Diskussion zu unserer Historische-Kolumne von Ash 11/2013

Neuer Beitrag

muchobooklove

vor 4 Jahren

Buchbloggerin Ash hat eine Historische-Kolumne zu dem Thema "Was ist denn mit den Hexen los? Hexerei als einziger Frauenberuf im Mittelalter?"

Ihr könnt hier sehr gerne darüber diskutieren!

Wir sind gespannt auf eure Meinungen dazu!

Slev

vor 4 Jahren

Dies ist mir auch schon aufgefallen, hatte ich aber bisher eher den (meist einfallslosen) Autorn zugeschrieben. "Hexe" ist in dieser Hinsicht auch weniger als "Beruf" zu verstehen, sondern vielmehr als negative Zuschreibung und Ausgrenzungsmethode. Dau gibt es, meines Wissens, keine gute Belletristik.
Wer sich aber für das Thema interessiert: Es gibt eine sehr gute wissenschaftliche Arbeit von Frau Kathrin Fischer zum Thema Hexen: "Das Wiccatum. Volkskundliche Nachforschungen zu heidnischen Hexen im deutschsprachigen Raum".

moorlicht

vor 4 Jahren

@Slev

Ein Beruf ist es natürlich nicht wirklich, da kam auch etwas mein schwarzer Sinn für Humor zum Tragen. ;) Der Beruf war dann eher bsp. die Hebamme, die auch immer Gefahr lief, als Hexe angeklagt zu werden. Bis dato habe ich auch leider nur einen Roman gefunden, der sich wirklich glaubwürdig und nicht nur nebenbei mit dem Thema beschäftigt. Eine wirklich magere Ausbeute. Und ich verstehe auch nur bedingt, warum sich so wenig Autoren mal an einen anderen Blickwinkel heranwagen.

Kann das Buch leider nicht anhängen, also hier der Link dazu. http://www.lovelybooks.de/autor/Wolfgang-Lohmeyer/Die-Hexe-142967000-w/

Das Wiccatum kann man einfach über die Buchhandlung bestellen oder nur über die Autorin?

Autor: Wolfgang Lohmeyer
Beiträge danach
24 weitere Beiträge (Klassische Ansicht)
Beiträge davor

Iuranien

vor 4 Jahren

Ich habe einmal irgendwo gelesen, dass
a) insgesamt mehr Männer als Frauen der Hexerei für Schuldig befunden wurden, und
b) die Hexenverfolgung ihren Höhepunkt zu einem Zeitpunkt hatte, als das Mittelalter schon lange vorbei war, also in der Neuzeit. D. h. während die Aufklärung schon voll im Gange gewesen ist. Dazu passt, dass erst im 15. Jhd geschrieben wurde, da spricht man schon fast nicht mehr von Mittelalter.

Ich habe keine Quelle dafür, aber es würde ein völlig neues Licht werfen. Ich glaube, dass es rund um das Thema Hexen/Hexer-Verfolgung, Folterungen etc. viel mehr Halbwissen gibt, als wirklich fundierte Tatsachen.

Das wäre schon spannend, dieses Thema einmal zentral in ein Buch zu stellen. Wie wäre es mit der Geschichte einer Frau (oder eines Mannes) aus dem - sagen wir - 12. Jhd, die oder der der Hexerei verdächtigt wird, und sich damit eine ganze Zeitlang noch durchschlägt …

Iuranien

vor 4 Jahren

Spannend ist ja auch, dass die "Glaubenskongregation", also die "organisierte Inquisition" erst im 15. Jhd *gegründet* wurde.
Davor wurden zwar auch schon Hexen gefoltert, aber erst so "spät" wurde das ganze straff organisiert.

PetraSchier

vor 4 Jahren

Iuranien schreibt:
Ich habe einmal irgendwo gelesen, dass a) insgesamt mehr Männer als Frauen der Hexerei für Schuldig befunden wurden, und b) die Hexenverfolgung ihren Höhepunkt zu einem Zeitpunkt hatte, als das Mittelalter schon lange vorbei war, also in der Neuzeit. D. h. während die Aufklärung schon voll im Gange gewesen ist. Dazu passt, dass erst im 15. Jhd geschrieben wurde, da spricht man schon fast nicht mehr von Mittelalter. Ich habe keine Quelle dafür, aber es würde ein völlig neues Licht werfen. Ich glaube, dass es rund um das Thema Hexen/Hexer-Verfolgung, Folterungen etc. viel mehr Halbwissen gibt, als wirklich fundierte Tatsachen. Das wäre schon spannend, dieses Thema einmal zentral in ein Buch zu stellen. Wie wäre es mit der Geschichte einer Frau (oder eines Mannes) aus dem - sagen wir - 12. Jhd, die oder der der Hexerei verdächtigt wird, und sich damit eine ganze Zeitlang noch durchschlägt …

Gerade habe ich diese Diskussion gefunden und finde sie hochinteressant und auch wichtig. Ich schreibe derzeit an einem historischen Roman mit dem Titel "Der Hexenschöffe", der im Oktober 2014 bei Rowohlt erscheinen wird. Grundlage des Romans ist eine wahre Geschichte, und zwar die des Rheinbacher Schöffens Hermann Löher, der im hohen Alter von über 80 Jahren eine Klageschrift verfasst hat, in der er sich sehr ausführlich gegen die Hexenprozesse ausspricht und zudem seine Erlebnisse in Hexenprozessen extrem bildhaft und bedrückend beschreibt. Diese Originalquelle heißt "Hochnötige untertanige wemütige Klage der frommen Unschültigen" und kann im Internet als gescannte Ausgabe eingesehen werden. Im Original gibt es auf der Welt nur noch zwei Ausgaben. Allerdings ist das sehr schwere Kost, schon wegen der schwierigen Sprache. Aber genau diesen Text habe ich als Grundlage für meinen Roman genommen, und ich bemühe mich, die Ereignisse so authentisch wie irgend möglich zu beschreiben.

@Iuranien, du bringst in deinem Beitrag einige sehr wichtige Punkte zur Sprache. Es wurden enorm viele Männer der Hexerei beschuldigt und verurteilt. Und den Zahn, dass es sich bei den Angeklagten überwiegend um Hebammen und/oder Heil- bzw. Kräuterkundige gehandelt hat, muss ich euch auch ziehen. So war es mitnichten. Die der Hexerei besagten Menschen, ob Männlein oder Weiblein, kamen aus allen Schichten und Berufsgruppen. Jedoch kaum jemals aus dem Adel, das sei hinzugefügt.

In den meisten Fällen kamen Menschen ins Gerede, weil Gerüchte gezielt gestreut und von den Hexenkommissaren entsprechend ausgeschlachtet und verdreht wurden. Auch wurden Angeklagte unter der Folter nicht nur zum Geständnis gezwungen, sondern auch dazu, weitere Hexen zu besagen. Nicht selten wurden ihnen dabei gezielt Wohnorte und Namen suggeriert, sodass sie entsprechend den Wünschen der Prozessführenden antworteten. Es ging hier in vielen Fällen um Geld und Machtkämpfe, wobei sich die Beteiligten natürlich der Unwissenheit und des Aberglaubens der Bevölkerung bedienten.

Die Hauptzeit der Hexenverfolgung war nicht das Mittelalter, sondern das 16. und 17. Jahrhundert, eine Zeit der Kriege und klimatischen Unwägbarkeiten, denn es herrschte die sogenannte Kleine Eiszeit, die Missernten, Hungersnöte und Seuchen mit sich brachte. Vor allem auch während des Dreißigjährigen Krieges wüteten die Scheiterhaufen. Der Aberglaube der Menschen, die Verrohung durch Krieg und sonstige äußere Umstände und die Angst um die eigene Existenz schürten die Feuer sozusagen noch.

Eine Frau oder einen Mann im 12. Jahrhundert, die oder der der Hexerei bezichtigt wurde, dürfte schwierig werden. Denn damals war Hexerei noch kein Grund für die Todesstrafe. Es wurde auch nicht Hexerei genannt (das kam erst Jahrhunderte später) sondern Magie oder Zauberei. Es gab zwar auch schon den Anklagepunkt des Schadenzaubers, aber der wurde oft mit einer Geldstrafe oder schlimmstenfalls Gefängnis bestraft. Oder der/die Beschuldigte musste den Ort verlassen.

Wenn man auf dem Scheiterhaufen landete, dann eher schon wegen Ketzerei, aber das ist etwas ganz anderes.

Im Mittelalter gehörte Zauberei bzw. der Glaube an das Magische für die Menschen viel mehr zum Alltag, als wir es uns heute vorstellen können. Aber nicht immer im negativen Sinne. Und auch hier waren die besagten Personen nicht zwangsläufigweiblich, Hebammen oder Heilerinnen. Diese Einordung solcher Berufe in die Hexerei fand erst im 18./19. Jahrhundert statt, vornehmlich durch die Literatur. Wissenschaftlich belegt ist sie nicht.

Zum Hexenwahn kam es erst, wie gesagt, im 16. und 17. jahrhundert, ausgelöst durch die oben genannten Ursachen und diverse theoretische Schriften wie dem Hexenhammer aber auch anderen, die dazu führten, dass "die Hexe" zu einem signifikanten Feindbild wurde, gegen das Kirche und weltliche Gerichte gleichermaßen ankämpften. Und auch hier muss man mutmaßen, dass diese Schriften mit bestimmten Absichten verfasst wurden.

Die Hexenkommissare waren übrigens auch nicht durchweg Kirchenmänner, sondern in der Regel Schöffen/Richter der weltlichen Hochgerichte. Und selbst wenn die Inquisitoren Kleriker waren, wurden die Verurteilten dann den weltlichen Gerichten zum Vollzug der Strafe übergeben. Die Kirche hat niemanden verbrannt (oder sonstwie hingerichtet). Das steht ja schon dem Gebot "Du sollst nicht töten" irgendwie entgegen, nicht wahr? Deshalb wurden Delinquenten, die die Todesstrafe zu erwarten hatten, immer der weltlichen Obrigkeit überantwortet, die dann die Strafe vollzog.

All dies und noch viel mehr wird in meinen Roman einfließen, und vielleicht ist das dann ein Buch, wie ihr es euch wünschen würdet. Ich hoffe es zumindest, aber ich garantiere jetzt schon, dass euch beim Lesen die Haare zu Berge stehen werden. Mir geht es ja beim Schreiben schon so, und das, obwohl die die Geschichte, die ich erzähle, inzwischen in- und auswendig kenne.

Falls es euch interessiert, hier mal der Link zu meiner Homepage, wo bereits erste Informationen zum Buch abgerufen werden können: www.petra-schier.de/html/derhexenschoeffe.html
Der Homepage ist ein Blog angeschlossen, und dort wird es im Laufe der kommenden 12 Monate immer wieder Infos zum Buch und zu den historischen Hintergründen geben.

Autor: Petra Schier
Buch: Der Hexenschöffe

nicole_steyer

vor 4 Jahren

Ihr Lieben,
gerade eben bin ich über diese Diskussion gestoßen. Ich schreibe auch historische Romane. Mein Debütroman heißt "Die Hexe von Nassau"
Der Roman greift die Hexenverfolgungen in meiner Heimatstadt Idstein aus den Jahren 1676 und 77 auf. Diese wurden von Graf Johannes in Gang gesetzt. In diesem Fall war es die Obrigkeit, die die Verfolgungen vorangetrieben hat, oft waren es aber auch die Untertanen selbst, die Verfolgungen forderten.
In Idstein sind 39 Menschen hingerichtet worden, weitere drei wurden ausgepeitscht und des Landes verwiesen. Es gab aber in Idstein etwas, was ich in dieser Form sonst nirgendwo gefunden habe. Es wurde nur Frauen ab 40 Jahren hingerichtet, weil jüngere noch Kinder bekommen konnten. Die Geburtenraten hatten sich nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder erholt und das wollte man auch nicht gefährden. Man sieht also, wie viel Berechnung hier hinter den Verfolgungen stand.
Meine Hauptdarstellerin Katharina Heinemann, die Tochter der Rothköpfin Eva Heinemann ist damals tatsächlich eingeholt und befragt worden. Da sie aber weit unterhalb der Altersgrenze lag, wurde sie sehr schnell wieder unbehelligt laufen gelassen. Ihre Mutter wurde hingerichtet. Ihr Name ist einer der ersten auf der Gedenktafel, die unterhalb des Idsteiner Hexenturms angebracht worden ist. Eva Heinemann wurde am 02.02.1676 hingerichtet.
Die eigentlichen Verfolgungen wurden übrigens von Kindern ausgelöst. Sie behaupteten "die Wiesin" Katharina Häuser auf dem Felde Schlangen zaubern zu sehen. Darauf wurde die Frau eingeholt und gemeinsam mit Eva Heinemann hingerichtet.
Übrigens gab es auch männliche Opfer in Idstein. Sie galten als Zauberer, auch wurden Männer gerne als Werwölfe beschuldigt.
Ich habe viele Lesungen gemacht und viel zum Thema Hexenverfolgungen berichtet. Auch das Wort "hagazussa" findet dort immer seinen Platz. Und natürlich wird auch klargestellt, dass der Höhepunkt der Hexenverfolgungen in der frühen Neuzeit und im Dreißigjährigen Krieg gewesen ist. Damals gab es eine sogenannte kleine Eiszeit, die viele Dürren und harte Winter brachte. Die Welt der Menschen geriet dadurch und durch den Krieg vollkommen aus dem Gleichgewicht, und es wurden Sündenböcke gesucht - Sündenböcke in Form von Hexen. Der Aberglaube war sehr weit verbreitet. Aber Macht, Gier, Neid und Missgunst spielten eine große Rolle. Sie würde ich in vielen Fällen sogar in den Vordergrund stellen. Im Raum Fuld gab es einen Hexenverfolger namens Balzer Voß, der sich in drei Jahren Verfolgungen eine goldene Nase verdient hat und sich damit rühmte über 700 Menschen beiderlei Geschlechts auf den Scheiterhaufen gebracht zu haben. Er hoffe es auf über tausend hinauszubringen.
Hier in der Region gab es besonders ca. ab 1615 mehrere große Verfolgungswellen, besonders in Städten am Main. Flörsheim, Höchst, Aschaffenburg. Das Aschaffenburger Schloss wurde übrigens von Einnahmen aus den Verfolgungen gebaut. In Raum Kurmainz waren es innerhalb von 30 Jahren fast 2000 Opfer.

Und jetzt kommen wir noch einmal zu dem historischen Roman zurück. Es ist ein Unterhaltungsroman, das muss hier auch einmal gesagt werden. Natürlich geben sich meine Kollegen und ich sehr viel Mühe zu recherchieren und möglichst viel geschichtliches einzubauen. Aber ein historischer Roman schildert immer auch Menschlichkeit und Schicksale, Liebe, Leid, Hass, Wut, Macht, Gier, Vergebung. Es geht immer um dieselben Dinge, die uns alle antreiben. Ein historischer Roman muss bewegen, muss berühren und die Menschen auf eine Reise in die Vergangenheit mitnehmen. Es gibt natürlich Unterschiede. Rein fiktive Romane und diejenigen, die reale Fakten aufzeigen. Die zweite Variante ist immer eine große Herausforderung. Gute Charaktere einbauen, und die wirklich gelebten Charaktere gut umsetzen. Nah an der Geschichte bleiben, historische Fakten einbauen, das sie stimmig sind und funktionieren, den Leser begeistern, Spannung erzeugen, auf die Reise mitnehmen und wenn es geht: Nicht traurig zurücklassen.

Das ist etwas, was ich persönlich an einem Roman wichtig finde. Egal ob historisch oder nicht. Ich möchte die letzte Seite beenden, und glücklich sein. Die Menschen, die ich liebgewonnen habe werde ich vermissen.

So geht es mir persönlich auch beim Schreiben. Die Protagonisten begleiten mich über einen sehr langen Zeitraum. Sie sind mir vertraut, begleiten mich überall hin. Loslassen und sie in die Welt gehen lassen tut weh.

In Idstein hat mich eine Nachfahrin einer Verurteilten bei einer Lesung angesprochen. Sie hat folgendes zu mir gesagt: Endlich hat jemand die Menschlichkeit gezeigt, und damit tief berührt.

Ingrid_Kretz

vor 4 Jahren

Liebe Ash,
als Autorin eines Historischen Romans, dem ein wahrer Hexenprozess zugrunde liegt, möchte ich dir und allen LeserInnen mein Buch „Der Geschmack des Wassers – Der Hexenprozess von Dillenburg“ vorstellen.
Die beiden Protagonistinnen, die Schwestern Barbara und Lena, wurden zwischen 1582 und 1589 sogar dreimal der Hexerei angeklagt. Mich hat zum Einen fasziniert, dass es meine direkte Vorfahren sind und zum Anderen, dass die Geschichte der beiden außergewöhnlich verläuft.
Mein Buch zeigt auf, wie es dazu kommen konnte. Starke Frauen in einer spannenden Geschichte, bei der der Prozess nicht den Verlauf nimmt, den sich ihre Ankläger gewünscht hatten. Stattdessen komme es zu einem für die Zeit einmaligen Vorgang.
„Der Geschmack des Wassers“ ist 2011 bei SCM Hänssler erschienen.
Hier findest du also wahre Ereignisse und kannst vielleicht wie ich feststellen, dass die Historie manchmal dramatischer und außergewöhnlicher ist als jede Fiktion.
Vielleicht noch eine Info: Weil mich Lebensläufe historischer Frauen besonders interessieren, kommt in wenigen Tagen, im Februar 2014 ein neuer Historischer Roman von mir heraus: „Die Rose von Florenz“, ebenfalls bei SCM Hänssler. Eine Geschichte zur Zeit der Medici in der Renaissance.
Herzliche Grüße
Ingrid Kretz
www.ingrid-kretz.de

Autor: Ingrid Kretz
Bücher: Der Geschmack des Wassers,... und 1 weiteres Buch

Peterjoachim

vor 4 Jahren

Soweit ich informiert bin waren die meisten "Hexen" nicht rothaarige Vamp-Frauen, sondern Witwen ohne großen familiären Rückhalt, deren Vermögen ein Verwandter oder die Kirche haben wollte. Eine selbstbewusste, schöne Frau, die in einer einsamen Hütte im Wald eine Kräutersuppe kocht und deshalb dem unfähigen Medicus des Klosters in die Quere kommt, gibt natürlich einen viel besseren Stoff für einen Roman her.
Ich meine, die Geschichte böte genügend Material für realistische historische Romane voll Spannung, ohne auf abgegriffene Klischees zurückgreifen zu müssen.
Das Problem der Frauenberufe im Mittelalter ist sicherlich, dass Frauen in einer total patriarchisch organisierten Gesellschaft wenige Möglichkeiten der beruflichen Entfaltung hatten. Bäuerin, Magd, Nonne, Marketenderin ... die LIste wäre sicherlich nicht sehr lang und vor allem ... für einen Romanstoff nicht so ergiebig, wie der der Kräuterfrau, d. h. der Heilerin.

Ilona_Schmidt

vor 4 Jahren

Darüber habe ich mir auch viel Gedanken gemacht, als ich historische Geschichten schrieb. Die Hexe wurde fast zum Klischee hochstilisiert. Da meine Lieblingsepoche 17. Jahrhundert ist, waren Hexen damals eher ein Mittel zum Zweck. So wurden in Coburg Anfang 17. Jahrhundert erstmals reiche Frauen der Hexerei bezichtigt - schon damals vermutete man andere Motive als den Glauben. Eine Ehefrau eines der Bürgermeister im Dreißigjährigen Krieg wurde Opfer - das hat mich zum Schreiben einer Geschichte angeregt im Zusammenhang mit dem etwas hinterhältigen Einnehmen der bis dahin unbesiegbar geltenden Veste.
Leider nahmen mir die Verlage (trotz viel Lob) dieses Manuskript nicht ab, da die historische Bücherblase gerade platzte. :)

Neuer Beitrag