Frage zu Lea Korte

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Gottfried

vor 7 Jahren

Gottfried

Guten Morgen FrauKorte, ich lese gerade Ihr Interview mit dem Usinger Anzeiger. Sie Sagen: " ...al-Andalus...ein sehr tolerantes Land...in dem Christen, Muslime und Juden einträchtig zusammengelebt haben..." Dies ist ein Geschichtsmythos, der im Zeitalter der Aufklärung aufkam. Dieser Mythos sollte als Utopie gegenüber dem europäischen Absolutismus dienen. Leider - wie so oft bei Mythen - ist er durch historische Fakten nicht belegbar. Es gibt nur eine kurze Zeit der Toleranz, aber auch hier im 9. Jahrhundert die Hinrichtug der "Märtyrer von Cordoba". Nach der Regierungsübernahme von al-Hakam II 976 verschlechterte sich die Lage der Ungläubigen. Nach der Übernahme der Macht durch die Almohaden 1147 wurde die Lage unerträglich. In einem historischen Roman haben Sie künstlerische Freiheit. In einem Zeitungsinterview sollten Sie zwischen Mythen und historisch, belegbaren Fakten unterscheiden. Mit freundlichen Grüßen Gottfried

Autor: Lea Korte

Lea Korte

vor 7 Jahren

Ich freue mich, dass Sie den Artikel gelesen haben! Von dem Aufstand in Cordoba weiß ich und habe ihn auch schon an vielen Stellen und Interviews und bei meinen Lesungen erwähnt, und es steht da sicher im Interview auch diesmal ein "überwiegend" irgendwo oder ein anderer Hinweis darauf. Tatsache ist, dass die Auseinandersetzungen minimal waren im Vergleich zu all dem, was unsere gemeinsame Historie sonst zu bieten hat. Die Almohaden hatten auch untereinander viel Streit. Übrigens gibt es zu diesem Thema sehr interessante Hausarbeiten und Doktorarbeiten, die belegen, dass al-Andalus weit toleranter als alles andere war, was danach oder davor war - eben mit gewissen "Ausnahmezeiten" wie dem erwähnten Aufstand. Von daher ist die weit mehr als nur ein "Mythos".

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