Hallo Leute, ich habe eine Frage, die sich auf die Rezensionen bez...

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Solaris

vor 7 Jahren

Hallo Leute, ich habe eine Frage, die sich auf die Rezensionen bezieht. Mich nervt es gewaltig, wenn Rezensenten nicht in der ersten Person schreiben, sondern mir weismachen wollen, was "man" bzw. "der Leser" vom Buch hält.
Ich glaube, bei allgemeineren Aussagen über den Inhalt ist das in Ordnung ("Im Buch findet man (...)", "Die Figuren sind gut beschrieben und man kann sie sich vorstellen" usw.) und manchmal kaum vermeidbar. Aber es gibt haufenweise Sätze wie "Die Autorin kann keine Emotionen beim Leser erzeugen", "Die Beschreibungen langweilen den Leser", "Beim Lesen fragt man sich: "(...)", "Die Protagonisten bleiben Fremde für den Leser, man kann keinen Bezug zu ihnen finden", "Es bleibt nichts, worüber man nachdenken möchte" usw.

Findet ihr das in Ordnung?

Asmodi

vor 7 Jahren

Ich kann Deinen Einwand verstehen, sehe das Ganze aber nicht ganz so dramatisch. Rezensionen sind IMMER subjektiv, Ratsuchende sollten so weitsichtig sein, dies bei der Kritik einzubeziehen, wenn es um die eigene Meinungsbildung geht. Ich denke, so viel Vernunft herrscht auch bei den Leuten vor. Aber es stimmt, als Rezensent sollte man seine eigenen Emotionen (oder auch Nicht-Emotionen) nicht allgemeingültig ausdrücken. Ich werde diesen deinen Einwand in Zukunft stärker beachten bei meinen Buchbesprechungen.

Shiku

vor 7 Jahren

Ja, eigentlich schon (:
Immerhin gibt es keine wirklichen Regeln für das Schreiben von Rezensionen und manch einer mag lieber das "Ich", andere sagegen mögen es weniger und greifen lieber zur allgemeinen Form. Ich persönlich schreibe auch meist von Leser oder im Passiv, weil ich das "Ich" nicht so mag. (Es klingt für mich nicht so gut.) Manchmal schleicht es sich trotzdem ein.
Ich denke, jeder weiß, dass das alles die Gedanken des Verfassers sind und ich bezweifle, dass die meisten anderen damit eine Meinung aufzwingen wollen. Ich zum Beispiel hatte das nie vor - und mir ist genauso bewusst, dass andere auch anders darüber denken. Ich schreib es - wie bereits erwähnt - so, weil es für mich besser klingt. Logischerweise habe ich auch nie das Gefühl, dass mir jemand seine Meinung aufzwingt, wenn er/sie den Text ebenso verfasst hat.

Charlousie

vor 7 Jahren

Ja, ich finde das in Ordnung! Weil ich es besser finde, wenn man eben Die LeserInnen ansprechen möchte. Häufig verwende ich "Ich" Sätze, aber oftmals WILL ich ja mehrere Personen damit ansprechen, weswegen ich dann auch "LeserInnen" verwende. Außerdem ist das der eigene Stil eines/r jeden Rezensent/in und deswegen sollte diese den Autorinnen einer Rezension überlassen, wie sie sich auszudürcken pflegen oder nicht. Ist sicherlich auch Geschmackssache!
Liebe Grüße, fröhliche Weihnacht!

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

Ich habe da ehrlich gesagt, noch nie drauf geachtet. Ich persönlich schreibe immer von mir selbst, außer bei diesen allgemeinen Dingen, die du auch erwähnt hast, aber ich selbst lese mir eigentlich keine Rezis durch... Ich habe immer Angst, dass sie zu viel verraten (ich sage nur "Das Buch gefiel mir gut, auch wenn von Anfang an klar war, dass der Gärtner der Mörder ist...). Solche Rezis habe ich leider schon sehr oft gelesen, oder dass halt generell das Ende verraten wird (Das Buch hat mir gut gefallen und zum Glück sind Frau A und Mann C am Ende glücklich geworden).

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

Ich finde das vollkommen in Ordnung. Ich selbst schreibe manchmal "Ich" und manchmal "der/den Leser". Ich schreibe dann einfach nach Gefühl und versuche so gut es geht Wiederholungen zu vermeiden.

Ist ja auch doof, wenn man immer nur schreibt "Ich finde den Schreibstil toll". "Die Charaktere gefallen mir", etc.. okay, das ist nun überspitzt dargestellt, aber ich denke, es ist klar, was gemeint ist. Mit "man" oder auch "den Leser" sehe ich aber im Prinzip kein Drama, dass eine Rezension verbessert oder verschlechtert. Es ist schlichtweg Geschmacksache. Für mich ist es wichtig, dass man einfach merkt, dass die Rezension ehrlich und nicht verfälscht rüberkommt.

Jeder hat seinen eigenen Stil und so sollte es eigentlich auch bleiben.

Solaris

vor 7 Jahren

Ich glaube aber nicht, dass es sich um eine rein stilistische Frage handelt. Das sind starke inhaltliche Aussagen, die anderen Gefühle und Gedanken zusprechen. "Man" oder "der Leser" bedeutet im Grunde genommen "alle". Natürlich glaube ich nicht, dass das auch so gemeint ist und dass der Rezensent seine Meinung aufzwingen wird. Es nervt mich bloß. Wenn jemand über ein Buch schreibt, das einen selbst sehr berührt hat, es könne keine Emotionen beim "Leser" erwecken (und nicht beim konkreten Rezensenten), klingt es für mich richtig komisch.

lalibertad

vor 7 Jahren

Mich stören solche Formulierungen meist nicht, wenn sie nicht zu aufdringlich sind. ICh selbst versuche allerdings solche Wendungen zu vermeiden und schreibe dann eher sowas wie: "Es ist schwer, einen Bezug zu sen Protagonisten zu entwickeln" oder "Die Beschreibungen rufen eine düstere Atmosphere hervor". Kein "man", kein "der Leser". Gefällt mir persönlich besser, auch wenn es mich beim Lesen sonst nicht stört.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

@Asmodi

Da stimme ich dir zu. Ich weiß gar nicht wie ich es gemacht habe.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

Nehmt den "Leser" oder das "man" für das "Alter Ego" und ihr dürft - weiterhin - so rezensieren, wie ihr wollt.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 7 Jahren

Also mich stört so etwas jetzt gar nicht, da gibt es deutlich schlimmeres. Zum Beispiel die ganzen Rezensionen, die keine sind, wo dann nur ein Satz steht. Oder welche, die nur aus der Inhaltsangabe bestehen und eine, Satz wie "Das finde ich gut".
Da wirkt es so, als hätte mal eben jemand den Klappentext umformuliert, ein das Buch ist gut oder schlecht drangehängt und es hochgeladen, um dafür hier Eselsohren oder woanders Punkte zu bekommen, um Bücher kostenlos zu bekommen oder was auch immer.
Wenn jemand etwas von der Leser schreibt, dann merkt man , dass derjenige sich Gedanken gemacht hat.

Stephie2309

vor 7 Jahren

Ich kann dazu nur sagen, dass ich gelernt habe, dass man das so machen SOLL! Denn grundsätzlich ist sowieso alles, was ich schreibe, meine eigene Meinung, sofern ich niemand anderen zitiere. Deswegen lasse ich, wie auch in der Schule und im Studium strikt gefordert, Wendungen wie "ich finde/denke" oder "mir" und "mich" immer weg.

StellaCometa

vor 7 Jahren

Auch ich finde diese "Schreibweise" völlig in Ordnung. Es ist eben der eigene Schreibstil ... mich stört's nicht und mit Sicherheit habe ich selbst schon "der Leser" oder "man" genutzt in einer Rezi statt "ich". Jedenfalls ist erkennbar, dass sich der Leser mit dem Buch beschäftigt hat, Rezensionen ohne Aussage finde ich weitaus störender "Ich finde das Buch gut" - sehr hilfreich (in dem Fall kann man bei lovelybooks entsprechende Sterne verteilen, ohne eine Begründung zu schreiben).

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