub und Schmutz bedeckt. Umso deutlicher waren daher an einigen Stellen die Abdrücke großer Stiefel zu erkennen. Der Raum indes schien, bis auf einen Tisch dem ein Bein fehlte, leer zu sein. Ein leises Knarren in ihrem Rücken ließ sie herumfahren. Hinten, in einer Ecke nahe der Wand stand, halb im Schatten verborgen, ein Schaukelstuhl.

bine136

vor 7 Monaten

@RobertSchwarz69

Hallo Robert!

Dir auch ein schönes, gesundes und kreatives Neues Jahr!
Wie schön mal wieder von Dir zu lesen!

Obwohl ja seit Deinem zweiten Band schon einige Monate vergangen sind, machen die neuen Ausschnitte gleich wieder Lust darauf weiterzulesen!

Kann es sein dass Kyra sich da gerade ziemlich in Schwierigkeiten gebracht hat? ;-)

Ich hoffe, Du lässt uns mit der Fortsetzung nicht mehr all zu lange zappeln! Hast Du schon einen ungefähren Termin für den Band 3?

Viele verschneite Grüße,

Uta

RobertSchwarz69

vor 7 Monaten

bine136 schreibt:
Hallo Robert! Dir auch ein schönes, gesundes und kreatives Neues Jahr! Wie schön mal wieder von Dir zu lesen! Obwohl ja seit Deinem zweiten Band schon einige Monate vergangen sind, machen die neuen Ausschnitte gleich wieder Lust darauf weiterzulesen! Kann es sein dass Kyra sich da gerade ziemlich in Schwierigkeiten gebracht hat? ;-) Ich hoffe, Du lässt uns mit der Fortsetzung nicht mehr all zu lange zappeln! Hast Du schon einen ungefähren Termin für den Band 3? Viele verschneite Grüße, Uta

Hallo Uta! :)

Komme leider erst heute zum Antworten. Bin nämlich unfreiwilligerweise bei der Hilfsorganisation 'Computer ohne Grenzen'. Wir verarzten Computer, Telefone, Smartphones, usw. ;)

Ja, Kyra steckt mal wieder ziemlich in der Klemme. Aber tut sie das nicht immer? :)

Termin? Nein, leider nicht. :( Sorry! Werde euch aber ganz bestimmt informieren, wenn es soweit ist.

Lieben Gruß

Robert

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