Klappentexte, wirklich so schlecht wie ihr Ruf?

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Alesai

vor 6 Jahren

In der Zeit ist ein Artikel erschienen, der sich über die Klappentexte lustig macht, weil die Marketing- /Klappentextabteilung immer die gleichen weichgespülten Phrasen verwenden, um ihre Bücher ins Rennen zu schicken. http://www.zeit.de/kultur/literatur/2011-08/klappentexte

Was könnt ihr nicht mehr auf Klappentexten sehen. Ich zum Beispiel hasse es, wenn Stephen King (obwohl ich den gerne mag), oder ein anderer Autor seine Leseempfehlung zu dem Buch gibt. Die hören sich immer gleich an a lá 'Ihnen wird das Blut in den Adern gefrieren' und wirken auf mich total gekauft und künstlich.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

Grundsätzlich ist mir in letzter Zeit oft aufgefallen, dass einige Klappentexte wenig bis gar nichts mit dem eigentlichen Inhalt zu tun haben... da war ich dann während und nach dem Lesen immer leicht verwirrt.

Was ich ganz schrecklich finde ist zum einen das was du auch schon angesprochen hast.. und diese Phrase "ein absoluter Pageturner" .. das geht gar nicht.

elane_eodain

vor 6 Jahren

Ich finde es sehr nervig, wenn auf einem Fantasybuch sowas steht wie "der neue Tolkien" oder "der einzig wahre Nachfolger Tolkiens" etc. Ja, ich mag Tolkien, aber auch andere Fantasyautoren und dieser leider sehr häufige Vergleich lässt mich eher dazu neigen das Buch wieder weg zu legen als es zu kaufen ... was ich auch nicht mag ist, wenn zu viel Inhalt im Klappentext verraten wird. Aber wahrscheinlich ist es auch gar nicht so einfach einen Text zu verfassen, der anspricht und neugierig macht, aber dennoch nicht viel verrät - dazu muss man sich zumindest ein wenig Zeit nehmen und sich mit dem Inhalt auseinandersetzen ... ;-)

Bergey

vor 6 Jahren

Hallo zusammen, ein absoluter Aufreger, genau! Ganz schlimm finde ich - wie schon genannt - die Empfehlungen anderer Autoren. Auf einem der letzten Leseexemplare, die ich gelesen habe, war ein lobendes Zitat einer bekannten, erfolgreichen Krimiautorin, umso schlimmer, weil ich das Buch total langweilig fand!!! Frage mich, ob sie es überhaupt gelesen hatte. Am schlimmsten finde ich es, in der Buchhandlung zu stöbern und auf dem Klappentext steht rein gar nichts zum Inhalt des Buches sondern nur "Gänsehaut-Feeling pur!" oder ähnliches... Man sollte sich eigentlich nach der Lektüre noch einmal den Klappentext durchlesen und vergleichen, habe ich noch nie gemacht. Ganz vorsichtig werde ich, wenn ich lobende Zitate aus der FAZ oder so sehe, oft sind das dann Bücher, die nur in den Feuilletons gelobt werden...

Ajana

vor 6 Jahren

Leider sagen viele Klappentexte überhaupt nichts über den Inhalt aus. Ich würde mir wünschen, dass nicht nur innen im Buch vorne eine ausführliche Inhaltsangabe wäre, sondern gleich hinten auf dem Buch. Manche Inhaltsangaben haben mich schon komplett an der Nase herumgeführt, weil der Inhalt total schlecht dargestellt war. Die Meinungen anderer Autoren interessieren mich auch nicht sonderlich weil sie immer gleich sind. Schön wäre auch, wenn gleich hinten auf dem Buch stehen würde, ob es sich um eine Serie oder Trilogie handelt, damit man es nicht erst merkt wenn man das Buch durchhat.

Besonders schlimm finde ich Empfehlungen der New York Times, damit habe ich bisher meistens falsch gelegen.

sabatayn76

vor 6 Jahren

Bestimmte Phrasen nerven mich auch. Noch schlimmer finde ich allerdings, wenn der Klappentext Dinge verrät, die erst relativ spät im Buch passieren, wodurch oft Spannung verloren geht. Ich habe mir deshalb fest vorgenommen, Klappentexte nicht mehr zu lesen bzw. nicht direkt vor dem Lesen des Buches nochmal anzuschauen, denn wenn es länger zurückliegt, kann ich mich oft nicht mehr an Details erinnern, was dann ok ist. Gelingt mir allerdings nicht immer.

nathan_jaeger

vor 6 Jahren

Hallo zusammen,
ich persönlich mag die meisten Klappentexte auch nicht, weil sie irreführend sind und vollkommen falsche Erwartungen bei mir wecken. Für mich sind Empfehlungen von anderen Autoren oder Zeitungen ziemlich egal, da sie nur selten meine eigene Meinung wiedergeben. Der Kampf um die Superlative und die Erwähnung namhafter anderer Autoren ("Der neue Tolkien...") sind für mich sogar ein Grund, ein Buch wieder wegzulegen. Ich denke, die marketingabteilungen der Verlage sollten da insgesamt etwas langfristiger denken und nicht mit einem reißerischen Klappentext auf dem ersten Buch eines neuen Autors gleich so hoch stapeln, dass man als Leser nur enttäuscht sein kann - egal wie gut das Buch letzten Endes ist. Ein gutes Buch sollte mit seinem Inhalt und seiner Schreibweise punkten, was sich dann auch gern im Klappentext niederschlagen darf. Dieser muss dazu aber vom Autor kommen. Ich freue mich tatsächlich sogar immer sehr, wenn einfach ein kurzes Zitat aus dem tatsächlichen Buchinhalt als Klappentext dazugesetzt wird. Aber vielleicht ticke ich als Leser auch ganz anders, als der lesende "Mainstream" (so es denn einen solchen gibt) ;)

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

Ich habe damit eine sehr schlechte Erfahrung gemacht. Als ich meine LUISE KÖNIGIN AUS LIEBE das erste Mal in den Händen hielt, staunte ich nicht schlecht: Da kamen Personen in meinem Roman vor, von denen ich noch nie gehört habe. Und auch die Handlung nahm einen Lauf, den ich bislang noch nicht kannte. Es las sich gut, zweifelsohne. Aber als Leserin wäre ich enttäuscht gewesen, weil es eben nicht das hält, was es verspricht.

Das Lektorat hat in der zweiten Auflage den Klappentext geändert. Aber als das Taschenbuch rauskam, haben sie in der ersten Auflage wieder den f a l s c h e n Text gedruckt. Das kommt davon, wenn man die Autoren nicht mit einbezieht.

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