Mitmachkrimi "Abgründe" Kapitel 30

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petersplitt

vor 4 Monaten

Hallo Ihr Lieben:

Weiter geht’s mit dem Kapitel 30. Heute erleben wir unseren Bösewicht noch einmal richtig in seinem Element. Er hat sich eine ganz besondere Teufelei ausgedacht.

Viel Spaß beim Lesen...



DREISSIGSTES KAPITEL

Er wollte seine Arbeit fortsetzen. Eine Aufgabe, die seinen Gefangenen die schlimmsten Qualen bringen sollte, die ein Mensch bei vollem Bewusstsein ertragen konnte. Und diesmal sollten sie alle dabei sein. Die beiden Mädchen genauso wie seine drei männlichen Gefangenen. Das Opfer, welches er sich dazu auserkoren hatte, war Ralf Blasius, der Versicherungsmakler. An ihm wollte er ein besonderes Exempel statuieren. Und heute war für ihn der große Tag gekommen, auch wenn bis zu dem entscheidenden Augenblick noch ein paar Vorbereitungen nötig waren. In seinem Labyrinth gab es einen Raum, den er einfach Aufenthaltsraum nannte. Ursprünglich hatte er nicht gewusst, was er mit ihm anfangen sollte. Als er die Bunkerfläche in einzelne Zellen eingeteilt hatte, war der große Raum übrig geblieben. Doch dann war ihm eine Idee gekommen, was er damit anstellen konnte und diese Idee wollte er heute in die Tat umsetzen. Dazu hatte er in gleichmäßigen Abständen Metallringe in die Wände eingelassen, ganz genau so, wie er es in Kerkern alter Burgen gesehen hatte. Dabei hatte er akribisch darauf geachtet, dass die Abstände der einzelnen Ringe zueinander groß genug waren, so dass sich die Personen, die er später daran festketten wollte, nicht berühren konnten. Das war enorm wichtig. Persönliche Berührungen führten zu einem Zusammengehörigkeitsgefühl, das er nicht wollte. Ganz im Gegenteil. Er würde den Konkurrenzkampf untereinander noch weiter anstacheln. Vor wenigen Minuten hatte er seine Schäflein in den besagten Raum gebracht. Dabei war er intelligent genug vorgegangen und hatte sie überrascht, so dass eine Gegenwehr von vornherein ausgeschlossen war. Mit Sabine Hartmann hatte er sogar ein wenig verstecken gespielt, bevor er sie im Hauptgang seines Labyrinths wieder eingefangen hatte. Sie befand sich jetzt zusammen mit den anderen Gefangenen an dem Platz, den er ihr zugedacht hatte. Sie waren an die Wand gekettet und besaßen gerade mal so viel Bewegungsfreiheit, um das zu tun, was er von ihnen verlangte. Die einzige Ausnahme war Ralf Blasius. Den hatte er gezwungen, sich in einer ganz bestimmten Position auf einen Stuhl zu setzten. Zwar hatte er sich am Anfang noch gewehrt und aus Leibeskräften geschrien, doch er hatte in gefesselt und ihm sehr schnell beigebracht, wer hier das Sagen hatte. Er begann seine Vorbereitung damit, dass er einen großen, orangen Behälter aus seiner Asservatenkammer holte und ihn durch die Falltür nach unten schleppte. Desweiteren benötigte er eine Metallvorrichtung, ein Beatmungsgerät mit vier Inhalatoren, Plastikschläuche mit Membranen, ein Ventil, das sich öffnete, wenn jemand atmete, Sicherheitshandschuhe, eine mit einer gelblichen Flüssigkeit gefüllte Spritze und eine Augenbinde. Die Metallvorrichtung hatte er selbst entworfen und zusammengebaut, das Beatmungsgerät beabsichtigte er ein wenig zweckentfremdet einzusetzen. Schnell setzte er die Maske auf und zog sich die schwarze Kutte über, als er bemerkte, dass seine Gäste langsam unruhig wurden.

Julia schaute sich vorsichtig um. Die junge Dame ihr gegenüber, musste Diana Meyfarth sein. Sie sah Bernadette irgendwie ähnlich, auch wenn man das in ihrem jetzigen Zustand nicht mehr genau sagen konnte. Neben ihr angekettet war Sabine Hartmann. Sie rieb sich den Kopf und stöhnte: „Ich habe Kopfschmerzen. Du Schwein, was hast du mit uns vor. Lass uns endlich laufen. Beierle und Blasius sagten kein Wort. Sie blickten aneinander an und versuchten zu begreifen, was hier geschah. Beierle an der Wand, Blasius gefesselt auf dem Stuhl.

Julia versuchte sich zu bewegen, aber es ging nicht. Die Kette hielt sie zurück. Warum hat er uns in regelmäßigen Abständen an die Wand gekettet, was hat der Teufel mit uns vor? Warum hockt der andere Kerl verpackt wie eine Mumie auf dem Stuhl?“ Während sie noch überlegte, musste sie zusehen, wie ihr Kidnapper dem Gefangenen auf dem Stuhl ein Metallgestell über den Kopf stülpte. Der arme Kerl wollte sich biegen und winden, aber die Fesseln hielten ihn zurück. Außerdem fixierte das Metallgestell seinen Kopf derart in einer Position, so dass er ihn noch nicht einmal bewegen konnte. Genau darüber besaß das Gestell eine stabile Metallplatte mit einer Öffnung. Julia bemerkte das Entsetzen in den Augen seiner Mitgefangenen.

Was hat der Wahnsinnige vor?

Der griff wie auf Kommando nach dem orangefarbenen Behälter und justierte in oben auf der Metallplatte. Jetzt herrschte vollkommene Stille. Die Situation war gespenstisch. Die Gefangenen hielten die Luft an. Keiner wagte ein Wort zu sagen. Auf einmal zerriss ein Schrei die Stille. Sabine Hartmann hatte auf dem Behälter einen dreieckigen Aufkleber entdeckt. Darauf befand sich ein roter Totenkopf und darunter stand etwas geschrieben, was sie nur teilweise entziffern konnte. Doch das eine Wort, was sie las, reichte aus, um sie in Hysterie fallen zu lassen: Säure!

Sie traute ihren Augen nicht, als sie sah, wie ihr Peiniger einen technischen Apparat in den Raum schob. Der sah aus, wie das Beatmungsgerät in einem Krankenhaus. Sie glaubte erkennen zu können, wie der Mistkerl hinter seiner Maske grinste.

Was hat dieses Ungeheuer mit uns vor?“

Fassungslos musste sie mit ansehen, wie das Monster vier Inhalatoren mit Plastikschläuchen verschraubte und diese irgendwo auf der Rückseite in das Beatmungsgerät steckte. Er überprüfte die Verbindung und führte dann einen weiteren Schlauch vom Beatmungsgerät weg, hinüber zu dem Stuhl, auf dem der Gefangene kauerte. Blasius versuchte mit dem Stuhl zu wackeln, doch er hatte keine Chance. Zum einen wurde er von dem Metallgestell in Position gehalten, zum anderen trat ihn Heller mit voller Wucht gegen das Schienenbein. Blasius jaulte wie ein gequälter Hund.

Lass ihn in Ruhe, du Schwein“, brüllte Diana ihren Peiniger an, doch den schien ihre Wut nur noch weiter anzustacheln. Rasch verband er das Ende des Schlauchs mit dem Ventil und dann mit dem Stopfen des orangen Behälters. Auf einmal war er fertig, ging zurück zu der Beatmungsmaschine und wandte sich an seine Gefangenen.

Es ist soweit, meine Herrschaften. Wenn ich ein wenig um ihre Aufmerksamkeit bitten dürfte. Unser Freund Blasius hier wird heute seine Prüfung ablegen, und ihr werdet ihm dabei ein wenig helfen.“

Du Schwein“, fauchte Sabine Hartmann in den Raum.

Da mach ich nicht mit, rief Beierle.“

Nur Julia hockte stumm vor der Wand und glaubte ihm völlig falschen Film zu sein.

Moment, Moment“, ertönte wieder die eiskalte Stimme. „Wenn ihr einmal hinter euch schaut, so werdet ihr feststellen, dass ihr überhaupt keine Wahl habt. Ralf Blasius hat durch seine fiesen Tricks viele Menschen in den Tod geschickt, weil sie weder Medikamente noch die für sie so notwendigen Behandlungen bezahlt bekamen. Jetzt wollen wir einmal sehen, wie er im Angesicht seines eigenen Todes reagiert, beziehungsweise was er bereit ist zu tun, um sein beschissenes Leben zu verlängern.“

Nein nicht“, schrie Sabine Hartmann, die sich an den Kadaver erinnerte, den sie erst kürzlich in einer der Zellen gefunden hatte. „Nicht schon wieder!“

Doch Heller ließ sich nicht beirren. Er wusste nur zu gut, dass er sie alle in der Hand hatte.

Ihr seht diesen schönen Apparat hier vor Euch stehen“, erklärte die kalte Stimme des Staatsanwaltes. „Über ein Ventil und eine Membrane ist er mit dem orangen Behälter oben auf dem Metallgestell verbunden. Jeder von Euch bekommt jetzt einen Inhalator, den ihr bitte aufsetzt und wenn ich das Zeichen gebe, fangt ihr ganz normal an zu atmen. Zunächst machen wir noch einen Probelauf.“

Noch immer war den Gefangenen nicht ganz klar, was dieses Monster mit ihnen vor hatte. Nur der Säurebehälter über dem Kopf von Ralf Blasius verhieß nichts Gutes. Heller ging noch einmal zu dem orangen Behälter. Er hatte sich Schutzhandschuhe übergezogen und zog jetzt auf der Unterseite des kleinen Behälters den Stöpsel heraus. Das Ventil reagierte prompt. Nur ein klein wenig der gelben Flüssigkeit tropfte aus dem Behälter und auf den Kopf des Mannes darunter. Blasius brüllte um sein Leben. Noch im gleichen Augenblick erkannte er, dass er keine Chance hatte. Das was jetzt auf ihn zu kam, war blanker Horror. „Also ich stelle jetzt das Beatmungsgerät an und ihr setzt schön die Masken auf. Mehr braucht ihr gar nicht zu tun. Übrigens sollte sich jemand von euch weigern den Inhalator zu benutzen, auf den wartet eine schöne Überraschung. Er deutete auf eine Spritze, die denselben Inhalt aufwies, wie der orangefarbene Behälter. Dann gab er das Zeichen. Die menschliche Uhr tickte…



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