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Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

via saschalobo

Lieber Sascha Lobo,

ich muss gerade feststellen, dass die Buchfrage nicht so viel Platz bietet, wie ich gerne hätte, daher muss ich jetzt meine Kritik an der Strohfeuer-Feuilleton-Kritik mit indirekter, wenn auch nicht unkritischer Lobhudelei überspringen und gleich zur Frage kommen:

Mir ist bei Formulierungen wie "eine Hof gewordene Aufforderung zum Grillen" u. ä. aufgefallen, dass ich diese wohl in einem Blog oder Tweet recht lustig fände, im Roman aber drüber gestolpert bin, weil sie irgendwie deplatziert wirkten. Das war manchmal etwas heterogen. Ich will damit gar keine Opposition "Literatur vs. Internet" aufmachen, weil Literatur natürlich auch im Netz stattfinden kann. Es geht mir eher um unterschiedliche "Sprach-Systeme", Stile, Ebenen - so in der Art. Mich würde interessieren, inwieweit du beim Schreiben das Gefühl hattest, eine neue/andere Sprache finden zu müssen und ob das ein Problem war bzw. wie du damit umgegangen bist. Hoffe das ist verständlich...

Viele Grüße!

Autor: Sascha Lobo
Buch: Strohfeuer

saschalobo

vor 7 Jahren

Ja, das ist verständlich - und dankeschön für das nicht ausformulierte, aber doch erwähnte Lob. Der ganze Roman ist eine Art innerer Monolog, eine Erinnerung der Hauptfigur Stefan. Seine Erinnerung ist teilweise in sich nicht schlüssig (an wenigen, ausgewählten Stellen) und geht manchmal völlig an der vermutlichen Realität vorbei. Die Hauptfigur findet sich irre toll und hat Spaß an absichtlich werbigen Formulierungen ("Indoor-Regen!" et al.) - das scheint mir der Teil, der Dir vermutlich aufgestossen ist. Dementsprechend hatte ich beim Schreiben das Gefühl, eine Sprache führen zu müssen, die einem dampfplaudernden Aufschneider entsprechen könnte, der oft allzu verliebt in seine Ideen und Formulierungen ist.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

via saschalobo

Da hast du Dir natürlich auch keine einfache Aufgabe gestellt, sprachlich wie erzählerisch (aber das wäre vermutlich auch langweilig)! Das finde ich an einigen Stellen sehr gelungen (z.B. Stefans Gedanken rund um die Notwendigkeit, Leute zu entlassen - in denen seine Souveränität schwankt), an anderen hakte es für mich etwas, man stolperte dabei aus dem Textfluss, auch wenn die Worte mit Absicht eingesetzt waren. Ich könnte mir vorstellen (nur eine Theorie), dass hierin auch "die Kritik" ihr Fressen gefunden hat, nach dem Motto "Der Autor hält sich wohl für superwitzig", fröhlich ignorierend, dass die flachen Werbeformeln Worte der als Werbeschnösel charakterisierten Hauptfigur sind. Schließlich kann man sich an sowas so schön aufhängen. Mir kam das dann mehr wie ein "Abstrafen" vor (für den frevelhaften Vorstoß in die Literatur) denn wie eine tatsächliche kritische Auseinandersetzung. Bei Romanen scheinen manche so einen "Was bildet der/die sich ein?!"-Beißreflex zu haben...

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

@Ein LovelyBooks-Nutzer

Hm, was hab ich denn da geschrieben? Bißchen durcheinander. Man sollte manchmal einfach ins Bett gehen. Ich wollte sagen: Alles andere als eine einfache Aufgabe wäre wohl langweilig. Und dass das ja auch an vielen Stellen gelungen ist. Und dass die Kritik z.T. gar nichts mit dem Buch zu tun hatte und überzogen war. So. Viele Grüße!

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