Frage zu Walter-Jörg Langbein

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ma

vor 6 Jahren

Zu "Das Sakrileg und die heiligen Frauen": Mich würde wirklich interessieren, woher all diese phantastischen Aussagen über die Merowinger als heilkräftige Nachkommen Christi kommen. In den zeitnahen Quellen (Avitus von Vienne, Gregor von Tours und Fredegar) erscheinen die Vorfahren Chlodwigs I. nämlich eindeutig als Heiden. Chlodwig selbst fragt vor seiner Bekehrung bei Gregor von Tours, Historiae, II. 29 abschätzig, was Christus für ein Gott sei, er sei ja nicht einmal vom Stamm der Götter.

Autor: Walter-Jörg Langbein

silbereule

vor 6 Jahren

Ich kenne das Buch nicht, aber so wie es scheint, ist es eins von den vielen, die sich darin gefallen, die Person Jesu Christi bzw. seine untadelige Lebenweise in Frage zu stellen. Ich persönlich mag sowas nicht - heutzutage wird niemand mehr dazu gezwungen, an Jesus und seine Aussagen zu glauben, deshalb finde ich es immer traurig, wenn sich da jemand hinsetzt und partout etwas schreiben muss, was ihn in Misskredit bringt. Ich frage mich immer wieder, warum es manchen Leuten so wichtig ist, Jesus eine Geliebte anzuhängen - können sie es nicht ertragen, dass es da mal jemanden gab, der Frauen nicht mit lüsternen Blicken und Gedanken betrachtet und einfach nur freundschaftlichen Umgang mit ihnen gepflegt hat bzw. jegliche Versuchung abwehren konnte, weil er eine Aufgabe erfüllen musste, in der sexuelle Tändeleien völlig unwichtig waren?
Was die Bekehrung und die Christianisierung der Merowinger und anderer ( Franken, Sachsen, Kelten usw. ) betrifft, ist damals wohl einiges schief gelau

silbereule

vor 6 Jahren

@silbereule

Was die Bekehrung und die Christianisierung der Merowinger und anderer ( Franken, Sachsen, Kelten usw. ) betrifft, ist damals wohl einiges schief gelaufen, denn die wenigsten wussten, worum es überhaupt geht, da seinerzeit die Bibel nur in Latein oder Griechisch zu lesen war ( es konnte damals ja kaum einer überhaupt lesen ) und ausser den Kirchenfürsten keiner einen Plan hatte, was diese Schriften überhaupt für Aussagen enthielten. Diese Unwissenheit wurde ja auch reichlich ausgenutzt und missbraucht und nur deshalb kam es zu so haarsträubenden Absonderheiten wie Reliquienanbetung, Hexenverbrennungen und anderem grausamen Mist.
Was ich nur schlimm finde ist, dass heute immer noch so viele Leute meinen, sich ein Urteil über den christlichen Glauben bilden zu müssen, ohne die Bibel gelesen und verstanden zu haben.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 5 Jahren

Man kann sich nur ein Urteil über den christlichen Glauben erlauben, wenn man auch die Bibel gelesen hat. Man sollte sich aber auch mit der realen Kirchengeschichte auseinanderetzen. silbereule elaubt sich ein Urteil über mein Buch abzugeben,ohne es zu kennen: "Aber so wie es scheint, ist es eins von den vielen, die sich darin gefallen, die Person Jesu Christi bzw. seine untadelige Lebenweise in Frage zu stellen."

Was ich in Frage stelle, das ist das frömmelnde Bild von Jesus, das seit fast zwei Jahrtausenden von Jesus gezeichnet wird. Über Jesu "Lebensweise" erfahren wir so gut wie nichts aus dem Neuen Tetment. Und in außerbiblischen zeitgenössischen Quellen kommt Jesus nicht vor. Trotzdem kann und muss man versuchen herauszufinden, wie der historische Jesus war. Das gefällt Frömmlern nicht.

Jesus war nach christlicher Lehre "wahrer Mensch und wahrer Gott". Er war also auch Mann und hatte sexuelle Bedürfnisse. Sexuelle Bedürfnisse stehen nicht im Widerspruch zu einem anständigen Leben. Sexuelle Bedürfnisse werden allerdings von vielen Frömmlern gern als Teufelswerk gesehen. Sexuelle Verklemmung wird mit Frömmigkeit verwechselt.

In der Tat: Die christliche Kirchengeschichte strotzt nur so vor Grausamkeiten, die stets im Namen des Glaubens begangen wurden. Hexenverbrennungen wurden biblisch begründet. "Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen." Das ist biblisches Gesetz.

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