Eine Frage an Leser von Krimis und Thrillern

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Betty Kay

vor 5 Jahren

Zum Überarbeiten eines meiner Bücher passend möchte ich euch folgende Frage stellen:
Wenn ein Roman in eurer Heimatumgebung spielt, seid ihr dann skeptischer, was spannende Handlung betrifft oder darf ein Mord auch vor eurer Haustüre passieren?
- Ist mir egal, wo der Krimi spielt. Hauptsache das Blut gefriert in den Adern.
- Ich hätte lieber auch in Büchern keine Toten in meiner Umgebung.
- Ich hinterfrage Spannungsszenen, die an anderen Schauplätzen glaubwürdig sind.
- ...

Autor: Betty Kay

Nefertari35

vor 5 Jahren

Ich lese ja gerne Regionalkrimis aus Bayern und da kommts schonmal vor, das die Schauplätze in der Gegend sind oder man diese kennt. Das find ich jetzt nicht schlimm, sondern irgendwie kurios-makaber spannend. Ich habe da kein Problem mit. Das mag auch daran liegen,das ich in meinem Leben genug echte Tote gesehen habe und mich deswegen die fiktiven nicht mehr so schrecken können.

Sarah_O

vor 5 Jahren

Mir ist es völlig egal, wo ein Krimi spielt. Meinetwegen kann auch jemand hier um die Ecke ermordert werden...

guybrush

vor 5 Jahren

Im Grunde ist mir der Krimischauplatz egal, solange die Handlung packend ist. Ich muss allerdings gestehen, dass ich auch gerne in mir fremde Landschaften entführt werde, solange es mit der Krimihandlung zusammen passt.

Betty Kay

vor 5 Jahren

Vielen Dank für eure Rückmeldungen. Ich gestehe ja, ich hab ein wenig Probleme, blutrünstige Szenen in meine beschauliche Heimatgemeinde zu dichten. Hier scheinen mir zwielichtige, brutale Verbrecher unglaubwürdiger als in entfernteren Orten. Aber mir scheint, ich muss die menschlichen Monster auch in meiner Nähe herumlaufen lassen ...
Danke nochmal!

Bücherwurm

vor 5 Jahren

Also, da ich in Berlin lebe und 13 Jahre im Wedding mit ständig vergewaltigten Frauen, erschossenen oder überfahrenen Leuten vor der Haustür, bin ich eher sauer, wenn Autoren Berlin im falschen "harmlosen" Licht darstellen.
Was mir eher wichtig ist: Früher konnten mir Thriller nicht blutig und grausig genug sein, seit ich allerdings selbst Opfer eines Mordversuchs mit blutigem Ausgang wurde, mag ich lieber die raffinierten, die psychologisch gut recherchierten oder politischen Thriller, bei denen ich noch eher meinen Horizont erweitere, weil ich meinetwegen endlich Hintergründe verstehe, oder wieder mal einen tiefen Blick in kaputte Seelen werfen durfte, so á la Gregg Hurwitz, der mit Blackout sehr schön aufgearbeitet hat, wie man mit Ungerechtigkeit umgehen kann oder eben mit Tödlicher Fehler, auch ein Psychologischer Thriller über Paranoia.

Hikari

vor 5 Jahren

Bücherwurm schreibt:
Also, da ich in Berlin lebe und 13 Jahre im Wedding mit ständig vergewaltigten Frauen, erschossenen oder überfahrenen Leuten vor der Haustür, bin ich eher sauer, wenn Autoren Berlin im falschen "harmlosen" Licht darstellen.

Ich bin in Berlin geboren und aufgewachsen, habe dort 22 Jahre gelebt... und davon auch 4 Jahre im Wedding... da war das aber nicht so krass, wie Du es beschreibst. Das es viele Verbrechen gibt, wie in jeder Großstadt, ja. Definitiv.. Aber so sehr, dass Berlin nicht auch "harmlos" sein kann, find ich auch falsch. Es gibt nunmal unterschiedliche Ecken und jeder erlebt was anderes. Ich habe gar keine Berühung zu Gewalttaten gehabt und würde daher auch alles in einem anderen Licht darstellen als jemand, der sowas erlebt hat. Logisch, oder?

Bücherwurm

vor 5 Jahren

@Hikari

Dann bist Du leider nicht informiert. Es gibt Stadtbezirke, in denen wenig offene Gewalt stattfindet, es ist aber seit Jahren kein Tag ohne Überfall, Vergewaltuigung, Schusswechsel etc ect.
Ich kenne durchaus Berliner, die nicht vor die Türe gehen und sich in gewissen Stadtbezirken niemals auf die Strasse trauen würden, die sagen, sie kriegen nichts mit! Das ist korrekt, wenn ichs nicht mittkriegen will, dann sehe ich auch nichts, deswegen ist die Gewalt aber trotzdem da.
Ich habe 13 Jahre im Wedding gewohnt, hatte fast wöchentlich einen toten vor der Tür, mind. 3x im Jahr kam ich nciht zu meiner wohnung, weil die Gegend abgeriegelt war, in Schöneberg bin ich in meiner Praxis 8x in 5 Jahren überfallen und ausgeraubt worden, und das isnd jetzt "nur" meine persönlichen Erfahrungen. Aber die sind ja sicherlich falsch, denn mit 3 Jahren hast Du sicherlich besseren Überblick als ich Blödmann.
Nur mal als Tip: Es gibbt das spreeradoi, die jeden Überfall , jeden Übergriff in Berlin täglicjh melden, machmanl brauchen die länger als 10 Minuten, um die Liste runterzulesen.
Aber klar, Du weisst es besser!

IraWira

vor 5 Jahren

Ups, nicht gleich so aggressiv... Ich kenne aus Hamburg auch Menschen, die in derselben Gegend gewohnt haben und die einen berichteten auch von vielen kriminellen Vorfällen und die anderen lebten in einem unruhigen, aber "netten" Viertel. Manchmal hat man auch einfach das Glück, das man selber nicht direkt mit so etwas konfrontiert wird, egal was sich in der Umgebung abspielt.

unclethom

vor 5 Jahren

... ich sehe das eher gelassen, es ist nur Fiktion die zugegeben schon mit der Realität Schritt halten kann. Aber es ist einfach nur eine Geschichte...

Hikari

vor 5 Jahren

IraWira schreibt:
Ups, nicht gleich so aggressiv... Ich kenne aus Hamburg auch Menschen, die in derselben Gegend gewohnt haben und die einen berichteten auch von vielen kriminellen Vorfällen und die anderen lebten in einem unruhigen, aber "netten" Viertel. Manchmal hat man auch einfach das Glück, das man selber nicht direkt mit so etwas konfrontiert wird, egal was sich in der Umgebung abspielt.

Genau das meinte ich :) Jeder erlebt anderes, selbst in derselben Gegend.

readeralex

vor 5 Jahren

Ich finde es spannend, wenn ich Romanschauplätze wiedererkenne. Skeptischer bin ich nur dann, wenn ich das Gefühl habe, dass die Schauplätze falsch beschrieben wurden oder allzu platte Klischees bedient werden.

Betty Kay

vor 5 Jahren

Ich glaube, dass in Städten sicher vieles passiert. Mein Problem ist, dass ich aus einer sehr ländlichen Gegend komme und mein Krimi auch dort spielt. Die Kriminalitätsrate hier draußen ist niedrig. Jeder kennt jeden. Das kann schwierig werden. ;-)

Bücherwurm

vor 5 Jahren

Was ich halt immer toll finde, das ist, wenn ich die Ecken weidererkenne. Z.B. Strassennamen oderwenn Parks mit den richtigen Namen benannt werden. Ich bin bei vielen Berliner Autoren enttäuscht, wenn sie Gegendenbeschreiben, die aber so da nicht sind, also bsp. Firmengebäude angesiedelt werden, wo sich keine befinden ... oder Gartenlauben. Ich hatte vor einigen Tagen einen Thrilelr in Berlin gelesen, bei dem ich das Gefühl hatte, die Autorin war mal kurz in Berlin, hat sich einen Strassennamen gemerkt und genau 2 Stadtbezirke... naja, auf dem Land, mit wenig drumherum, da gibts denn wohl auch weniger Leser, die das so genau nachvollziehen können ;-))) und vielleicht LEute, die es dann ganz genau nehmen. Vielleicht die Namen ändern der Bäckereien, sie aber do so ansiedeln, wo sie sich befinden?!? Ich könntem ir vorstellen, dass Dir die Leute, die da leben, das buch aus der Hand reissen.... ich kann mcih noch erinnern, wie ich vor fast 40 Jahren meinen ersten Konsalik (oh Himmel, ich versinke im Boden *schäm*) gelesen habe, der an der A 5 in Freiburg spielte. Ich wuchs da auf, das war so spannend!!!! lach

Betty Kay

vor 5 Jahren

Danke für deine Rückmeldung. Ich glaube, es ist tatsächlich für einen Leser spannend, wenn er die Gegend kennt. Andererseits kann ich auch verstehen, wenn der Bewohner eines Hauses, das in einem Buch beschrieben wird, über seine plötzliche "Berühmtheit" nicht erfreut ist. ;-) Schwierig, die richtige Balance zu finden.

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