Lara Myles - IN GEDANKEN BEI DIR

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BarbaraGoldstein

vor 4 Jahren

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Lara Myles - IN GEDANKEN BEI DIR

Der letzte Wunsch eines kleinen Kindes: Ich will Daddy umarmen! Jolie bleibt nicht mehr viel Zeit: Die Fünfjährige hat Leukämie. Ihre letzten Tage verbringt sie in einem Medical Center in San Francisco. Ihr größter Wunsch: Sie will ihren Daddy kennenlernen. Aber wo ist Alex Lacey? Jolies Mutter Cassie, Unterwasserarchäologin bei der UNESCO, macht sich auf die Suche nach ihrem Ex Alex, der als Geologe für das US Geological Survey am Mount St Helens forscht. Nach Jahren der Trennung hat er vor wenigen Tagen die Scheidung eingereicht, weil er seine Freundin heiraten will: Alex hat eine neue Familie. Von der kleinen Jolie, die nach seinem Abschied aus San Francisco geboren wurde, weiß er nichts. Wird es Cassie in der atemberaubenden Wildnis am rauchenden und bebenden Vulkan gelingen, den letzten Wunsch ihres Kindes zu erfüllen?
© 2013
ebook, 786 KB = 350 Seiten

Rating auf Amazon.de: *****/* (Stand: 16. August 2013)
Die Leser meinten: »Eine Geschichte, die ins Herz trifft!« und »So ein tolles Buch!«

LESEPROBE: KAPITEL 1 (7 Seiten)

Werden diese kleinen Füße jemals Spuren in einem Leben hinterlassen?
Die Traurigkeit überkam Cassie wie eine Woge, die alle anderen Gefühle mit sich reißt, und sie fühlte sich, als versuchte sie, unter Wasser zu atmen. Ihr Herz klopfte und ihre Knie zitterten, als sie sich auf das Krankenbett ihrer kleinen Tochter setzte und Jolies Blue-Dolphin-Slippers aufhob. Die niedlichen Delfine aus meerblauem Plüsch hatten ein verschmitztes Grinsen in den Gesichtern und ein kesses Funkeln in den glänzenden, schwarzen Knopfaugen. Nick hatte Jolie die Hausschuhe für die Klinik geschenkt, als die Kleine vor einigen Monaten beim World Wildlife Fund die Patenschaft für einen Delfin übernommen hatte.
Cassie stellte die süßen Schühchen auf ihre Knie und strich mit den Fingerspitzen über die flauschigen Flossen.
Wie zum Trost wiegte Cassie sich langsam vor und zurück. Die panische Angst, dass sie Jolie verlieren könnte, bevor ihr funny little girl diesen kleinen Blue-Dolphin-Slippers entwachsen war, bevor sie ihren adoptierten Delfin auf Hawaii besuchen konnte, bevor sie überhaupt gelebt hatte, schnürte Cassie die Kehle zu. Jolie war fast sechs, sie war Cassies ältestes Kind, aber nicht das erste, das starb.
Cassies Augen brannten, und wie so oft in den letzten Wochen kämpfte sie gegen die heißen Tränen an. Die Zeit zerrann ihr zwischen den Fingern, und sie versuchte, jeden Augenblick mit Jolie zu bewahren, als wäre er der letzte.
In der kurzen Zeit, die Jolie bei uns ist, hat sie uns so viel Glück und Lebensfreude geschenkt!, dachte Cassie.
In den letzten Monaten, seit sie krank war, hatte die Kleine Nick und sie gelehrt, wie tapfer ein kleiner Mensch sein konnte, wie stark seine Seele war, und was es bedeutete, eine Familie zu sein.
Der Tod des eigenen Kindes war ... nein, dieses Gefühl, dieser Schmerz ließ sich nicht in Worte fassen. Mit dem Sterben konnte ihre kleine Tochter besser umgehen als sie. Jolie konnte sich dem stellen.
Ein ungelebtes Leben verwirklichen - wie das geht?
Ihre zerbrochenen Hoffnungen und unerfüllten Träume hatte Jolie in die rote Lackschachtel gesteckt, die auf dem Tisch dort drüben stand. Eine Schachtel voller Herzenswünsche, die alle wie Seifenblasen zerplatzen würden. Wie gern würde Cassie ihrer Süßen ihre sehnlichsten Wünsche erfüllen! Doch es waren Lebenswünsche, die nur sie selbst verwirklichen konnte.
Ihr größter Wunsch? Sechs Jahre alt zu werden.
Sechs.
Nicht sechzig, siebzig, achtzig. Nicht ein langes und erfülltes Leben zu genießen, ein Leben, das ihrem Tod ein gewisses Maß an Sinn verleihen würde.
Gab es etwas Unangemesseneres als den Tod eines kleinen Kindes, das fast die Hälfte seines Lebens in einer Klinik verbracht hatte? Das nie wirklich Kind war? Das in seinem kurzen Leben eigentlich nie mit aller Kraft gelebt hatte? Das mit vier gelernt hatte, wie schmerzhaft eine Lumbalpunktion an der Wirbelsäule war, und wie elend man sich nach einer Chemotherapie fühlte? Das die Bedeutung von APL kannte, eine seltene und schwer zu behandelnde Form von akuter myeloischer Leukämie, ein Wort, das Cassie nicht aussprechen konnte, ohne dabei zu würgen?
Wenn Jolie und sie gemeinsam in der roten Lackschachtel stöberten, wenn die Kleine sich in ihre Arme schmiegte und sie mit den Lippen über die zarte Haut ihres kahlen Kopfes strich, war Cassie traurig, ja, aber das, was Jolie in die Schachtel gepackt hatte, schenkte ihr auch immer sehr viel Kraft und weckte in ihr den Wunsch, genau so stark zu sein wie ihre Kleine. Die Schachtel steckte voller Gefühle, und Jolie und sie lachten und weinten oft gemeinsam. Jolie strich dann über Cassies kurzes Haar und sah sie mit großen wimpernlosen Kinderaugen an.
Als Jolie während der letzten Chemo wieder die Haare ausgefallen waren, hatte Cassie ihr den Kopf rasiert. Jolies feines blondes Haar war auf den Boden gerieselt, und sie hatte wieder geweint, wie beim letzten Mal. Aber Cassie hatte sie nicht in den Arm genommen und getröstet. Sie hatte ihr den Rasierer in die Hand gedrückt: »So, und jetzt ich.«
Am Ende hatten sie ihren Spaß, und Cassie hatte Jolie auf Facebook das Bild der kahlen Barbie gezeigt, die Mattel für krebskranke Kinder herstellen wollte, die während der Chemo ihre Haare verloren.
Meine wachsen jetzt nach, dachte Cassie, Jolies nicht. Nie mehr? Wie viele Nie mehrs stehen Nick und mir noch bevor?
Nie mehr würde sie die Finger durch Jolies weiches Haar gleiten lassen, nie mehr mit ihr unter der Bettdecke Höhlentauchen spielen, nie mehr mit ihr in Blubbersprache sprechen, als wären sie mit einer Atemmaske unter Wasser, nie mehr würde sie mit ihr in einem Bett schlafen und sie in den Armen halten, nie mehr mit ihr schmusen und kuscheln.

Ich muss mich zusammenreißen!, ermahnte Cassie sich und richtete sich auf.
Sie war heute früher in die Klinik gekommen, um mit Jolie über das Fernsehinterview zu sprechen. CBS San Francisco war auf ihre Website help-jolie.com aufmerksam geworden. Die Redakteure glaubten, dass Jolies Geschichte auch für andere eine Bedeutung haben könnte, und wollten Cassie mit einem Beitrag in den Eyewitness News at 5 bei der Suche nach einem Knochenmarkspender unterstützen. Die Spenderdatei Bone Marrow Donors Worldwide hatte bisher nur einen Spender mit den passenden HLA-Merkmalen für eine lebensrettende Transplantation finden können - in Australien. Doch bevor er für Jolie spenden konnte, starb er vor wenigen Tagen bei einem Motorradunfall im Outback, bei einem Crash mit einem Känguru.
Ihre Website war nun ihre letzte Hoffnung. Und natürlich ihre Freunde in aller Welt. Erst gestern hatte Cassie an sie alle gemailt:

Von: Cassie cassie.lacey@live.com
An: Alle Kontakte
Kopie: Nick nick.talcott@hotmail.com
08.08.2012 / 22:58
Betreff: Jolies glückliches Lächeln
Liebe Freunde, die ihr mir beisteht in dieser schweren Zeit. Ihr macht mir ein wundervolles Geschenk: Das Gefühl, nicht allein zu sein.
Die Chemo ist jetzt überstanden, und Jolie geht es gut. Sie ist jetzt fieberfrei und spielt mit den Kids in der Klinik und den vielen Geschenken, die sie von euch allen bekommen hat. Ihr Zimmer war voller Kartons mit bunten Schleifchen und Glitzersternchen, und Nick und ich mussten acht Mal laufen, um den ganzen Haufen auf der Ladefläche meines Pickups zu verstauen.
Jolie hat sich ausgesucht, womit sie zuerst spielen will. Nick und ich werden unserer Kleinen immer wieder neue Spielsachen mitbringen und alte auf meinem Hausboot in Sausalito verwahren. Jolie hat mich gebeten, euch allen für die tollen Geschenke zu danken. Sie hat sich sehr darüber gefreut.
Auf meiner Website habt ihr von dem tragischen Unfall in Australien gelesen. Wie soll ich meine Trauer, mein Beileid und mein Mitgefühl in Worte fassen? In mir sind so viele Gefühle, die ich am liebsten in einer herzlichen Umarmung ausdrücken würde. Meine Gedanken gelten Coopers Familie, seiner Frau und seinen beiden Kinder, vier und sechs.
Es fällt mir schwer, etwas Persönliches über Coop zu sagen, um ihn zu würdigen. Ich weiß nicht, wie er als Mensch war, als Ehemann, als Vater, als Freund. Ich habe ihn ja nur am Telefon kennengelernt, als ich ihm sagte, wie glücklich ich wäre, dass er Jolies Leben retten wollte. Wir haben miteinander gelacht, und er hat mir Hoffnung geschenkt. Und nun bin ich traurig, dass er aus seinem Leben gerissen wurde.
Nick hat auf unserer Website eine virtuelle Kerze für Coop entzündet. Wer will, kann dort mit uns trauern, seiner Familie in Sydney kondolieren oder einfach einen Gedenkspruch posten.
Coop, Du wirst uns allen unvergessen bleiben.
Nick und ich hoffen, dass Jolie trotz allem, was dagegen spricht, überleben wird. Und wir danken euch, dass ihr alle euch als Knochenmarkspender habt testen und registrieren lassen. Leider kommt keiner von euch für die Transplantation infrage, ebenso wenig wie Nick und ich. Trotzdem sind wir dankbar, dass Jolies Krankheit uns überall auf der Welt zusammengeführt hat. Eure Freundschaft und eure Anteilnahme schenken uns Gelassenheit und Stärke und verleihen unserem Leben Würde. Auch wenn wir manchmal Angst haben und den Mut verlieren, wir werden gegen die Krankheit kämpfen und uns von ihr nicht besiegen lassen. Und Jolie, my funny little girl, ist die Tapferste von uns.
Herzliche Grüße,
Cassie

Anlage Jolies glückliches Lächeln.jpg

Cassie beugte sich vor und stellte die Blue-Dolphin-Slippers wieder vor das Krankenbett. Dann sprang sie auf, um die Jalousien vor dem Fenster zu öffnen.
Warme Sonnenstrahlen fluteten in den Raum, und mit dem hellen Licht auch die leuchtenden Farben des beginnenden Indian Summers im nahen Golden Gate Park. Viele Bäume zeigten bereits erste herbstliche Schattierungen von Gelb, Ocker und Rot bis hin zu violettem Braun. Und in der Luft lag die fröstelige Kühle des vom Pazifik heranschwebenden Nebels.
Wolken aus Zuckerwatte und Nebel aus zerlaufender Sprühsahne, hätte Jolie dazu gesagt und hätte kichernd das Konzert der fernen Nebelhörner der Schiffe unter der Golden Gate Bridge mitgesummt: »Boooo!« und »Bwwww!«
Cassie packte die neue Bettwäsche aus, um Jolies Bett frisch zu beziehen. Mit den lebendigen Farben der selbst gestalteten Bettbezüge versuchte sie gegen die kalte Neonbeleuchtung des Zimmers und die sterile Krankenhausatmosphäre mit piepsenden Infusionspumpen und dem süßlichen Duft der Chemo anzugehen.
Die Motive, die sie jede Woche in einem Laden in der City auf die Decken- und Kissenbezüge drucken ließ, hatte sie während ihrer Arbeit als Unterwasserarchäologin bei der UNESCO in aller Welt fotografiert. Auf der Bettwäsche waren romantische Schiffswracks in dunkelblauem Wasser zu sehen. An einer glitzernden Schnur aus Blubberbläschen schien eine kleine Taucherin im bunten Neoprenanzug zu hängen: Das war sie. Auf einem anderen Foto schwebte sie in einem Wirbel bunter Fische im türkisblauen Wasser über einem tropischen Korallenriff. Jolies liebste Schmusebettwäsche zeigte ein Wrack, das an den Felsklippen vor einer Insel zerschellt war: Mit hochgeschobener Taucherbrille hockte Cassie im kurzen Tauchanzug auf den Felsen, paddelte mit den Flossen im Wasser und winkte.
Das heutige Foto war erst vor wenigen Tagen entstanden, als Nick und Cassie zum kürzlich entdeckten Schiffswrack der Armada of Golden Dreams in der San Francisco Bay getaucht waren. In einer Wolke von silbrig schimmernden Atembläschen schwebten Nick und sie, beide mit schwarzen Neoprenanzügen und neongelben Pressluftflaschen, über dem Wrack und erforschten es.
Wie bei allen anderen Motiven hatte Cassie auch auf diesem Foto mit Photoshop einen Schatz versteckt, den Jolie suchen musste, im Sand neben dem Wrack, zwischen den Planken oder hinter dem Korallenriff. Auf allen vieren tobte ihre kleine Abenteurerin dann kichernd über das frisch bezogene Bett und sah sich das neue Bild mit ihrer archäologischen Ausrüstung - Taschenlampe und Digitalkamera - ganz genau an. War das immer ein Spaß!
Auf diese Weise konnte sie Jolie an ihrem Leben teilhaben lassen, auch wenn sie nicht immer bei ihr sein konnte. So oft wie möglich schlief Cassie bei ihr in der Klinik, und Nick löste sie oft dabei ab. Aber manchmal wollte sie auch einfach bei ihm sein, wie heute Nacht. Zu zweit allein, zwei Liebende, die in den Armen des anderen schwach sein durften, verzweifelt, traurig.
Wie viel hatten Nick und sie gemeinsam durchgestanden. Die Erfahrung, gemeinsam ein aufgewecktes Kind wie Jolie großzuziehen, die Schwangerschaft, Cassies Zusammenbruch, die Trennung von Nick, die schlaflosen Nächte und die panische Angst um ihre Kleine, die unzähligen Fahrten in die Klinik, all das hatte an ihren Kräften gezehrt und hatte sie oft regelrecht überfordert. Nick und sie brauchten dringend ein bisschen Zeit nur für sich. In den letzten Wochen saßen sie sich allzu oft beim Abendessen auf der Veranda des Hausboots gegenüber, starrten auf die nebelige Bay und schwiegen sich an. Nach der Trennung waren sie wieder ein Paar, ja klar, aber sie mussten auch die Kraft haben, weiterhin zusammen zu bleiben ... einander Halt zu geben ...

(Ende der Leseprobe)


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Viel Spaß beim Lesen!
Lara Myles


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