Frage zu Stefan Albus

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Carriecat

vor 6 Jahren

Hallo Herr Albus
Wenn man sich auf so einen Weg begibt, kommt man doch sicher verändert an. Was ist aber, wenn sich das heimische Umfeld sich auch verändert hat aber in die entgegengesetze Richtung? Oder überhaupt nicht und man passt irgendwie nicht mehr rein?

Autor: Stefan Albus

Stefan_Albus

vor 6 Jahren

Hallo Carriecat! Schwierige Frage. Vielleicht antworte ich mal mit einer Gegenfrage: Wenn man nicht mehr in sein Umfeld passt, warum sollte man sich dann weiter darin bewegen? Warum sich nicht ein neues Umfeld suchen? Ich sag's mal so: Der Jakobsweg macht einen - meiner Erfahrung nach - nicht zu einem völlig anderen Menschen. Aber er schafft Klarheit. Man sieht sich und seine Ängste, aber auch seine Stärken klarer als vorher. Ich zum Beispiel hatte einen Riesenbammel vor den Kilometern, vor dem Zelten, vor Orten, die ich nicht mal dem Namen nach kannte. Um so stärker war das Erlebnis, anzukommen, es geschafft zu haben! Wenn die Kraft, die einem dann zuwächst, einem hilft, sich später im Alltag aus selbstgestellten Fallen oder einem schlechten Umfeld zu befreien - ist doch prima! Viele Menschen wagen es nicht, sich aus schlechten Situationen zu befreien, weil sie Angst vor der Veränderung haben. Die kann einem eine Pilgerreise durchaus nehmen. Alles Gute und viele Grüße! Stefan Albus

Stefan_Albus

vor 6 Jahren

... mir fällt gerade auf: Ich habe wieder den zweiten Schritt vor dem ersten gemacht ;-) Also: Ich glaube nicht, dass man sich von seinem Umfeld nur durch eine Pilgerwanderung so sehr entfremdet, dass man nach der Rückkehr aus heiterem Himmel nicht mehr reinpasst. Es kann aber durchaus sein, dass einem, wieder zu Hause, AUFFÄLLT, dass etwas nicht stimmt. Aber ich denke, dass das dann in der Regel vorher schon eine Schieflage hatte, die einem mit einem klaren Kopf vielleicht erst bewusst wird. Das kann für manchen sogar der unbewusste Grund sein, sich nach einer Pilgerreise zu sehnen ... Und ich bin ganz fest der Meinung, dass es immer besser ist, dem Tiger ins Auge zu blicken - denn nur so lassen sich Lösungen finden. Also: Die Angst, loszulaufen und so verändert wiederzukommen, dass man nicht mehr "ins Leben passt", ist unbegründet. Ich würd' es positiv formulieren: Wer losgeht, hat die Chance, Klarheit in sein Leben zu bringen, Probleme zu erkennen, anzusprechen und zu lösen!

Carriecat

vor 6 Jahren

Ich denke da vor allem an eine Partnerschaft, Familie, die vielleicht deshalb zerbricht. Natürlich ist es dann für alle Beteiligten blöd. Der eine erlebt neue Abenteuer, der andere wird allein daheim gelassen, muss sich um alles alltägliche kümmern und hat gerade keine Zeit sich zu entdecken.
Da kann es schon zu Streit kommen.

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