Hallo Stefan Albus, wie ist es zu dem Pilgern ausgerechnet um Trie...

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Simone Richter

vor 7 Jahren

Hallo Stefan Albus,
wie ist es zu dem Pilgern ausgerechnet um Trier gekommen? Was gab den Anstoß, auch überhaupt zu Pilgern? Und haben sie da schon im Vorfeld gewusst: Daraus mache ich ein Buch? Ich finde das äußerst interessant und hatte schon Hape Kerkelings Buch verschlungen. Nun gerade über unser auch sehr schönes Deutschland zu lesen und den Menschen und Eigenarten und die Landschaft hier, ist wirklich eine gute Idee!

Stefan_Albus

vor 7 Jahren

Hallo Simone, das mit Trier hat sich ergeben, als ich wusste, dass ich von zu Hause aus losgehen wollte. Als ich erfahren hatte, dass es auch in Deutschland Jakobswege gibt, hab' ich mich mit entsprechenden Pilgerführern eingedeckt und schnell gemerkt, dass ein Zweig bei mir ganz in der Nähe verläuft! Da war die Sache klar. Allerdings habe ich noch eine Weile mit anderen Startpunkten geliebäugelt, zum Beispiel Münster oder Paderborn, bis mir irgendwann klar wurde, dass ich zu Hause starten muss - wie die Pilgerkollegen früherer Jahrhunderte. Ich habe dann mal überschlagen, wie viel Zeit ich in etwa habe und wie viele Kilometer ich am Tag so schaffen kann - dann hat sich Trier ziemlich schnell herauskristallisiert. Ich fand zudem reizvoll, dass das (angeblich) die älteste Stadt Deutschlands ist - ein klasse Ziel! [...]

Stefan_Albus

vor 7 Jahren

[...] Zum Thema "Landschaft und Eigenarten": Ja, das fand ich auch sehr spannend, zu sehen, wie sich die Gegend ändert – und zum Beispiel die Häuser sich "anders anziehen"! Wenn man zu Fuß unterwegs ist, bekommt man das auf eine ganz andere Weise mit als im Auto. Aus dem Bergischen Land in die Rheinebene zu kommen, ist zum Beispiel cool - von einem Tag auf den anderen ist alles flach ;-) Toll - und vor allem: Selbst erarbeitet! Und "Buchprojekt": Nein, ein Buch hatte ich zunächst nicht ernsthaft geplant. Erst als sich unterwegs allmählich zeigte, wie alles zusammenpasst, dachte ich irgendwann: "Das kannste nicht für Dich behalten!" ;-) Tagebuch hatte ich eh' geführt ... Und es ist ja so: Es gibt so viele Leute, die gerne pilgern würden, aber nicht nach Spanien wollen. Davon wissen noch längst nicht alle, dass das auch in Deutschland geht ... Insofern hab' ich mit dem Manuskript beim Verlag sogar offene Türen eingerannt. Freu' mich, wenn's gefällt! Schöne Grüße! Stefan Albus

Simone Richter

vor 7 Jahren

@Stefan_Albus

Hallo Stefan Albus, danke für die schnelle und ausführliche Antwort!
Das mit dem von zu Hause aus losgehen, finde ich auch einen entscheidenden und interessanten Aspekt! Es gibt ja auch in Deutschland so viel zu entdecken. Da erlesen sich bei mir ebenso gleich noch Fragen ;). Wie viel Zeit hatten sie denn, und wie viele Kilometer am Tag geschafft? Trier hätte mich auch gereizt, als älteste Stadt (?) Deutschlands und mit ihren römischen Baudenkmälern. Ich war sogar schon 1-mal dort, liege nämlich ansonsten ziemlich abseits von den "alten Bundesländern" südöstlich von Berlin und eher in einer neueren Ortschaft, die vor etwa 730 erstmals erwähnt wurde und nicht vor guten 2000 Jahren. Wie sich die Gegend ändert und das sich die Häuser "anders anziehen", finde ich gelungen geschrieben, interessant!
Deshalb finde ich es auch toll, dass es jetzt ein Buch dazu gibt, wo Andere spannend erkennen und lesen können, dass es sich auch hier lohnt zu pilgern! Also gebührt Ihnen und dem Verlag Dank :)!

Stefan_Albus

vor 7 Jahren

Liebe Simone Richter! Seltsam, ich dachte, dass das Internet den zweiten Teil meiner Antwort verschluckt hat, aber aus Ihrem Kommentar sehe ich, dass er doch bei Ihnen angekommen ist ... prima! Zu Ihren neuen Fragen: Ja, mit Trier hatte ich sofort Freundschaft geschlossen! Und die Porta Nigra ist ja schlechthin das Symbol meiner Ankunft. Wie lange habe ich darauf gewartet, da durchgehen zu können! Das haut einen dann schon weg! Wie viel Zeit: Ich hatte mir vier Wochen als Ziel gesetzt. Unterwegs war ich 22 Tage und einen extra-Tag in Trier, der für mich auch sehr wichtig war. Insgesamt war ich laut GPS-Empfänger etwa 450 km unterwegs, macht pro Tag etwa 20 km pro Tag. Wenn wir so technisch bleiben wollen, hatte ich einen km-Schnitt von etwa 4,5 km/h - klingt nicht viel, aber sie müssen sich den Rucksack vom Gewicht eines Öltankers dazu vorstellen ;-) Den Dank an den Verlag leite ich übrigens auch gerne weiter, die werden sich freuen ;-) Schöne Grüße & Rest-Ostern! Stefan Albus

Stefan_Albus

vor 7 Jahren

Ach, da fällt mir ein: Auch in den "Neuen" Ländern gibt es Jakobswege. Ich war letzten Juli in Halberstadt (John Cage Orgel-Projekt – seeehr spannend) und habe sehr gestaunt, da plötzlich vor einem Muschel-Wegweiser zu stehen. Einfach mal umgucken! Gruß! Stefan Albus

Simone Richter

vor 7 Jahren

@Stefan_Albus

Lieber Stefan Albus, und wieder dankeschön für die prompte Antwort :)!
Den zweiten Kommentar hatte es wirklich - zumindest hier auf der Seite - verschluckt, aber ich habe mir zum Glück die Antworten auf meine Mailadresse weiterleiten lassen und siehe da: Da waren beide Kommentare :)!
Das ist in der Tat beeindruckend, dann durch das altehrwürdige Stadttor bei der Ankunft in Trier zu laufen, ich kann ihre Begeisterung verstehen.
22 Tage sehe ich jetzt als nicht viel an, na und das bei 450 Km und 20 Km pro Tag, das finde ich schon erstaunlich! Haben sie dafür im Vorfeld eigentlich "trainiert"? 4,5 Km/h hört sich für mich eigentlich auch viel und schnell an ;). Und wo wir schon beim Rucksack sind, da hätte ich als Frau so meine Probleme gehabt. Nicht nur wegen des Gewichtes natürlich - sondern auch ob der Frage: Was nehme ich alles mit? Dem Gütersloher Verlagshaus gebührt wirklich Dank. Ich glaube, dieser Verlag kann sich aber ebenso glücklich schätzen, so einen Erfahrungsbericht durch sie veröffentlichen zu können. Bestimmt gibt es auch viele, viele neugieriege Leser - ich wünsche es Ihnen!

Simone Richter

vor 7 Jahren

@Stefan_Albus

Oh, das ist interessant (habe auch gleich mal nach dem John Cage Orgel-Projekt gegoogelt)! Da muss ich wirklich mal meine Augen offen halten! Gruß! Simone Richter

Stefan_Albus

vor 7 Jahren

Hi Simone! Naja, ob 4,5 km/h viel sind ... das sind in der Tat Zahlenspielereien ohne jede Bedeutung. Ich habe mich nur im Nachhinein gewundert, dass ich fast immer zu spät ankam, um noch meinen Pilgerstempel zu kriegen. Im Kölner Domladen haben sie nach mir abgeschlossen ... Aber man macht ja auch Pausen, die sind fast genauso wichtig wie das Gehen ;-) Zum Rucksack: DAS ist eine SEHR interessante Frage! Tatsächlich finde ich, dass das Nachdenken über das, was man unterwegs WIRKLICH braucht, eine exzellente Vorbereitung auf den Weg ist! Ich hatte zuerst viel zu viel mit - sogar, man glaubt es nicht, einen FÖN! Und eine ERSATZ-PILGERMUSCHEL! :D Habe ich alles in Altenberg in eine Tüte gepackt und dagelassen. Aber so ist das - aus solchen Erfahrungen lernt man. Erst recht, wenn das Zeug einen in den Boden drückt, als hätte man einen Betonmischer im Kreuz ;-) Bei vielen Pilger-Bruderschaften kann man aber auch Packlisten bekommen, alles halb so wild ;-) Gruß!! Stefan Albus

Stefan_Albus

vor 7 Jahren

John Cage-Orgel-Projekt: Also, DAS lohnt sich auf jeden Fall! Einem Stück beizuwohnen, dass, wenn alles gut läuft, auch noch läuft, wenn man längst zu Staub geworden ist - dagegen werden manche Alltagsprobleme sowas von unbedeutend ... vielleicht sehen wir uns ja zum nächsten Klangwechsel! Die Stimmung, die in dieser Kirche herrscht, ist unbeschreiblich. Wirklich.

Simone Richter

vor 7 Jahren

@Stefan_Albus

Bis wann muss man sich denn den Pilgerstempel immer holen? Ist ein Ding, dass Du (ich wechsele mal zum Du) fast immer zu spät warst. Pausen finde ich ebenso immer wichtig ;)! Das es eine Packliste für Rucksäcke gibt, finde ich sehr beruhigend, aber ein Fön müsste bei mir wahrscheinlich doch mit, schäm. Wo erhält man eigentlich die Pilgermuschel? Entschuldigung, bin ein wenig unbedarft. Habe auch gerade mal bei Deinen Bildern zu dem Pilgern gestöbert - einfach interessant und auch lustig, auch wenn es zwischenzeitlich bestimmt nicht so lustig war. Spannend fand ich auch die Geschichte mit dem "Ladendiebstahl". Ja, ja, die höhere Macht.
Ich verabschiede mich für heute in die Kissen (na gut, ein wenig Bilder schauen, werde ich noch). Es ist schließlich schon Samstag und diese BuchfragE sollte ja eigentlich nur Karfreitag sein ;). Viele Grüße nach Herne und noch schöne Rest-Ostern! Eigentlich hätte ich noch viele Fragen, der Lebenslauf ist so interessant.

Simone Richter

vor 7 Jahren

@Stefan_Albus

Das man sich dort ein Klangjahr reservieren lassen kann, ist in der Tat etwas Besonderes. Jetzt habe ich doch noch eine Frage ;). Wie kam der Stefan Albus zu diesem Orgel-Projekt in Halberstadt?

Stefan_Albus

vor 7 Jahren

Hi Simone! Pilgerstempel holen: Das ist sehr unterschiedlich und hängt davon ab, wer den jeweils hat. Ich hab' den in Gemeindebüros, in Kirchen, bei Privatleuten, in Cafés und werweißnochwo erhalten – und alle haben unterschiedliche "Öffnungszeiten". Aber das wie auch die Suche danach gehört dazu ;-) Zwei sehr nette Mitpilger hab' ich zum Beispiel nur getroffen, weil ich vor einem Gemeindebüro eine halbe Stunde warten musste. Die Kollegen haben diese Zeit genutzt, sich zünftig zu verlaufen, so dass wir am Ende ein langes Stück Weg gemeinsam machen konnten. Die Pilgermuschel: DAS war ein Akt! Ich hab überall gesucht, Metro, div. Fischhändler ... hab' dann am Ende frustriert bei einem Pilgerversand im Internet zugeschlagen (Riesenporto!) und dann welche bei Lidl in der Kühltheke entdeckt ;-) Am Ende hatte ich acht und konnte mir die allerschönste aussuchen. Tipp: Die Löcher für die Kordel nicht bohren, sondern schleifen! Schöne Grüße! Stefan

Stefan_Albus

vor 7 Jahren

Ach ja: Zum John Cage-Projekt: Gib' mir doch mal Deine Mailadresse, wenn Du magst. Ich kann Deinen Namen hier irgendwie nicht anklicken. Liebe Grüße! Stefan

Simone Richter

vor 7 Jahren

@Stefan_Albus

Hi Stefan, so, bin von einer 5-stündigen Fahrradtour um unsere Seen-Kette gerade zurück gekehrt. Nicht gelaufen, aber auch sehr schön, bei herrlichem Wetter und heute wars auch nicht so überlaufen, wie vielleicht Ostersonntag und -montag.
Ich dachte eigentlich, dass man den Pilgerstempel nur in Kirchen und Gemeindebüros erhält. Tja, man lernt nie aus! Deshalb dachte ich auch, abends ankommen und immer vor einer offenen Kirchtür, etc. stehen ;).
Mitpilger treffen würde ich ab und an wirklich haben wollen, um ihre Beweggründe, Erfahrungen, usw. zu hören. Außerdem stelle ich es mir angenehm vor, mal eine kleine Wegstrecke vielleicht zusammen zu pilgern. Vorausgesetzt, man hat das selbe Tempo. Und ich vwermutete schon, meine Frage zu der Pilgermuschel ist dumm. Also ist es doch nicht einfach, diese zu erhalten. Aber warum dann bei Lidl in der Kühltheke, *aufdemschlauchstehe*? Viele Grüße aus der Lausitz, Simone.

simone_richter

vor 7 Jahren

@Stefan_Albus

Ich schreib' mal meine Zweit-Adresse bei Dir auf der Seite. Vielleicht könntest Du sie dann löschen? Danke!

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