Philosophische Diskussionen mit einem Spatz

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daimonion

vor 3 Jahren

Philosophische Diskussionen mit einem Spatz

(Trier) Wer bin ich, wo will ich hin, was ist nach dem Tod? In ihrem dritten Buch "Der Spatz" beschäftigt sich Uschi Hammes besonders intensiv mit dem Sinn des Lebens.

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Trier. Mit 18 spielte die gebürtige Triererin Uschi Hammes in Köln in der Basketball-Bundesliga und hatte eine Karriere als Profispielerin vor sich. "Basketball war mein ein und alles", sagt sie, doch ihre Knie machten das nicht lange mit, und sie musste ihren Lebenstraum aufgeben.
Sie begann ein Ethnologiestudium und probierte sich aus. Die heute 52-Jährige bezeichnet sich selbst als Lebenskünstlerin und folgt stets dem Motto, das ihre Mutter ihr mit auf den Weg gab: "Wenn du etwas machen willst, mach es!"
Uschi Hammes arbeitet als Gärtnerin, jobbte als Nachtwache in einem Krankenhaus, putzte Fenster und verkaufte Obst. Sie war drei Monate lang mit dem Fahrrad von Köln nach Lissabon unterwegs und sagt von sich selbst: "Ich habe im Leben immer so viel Glück gehabt."

Auch dass sie mit damals 29 Jahren erst ihren Vater, dann ihre Mutter insgesamt 17 Jahre lang gepflegt hat, sieht sie nicht als Belastung. "Ich habe nur das zurückgegeben, was ich als Kind von meinen Eltern bekommen habe."

Das Buch: "Der Spatz" hat 199 Seiten, ist erschienen im Wiesenburg Verlag und kostet 16,80 Euro.

Die Geschichte: Während die (namenlose) Protagonistin versucht, ein Buch zu schreiben, bekommt sie Besuch von einem kleinen Spatz, der in ihr Arbeitszimmer fliegt. Er spricht mit ihr, und schon bald philosophieren die beiden über das Leben und seine Widrigkeiten. Dabei sind sie nicht immer einer Meinung.

Die Autorin: Uschi Hammes ist 52 Jahre alt und stammt aus einer alteingesessenen Trierer Familie. Sie lebt mit Mann, Sohn und zwei Hunden in Trier-Ost. 1999 erschien ihr erster Roman "Das Daimonion", im Jahre 2000 folgte der Roman "Die Pazifistin".

Leseprobe "Der Spatz": "Was ich schreibe, sind doch die Erfahrungen Einzelner, meine oder die von anderen Menschen, die ich in meinem Gehirn mit der mir eigenen Fantasie und Schlussfolgerung mische. Daraus mache ich dann ein Lesebuch. Etwas, das Menschen nehmen können, um sich die Zeit zu vertreiben oder zu gestalten. Gestalten finde ich natürlich schöner, aber das ist auch nur Wortklauberei. Vielleicht finden sie ja etwas, das ihnen hilft und sie befähigt, eine Gedankenkette zu bilden. Sie Glied für Glied zu erweitern, sich selbst Gedankengänge zu eröffnen und zu spüren, wie irre aufregend es sein kann, im eigenen Kopf auf Gedankenreise zu gehen." kap

Extra

Folgende Sätze hat Uschi Hammes vervollständigt: Ich habe dieses Buch geschrieben, weil ... die Suche nach dem Sinn und dem Sein ein uraltes menschliches Bedürfnis ist und sich daran auch nichts ändern wird, egal was für Ver-Rücktheiten den Menschen noch so einfallen werden. Das Besondere daran ist ... man kann es lieben oder ablehnen, man kann sich darin suchen oder sich verlieren - man wird Stellung beziehen und hoffentlich neue Fragen finden. Auf jeden Fall lesen sollten es ... Menschen, die überraschende Enden mögen und die sicher sind: Wenn der Baum der Erkenntnis in jedem Garten steht, dann liegt der Stein der Weisen auch auf jedem Weg. kap


Quelle: Trierischer Volksfreund, 22/23.11.2014

 

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