Leseprobe zu meinem Roman Claudius' Banner: Der Habicht und der Drache

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Maximilian_Knapke

vor 12 Monaten

Betrug. Mord. Intrigen. Krieg. Vier Wörter, die sich jedem Bewohner des Kontinents Karavelya ins Gedächtnis gebrannt haben. Sei es durch den Orden des schwarzen Habicht, der den Norden überzieht mit einer Welle aus wüstem Terror oder durch die beiden Großreiche Kanderia und Ernuria, die sich gegenseitig an die Kehle gehen. In diesem Tumult befindet sich der Junge Claudius, dem Malstrom trotzend. Wird der den Sturm überstehen?


Sehr gerne würde ich (auch weil ich besonders in der Neobooks-community noch recht neu bin) eure Meinung zu meinem Roman hören und würde mich richtig darüber freuen. 


LG Maximilian

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Maximilian_Knapke

vor 12 Monaten

Claudius' Banner
Der Habicht und der Drache
Prolog: Eine alte Festung
Ich erinnere mich noch genau daran wie ich einst das Land be¬reiste, mit seinen weiten Tälern aus satt grünen Wiesen und sei¬nen hohen Bergen aus grauem Schiefer. Ich entsinne mich noch an ihre monumentalen Gipfel in hunderten Metern Höhe und daran, wie ich davon träumte sie zu erobern.
Karavelya war noch immer wildes Land mit ungezähmten, dichten Wäldern voller gefährlicher, aber auch wunderschöner Geschöpfe, die seit jeher den Konti¬nent und seine zahlreichen Länder beherrschten. Eines dieser Geschöpfe war der schwarze Timberwolf. Ich bewunderte schon immer wie grazil und ge¬duldig diese Tiere waren. Ich war wortwörtlich vernarrt in ihre Ausdauer und ihre Stärke, die sie im Rudel bewiesen.
Einer dieser Wölfe auf grauem Grund flatterte als Stadtwappen über der brachialen Mauer aus schwarzem Gestein. Die hohen Wälle der Hauptstadt Isladera erklommen als krenelierte Wachtürme mit kleineren, feuerspeienden Türmen davor das gewölbte Himmelszelt mit seinen abertausenden Sternen, die an diesem Tag die Schlacht gegen die Wolken gewannen. Ich ließ meinen Blick über die ruhmreiche Stadt fahren, deren rote Ziegeldächer auf den aus grauem Stein gebauten Häusern die Stadt in ein warmes Meer zu tauchen schienen. Die Wohnge¬bäude waren meist zwei ab und an sogar drei und selten vier¬stöckig mit Licht spendenden Glasfenstern, die in polierten Spitzbögen lagen, die das Stadtbild ebenso zierten wie die lan¬gen Arkaden des Händlerviertels, welches von hölzernen Marktständen und großen, prächtigen Villen mit famosen Gär¬ten gesäumt war. Lange mit Kopfsteinpflaster gebaute Alleen verliefen von der tiefschwarzen Zitadelle mit seinen Schildwäl¬len und Türmen zu den vier großen Wehrtoren, die Isladera vor Feinden schützten und mit jeweils einem aus purem Gold be¬stehenden Fallgitter gerüstet waren.
In meinem Kopf spielten sich so viele Gedanken ab, die ich mit diesem Juwel verband. Es war schon seit immer meine Heimat gewesen. Hier in dieser wundervollen Stadt lebte einst mein Vater Severus Kander, der diese Stadt aufgebaut hatte und nun auch mein Sohn Claudius.
Neben meinen Soldaten stehend betrachtete ich den rieselnden Schnee der schon in Massen auf den Straßen lag und eine lan¬ge, weiße Spur zog. Dann machte ich mich dazu bereit wieder von der Mauer herabzusteigen.
Ich sah noch ein letztes Mal auf die Zitadelle, die vor einigen Monaten fertiggestellt wurde. Sie war allein mein Werk. Ich habe sie geschaffen! Ich bin Aurelius Kander, der Caesar Kan¬derias!

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