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Glaesener

vor 6 Jahren

Hallo liebe Lovelybooks-Bücherwürmer,
ich habe "Die Vergolderin" geschrieben und könnte mir vorstellen, der eine oder andere würde gern in die Schreibstube einer Autorin schauen. Habt ihr Lust auf eine Frage- Antwort- Geschichte? Also erstmal: Die Autorin und ihr Laptop - das ist eine oft einsame Geschichte. Ich würde mich also freuen, hier einmal mit Menschen statt mit einer Tastatur zu kommunizieren.
Ich bin noch nicht ganz sicher, wie das hier funktioniert - aber schaun wir mal.

Gruß
Helga

Autor: Helga Glaesener
Buch: Die Vergolderin

Daniliesing

vor 6 Jahren

Hallo Helga,

toll, dass man dir hier Fragen stellen kann. Dann beginne ich doch einfach mal mit einer. Ich habe immer sehr großen Respekt vor der Recherchearbeit, die für einen historischen Roman notwendig ist. Kannst du vielleicht etwas mehr darüber verraten, wie diese Recherche bei dir abläuft - etwa am Beispiel deines Buches "Die Vergolderin"?

Danke & liebe Grüße
Dani

Glaesener

vor 6 Jahren

Hallo Dani,

schön, von dir zu hören! Ja, Recherche ist gerade für historische Romanautoren ein wichtiges Thema. Es reicht nicht, sich in einen bestimmtem Bereich einzuarbeiten, sondern du musst wissen, wie die Menschen gekleidet waren, was sie gegessen haben, wie sie Post verschickt haben (wenn überhaupt), was gemacht wurde, wenn jemand krank wurde, was wurde geglaubt, wovor hat man sich gefürchtet ... tausenderlei Details, die man nicht nur herausfinden, sondern auch so katalogisieren muss, dass man sie bei Bedarf rasch wiederfindet. Kein Wunder, dass für die Recherche die halbe Schreibzeit draufgeht.
Gerade bin ich mit meinem Manuskript "Die Hexe und der Leichendieb" fertig geworden, das im Herbst herauskommen soll. Zu verstehen, welche Ängste die Vorstellung auslöst, man wird von einer Hexe bedroht - und meine Heldin wird nicht als Hexe verdächtigt, sondern ist das Opfer einer Hexe - das ist schon eine unheimliche Erfahrung.
Spaß macht das Ganze aber natürlich auch. Die fremden Welten, die ich betrete, Erzählungen von Zeitzeugen, witzige, skurile, spannende, manchmal grausame Gewohnheiten und Zustände ... Das alles lässt zunächst in meinem Kopf eine Welt erstehen, die ich dann in das Buch hinüberzutragen versuche.
Die große Herausforderung ist dabei immer, nicht alles im Buch zu verwenden, was man weiß. Der Leser will ja keine Geschichtsstunde :-)

Lieben Gruß
Helga

Sophia!

vor 6 Jahren

Liebe Helga,
was macht für dich den Reiz am Genre "Historischer Roman" aus, im Kontrast zur Gegenwartsliteratur?
In deinem Post sprichst du von Schreibblockaden. Ich kenne das auch, wenn ich z.B. für die Uni eine Hausarbeit schreiben soll und es einfach nicht richtig klappt. Was tust du bei einer solchen Schreibblockade? Hast du einen besonderen Tipp?

Buecherfee82

vor 6 Jahren

Liebe Helga,
waren historische Bücher immer deine eigenen Lesefavoriten, oder wie bist du dazu gekommen selbst welche zu schreiben?
Zudem würde mich noch interessieren wie du dir deine Themen aussuchst. Die Vergolderin klingt ja nach einem Beruf, ähnlich viell. dem Goldschmied. Hast du einen Bekannten/Verwandten mit diesem Beruf, oder bist du zufällig über dieses Thema gestolpert?
Liebe Grüße

kubine

vor 6 Jahren

Hallo Helga,

mich würde interessieren, woher Du Deine Inspirationen nimmst. Und ob Du literarische Vorbilder hast?

Liebe Grüße!

loewe

vor 6 Jahren

Hallo Helga,
schön das Du Dich hier unseren Fragen stellst :-)
Mich würde interessieren, ob Du selber auch gerne mal ein Buch liest und wenn ja was für ein Genre Du bevorzugst.
Liebe Grüße und noch eine schöne Woche wünscht loewe

nirak03

vor 6 Jahren

Hallo Helga,
mich interessiert vor allem immer wie jemand zum schreiben gekommen ist. Was hat bei dir den Ausschlag dazu gegeben mit dem Schreiben anzufangen und warum ausgerechnet historische Romane?
liebe Grüße

Glaesener

vor 6 Jahren

Hallo Sophia, gegen Schreibblockaden helfen die gleichen Strategien wie bei allen anderen kreativen Jobs, wenn die Ideen ausbleiben - einfach mal etwas anderes machen, damit das Unterbewusstsein eine Chance erhält. Das kann ein langer Spaziergang sein oder Fensterputzen oder Shoppen (mein Favorit:-), ein Schwimmbadbesuch - einfach alles, bei dem die Gedanken nicht anderweitig beschäftigt werden. Hilft richtig gut, aber nur, wenn man vom Thema an sich fasziniert ist. Und (deine zweite Frage) ich schreibe historisch, einfach weil es mir Spaß macht, Zeitreisen zu machen. Andere reisen im Raum und machen Urlaub in China, ich reise gern in der Zeit und tummele mich (gerade jetzt) im 17. Jahrhundert .
Hallo Stephanie, liebe Nirak, Geschichte waren schon immer in meinem Kopf - seit ich denken kann. Kleine Szenen ausdenken, Charaktere erfinden ... alles das. Und als ich knapp über dreißig war und mir meine Kinder wieder ein bisschen Zeit gelassen haben, da habe ich angefangen, die Geschichten aus meinem Kopf auf Papier zu bringen. Es kam mir völlig natürlich vor.
Die Themen, Kubine, bekomme ich beim Recherchieren. Während ich das eine Buch schreibe, stoße ich meist schon auf Interessantes, das mich zu einem neuen Buch inspiriert. Bei der Vergolderin war es allerdings anders. Da habe ich in Aurich eine Frau kennen gelernt, die den Beruf ausübt und die mich in ihre Werkstatt gelassen hat. Und schon war die Liebe zu dem Glitzer geboren.
Hallo Loewe, mein Liebelingsgenre ist der Krimi, und deshalb haben meine historischen Romane auch fast alle einen "kriminellen" HIntergrund. In "Wer Asche hütet" und in der Wespensommertriolog sind die Helden sogar Richter, es geht also konkret um das Auflösen von Verbrechen durch die Justiz. In der Vergolderin werden Verbrechen verübt und ein altes Verbrechen aufgelöst. Und in "Die Hexe und der Leichendieb", das im Herbst herauskommt, wird eine Frau Opfer einer Hexe.

Ich grüße euch herzlich und wünsche euch einen schönen Tag!
Helga

loewe

vor 6 Jahren

Liebe Helga, das waren tolle " Einblicke "
Danke :-)
Ich wünsche dir noch eine schöne Restwoche

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