Hallo Herr Uschmann! Sie gelten ja als einer der "heiteren" Autore...

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KarlaS

vor 7 Jahren

Hallo Herr Uschmann! Sie gelten ja als einer der "heiteren" Autoren. Die häufige Erwähnung von "Lost" bringt mich jedoch auf eine Frage:

Ich stelle es mir sehr schwierig vor, so gründlich die Art und Weise des Schreibens zu wechseln. Das wäre ja nicht nur ein Genrewechsel, sondern Sie hätten es plötzlich mit einem ganz anderen Erzählton und mit komplexen Weltentwürfen zu zu, die man nicht direkt "aus dem Leben" greifen kann.
Besteht der Reiz gerade darin? Wirklich einmal eine neue, andere Herangehensweise ans Schreiben zu erproben?

Oliver Uschmann

vor 7 Jahren

Hallo Karla!
Die Unterscheidung läuft ja nicht zwischen "heiter" und "finster", sondern zwischen "komplex" und "eindimensional". Die Welt meiner Romane ist bereits komplex gebaut, denn alle meine Bücher passieren zur gleichen Zeit im gleichen Universum. Es gibt Wurmlöcher zwischen ihnen, so etwa finden Sie in "Das Gegenteil von oben" eine Szene, die in "Feindesland" auch stattfindet und zwar aus den Augen der jeweils anderen Figur betrachtet. Jetzt gerade schreibe ich am zweiten Jugendroman. Dort begegnen die Figuren in einer Szene dem "gefährlichsten Jungen der Stadt" mit einem merkwürdig jüngeren Freund und "weichen ihm aus" - diese Szene erlebt man in DGvO aus den Augen des jüngeren Freundes. Wir haben ein 700-seitiges Figurenverzeichnis (bis hin zu Statisten) und Timelines aus 5 Jahren zu Hause. Wir bauen schon jetzt an einem Kosmos, in dem alles mit allem zusammenhängt.

Diese Technik aufs komplett mysteriöse zu übertragen, wäre allerdings in der Tat ein großer Schritt.

KarlaS

vor 7 Jahren

@Oliver Uschmann

Danke für die interessante Antwort. Ich wollte natürlich nicht unterstellen, dass Sie bisher eindimensional schreiben ... :-)

Darf ich nochmal nachhaken?
Ist es jetzt so, dass Sie die Welt und die Figuren eher in der Entstehung dokumentieren, damit Sie sich bei späteren Büchern nicht vertun und die Querverweise "sitzen"?
Und müssten Sie bei einer mythischen Welt alles bereits vorab entwerfen, damit die "Regeln" stehen, nach denen alles funktioniert?

Oliver Uschmann

vor 7 Jahren

Hallo Karla!

Ja, so kann man das sagen. Die Hui-Welt ist ein großes Projekt, eine Werkstatt, ein Experiment, das in sich schlüssig bleibt, aber Improvisation zulässt. Ein Epos wie "Lost" müsste man von Beginn an durchplanen. Daher wäre das mehr Arbeit auf EINEN Streich, während Hui mich ständig auf Trab hält....

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