Diskussion zu unserer Erotik-Kolumne von Steffi 11/2013

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muchobooklove

vor 4 Jahren

Buchbloggerin Steffi hat eine Erotik-Kolumne zu dem Thema "Ist erotische Literatur mittlerweile ein Massenphänomen? Was ist aus der Erotikliteratur nach Shades of Grey geworden?"

Ihr könnt hier sehr gerne darüber diskutieren!

Wir sind gespannt auf eure Meinungen dazu!

Pashtun Valley Leader Commander

vor 4 Jahren

Unter Wikipedia finden wir unter unter dem Stichwort "Buchhändler" die folgende Definition:

Berufsbild

Hauptarbeitsgebiete sind der Einkauf, Verkauf und die Präsentation von Büchern und anderen Medien sowie die intensive Beratung der Kunden, beispielsweise in einer Buchhandlung oder einem Antiquariat. Dazu gehört die Recherche in computergestützten Informationssystemen, in Katalogen und speziellen buchhändlerischen Fachverzeichnissen. Im Beratungs- und Verkaufsgespräch ist neben einem freundlichen und kundenorientierten Auftreten ein breites Allgemeinwissen erforderlich.
Um Kunden kompetent beraten zu können, sollte der Buchhändler über eine rasche Auffassungsgabe verfügen, die es ihm ermöglicht, Inhalte und Rezensionen von Büchern schnell zu erfassen. Kontrolle und Verwaltung des Lagerbestandes erfordern neben kaufmännischem Denken ein Gespür für Kundenbedürfnisse und Trends. Wichtiger Bestandteil der Fertigkeiten ist, in einer Branche, die aufgrund der Buchpreisbindung (außer in der Schweiz) nicht über den Preis konkurriert, die Erarbeitung von Marketingkonzepten. Dazu gehören die ansprechende Präsentation im Laden und im Schaufenster, auch die Organisation von Lesungen und anderen Werbemaßnahmen.

Das scheint konkret zu bedeuten, dass neben der Veranstaltung von Leseförderung in Kindergärten und Hauptschulen auch ein kaufmännischer Aspekt dieses Berufsbild prägt.

Der Buchhändler arbeitet im Arbeitsfeld des "verbreitenden Buchhandel". Konkret bedeutet dies, so wie der Fischhändler Makrelen, Sprotten, Aale und geräucherte Rollmöpse verkauft leben Buchhandlungen davon, entschuldigt bitte, dass ich dieses so hart artikuliere, Verlagsprodukte zu veräußern.

Es steht hier also, neben der Verbesserung der Welt, der Beschäftigung mit den schönen Dingen derselben auch die Notwendigkeit des Veräußerns von Büchern über den Einstandspreisen der Verlage im Raum.

Wenn ich bei meinem Fischhändler also weder Seeteufel noch Jakobsmuscheln bekomme, weil der Kollege aus kaufmännischem Kalkül auf marktfähige Fettfische setzt, steht es mit frei den Fischhändler zu wechseln.

Wenn ich mich in Sachen "erotischer Literatur" bei meinem Buchhändler schlecht beraten fühle, steht es mir ja auch frei, diesen zu wechseln.

An der Fragestellung "ist erotische Literatur ein Massenphänomen" liegt für mich der Knackpunkt in der Gattungsbestimmung der erotischen Literatur.

Hier tendiere ich dazu die Position eines finnischen Regisseurs der 80er Jahre zu teilen. Wenn sich die Handelnden näher als 30 Zentimeter kommen, gab es einen Schnitt und eine Tür geht zu. Der Rest bleibt der Phantasie des Zuschauers überlassen.

Andere Menschen waren eher von "9 1/2 Wochen" angetan. Manchen ist dieses dann -neben der fehlenden Handlung- zu plakativ, erinnert an das Telefonbuch von San Franzisko: Nur Nummern keine Handlung.

Oder wer erinnert sich an die lustigen Urstände im alternativen Programmkino, wenn wir frotzelnder Weise mit einem kalten BECKS in der letzten Reihe sassen und gemeinsam geraten haben, ob die händchenhaltenden Erstsemester bis zu der Sene mit dem Silberlöfel durchhalten?

War hier Erotik ein Massenphänomen? Romy Schneider, Marlon Brando und das halbe Pfund Butter? Russ Meyer? Wild at heart?

Oder bestimmt vielmehr der Produzent (manchmal der Rezipient/Käufer) über die Genrezuordnung?

Würde Volkswagen eher von einer "stinklangweiligen Spiesserkutsche" oder von einem "Weltauto" reden.

Vielleicht ist ja "Shades of Grey" genauso ein Hype für die "grossen Mädchen" wie "Bis zum Ende der Nacht" für die kleinen Mädchen? Wieviele haben den Vampirtrash verschlngen ohne jemals von H.P.Lovecroft oder Bram Stoker gehört zu haben?

Nee, Ihr Lieben mein Gegenentwurf zu Erotik als Massenphänomen, zu Handschellen mit Tigerplüsch an der Tankstelle für 30 Liter Super ist ein Statement von Wolfgang Neuss (der Mann mit Pauke). Der sah im Nachkriegsberlin zwei Dreizehnjährige Händchen Halten, die haben sich dabei sooooo angeschaut, hatten knallrote Köpfe, das ist Erotik!

Blackfairy71

vor 4 Jahren

Pashtun Valley Leader Commander schreibt:
Vielleicht ist ja "Shades of Grey" genauso ein Hype für die "grossen Mädchen" wie "Bis zum Ende der Nacht" für die kleinen Mädchen? Wieviele haben den Vampirtrash verschlngen ohne jemals von H.P.Lovecroft oder Bram Stoker gehört zu haben?

Genau so sehe ich das. Nach dem Twilight-Hype (den ich nie nachvollziehen konnte) meinte plötzlich jede Autorin Vampirromane schreiben zu können und zu müssen. Und heraus kam dabei wie schon hier geschrieben überwiegend Trash. Gruselig...aber nicht so wie es sein sollte. Der wahre Vampirmythos geriet immer mehr in den Hintergrund, bis auf wenige Ausnahmen. Bram Stoker hätte sich im Grabe umgedreht.
Die Blutsaugerwelle ist inzwischen zurückgegangen, ein Glück.
Und nach den Vampiren kam dann SoG. Ich habe es nicht gelesen und möchte es auch nicht, weil es mich einfach nicht interessiert. Und hätte das Buch nicht eine so gute Werbestrategie bekommen, es hätte sicher niemals diese Aufmerksamkeit erhalten. Und die nachfolgende Flut derartiger "Literatur" wäre auch kleiner oder vielleicht ganz aus geblieben.
Naja, mal sehen, was als nächstes kommt...

morebooksthanfurniture

vor 4 Jahren

Ich denke tatsächlich, dass einige Bände nur noch geschrieben werden, um damit Geld zu machen. So nach dem Motto, wer den ersten oder zweiten Band gelesen hat, kauft sich auch den dritten, wenn auch nur, um die Reihe vollständig zu haben. Bei SoG bin ich nie über die Anfangsseiten des dritten Bandes hinausgekommen. Es war einfach zu langatmig und immer das selbe. Auch kann ich mir gut vorstellen, dass der Hype um diese Bücher einfach aus Amerika überschwappt. Für das "prüde" Amerika sind solche Bücher der Hit und kann dann für den europäischen Markt nicht falsch sein. Mit der richtigen Aufmachung und solch einem Thema, verkauft man die Bücher auch an wenig Leser. Ich hoffe, dass dieser Hype bald ein Ende hat. Dann kann auch dieses Genre wieder neue Ideen entwickeln.

Impa

vor 4 Jahren

Ich denke mal die wollen eben alle ein Stück vom Kuchen haben. Ich persönlich habe die Reihe ebenso wie die Vampirteile gemieden. Waren mir einfach alle zu inhaltslos. Beides, meiner Meinung nach ganz klar zu erkennen, nur auf möglichst viel Gewinn ausgerichtet. Ähnliches ist doch im Humorbereich zu beobachten, wo jetzt, zuerst jeder Lehrer meinte ein Buch schreiben zu müssen, und danach aus fast jdem Berufsstand Bücher erschienen.

Belladonna

vor 4 Jahren

@Impa

Fände es auch sehr schön wenn sie das Genre nicht nur nach dem Gewinn

dirk166

vor 4 Jahren

Diese SoG Geschichten gehen für mich zu sehr an der Realität vorbei, da sie nicht das wahre BDSM Leben zeichenen, sondern eher eine Art Wunschdenken, dies sage ich, weil ich selbst ein BDSM'ler bin und einiges hierbei zu sehr "weichgespült" wirkt

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