Diskussion zu unserer Krimi-Kolumne von Janice 10/2013

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muchobooklove

vor 4 Jahren

Buchbloggerin Janice hat eine Krimi-Kolumne geschrieben zu dem Thema: "Man verkauft mir einen Krimi, der keiner ist! Muss ein Genre stur bei einem Thema bleiben?"

Ihr könnt hier sehr gerne darüber diskutieren!

Wir sind gespannt auf eure Meinungen dazu!

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 4 Jahren

Kaufe ich mir einen Thriller, dann will ich einen Thriller und keinen Fantasy oder keinen Liebesroman mit Thrillerelementen. Ich erwarte dann schon, dass der Thriller überwiegt.
Kaufe ich mir einen Historischen Roman, dann will ich einen historischen Roman und keinen Twillightabklatsch (was für mich im Übrigen nicht mal zum Genre Horror gehört).

Natürlich kann man die ganzen Genre mischen, aber dann erwarte ich, dass es auch ehrlich irgendwo steht, so dass ich es sehen kann BEVOR ich das Buch kaufe. Wenn da Krimi draufsteht und der Polizeibeamter ist noch ein 2. Harry Potter, dann fühle ich mich als Leser verarscht wenn ich das nicht ersehen konnte.

Horrorthriller
SiFi-Thriller
historischer Fantasy
historischer Kriminalfall
magischer Krimi
magische Liebesgeschichte
etc.

All das kann man auf ein Buchrücken packen, dann weiß der Leser wenigstens woran er ist.

Ich hatte schon den Fall, dass ich ein Buch, das eigentlich eine Liebesgeschichte war und unter dem Genre Thriller lief, an den Verlag zurückgeschickt habe und fragte, ob die mich verarschen wollen. Von dieser "Thriller"autorin habe ich bis jetzt lediglich einen Roman gelesen, den ich in die Kategorie Thriller packen würde, der Rest ist Lovestory mit leichten Thrillerelementen. Und für soetwas ist mir mein Geld zu schade.

sofie

vor 4 Jahren

Ich habe eigentlich kein Problem damit, wenn mehrere Genre gemischt werden oder wenn sich ein Buch nicht einem bestimmten Genre zugeordnet werden kann. Aber wenn man vorn auf das Cover groß "Thriller" drauf schreibt, dann sollte schon auch ein Thriller drin sein. Denn im Zweifelsfall kann man ja einfach von einem "Roman" sprechen oder es ganz weglassen.
Und ich finde, es kommt auch auf die Nähe der Genres an. Also Thriller und Krimi haben ja fließende Grenzen, aber wenn ich einen Krimi kaufe und dann eine Liebesgeschichte bekomme, bin ich natürlich enttäuscht.

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bs1958

vor 4 Jahren

Ich persönlich habe absolut nichts gegen genreübergreifende Bücher bzw. Geschichten.
Genausowenig muß ein Autor nicht in einem Genre festhängen bleiben. Wir probieren immer mal wieder neue Gerichte und der Autor eben neue Stilrichtungen und das ist auch gut so.

Aber ....
Habe in Bücherregal meiner Tochter nach einem Buch gegriffen, bei dem der Einband mich neugierig gemacht hat. Unter dem Titel stand dann Thriller, eines meiner bevorzugten Genres, ich lieh es mir aus.

Jetzt taucht mitten in der Geschichte ein Dämon in Form eines Gestalwandlers auf, da kam ich mir erst ein wenig veräppelt vor. Es war spannend geschrieben und ich bin bis zum Schluß dabei geblieben.

Später habe ich festgestellt, dieses Buch gehört zu einer Fantsy-Reihe in einem Verlag. Warum schreibt niemand Fantasy drauf, wenn Fantasy drinn ist?

Ich lese auch Fantasy, weiss aber gerne vorher dass das mein Lesestoff ist.

Das Buch fand ich trotzdem sehr gut, was man auch aus meiner Rezension herauslesen kann.

Also bitte die Genre mit auf das Cover, ist es Genreüberschneident, alle Genre aufführen, so wird kein Leser enttäuscht.

LadyWindsor

vor 4 Jahren

Ich lese Bücher generell unabhängig davon, welchem Genre sie zugeordnet sind. Ich lese das, was mir gefällt, was mir Spaß macht, was mich berührt oder mich fesselt. Und es kann auch gerne eine Mischung sein, ob nun ein Krimi mit Fantasy (Ben Aaronovitch finde ich großartig!) oder ein Thriller mit einer Lovestory. Aber als Leser möchte ich auch gerne sehen, was mich erwartet, denn bei manchen Dingen kann ich vielleicht erahnen, dass sie nicht mein Geschmack sind. Dann sollte der Leser auch die Wahl haben.

Ich gebe auch zu, dass ich mich manchmal schwer damit tue, von einem Autor, der z.B. eine Reihe toller Bücher um eine Gruppe Charaktere geschrieben hat, etwas ganz anderes zu lesen. Besonders dann, wenn es mich begeistert hat. Weil ich Angst habe, dass ich dann von diesem anderen Buch enttäuscht werden. Ich weiß, das ist nicht ganz rational, aber als jemand, der seit dem 12. Lebensjahr mit Harry Potter aufgewachsen ist und bei jeder Neuerscheinung morgens um 7 vor der Buchhandlung Schlange gestanden hat, habe ich mich noch nicht überwinden können, ein anderes Buch von J.K.Rowling zu lesen.

Aber ich arbeite daran, denn andererseits ist doch niemand mehr dazu geeignet, mich zu begeistern, als ein Autor, der das schon einmal getan hat ;)

RalfKurz

vor 4 Jahren

Die Frage von Janice "Muss denn ein Autor wirklich stur einer Richtung oder einem einzigen Genre folgen?" beantworte ich in meinem Fall eindeutig mit NEIN. Warum sollte ich mich auf ein Genre festlegen (lassen)? Ich habe bisher neun Romane in fünf unterschiedlichen Genres veröffentlicht, von der Liebeskomödie über den Historischen Roman bis zum Krimi.

Ein Koch wird auch nicht immer nur Suppen kochen wollen. Es darf auch mal ein Auflauf sein oder eine Süßspeise. Genau so sehe ich das als Autor. Ich schreibe, was mir gefällt und worauf ich Lust habe. Dabei ist mein Einfluss jedoch begrenzt, denn oft ist es die Idee, die sich Bahn bricht und fordert, dass ich die Geschichte schreibe.

Die exakte Zuordnung eines Romans zu einem bestimmten Genre ist weniger Sache des Autors - er erzählt lediglich eine Geschichte - sondern vielmehr die des Verlages, der das Buch herausgibt und vermarktet. Um eine Ware bewerben zu können, muss man sie definieren. Wenn sich "Thriller" gut verkauft, werden die Werbeleute gerne "Thriller" auf ein Buchcover schreiben, sofern sich die Geschichte annähernd in diesem Genre (oder in der Nachbarschaft) unterbringen lässt.

Eines meiner Bücher mit dem Titel "FIDO" ist eine erotische Science Fiction Komödie. Obwohl ich den Roman selbst geschrieben habe, weiß ich dennoch nicht, in welcher Schublade er sich unterbringen lässt. Letztlich ist mir das auch egal. Die Geschichte zählt, nicht das Genre.

Pashtun Valley Leader Commander

vor 4 Jahren

@Lesen_ist

im angelsächsischen raum gibt es lediglich zwei sorten bücher: "fiction" und "non-fiction". ein kladdentext kann eine orientierungshilfe sein, in der regel handelt es sich aber um verkaufsförderung. autoren die sich gegenseitig loben, sei es ihnen gegönnt. das ein buchändler nicht alles lesen kann, ist geschenkt, bei den bergen an ...... die jedes jahr publiziert werden.

aber das zeichnet doch dann den guten buchhändler aus.

er ist das trüffelschwein, ich will in einen lden reingehen können, dann sollte es "klick" machen. diesen titel kenne ich ja gar nicht.....

ein buchhändler sollte auch seine kunden kennen.

und der kollege muss das genre kennen und mögen......

ich habe verständnis für grosse verlage, da braucht die maschine so und so viele manuskripte für die jährliche produktion..... es ist nicht alles gold was dann da präsentiert wird....

aber dieses deutsche, dieses klatsch es in eine schublade, ist das nicht ein schritt in die richtung der entmündigng der leser, der käufer, der literaturkonsumenten?

WortGestalt

vor 4 Jahren

Ich finde die Fragestellung schonmal schwierig. MUSS denn ein Autor wirklich STUR einer Richtung oder einem einzigen Genre folgen?
Was heißt denn hier MUSS und wieso STUR? Klingt erstmal so, als wäre es etwas schlechtes, wenn es einer so macht. Ist es STUR, wenn ein Autor sich und seinem Stil treu bleibt und der Leserschaft die Art von Buch bietet, die es von ihm gewohnt ist und mag?

Abgesehen davon ist es auch eine Betrachtungsweise. Ein Genre ist doch keine geschmiedete Eisenkette, die die Story in nem Käfig hält. Für mich ist ein Genre keine Schublade, sondern eine Orientierungshilfe.

Aber wenn die Aufmachung und der Klappentext ein bestimmtes Bild suggerieren, dann entsteht natürlich eine Erwartungshaltung. Damit spielen die Verlage doch auch. Letzlich muss ich als Leser für mich entscheiden, ob mir ein Buch gefallen hat und warum. Wenn ein Buch gut geschrieben, spielt es keine so große Rolle mehr, welches Genre vorne draufgedruckt ist. Aber wenn falsche Erwartungshaltungen geschürt werden, ist das eine falsche Entscheidungshilfe, denn wenn als Beispiel ein Rosamunde Pilcher-Verschnitt als spannender Thriller vermarktet wird, kann man von keinem Thriller-Fan verlangen, dass ihm das Buch im Resultat gefällt.

coletta2014

vor 4 Jahren

Bloggerin Janice hat ganz recht, es ist manchmal schwierig, ein einziges Genre zu finden. Aber es wäre schon gut, wenn man spätestens bei der Buchbeschreibung merken würde, ob der Inhalt des Buches nun auch Teile von Fantasy, Thriller oder Krimis enthält. Dies lässt sich ja leicht beschreiben, auch sind der Kreativität für Wortneuschöpfungen keine Grenzen gesetzt. Mein Buch habe ich deshalb in der Beschreibung auch als "Soziothriller" angekündigt. Die meisten Leser, denke ich, werden schon vorher einen Blick in das Buch vornehmen, den Buchrücken oder die Inhaltsangaben lesen.

Pashtun Valley Leader Commander

vor 4 Jahren

@muchobooklove

hallo miss bookarazzi.. an rosenmontag im web 2.0 zugrife nd content produzieren müssen... halleluja... nein ein genre muss nicht stur bei einem thema bleiben, zumindest nicht in der non fiktionalen literatur. so ich aber beispielsweise einen bildband über ästhetisierende abildungen von kohlenstoffen in einem mehr oder minder anregendem kontext kaufen würde wäre ich schon- euphemistisch formuliert- geringfügig irritiert, wenn ich mitten im bildband sechzig seiten phots mit architekturfotografie finden würde.....

spannender an und für sich ist doch die frage, sind leser dumm, stinkendfaul und dröge? sind leser gezwungen den verkaufsargumenten ihres buchhändlers zu folgen, dürfen leser lediglich den kladdentext inspizieren, ist es verboten im buch ein paar abschnitte quer zu lesen, sich zu informieren?

in den ar... gekniffen sind dann natürlich die leser von regionalkrimis. wenn ich dann ein buch kaufe, welches in köln spielen soll und dann wechselt es den berichtsgegenstand und spielt plötzlich in lüdenscheid, düsseldorf oder övelgönne....

mit der formulierung leser sind selbstverständlich auch leserinnen gemeint....

weiterhin schönen karneval

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