Diskussion zu unserer Liebesroman-Kolumne von Sophie 10/2013

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muchobooklove

vor 4 Jahren

Sophie hat eine Liebesroman-Kolumne geschrieben zu dem Thema: "Sex! Sex! Sex! Und ein kleines bisschen Liebe. Täuscht die Literatur unseren Blick auf die Liebe?"

Ihr könnt hier sehr gerne darüber diskutieren!

Wir sind gespannt auf eure Meinungen dazu!

Sophi-Smiley

vor 4 Jahren

Warum ein Leser ein Happy End möchte? Warum man sich einen Frauenheld wünscht? Weil genau das doch von jedem von uns der tiefste Wunsch ist! Jemanden zu haben, der einen zum lachen bringt, einen bedingungslos liebt, jemand mit dem man diskutieren kann und das am Besten auch noch für immer. Weil man diesen einen nicht loslassen will. Diese Bücher sind doch nichts weiter als die Geschichte oder das Leben das wir haben wollen! Jeder hat so seine Probleme und dann hilft es zu hoffen. Zu hoffen auch diesen einen zu finden. Die Liebe geht in diesen Büchern nicht verloren, sie zeigt sich so nur aus anderen Ansichten. Sie zeigt sich vielleicht auch mal 'moderner'? Und im Endeffekt definiert doch jeder die Liebe anders und so kommt es auch zu unterschiedlichen Ansichten. (:
Ich finde die Literatur täuscht uns nicht, sondern spiegelt unsere Träume, Ansichten und Geschichten wieder!

sarah_westermann

vor 4 Jahren

Ich finde das die Liebesgeschichten in der heutigen Literatur größtenteils zu seicht und oberflächlich sind. Auch ich bin eher ein Fan von Elisabeth und Mr. Darcy. Aber ich finde das ein paar wenige Autoren es auch heute noch schaffen, eine solche Liebe, die hart erkämpft oder schmerzlich verloren wurde, zu Papier zu bringen. Ich denke da vorallem sofort an Nicholas Sparks, dessen Markenzeichen es ja mittlerweile fast schon ist, dass seine Geschichten meist ein sehr bewegendes, selten aber ein glückliches Ende haben. Warum es kaum jemanden gibt, der Solche Storys Schreibt? Die Antwort ist glaube ich ganz einfach: Weilwir in Büchern keine Geschichte Lesen wollen, wie das Leben sie hätte schreiben können, sondern eine die besser ist, friedlicher und glücklicher. Sowas kann dem Leser neue Kraft und neue Hoffnung machen, dass auch irgendwann in unserem Leben jemand daher kommt mit dem wir unser eigenes Happy End haben können. Ich persönlich empfinde das allerdings als Selbstbetrug und lese daher lieber "Stolz und Vorurteil" oder Werke von Nicholas Sparks.

Autoren: Jane Austen,... und 1 weiterer Autor
Buch: Stolz und Vorurteil
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Emilia_Licht

vor 4 Jahren

@Poesiesoso

Wow, so habe ich das noch gar nicht gesehen! Da ist sicher was dran. Das Streben nach dem Maximum? Es muss immer alles perfekt sein? Aber ich gehe natürlich auch mit den Lesern konform, die sagen, dass sie in Büchern eben nicht nach dem Spiegelbild ihres Lebens suchen. Da wollen sie dann eben etwas erfahren, das ihren Traum stützt und untermauert.

Sara_Dream_85

vor 4 Jahren

Ich persönlich bin Mitglied der Leserschaft von sog. Liebesromanen. Für mich sind sie bloße Unterhaltung. Wenn ich diese Geschichten lese, dann nur wenn es mir oder in meiner Beziehung nicht so gut geht. Meine Gefühle verändern sich und ich bin nicht mehr ganz so pessimistisch. Es gibt einer Person doch ein wenig Hoffnung oder einfach nur die Chance zu sagen "hach, wenn es doch so einfach wäre" Ich lese sowohl Shades of Grey (wobei ich sagen muss, dass ich nach dem 2ten Band aufgegeben habe, dass war reine Wiederholung des 1sten), als auch sehr gerne die klassische Literatur wie Stolz und Vorurteil. Alles hat seine Reize und sowohl gutes als auch schlechtes.

Ich persönlich denke, dass die aktuelle Literatur, in Form von Liebesromanen (oder möchtegern "Sexromane"), doch etwas falsche Vorstellungen bei vielen Frauen vermittelt. Leider vergleichen die Frauen es doch sehr stark mit der Realität und gefährden Ihre Beziehung, weil sie sich auch einen Mann mit Geld und Fesselspielchen im Bett wünschen.

Im Grunde genommen, lesen so viele Frauen diese Bücher, weil dort ein grundlegender Wunsch verborgen ist, einen erfahrenen Mann zu finden, mit Ambitionen im Leben, der auch schon was erreicht hat und der sich für "die Eine" so richtig ins Zeug legt. Dem man Vertrauen und sich anlehnen kann. Der aber auch akzeptiert oder lernt, die starke Frau zu schätzen. Bei dem eine starke und normalerweise selbstsichere Frau sich auch mal schwach zeigen darf und es auch will.

Im Grunde gab es doch in jeder Zeitspanne Liebesromane die etwas von der Realität abweichen. Sonst würde sich oft nicht eine so große Leserschaft einfinden. Denn Realität haben wir alle schließlich genug. Ich finde, es gibt sehr viel auf dem Buchmarkt um alle Personen zufrieden zu stellen und es ist wie beim suchen "des Richtigen Mannes" ...es gibt viele aber selten findet man den, der einen 100%tig zufriedenstellen kann.

LG ;)

Kitsune87

vor 4 Jahren

Poesiesoso schreibt:
Ich habe mich schon so oft gefragt, woran es liegt, dass dem Leser ein happy Mittelteil nicht ausreicht.. wenn man ein Buch mit dem Leben vergleicht, dann nützt mir als Mensch ein letztes freudiges Lebensjahr auch nicht so viel zum Glücklichsein, wenn mein Leben davor nur von Leid geprägt war. Und genauso ist es mit dem Lesen auch...

So geht es mir auch!

Ich lese auch sehr gerne ChickLit aber ich frage mich auch oft, warum sie stehts ein Happy End - und dann teilweise noch ein richtig überzogenes - haben müssen. Ab und an ist es natürlich nett, wenn diese Geschichten "gut" ausgehen aber wenn, dann sollte es doch bitte realistisch sein.

In "Lieblingsmomente" z.B. gibt es zwar ein schönes Ende, aber nicht direkt für das Paar (ich möchte nicht zuviel verraten) aber genauso ist das Leben doch oft genug: wir müssen Kompromisse eingehen.

Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass es für viele - wie auch hier bereits oft geschildert - eine kurze Flucht bzw. ein Urlaub aus der Realtität sein kann.

Sarah_O

vor 4 Jahren

Ich denke bei den Liebesromanen hat sich gar nichts geändert. Solange man nicht den Fehler macht, sie mit dem gegenwärtigen Trend der erotischen Romane in einen Topf zu schmeißen. Dass es in diesen um Sex geht, ist ja wohl nicht verwunderlich.
Trotzdem gibt es immer noch Liebesromane. Die eher zarten und die, wie ich finde, aufdringlich peinlich-zickigen Vertreter der Chick-Lit. Eigentlich müsste da doch für jeden was dabei sein. Ich brauche zum Beispiel auch keine gezwungenen Fremdschäm-Happy-Ends, deswegen lasse ich die Finger von den knartschbunten, oft auch sehr süßen Covern der Chick-Lit-Bücher, obwohl ich sie so hübsch finde. Was zwischen den Buchdeckeln ist, wird mich nämlich mit 99%iger Wahrscheinlichkeit ankotzen.

Aber Liebesromane gibt es doch für jeden Anspruch und jede Kitsch-Schmerzgrenze, gab es auch schon immer. Liebe spielt fast überall eine Rolle.

Oryx-Publishers

vor 4 Jahren

Wenn Ihr Liebe sucht, dann lest doch mal Michelle van Hoops Roman "Namibische Nächte". Vielleicht sind die europäischen Autorinnen einfach zu sehr an Sex gewöhnt, und hat man einmal angefangen, muss es immer mehr werden. Wir hier in Namibia sind viel züchtiger, wir lesen nicht Elisabeth und Mr. Darcy, wir LEBEN noch so. ;) Und das spiegelt sich in Michelles Büchern wider, die Namibierin ist und keine Europäerin.

Autor: Michelle van Hoop
Buch: Namibische Nächte

Daniboo

vor 4 Jahren

Ich wundere mich immer wieder über mich selbst. Denn ich lese schon gern immer mal wieder einen "Schmachtfetzen", bei dem einem das Herz sogar ein bisserl weh tut und blutet.
Im normalen Leben, sprich in der Realität, habe ich aber keinerlei sonderlich übertrieben romantischen Erwartungen. Mir würde hier beinahe jede Handlung eines liebeskranken Romanhelden einfach nur lächerlich vorkommen.
Und trotzdem komme manchmal gern nach Hause, gebe meinem tollen Ehemann einen Kuss, kuschel mich auf die Couch und tauche ab in einen Liebesroman der mich in sowas wie eine Märchenwelt entführt. Ja, ich würde wirklich sagen, dass so mancher guter (!!) Liebesroman wie ein Märchen für mich ist - und an ein solches habe ich ja schließlich auch keine Realiätsansprüche ;)

JELO

vor 4 Jahren

Da mein PC mitten im Schreiben abgestürzt ist, bitte ich um Entschuldigung, sollte ich zwei mal das gleich schreiben...
Ich bin vor einem halben Jahr als Mann(48) in die Welt der Frauenromane eingetaucht. Kindl sei Dank, habe ich mich das endlich mal getraut.
Warum Happyend? Ich liebe es, wenn alles gut wird, es ist einfach ein tolles Gefühl! Ich freue mich wie ein Schneekönig und meine Frau hatte mich öfters komisch angeschaut, wenn ich mit einem dämlichen Grinsen im Gesicht das Buch zu gemacht habe. Ich will mich einfach freuen und das klappt mit diesen Romanen bei mir echt gut.
Das die Romane oft sehr vorhersehbar sind, ist mir im Prinzip auch egal. Es ist eher so, dass ich dann gespannt lese und mich freue, dass genau das passiert, was ich eh erwartet habe. Irgendwie bescheuert oder?
Die „Millionär trifft armes Frauchen“ Romane sind mittlerweile ermüdend und ich bin ja auch deswegen nun hier. Das dort zum Teil recht viel Sex vorkommt, fand ich am Anfang noch sehr er- und anregend, aber es wiederholt sich und ich habe da oft quer gelesen.
Seit ich diese Bücher lese, habe ich mich verändert. Vieles was ich mal wusste und tat, habe ich wieder gefunden, habe Neues dazu gelernt und unsere Beziehung ist so harmonisch wie schon lange nicht mehr. Wir lesen uns oft die Romane gegenseitig vor. Lachen, trauern und freuen uns zusammen. Klingt kitschig, ist aber mindestens so schön wie ein Happyend.

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