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Tanja_Langer

vor 4 Jahren

Das neue Buch ist ein literarisches Porträt, so wie Munch viele Menschen porträtiert hat. Er hat sich in diese Menschen "versenkt" und sie so dargestellt, wie er persönlich sie gesehen hat. Manche haben sie sich darüber beschwert, und manche haben ihn dafür geliebt. Es ist eine persönliche Auffassung, seiner Bilder, seines Werks, seines Lebens, ich habe viele Ausstellungen gesehen, vieles von und über ihn gelesen, mit Malerinnen udn Malern über ihn gesprochen, und auch mit einem Kunsthistoriker. Mich hat besonders fasziniert, wie er mit dem Thema Erinnerung umgegangen ist, als übergreifendem methodischem Ansatz, unter den er dann seine reflexionen über die Liebe, den tod, die Angst, die Sexualität, die Eifersucht packte. Wie er sich selbst zum "Material" seiner Erforschung des Menschen schlechthin gemacht hat; wie er im größten Trouble durch das Malen eine eigene Form der Distanz entwickelt  hat. All das, aber auch der ganze störrische Kerl haben mich immer wieder begeistert. Er trank zu viel, wies sich selbst in eine Nervenklinik ein, schrieb wahnsinnig gern Briefe, liebte und hasste, fühlte sich verfolgt: und die ganze Zeit hörte er nicht auf zu arbeiten. Vielen ist er mit der "Madonna" und dem "Schrei" bekannt, der übrigens eigentlich "Das Geschrei" hieß: Ich möchte meine Begeisterung für sein gesamtes, großes Werk teilen.

Autor: Tanja Langer
Buch: Der Maler Munch
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