Frage zu Stefan Albus

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Kerstin83

vor 7 Jahren

Hallo,
mich interessiert ihr Buch sehr. Es ist ein spannendes Thema. Mich würde interessieren, wie sie auf die Idee gekommen sind, eine Pilgerreise durch Deutschland zu machen und was war der ausschlaggebende Grund dann loszuwandern. Würden sie die Reise prinzipiell immer alleine machen oder könnten sie sich auch vorstellen zu zweit zu wandern? Für ich wäre die Vorstellung ganz alleine unterwegs zu sein, doch etwas komisch. Man trifft zwar Leute, aber ist trotzdem auf sich alleine gestellt.

Autor: Stefan Albus

Stefan_Albus

vor 7 Jahren

Hallo Kerstin83! Ich interessiere mich schon eine ganze Weile für den Jakobsweg und wollte mir irgendwann auch mal den Camino-Frances unter die Schuhe nehmen. Dann habe ich Kerkelings Buch in die Finger bekommen - und mir wurde klar, dass ich das Projekt auf absehbare Zeit wahrscheinlich vergessen kann, weil ich keine Lust hatte, morgens um fünf aufzustehen, um später noch eine Chance auf ein halbwegs passables Bett zu haben (2010 waren über 250.000 Pilger da unterwegs, rund vier mal so viel wie zu Kerkelings Zeiten). Irgendwann habe ich dann bei einem Spaziergang in Remscheid dieses Muschelsymbol gesehen und gedacht "Was ist denn hier los? Das gehört doch nach Spanien ..." und herausgefunden, dass es auch in Deutschland Jakobswege gibt. Auch dann hat es noch etwas gedauert, aber als dann 2009 die Wirtschaftskrise war, dachte ich mir: "Wann, wenn nicht jetzt!" ;-) ...

Stefan_Albus

vor 7 Jahren

Die Frage, von wo ich lospilgere, hat mich auch etwas Zeit gekostet. Ich hatte zuerst Münster im Auge, dann Paderborn ... bis sich für mich irgendwann herauskristallisiert hat, dass es das natürlichste wäre, direkt von zu Hause aus loszugehen! Haustür zu und los - wie die Pilger im Mittelalter, die ja auch nicht mit der Bahn nach Frankreichfahren konnten ;-) Zur Frage "alleine oder nicht": Ich persönlich würde immer noch jederzeit alleine aufbrechen wollen! Aber ich verstehe Leute, die sich zu zweit oder in einer Gruppe sicherer fühlen. Aber das kann man ja ausprobieren! Einige Organisationen bieten zum Beispiel eine Art "Schnupperpilgern" an, da kann man schnell herausfinden, was zu einem passt. Prinzipiell hatte ich aber den Eindruck, dass pilgern in Deutschland sicher ist - im Notfall ist man schnell in der nächsten Stadt und es sprechen alle Deutsch ;-) Aber das kann und soll jeder für sich ausmachen – ich bin ja auch einigen Pilgerpärchen begegnet. Schöne Grüße! Stefan Albus

Kerstin83

vor 7 Jahren

@Stefan_Albus

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten. Ich kann verstehen, dass man nicht einer von 250.000 sein möchte. Da geht ja fast der Sinn verloren...und dafür hier in Deutschland zu pilgern ist sicher eine gute und nicht nicht so sehr verbreitete Alternative!

Stefan_Albus

vor 7 Jahren

Hi Kerstin83: Ja, einer von 250.000 ... Ich habe zwischenzeitlich Leute gesprochen, die es gar nicht so schlimm fanden und meinten, "das verläuft sich dann". Andererseits habe ich Pilgerinnen getroffen, die vom Bodensee (!) bis Saint-Jean-Pied-De-Port gepilgert sind und dann abgebrochen haben, als sie Heerscharen von Leuten mit Rucksack aus den Hotels kommen sahen ;-) Und dann gibt es ja auch Leute, die bewusst die Nähe zu vielen Pilgerkollegen suchen, weil sie zum Beispiel die Geselligkeit und den Erfahrungsaustausch am Abend sehr schätzen. Ich will das nicht entwerten! Nur ich habe eben für mich entschieden, dass ich genau das nicht möchte - und dann gemerkt, dass der Jakobsweg auch in Deutschland "funktioniert". Der alte Spruch, dass der Jakobsweg da ist, "wo Jakobspilger sind", stimmt schon. Wer im Zeichen der Muschel pilgern möchte, hat jetzt vielleicht eine Option mehr. Santiago ist aber sicher weiterhin ein tolles Ziel! Liebe Grüße! Stefan Albus

Kerstin83

vor 7 Jahren

@Stefan_Albus

Stimmt, es ist immer wichtig für sich den richtigen Weg zu finde. Dazu muss man sich eben im Vorfeld klar sein, ob man die Geselligkeit und den Austausch sucht, oder doch mehr für sich sein möchte. Das hängt sicher von der eigenen Persönlichkeit ab. Schön, dass sie für sich den richtigen Weg gefunden haben!

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