Frage zu Thomas Kastura

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sabine

vor 7 Jahren

sabine

Hallo Herr Kastura, haben sie einen amerikanischen Lieblingskrimiautor? Oder gar mehrere? Warum gerade diese...und wie sehen sie die deutschen krimiautoren im verhältnis zu den amerikanischen, was haben die voraus, oder nichts?

Autor: Thomas Kastura

Thomas_Kastura

vor 7 Jahren

Mehrere! Gerade lese ich "Pacific Private" von Don Winslow - dessen "Frankie Machine" ich klasse finde. Dann wären da noch Pete Dexter, James Sallis, Richard Stark und - an Coolness nach wie vor unerreicht, aber umstritten - Andrew Vachss. Die stehen alle in der Chandler-Tradition, und das mag ich sehr: lakonische Sprache, literarisch (Bilder, Metaphern etc.), gesellschaftskritisch bis zum Zynismus. Was ich nicht so leiden kann: die Tendenz mancher US-Krimis zum übersteigert Blutrünstigen, zu durchgeknallten Verbrechermonstern, zu haarsträubenden Serienmörderfällen nach dem Motto: Viel hilft viel. Auch sprachlich finde ich viele US-Krimis enttäuschend: austauschbares, politisch korrektes Vokabular, teilweise sehr gewunden und anstrengend, da gibt es in Deutschland bessere!

Thomas_Kastura

vor 7 Jahren

Nachtrag: Die US-Kollegen haben einen großen Vorteil. Sie haben Schauplätze wie z. B. New York, San Diego oder eine alte Goldgräberstadt in Arkansas, die quasi archetypisch sind für Abenteuer und Verbrechen und bei uns im Kopf automatisch Bilder abrufen, die wir durchs Kino kennen. Bei Köln oder München geht das leider nicht so einfach. Aber wir arbeiten dran!

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