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CarolinCaprano

vor 1 Jahr

Schmerztherapie für Pferde mit dem kinesiologischen K-Active Taping

(von Carolin Caprano)

Ein therapeutisches Element aus Japan ist seit vielen Jahren auch bei uns auf dem Vormarsch: das Kinesiologische Tape.

Die meisten kennen es spätestens seit der Fußball EM oder den Olympischen Spielen 2012, da es an vielen Sportlern zu sehen war.

Aber nicht nur bei den Hochleistungssportlern, sondern auch im Breitensport und natürlich in physiotherapeutischen Praxen kommt das Kinesiologische Taping zum Einsatz.  

Anwendungsbereiche sind dabei vor allem Bewegungseinschränkungen, Schmerzen, funktionelle Dysfunktionen, Verletzungen, Muskelverspannungen, degenerativen Gelenkerkrankungen und Lymphproblematiken. Außerdem  hat sich das Tape in der Orthopädie, Neurologie, Lymphologie, Gynäkologie und vielen anderen Bereichen als (Begleit-) Therapie bewährt.

Dies kann genauso auch auf Pferde übertragen werden.

 

Taping für Pferde

 Pferde profitieren in gleicher Weise wie der Mensch von der Wirkung der Tapes. Auf dem relativ kurzen und glatten Fell haftet das Tape wie auf Haut. Es hebt die Haare sanft an und damit auch die darunterliegende Haut.

Die Wirkung des Tapes geht dabei in erster Linie über die Haut, die Muskulatur, sowie die neuronalen und energetischen Systeme. Es sollen vor allem die körpereigene Heilungsprozesse unterstützen werden.

Beim Material des kinesiologischen K-Active-Tapes handelt es sich um ein hochwertiges Baumwollgewebe. Dieses ist mit einem speziellen Acrylkleber sinusförmig beschichtet. In Dicke, Dehnfähigkeit undGewicht ist das Tape der Haut sehr ähnlich.

Ein Vorteil, den das Kinesiologische Tape gegenüber dem herkömmlichen klassischen Sporttape hat, ist der Erhalt der vollen Beweglichkeit („Full range of motion“) und die Verbesserung der Funktion der Kapillaren. Im Vergleich dazu wird bei den bis dahin bekannten Tape-Techniken oder dem Bandagieren oft eine funktionelle Immobilisation von Gelenken oder Muskeln erwirkt, was gleichzeitig auch Probleme im Bereich der Kapillaren bedeutet.

  

Voraussetzungen

Eine ganzheitliche Betrachtung des Pferdekörpers mit seinen vielfältigen Vernetzungen über Strukturen wie der Haut, den Faszien, der Muskulatur und den Meridianen stellt die Grundlage des K-Active-Tapings dar.  Voraussetzung sind dabei natürlich anatomische Kenntnisse und ein entsprechender Sicht- und Funktionsbefund.

Dies findet immer in Verbindung mit der Überprüfung von Haut- und Faszienverschiebungen statt, um Dysfunktionen am Pferdekörper vollständig zu erfassen.

Das Fasziennetzwerk erstreckt sich über den gesamten Körper, auch innerhalb der Muskeln und spielt dadurch eine große Rolle. Kommt es zu Verletzungen, Entzündungen oder anderen Irritationen verliert die Faszie ihre Elastizität und bildet ein sogenanntes Granulationsgewebe. Dadurch kann es zu Steifheit und Verklebung kommen.


Die Technik

Wird ein Tape angelegt, so unterscheidet man zunächst in Muskel-, Ligament-, Faszien-, Korrektur-, Lymph- und funktionelle Technik.

Je nach Symptomatik und der entsprechenden Wirkung, die erzielt werden soll, wird eine dieser Techniken gewählt oder es werden mehrere miteinander kombiniert.

Im Folgenden sollen einige der positiven Effekte aufgezählt werden, die durch die verschiedenen Techniken erzielt werden können:

Normotonisierung eines Muskels; Verbesserung der Mikrozirkulation; Erhöhung der Lymphmenge; Positiver Einfluss auf Narben und Fibrosen; Aktivierung von spinalen und supraspinalen analgetischen Systemen; Propriozeptive Stimulierung; Passive Unterstützung und Schmerzdämpfung.

 Man hat zudem die Möglichkeit kinesiologisch auszutesten, welche Farbe der Pferdepatient am ehesten benötigt, um so die Anlage und den Heilungsverlauf noch zu optimieren. Dies findet sich entsprechend auch im Namen der Therapie und der dazu passenden Produkte wieder.

Das K-Active-Tape verbleibt zwischen einem und sieben Tagen am Pferd und steht symbolisch für die Hand des Therapeuten, die nun in Form des Tapes bis zum nächsten Behandlungstermin therapeutisch wirksam ist.


Mehr zum Thema in meinem Buch "Einführung in das Kinesiologische Taping bei Pferden" - Kleines Tape - große Wirkung

Autor: Carolin Caprano
Buch: Einführung in das Kinesiologische Taping bei Pferden
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