Neuer Beitrag

Maren84

vor 7 Jahren

Maren84

Warum lesen heutzutage eigentlich nur noch so wenige Leute klassische Werke? Ich finde das traurig...

Autor: Johann Wolfgang von Goethe
Buch: Faust I

JuliaKristina

vor 7 Jahren

Also ich bin ein bisschen durch die Schule abgeschreckt worden. Da haben wir im Deutsch Leistungskurs in 2 Jahren 16 Bücher gelesen, und dieses elendlange Reininterpretieren und Zerpflücken in Stilmittel hat mich sehr abgeschreckt. Es gibt natürlich auch Klassiker die ich gerne mag, z.B. die Bücher von Jane Austen.

Sokrates

vor 7 Jahren

Ich denke, das Bedürfnis nach bloßer - unreflektierter - Unterhaltung ist gestiegen. Klassische Weltliteratur ist mitunter schwieriger geschrieben, hat entweder mehr intellektuellen "Tiefgang" oder eine schwerer zu lesende Sprache; zum Teil sind die behandelten Themen heute nicht mehr so aktuell, wurden damals auf andere Weise bewältigt, so z.B. durch Metapher, die heute kaum noch verständlich sind. Und viele klassische Literatur wird auch durch das Lesen in der Schule, das stundenlange Auseinandernehmen der Werke, verzerrt. So habe ich selbst durch das Lesen von "Effi Briest" in der Schule Fontane überhaupt nicht gemocht, ich habe ihn absolut abgelehnt. Bis ich viele Jahre später einen Lit-Professor hörte, der meinte, dass sich an "Effi Briest" die Geister scheiden; eine vermittelnde Ansicht zu diesem Buch gäbe es nicht - und Fontanes restliche Werke wären wesentlich "besser". - Mittlerweile lese ich Fontane unglaublich gerne!!

Sokrates

vor 7 Jahren

@JuliaKristina

Noch jemand, dem die Schule das Lesen klassischer Werke ein wenig "vergiftet" hat. :-)
Schade, denn eigentlich sollte die Schule genau das Gegenteil bewirken..., zumindest, die Neugier wecken...

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

also ich mag klassisches nicht so. Romeo und Julia ist als Film okay, aber diese ganze Gedichtsache und so ist nicht meins. Teilweise find ich es auch einfach zu schwer zu lesen.

JuliaKristina

vor 7 Jahren

@Sokrates

Wenn ich könnte, dann würde ich den "Antwort ist hilfreich" Button mehrmals anklicken.... du sprichst mir aus der Seele :)

suse9

vor 7 Jahren

@Sokrates

Mir auch - allerdings mag ich "Effi Briest" nun wieder - musste sich aber auch nicht in der Schule lesen ;) w.z.b.w.

Molks

vor 7 Jahren

Die Quälerei in der Schule blieb mir erstpart, da es zu meiner Oberstufen-zeit noch möglich war Deutsch abzuwählen. Ich lese Klassiker sehr gerne und das eben privat, so dass es freiwillig und ohne Druck ist. Ich interpretiere nicht stundenlang daran herum, sondern genieße einfach ein tolles Stück Weltliteratur.
Das hat auch meist nichts mit Gedichten zu tun.

Paci

vor 7 Jahren

Vielleicht hängt das auch damit zusammen, dass viele Klassiker dramen sind. Und die sind ohne die nötige Vorstellungskraft doch ganz anders zu lesen, als Romane.
Ich persönlich lese Klassiker sehr gerne. Und ich bin auch der Ansicht, dass häufig Themen behandelt werden, die auch heute nch durchaus Gültigkeit besitzen.
Die großen griechischen Tragödien zum beispiel waren sehr lange Allgemeinbildung. Irgendetwas muss im 20. Jahrhundert passiert sein, das den Wechsel eingeläutet hat. Möglich wäre natürlich auch, dass hier ein Zusammenhang zum Fernsehen besteht, das meiner Meinung nach unser Verhalten sehr verändert hat.

Sokrates

vor 7 Jahren

@Paci

ja, ich denke auch, dass mit dem Fernsehen das Buch als DEM Medium, das unsere Fantasie und Vorstellungskraft anspricht, zurückgedrängt wurde. Ich kenne einige, die nehmen - außer vielleicht dem Kochbuch - nie ein Buch zur Hand. Früher hatten entweder die Leute ohne Bücher kein Geld zum Kaufen der damals noch teuren Bücher oder konnten nicht lesen; heute schaut man lieber Fernsehen. Allerdings ist auch heute das Kaufen von Büchern hin und wieder ein finanzielles Problem: neue Bücher sind mitunter arg teuer und das schreckt Viel-Leser sicher auch ab.

Im Übrigen: es klang immer wieder an - Weltliteratur besteht doch nicht nur aus Dramen, insbesondere Shakespeare etc. oder Gedichten! Zur Weltliteratur gehört doch ein sehr viel größerer Schatz "klassischer Romane", die einzigartige Figuren und Charaktere geschaffen haben. Auch ohne Shakespeare und seine "Geister" ist das ein warer Fundus!

killerprincess

vor 7 Jahren

Mein Lehrer meinte einmal, dass wir leider solche Bücher lesen müssten. In seiner Freizeit kann jeder lesen, was er mag. Er meinte, dass das früher auch nicht anders war. Die Klassiker waren früher keine "Bestseller". Ich finde, dass der Lehrer mit seinen Worten recht hat, aber sie trotzdem nicht wirklich motivierend sind.
Da hatte ich im vergangenen Jahr einen ganz anderen Lehrer, meinen Lieblingslehrer. Mit ihm haben wir "Das Parfum", "Faust", "Die Physiker" und "Maria Stuart" gelesen- das hat uns allen so viel Freude bereitet! Er war ein sehr motivierender Mensch, weil er viele Witze gemacht hat und nicht alles so ernst gesehen hat. Ich wünsche mir mehr solcher Deutschlehrer, die voller Inbrunst zu jeder Lebenslage etwas von Bertolt Brecht zitieren können. Dennoch bleibt diese Lektüre für mich Schullektüre. In meiner Freizeit lese ich lieber Romane, die mal ein eher niedriges Niveau, aber manchmal auch ein hohes Niveau haben. Ich befinde mich in einem ausgewogenem Verhältnis.

Bella&EdwardFan

vor 7 Jahren

@JuliaKristina

Ja, durch die Schule hab ich auch nicht mehr wirklich Lust darauf! Und sowieso gefällt mir nur Shakespeare! Der is dafür umso kuhler!!! ;)

Bella&EdwardFan

vor 7 Jahren

@Ein LovelyBooks-Nutzer

Ja, das ist auch ein bisschen mein Problem. Was mich aber mehr nervt, dass es ja eig Theaterstücke sind. Und deswegen mag ich es als Film oder auf der Bühne. aber so etwas zu lesen... Man kann sich einfach nicht so gut reinfühlen... ^^

silbereule

vor 7 Jahren

vielleicht liegt es auch daran, daß in den klassischen Romanen oft eine Sprache gesprochen wird, die heute keiner mehr benutzt und es oft schwer ist, mit den ganzen veralteten Ausdrücken klar zu kommen. Ausserdem geht es fast immer um Probleme, die wir in der heutigen Zeit nicht mehr kennen und uns demzufolge auch nicht damit identifizieren können.
Ich finde es auch erfrischender, heute geschriebene historische Romane zu lesen, in denen die damaligen Probleme wie Frauenfeindlichkeit, verquere moralische Ansichten usw. wesentlich flüssiger und leichter lesbar geschildert werden.

Stirbelwurm

vor 7 Jahren

Ich biin gelernte Buchhändlerin und finde genau dies auch sehr schade. Anfang meiner Lehre "musste" ich auch ein Werk von Goethe lesen. ICh war damals 16 und dacht Anfangs auch: "Och nee" (auch als Buchhändlerin denkt man Anfangs so!) Anfangs war Goethes Sprache sicherlich nicht ganz einfach. Doch die Geschichte hat mich gleich gepackt, (es war "Die Leiden des jungen Werther). Ich merkte, dass es zwar ein Buch war vor hunderten Jahren geschrieben, jedoch das Thema war sehr aktuell. Dann begann es, mich extrem zu fazinieren. Seitdem las ich mehrere "alte" Werke und bei allen entdeckte ich, dass es diese "alten" Storys auch heute noch überall geben kann.
Ich denke, man müsste versuchen den jüngeren Leuten (meist sind diese ja die, welche diese "alten" Bücher eben verstaubt finden),genau das klar zu machen. Das diese Autoren, ob Goethe, Brecht, Hesse etc. sehr viel geschrieben haben, was man auf heute genau so beziehen kann wie damals.

Mist, mein PLatz geht aus... :)

Stirbelwurm

vor 7 Jahren

Was ich noch sagen wollte, auch von Hermann Hesse gibt es ein Gedicht, welches er die heutige Welt ziemlich gut beschreibt. (Leider fällt mir nicht mehr ein wie es heisst). Am Schluss sagt er irgendwie so was: Dass er einmal vom Himmel auf uns hinabchauen werde und unsere Dummheit lachen werde.

Übrigens: Weiss jemnad vonb euch gerade zufällig welches Gedicht ich meine? Danke für Antworten! :)
Liebe Grüsse Euere Stirbelwurm /Wücherburm

Neuer Beitrag