Frage zu Pablo Tusset

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Martina A.

vor 7 Jahren

Martina A.

warum halten es autoren wie der spanier pablo tusset für nötig, nichts über sich preiszugeben? ist es nicht besser, dass die öffentlichkeit, die fans, die presse etc. wissen, wie der werdegang eines autors aussieht, oder macht es ihn nur interessanter, wenn man nichts weiß?

Autor: Pablo Tusset

JuliaKristina

vor 7 Jahren

Also ich finde nichts schlimmes daran, wenn man als Person des öffentlichen Lebens sein Privatleben für sich behält. Da hat jeder das Recht zu. Ich finde auch, allein durch die Geschichte an sich, kann man schon viel über das Denken und Fühlen einer Person verstehen bzw. sich vorstellen. Ehrlich gesagt interessiert es mich jetzt auch nicht sooo wirklich so ein Autor studiert hat oder wie viele Kinder er hat, wenn seine Bücher gut sind, reicht mir das vollkommen.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

Gegenfrage: warum langweilen uns andere Blitzlichtjunkies mit ihrem Seelenstriptease und buhlen so auf unterstem Niveau um Leser? Güterabwägung: Fremdschämen ./. ungestillte Neugier…. wie so oft eine Frage der Dosierung …..

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

Ich denke, in manchen Fällen und in Bezug auf einige Autoren kann es hilfreich sein, etwas über ihre private Lebenssituation bzw. Lebensgeschichte zu kennen. So kann man ihr Werk auf einer anderen Ebene betrachten und nachvollziehen. Einige Autoren beabsichtigen dies mit Sicherheit auch.
Auf der anderen Seite gibt es aber sicherlich auch solche, die ihr Werk allein für sich sprechen lassen wollen. Man kann so ganz unvoreingenommen seinen eigenen Gedanken, Empfindungen und Interpretationen zu den Büchern nachhängen.

Manche Leute wollen ihr Privatleben einfach für sich behalten, weil es eben IHR Privatleben ist. Nur weil jemand ein Buch oder Gedicht oder sonstwas schreibt muss er doch noch lange nicht seine gesamte Lebensgeschichte erzählen. Das steht doch jedem frei.

Und mit Sicherheit gibt es auch diejenigen, die sich gar nicht so viele Gedanken darum machen wie wir jetzt gerade ;)

fytschy

vor 7 Jahren

Sein Job ist Autor und das ist ein Job wie jeder andere auch...da hat sein Privatleben niemanden zu interessieren ausser er will es selber preisgeben...nur wenn einer in der öffentlichkeit steht bedeutet das nicht was er Privat macht und wie er aufgewachsen ist usw. Interessant für mich sind nur dann die Werke eines Autors alles andere interessiert mich nicht und sollte anderen auch nicht interessieren....kannst Ihn ja mal eine email mit deinem Lebenslauf schicken und abwarten ob er seins dir preisgibt....:-))) *lach*

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

Warum halten es manche Leute für nötig, anderen Leuten kein Privatleben zu lassen?

Diese inflationäre Preisgabe von Daten und Details zu Lebensläufen, Lebensgeschichten und Lebenswegen finde ich schlimm. Und nein, keiner muss die Partybilder zusammen mit Datum und vielleicht noch Hintergründen in irgendeinem Netzwerk finden müssen. Ich finde es gibt auch für "öffentliche" Personen keine Auskunftpflicht, was dies angeht. Es macht die Leute vielleicht nicht interessanter, aber authentischer.... so sind sie halt.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

Wenn man einmal die Methoden der Literaturwissenschaft betrachtet, ist es doch vollkommen verständlich, dass sich heutzutage manche Autoren nicht öffentlich machen wollen: Statt das Werk selbst zu interpretieren, ist es üblich, nach Parallelen zwischen dem Buch und dem Leben des Autors zu schauen und es autobiographisch zu deuten, was so ziemlich das unnötigste ist, was man überhaupt tun kann. Insofern: Ich kann verstehen, dass Autoren, die sehen, was momentan mit Kafka in der Schule gemacht wird, alles tun, um das zu verhindern. Außerdem gehört es ja zu einer wichtigen Erkenntnis in der Moderne, dass der Autor keine "Macht" über sein Werk hat, sondern es unabhängig von ihm existiert - was einen solchen Rückzug aus der Öffentlichkeit umso logischer erscheinen lässt. (Nebenbei: Thomas Pynchon ist im Übrigen ein weitaus besseres, da bekannteres Beispiel für rätselhafte Autoren.)

Solaris

vor 7 Jahren

@Ein LovelyBooks-Nutzer

So ist es und es ist echt eine Schande. Habe irgendwann in einem literaturwissenschaftlichen Sammelband den Text einer Psychologin gelesen, die sich der Frage widmet, in welchem Alter Goethe wohl zum ersten Mal mit einer Frau geschlafen hat.

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