Diskussion zu unserer Thriller-Kolumne von Christian 09/2013

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muchobooklove

vor 4 Jahren


Thriller-Kolumne September 2013 von Christian:

Ein blutiges Manifest ohne Spannung?

Müssen Thriller nur brutal sein?

Liebe Leser,

Ich sah an den Klumpen herunter, der einmal ein Mensch gewesen sein musste. Der Schädel aufgeplatzt und zerquetscht wie ein Insekt. Körpersäfte ausgetreten und nur noch aus Brei aus rosa Farbe und einer zusammengefalteten Substanz. Nervenstränge liegen offen, das Stammhirn in seiner gräulichen Farbe hinabgleitend in Linien von roten Nerven. Dahinter der Knochen, blank liegend, strahlend weiß in der grellen Sommersonne. Der beißende Geruch von verfaulten mischt sich mit dem Duft des Grases in dem dieser leblose Körper liegt. Es scheint als wolle er meine Nase verätzen, mich zum erbrechen bringen, doch zu oft hatte ich es schon vernehmen müssen. Resistent geworden gegenüber dieser Komposition von Gerüchen, beugte ich mich hinab. Larven hatten sich schon eingenistet und als ich die Decke anhob rauschte mir das Fliegenmeer entgegen. Viel früher als üblich haben sie ihre Kinder in die Leiche implantiert, um ihren Fortbestand zu behalten.

Wer sich jetzt die Hände vor dem Mund halten muss, damit ihm nicht das Essen hochkommt, hat wohl in letzter Zeit kaum Thriller gelesen. Denn ein guter Thriller besteht nicht mehr aus geschickten Spannungselementen, sondern aus Brutalität, Detailreichtum und Ekel. Möglichst ekelerregend, möglichst schrecklich und mit ganz viel Blut sollte die Spannung von heute sein. Das gilt für Film, genauso wie für Literatur. Und der Erfolg ist ihnen seltsamerweise auch noch gewiss. Splatterfilme feiern große Erfolge und treiben ihre Zuschauer nicht nur an ihre psychischen Grenzen, sondern werden immer öfter zur Belastungsprobe des Zuschauers.

Das Medium Buch ist an manchen Stellen sogar noch weitaus gewaltbereiter, perfider und vor allem magenaufreibender, als so mancher guter Filmschocker. Wer heute einen Thriller in die Hand nimmt, kann dabei schon beobachten wie das Blut zwischen den Seiten den Zimmerboden versaut. Mörder bringen ihre Mitmenschen nicht nur bloß um, sie verstümmeln sie auf das Übelste, entnehmen ihnen alle Organe und packen sie sogar noch in Folie um sie an andere zu verkaufen. Die literarischen Kannibalen und Killer lassen selbst Jack the Ripper, der Vater aller Serienkiller, erbleichen. So manchem Pädophilen mit Mordleidenschaft würde schlecht werden, wenn sie lesen müssen wie eine Frau einen Mann tötet, indem sie in den Schädel mit dem Toilettendeckel zertrümmert, ihm den Penis abschneidet und an Hunde verfüttert.

Ist das das heutige Ziel eines Thrillers? Schockmomente erzeugen durch Gewalt? Die Spannung halten, durch äußerste Perfidität und Gemeinheit? Man könnte es meinen, wenn man sich die Thrillerautoren genauer ansieht. Die amerikanische Liga macht es vor: Bryan Smith, Brett McBean, Edward Lee und ihre Kollegen treiben selbst den belesensten Thrillerliebhaber an ihre Grenzen. Nicht selten muss man den Roman auf die Seite legen und durchatmen, falls man nicht die Götter der Keramik anbeten will. Leute werden in Motels vergewaltigt und in alle Teile geschnitten, auf Menschen wird Jagd gemacht. Sind das noch Abgründe der Seele, die erforscht werden oder geht das schon ins Perverse? Ist schlussendlich der Leser krank?

Meinen könnte man es, wenn man sich selbst die Bestsellerlisten anschaut. Cody McFadyenmacht es vor wie man auch mit brutalen Thrillern die Masse begeistern kann. Und die Autoren werden immer rabiater. Zimperlich können andere sein!, so scheint die Parole. Jetzt könnte man schreien: Man darf eben kein Weichei sein, wenn man einen Thriller liest! Dem pflichte ich bei, aber besteht Spannung wirklich nur aus subtilem Blutvergießen? Ist es nicht vielmehr die Angst, es könnte überall passieren, die einem die Nackenhaare aufstellen sollte? Ist es nicht die Realität in einem guten Thriller, die dem Leser überzeugen soll? Wer eiskalte Thriller mit Splatterspannungserzeugung schreibt hat oftmals das Problem in Konstruktionen zu verfallen, die keinen Sinn mehr ergeben lassen. Sie vergessen oft, was hinter einem Thriller steckt.

Ein Thriller beschäftigt sich schließlich mit den psychologischen Untiefen des Menschen. Die Monster in unserer Gesellschaft, die durch ihre Umstände anormal werden und ihre Umgebung töten, missbrauchen oder misshandeln. Es geht um Menschen, die um ihr Leben fürchten oder Kommissare und FBI-Agenten, die sich ein Duell liefern. Sollte nicht daher die Spannung rühren? So ist es eigentlich gedacht. Der Leser soll an den Seiten kleben, weil er mitfiebert, sich fürchtet und nicht weil ihm das Lesen zur Mutprobe geworden ist. Nicht eine Mutprobe und ein Kampf gegen die eigenen Urängste, sondern der Kampf gegen den hochsteigenden Brei, der sich aus einem entledigt. Und sind wir mal ehrlich zu uns selbst: Der Mensch neigt zur Abstumpfung. Was uns heute durch Ekel geschockt hat, was wir mehrmals gelesen haben, wird gewöhnlich und widert uns nur noch an, wie etwas, was wir nicht essen wollen. Irgendwann schafft es auch das blutigste Manifest nicht mehr, nur durch seine Blutrünstigkeit zu überzeugen. Da wünscht man sich doch irgendwie wieder Spannung durch die Jagd nach dem Mörder und nicht durch die Kaltblütigkeit des Killers.

Oder etwa nicht?

Die-Rezensentin

vor 4 Jahren

Ich lese auch nicht gerne diese blutrünstigen Krimis. Oft sind die Handlungen und Gemetzel völlig unrealistisch und an den Haaren herbeigezogen. Ich mag Psychothriller, die manchmal sogar ganz ohne blutige Szenen auskommen und trotzdem extrem spannend sein können.

Tobias_Schwarz

vor 4 Jahren

Ein hervorragender Kommentar, dem ich voll zustimme. Mir geht es seit einiger Zeit genauso und habe deswegen auch zuletzt "Serial" von Jack Kilborn und Blake Crouch abgebrochen. Nur stumpfsinnige Gewalt ohne erkennbare Story - tödlich langweilig auf Dauer ... Ich habe momentan wieder mehr Spaß an den guten "Old-School"-Thrillern (kann man das so sagen?). Natürlich kann (muss?) es gerne ein oder zwei Tote geben aber guter Thrill entsteht durch eine gute Story, nicht durch abstoßende Szenen.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 4 Jahren

Ich lese diese "blutrünstigen" Bücher zwischendurch echt gern, wobei ich zugeben muss, das es in den letzten zwei Jahren zuviele Autoren gibt, die den Spannungsbogen vernachlässigen und zu sehr ins Extreme abdriften, was die Details betrifft.

Da Autoren wie Richard Laymon und Cody McFayden zu meinen Lieblings-Autoren zählen, kann ich Christian nur bedingt zustimmen- denn es gibt auch Autoren, die mit guten Beispiel voran gehen: Gerd Schilddorfer mit seinen John Finch-Thrillern, Will Adam.. usw.

Man sollte auch bedenken, das die meisten Thriller aus Amerika kommen- und da kann nichts extrem genug sein, auch wenn das jetzt pauschal ausgedrückt ist.

Es und bleibt wohl aber letzlich eine Geschmackssache- wer es mag, liest es- wer nicht, liest es eben nicht.

Sky

vor 4 Jahren

@Ein LovelyBooks-Nutzer

Ich lese auch mal gern einen "blutrünstigen" Thriller und auch Cody McFadyen lese ich sehr gerne, weil er es schafft blutig zu sein und trotzdem Spannung zu schaffen. Trotzdem werden Thriller eben immer brutaler und das liegt nicht nur an Amerika. Französische Thriller können da genauso gut mithalten und auch so mancher deutscher Thriller glänzt damit.

Und es ist schon Geschmackssache, aber eben auch eine Entwicklung, die es sich mal lohnt anzuschauen.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 4 Jahren

@Sky

Okay, da ich weder französische noch allzu viele deutsche Krimis gelesen habe, kann ich das natürlich nicht beurteilen- ich bin einfach mal pauschal von den amerikanischen Autoren ausgegangen, die ja vielen anderen als Vorbilder dienen. :)

Natürlich hast du mit der Aussage, das sich diese Entwicklung lohnt, anzuschauen, recht - auch wenn ich bezweifle, das da "Besserung" in Sicht sein wird.

Wenn gewisse Verlage schon eine eigene Unterkategorie namens "Hardcore" eröffnen, und manche Bücher schon eingeschweißt mit "ab 18!!" erhältlich sind, kann man erahnen, wohin der Trend geht.

:)

killerprincess

vor 4 Jahren

Ich lese gerade "Totenkünstler" von Chris Carter und an manchen Stellen wird mir wirklich anders beim Lesen. Ich frage mich dann auch, warum ich das eigentlich lese...was mir gut gefällt, sind die Rätsel dahinter und die psychologischen Überlegungen, die die Ermittler anstellen. Mir ist aufgefallen, dass ich oft Genres in Phasen lese. Vor einigen Monaten habe ich Thriller und Krimis verschlungen, jetzt habe ich eine lange Pause gebraucht. Irgendwann fängt einfach alles an sich zu ähneln und es kommt keine richtige Spannung auf. Grundsätzlich brauche ich aber nicht zwingend herumspritzende Hirnmasse und ähnlich ekelerregendes. manchmal und immer in meinem persönlichen Rahmen habe ich aber nichts dagegen.

Sarah_O

vor 4 Jahren

Da ich gerne Thriller lese, kann ich dieser Analyse nicht wirklich zustimmen. Die einfach Jagd nach dem Täter, dieses wirklich reine Ermitteln, ist eher den Krimis vorbehalten. Wenn man sich also wünscht, dass die Spannung hauptsächlich daher rührt, sollte man es meiner Meinung nach eher mit den Büchern beschäftigen, bei dem wirklich nie Suche im Mittelpunkt steht. Und die gibt es nachwievor, auch wenn sich der Markt in verschiedene Richtungen weiterentwickelt.

Das als einziges zu fordern, wird der Vielfalt des Genres aber bei Weitem nicht gerecht. Ein Thriller involviert Täter und Protagonist (ob Ermittler oder Opfer) deutlich stärker. Da gehört unter Umständen auch eine Betrachtung der Kaltblütigkeit des Täters dazu. Was die Brutalität angeht, ist aber für jede Magenfestigkeit was dabei. Manche Psychothriller konzentrieren sich ausschließlich auf die Angst des Opfers und kommen ohne viel Brutalität aus, bei anderen gehört das grausame dazu. Ich stelle mir vor, Cody McFadyen hätte eine nicht-involvierte Protagonistin geschaffen und jeder Mord würde ohne Beschreibungen auskommen. "XY ist tot, da ist ein bisschen Blut" - Cut, Ende der Details, Ermittlung. Das wäre ein völlig anderes Herangehen an das Genre und ginge eher in Richtung des "klassischen" Krimis. Das würde mir, obwohl ich auch gerne Nele Neuhaus und Co. lese, die deutlich harmloser und sehr viel mehr aufs Ermitteln festgelegt sind, schnell zu eintönig und der Nervenkitzel ist bei den beiden Autoren auch einfach vollkommen verschieden. Man kann das in meinen Augen gar nicht vergleichen und nichts ist schlechter oder besser.

Edward Lee dagegen ist mir schon eine Spur zu viel. Das habe ich aber selbst entschieden und dafür ist nicht der Autor verantwortlich oder irgendein Trend. Und das heißt eben auch nicht, dass diese Thriller nicht aus "geschickten Spannungselementen" bestehen würden, nur weil sie mehr Grausamkeiten enthalten als andere. Für mich ist das ein Sowohl-Als-Auch und alles kann funktionieren oder eben nicht.

thenight

vor 4 Jahren

Sarah_O schreibt:
Da ich gerne Thriller lese, kann ich dieser Analyse nicht wirklich zustimmen. Die einfach Jagd nach dem Täter, dieses wirklich reine Ermitteln, ist eher den Krimis vorbehalten. Wenn man sich also wünscht, dass die Spannung hauptsächlich daher rührt, sollte man es meiner Meinung nach eher mit den Büchern beschäftigen, bei dem wirklich nie Suche im Mittelpunkt steht. Und die gibt es nachwievor, auch wenn sich der Markt in verschiedene Richtungen weiterentwickelt. Das als einziges zu fordern, wird der Vielfalt des Genres aber bei Weitem nicht gerecht. Ein Thriller involviert Täter und Protagonist (ob Ermittler oder Opfer) deutlich stärker. Da gehört unter Umständen auch eine Betrachtung der Kaltblütigkeit des Täters dazu. Was die Brutalität angeht, ist aber für jede Magenfestigkeit was dabei. Manche Psychothriller konzentrieren sich ausschließlich auf die Angst des Opfers und kommen ohne viel Brutalität aus, bei anderen gehört das grausame dazu. Ich stelle mir vor, Cody McFadyen hätte eine nicht-involvierte Protagonistin geschaffen und jeder Mord würde ohne Beschreibungen auskommen. "XY ist tot, da ist ein bisschen Blut" - Cut, Ende der Details, Ermittlung. Das wäre ein völlig anderes Herangehen an das Genre und ginge eher in Richtung des "klassischen" Krimis. Das würde mir, obwohl ich auch gerne Nele Neuhaus und Co. lese, die deutlich harmloser und sehr viel mehr aufs Ermitteln festgelegt sind, schnell zu eintönig und der Nervenkitzel ist bei den beiden Autoren auch einfach vollkommen verschieden. Man kann das in meinen Augen gar nicht vergleichen und nichts ist schlechter oder besser. Edward Lee dagegen ist mir schon eine Spur zu viel. Das habe ich aber selbst entschieden und dafür ist nicht der Autor verantwortlich oder irgendein Trend. Und das heißt eben auch nicht, dass diese Thriller nicht aus "geschickten Spannungselementen" bestehen würden, nur weil sie mehr Grausamkeiten enthalten als andere. Für mich ist das ein Sowohl-Als-Auch und alles kann funktionieren oder eben nicht.

Das kann ich komplett so unterschreiben.

MeyerLutterloh

vor 4 Jahren

Sehr interessanter Beitrag. Ich habe mich als Autor genau mit dieser Problematik auseinanderzusetzten müssen. Sky geht hier genau auf die Dinge ein, die eine wichtige Rolle spielen: Abstumpfung der Leser, Vergleich zu anderen Medien wie Film und Fernsehen und so weiter. Irgendwann wird eine Grenze erreicht sein und das Ganze wieder „unblutiger“ zugehen. Diese Auseinandersetzung bedeutet eigentlich nur, dass wir uns nahe an einem Zenit befinden. Wie alle Dinge sind Trends (dazu gehört auch die Literatur) zyklisch, die Höhepunkte werden jedoch immer über den letzten Zenit hinauswachsen.

Echt interessant wird es also zu sehen, was passiert, nachdem eine ruhigere Phase wieder anfängt blutiger zu werden. Haben sich die Leser dann wieder erholt und sind bereit für die nächste Steigerung?

Sky

vor 4 Jahren

@Sarah_O

Da muss ich dir widersprechen. Die Jagd nach dem Mörder ist oft ein zentraler Punkt in Krimi wie in Thriller. Natürlich gibt es auch Thriller, die normale Personen als Protagonisten nutzen, die um ihr Überleben kämpfen. Es bleibt aber oft eben doch die Suche nach dem Serienkiller. Sie setzen es nur unterschiedlich um. Thriller sind meistens in ihrer Art rasanter, emotionaler und wollen den Leser eben dadurch berühren, dass sie Atmosphäre schaffen. Der Krimi ist da analytischer und dadurch ruhiger.

Und natürlich gibt es auch Thriller, die unblutig sind und auf psychologischer Ebene den Leser an seine Grenzen treiben. Spannung entstehen lassen durch ihre Finesse und Durchtriebenheit und nicht ihre Brutalität. Nur, so wie ich sehe, nimmt die Anzahl an Thriller zu, die gerade slasherartiger Manier das Genre massgeblich bestimmen.
Und mir ging es nicht darum, dass man es ohne Beschreibungen macht. Die benötigt es durchaus und sie haben ihre Berechtigung. Leider wird dem Leser bloß oft nicht etwas gekonnt beschrieben, sondern einfach hingeklatsch. Und ich will auch keine Thriller herabstufen, die es mit detaillierten Beschreibungen haben. Wie schon gesagt, Cody McFadyen verschlinge ich zu gern, da er den Grad findet zwischen Brutalität, Spannung und Ermittlung. Manche setzen aber eben nur noch auf das Erstere, was eben sich negativ auf die Qualität auswirkt.

Ein Thriller besteht ja nicht nur aus einer Komponente, sondern aus mehreren. Ich kann mir persönlich auch keinen Thriller vorstellen, wo die Angst des Protagonisten nicht beschrieben wieder und das Gefühl der Befriedigung seitens des Mörders. Es würde nicht passen. Es braucht das. Aber braucht es immer so viel Blut? Das ist für mich die zentrale Frage. Weil manche Autoren setzen eben ihre Karte darauf.

Sky

vor 4 Jahren

@MeyerLutterloh

So sehe ich das auch. Man sieht es ja auch schon. Warum haben Lokalkrimis wohl plötzlich so einen Boom? Wahrscheinlich ist diese "Sättigung" an Brutalität auch der Grund, warum man sich ins Lokale flüchtet, auf das teilweise Ländliche, wo es wieder ruhiger und simpler zugeht.

Wie sich das steigern wird, ist die Frage. Lässt es sich überhaupt noch steigern? Das wird wohl die Zeit zeigen.

Marie_H_Berger

vor 4 Jahren

MeyerLutterloh schreibt:
Sehr interessanter Beitrag. Ich habe mich als Autor genau mit dieser Problematik auseinanderzusetzten müssen. Sky geht hier genau auf die Dinge ein, die eine wichtige Rolle spielen: Abstumpfung der Leser, Vergleich zu anderen Medien wie Film und Fernsehen und so weiter. Irgendwann wird eine Grenze erreicht sein und das Ganze wieder „unblutiger“ zugehen. Diese Auseinandersetzung bedeutet eigentlich nur, dass wir uns nahe an einem Zenit befinden. Wie alle Dinge sind Trends (dazu gehört auch die Literatur) zyklisch, die Höhepunkte werden jedoch immer über den letzten Zenit hinauswachsen. Echt interessant wird es also zu sehen, was passiert, nachdem eine ruhigere Phase wieder anfängt blutiger zu werden. Haben sich die Leser dann wieder erholt und sind bereit für die nächste Steigerung?

Zustimmung. Auch ich mache mir als Autorin so meine Gedanken darüber. Momentan herrscht eine Richtung, die möglicherweise mit "Je blutiger und ekelerregender, desto Thrill" umschrieben werden könnte. Die Grenzen verschwimmen etwas: Horror, Thrill, Splatter. Ich lese häufiger, dass der ein oder andere Roman kein "richtiger Thriller" wäre, und frage mich: Was ist denn ein richtiger Thriller? Lt. Wikipedia - the thrill = der Schauer, das Durchschauern, die Erregung, die Sensation, das spannende Erlebnis. Ein beständiges Spiel zwischen Anspannung und Erleichterung.
Mir scheint es, als läge zurzeit das Herauskitzeln der Anspannung im Schildern möglichst brutaler Szenen. Denke jedoch, das dies ein Trend ist und sich evtl. in einem entsprechenden Subgenre manifestieren wird.

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