Hallo! Ich suche ein Gedicht! Es ist vermutlich von Wolfdietrich ...

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Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

Hallo!
Ich suche ein Gedicht! Es ist vermutlich von Wolfdietrich Schnurre und handelt von einem Nilpferd, das eine Sumpfdotterblume so liebt, dass es die Wiese kahlfrisst.
Wer kann mir helfen? Ich bräuchte den genauen Wortlaut des Gedichtes und auch das Buch, in dem es zu finden ist.
Danke!

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

Mir selbst sagt weder der Autor noch die Geschichte weiß.
Bei meiner Mutter weckt das Ganze allerdings Assoziationen zu "Die Wandlung des Hippipotamos", soll irgendwann in den 70ern ein Kinderbuch gewesen sein. Das wäre das einzige, was ich dazu zu sagen hab'. Der Autor stimmt schonmal.. vielleicht hilft's ja irgendwie weiter.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

@Ein LovelyBooks-Nutzer

Leider, das ist es nicht! Trotzdem Danke!

Wortwandler

vor 7 Jahren

Ich glaube, dass es sich tatsächlich um Schnurres "Die Wandlung des Hippipotamos" handelt: "Ein
Nilpferd glaubte, das Beste, eine Dotterblume wirklich von Herzen zu lieben, sei: sie sich fuderweise in den Rachen zu schieben."

LilaApple

vor 7 Jahren

guck doch bei wikipedia ... da stehen meist alle werke von nem dichter drauf

Manfred

vor 6 Jahren

Manfred
@Ein LovelyBooks-Nutzer

Die Wandlung des Hippopotamos

Ein Nilpferd glaubte, das Beste,
um eine Dotterblume wirklich von Herzen zu lieben,
sei: Sie sich fuderweis
in den Rachen zu schieben.
Zärtlich frass es die Weide
So kahl, wie es selbst war,
und gedachte darauf der Blumen
in satter Beschauung. Doch kaum
war mit seiner Verdauung
alles soweit gediehen, dass es mal musste,
verliess seine Seele zugleich auch
das Abbild der Blume, nur noch die Kruste
blieb übrig im Herzen, mit welcher
das Nilpferd jedoch
überhaupt nichts anfangen konnte.
Bestürzt überschritt es darauf den Anger,
doch die Weide blieb kahl und mit banger
Besorgnis erkannte das Tier: Seine Liebe
hatte mit Trauer gelohnt, was Innigkeit meinte.
Das Nilpferd weinte mehrere Wochen.
Dann erhob es sich dumpf. Aber siehe:
Unter dem Rumpf
Blühte - seiner Liebe zum Ruhme -
eine winzige arme Sumpfdotterblume.
Jetzt war das Nilpferd klüger geworden:
Mit dem Rücken sorgsam nach Norden,
nahm es Platz vor der Kleinen.
Hier blieb es. Und schaute und schaute.
Hunger hatte es keinen mehr nun, was es verdaute
waren lediglich Seufzer. Aber die genügten ihm auch.
Fragte man es, ob ihm was fehle, dann
sagte es nur:“ Ich hass meinen Bauch,
doch ich lieb meine Seele.“

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