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Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

Sehr geehrter Herr Albus,

mich würde interessieren warum Sie sich dazu entschieden haben gerade einen Jakosbwegabschnitt in Deutschland zu gehen. Nur weil ihnen Spanien zu weit war kann ich mir nicht vorstellen. Gerade für sie als Journalist dürfte es doch immer von Interesse sein neue Länder kennen zu lernen und neue Kulturen. Warum gerade bleiben und pilgern Sie in dem Ihnen eigentlich bekannten Kulturkreis? Desweiteren wüsste ich gerne noch wieso Sie gerade in Richtung Eifel wanderten und Trier zu Ihrem Pilgerziel machten?

Freundliche Grüße
johannes

Autor: Stefan Albus
Buch: Santiago liegt gleich um die Ecke

Stefan_Albus

vor 6 Jahren

Hallo Johannes! Nein, die Entfernung war nicht der Grund. Sondern die Tatsache, dass auf dem Camino Francés in letzter Zeit so viele Pilger unterwegs sind (>250.000 in 2010). Ich hatte keine Lust auf überfüllte Herbergen – und meinen Pilgerstab schon morgens um fünf in die müde Sonne zu recken, nur um am frühen Nachmittag noch ein halbwegs vernünftiges Bett zu kriegen. In diesem Fall war ich ja auch nicht als Journalist unterwegs, sondern gerade eben als jemand, der sich mal eine Auszeit vom Alltag nehmen wollte. Und in einem bekannten Kulturkreis zu pilgern hat durchaus einen ganz besonderen Reiz, weil man seine gewohnte Umgebung einmal aus einem ganz anderen Blickwinkel kennenlernt! Zu Fuß durch Orte zu kommen, deren Namen man sonst nur von Autobahn-Abfahrten kennt – und für Strecken, die man mit dem Auto in einer Stunde zurücklegt, Tage zu brauchen, DAS ist schon eine Erfahrung, quasi "Entschleunigung" pur! [...]

Stefan_Albus

vor 6 Jahren

[...] Ich finde, dass Pilgern in Deutschland durchaus einen eigenen Stellenwert haben kann, eben durch den Perspektiv-Wechsel. Da merkt man zum Beispiel, wie unbekannt einem der vermeintlich bekannte Kulturkreis doch ist ... Nichts gegen den Camino Francés! Aber pilgern in Deutschland kann in meinen Augen eine durchaus gleichberechtigte Alternative sein. Zu Eifel und Trier als Ziel: Das liegt daran, dass ich bewusst erfahren wollte, wie es ist, wie meine mittelalterlichen Pilgerkollegen von zu Hause aus aufzubrechen. Den Zeitrahmen berücksichtigt, ergab sich da Trier als klasse Ziel – als älteste Stadt Deutschlands sogar durchaus auf "Augenhöhe" mit Santiago, finde ich. Schöne Grüße! Stefan Albus

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