Sollen weiterhin Klassiker in der Schule gelesen werden?

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Renate M.

vor 6 Jahren

Hallo,

meine Tochter ist am Jammern. Sie liest gerade "Wilhelm Tell" in der Schule, und sie hat da leider gar kein Interesse dran. Sie geht in die 9. Klasse - Gymnasium. Ist das in der 9. Klasse nicht noch etwas zu früh für "Wilhelm Tell"? Mich interessiert vor allem auch mal die Meinung von Schülern hier. Findet ihr es gut, dass in der Schule Klassiker gelesen werden? Ab wann sollte man damit anfangen? Oder wäre es nicht auch gut mal neuere Bücher zu lesen? Wie sind waren/eure Erfahrungen, wie ist eure Meinung zum Thema "Klassiker in der Schule?

Autor: Friedrich Schiller
Buch: Wilhelm Tell

Moonwishes

vor 6 Jahren

Ich finde das mit den Klassikern und der Buchauswahl für die Schulen nicht wirklich gut gelungen.
Schon in der Grundschule haben wir Bücher gelesen, die alle langweilig fanden.
DIes setzte sich dann später weiter fort.
Dabei sollte besonders zuanfang vermittelt werden, wie toll das lesen sein kann.
Bei der Klassikerauswahl bin ich dann der Meinung, dass man langsam anfangen sollte.
Zuerst bücher die die Schüler toll finden könnten und spannend sind und nicht allzu schwer zu verstehehn. Und dann langsam an die hohen Klassiker führen.
Aber manchmal haben die Lehrer dann ja die auswahl welche klassiker sie sich auswählen wollen und dann da nahm meine lehrerin immer die schlechteren bücher weil sie dachte, das andere können wir ja in der freizeit lesen.

lechantsarreta

vor 6 Jahren

Also... ich weis nicht, ich kann nur die Bücher nennen die wir in der Schule gelesen haben (hatte dieses Jahr Abschluss), und an denen ich auch mehr oder weniger interessiert war.

Autoren: Louis Sachar,... und 2 weitere Autoren
Bücher: Löcher,... und 2 weitere Bücher

sunlight

vor 6 Jahren

Die Mischung macht es, wie fast überall im Leben.

Klassiker können von Lehrern durchaus interessant vorgestellt werden. Allerdings muss der Erfahrungshorizont, sprich das Alter der Schüler, passen. Dann wieder als Alternative aktuelle Lektüre, die Themen der heutigen Zeit aufgreift. Es soll doch vermittelt werden, wie man an Texte herangeht, dass man etwas mit Gewinn herauslesen kann und bei den Klassikern eben auch Literaturgeschichte vermittelt bekommt.

Gerade beim Deutschunterricht entscheidet sich viel durch den Lehrer. Wenn er seine Schüler begeistern kann, ganz allg., dann folgen sie ihm auch in die klassische Literatur.

Heane

vor 6 Jahren

An unserer Schule hatten wir eine sehr fortschrittliche Professorin - sie hat uns in einer Prüfung als erstes gefragt was wir als letztes gelesen hatten und dann durften wir erzählen und da hat sie dann schon gezielt gefragt, Hintergrund, was wir aus dem Thema rausziehen aus der Umsetzung der Geschichte.... sie hat mich total zum Lesen animiert - und ich denke heute noch oft an sie, zur Maturavorbereitung waren wir bei ihr zuhause und ich kann mich noch an ihre selbstgebaute bibliothek erinnern - Altbau bis unter die Decke, Bücher in Dreier-Reihen, Kuschelecke zum Lesen - das war ganz toll.

Nordlicht21

vor 6 Jahren

Heane schreibt:
An unserer Schule hatten wir eine sehr fortschrittliche Professorin - sie hat uns in einer Prüfung als erstes gefragt was wir als letztes gelesen hatten und dann durften wir erzählen und da hat sie dann schon gezielt gefragt, Hintergrund, was wir aus dem Thema rausziehen aus der Umsetzung der Geschichte.... sie hat mich total zum Lesen animiert - und ich denke heute noch oft an sie, zur Maturavorbereitung waren wir bei ihr zuhause und ich kann mich noch an ihre selbstgebaute bibliothek erinnern - Altbau bis unter die Decke, Bücher in Dreier-Reihen, Kuschelecke zum Lesen - das war ganz toll.

Finde ich auch gut, allerdings frag ich mich gerade, - rein aus Interesse - wenn das eine Prüfung war: Was ist mit den KIndern, die im Elternhaus wenig die Möglichkeit zum Lesen bekommen haben, aus welchen Gründen auch immer - haben die dann eine schlechte Note bekommen? Oder war das ein Literaturkurs oder so was? :) - Und Bücher bis unter die Decke, Leseecke...was für ein Traum!!

Hikari

vor 6 Jahren

Wir hatten in der 9. Klasse Romeo und Julia gelesen. Die meisten fanden es spannend und Shakespeare ist ja nun nicht gerade einfach. Ich habe die meisten meiner Schullektüren gut gefunden, aber wir hatten auch eine tolle Lehrerin. Ob nun Goethe, Schiller, Kafka oder Kleist. Alles großartige Autoren. Und ich finde auch, dass sie weiterhin im Unterricht vorkommen sollten.

Außerdem bringen zuerst die Eltern Kinder an das Lesen heran und nicht die Schule. Für den Spaß am Lesen sollte eher das Elternhaus zuständig sein. Und manchmal entwickelt sich Lesefreude auch erst später :) Das heißt aber nicht, das man in der Schule nur todlangweilige Dinge tun sollte. Man müsste also einfach die Klassiker durch das Gespräch in der Klasse "aufpeppen". Das konnte meine Lehrerin toll, sodass wir uns für die Geschichten dahinter interessiert haben.

Estel90

vor 6 Jahren

Ich glaube auch, dass das Interesse an Klassikern vor allem von der entsprechenden Lehrperson abhängt. Ich hatte zwei wunderbare Deutschlehrerinnen, die es geschafft haben mich für nahezu alles zu begeistern. Besonders aber die Lehrerin aus der Oberstufe war super - mit ihr konnte ich stundenlang darüber diskutieren, warum eines der Pflichtbücher nun wirklich NICHT interessant ist und wie man es interessanter gestalten kann, auch wenn es mich regelmäßig hat einschlafen lassen (die Rede ist von Michael Kohlhaas, nach drei Seiten war ich im Tiefschlaf, ohne Scherz...). Sie hat das überhaupt nicht übel genommen, im Gegenteil - hat uns alle angeregt, ihr Anregungen zu geben, wie man Bücher aus dem Lektürekanon (der ja nunmal vorgegeben ist und auch nicht immer ihrem Geschmack entsprach) interessant im Unterricht durchnehmen kann.

Zum Thema Klassiker ansich finde ich: Deutschland ist nunmal bekannt für die "Dichter und Denker" - mal abgesehen davon, dass man die Epochen und Geschichte nur verstehen kann, wenn man auch Erzeugnisse der Zeit liest - es gehört nunmal zum kulturellen Erbe dieses Landes dazu, dass man zumindest die "großen" Sachen (Faust z.B.) kennt. Und dann natürlich auch ein paar der "großen" Sachen aus anderen Ländern - und in dem Fall kommt natürlich automatisch auch Shakespeare in den Kopf. :)

Das Lesen selber sollte im Elternhaus angeregt werden - aber wenn das nicht geschieht, sollten die Lehrer schon selber Anregungen geben können. Betonung liegt auf Anregungen. Mit Zwang erreicht man generell eigentlich sehr wenig, gerade bei Kindern und Teenagern ;-)

Ray

vor 6 Jahren

Klassiker sollten in der Schule behandelt und auch gelesen werden. Natürlich hängt dies auch von dem jeweiligen Fachlehrer ab, bei uns wurde jedoch viel gelesen. Neben 'Als Hitler das rosa Kaninchen stahl' über 'Ich bin eine Wolke' zu den Klassikern wie 'Kabale und Liebe','Das Leiden des jungen Werthers', 'Romeo und Julia', 'Faust' und weiteren.Es liegt sehr daran, wie viel Interesse der Fachlehrer mitbringt und wie dieser es den Schülern, die teilweise gar kaum noch etwas von den Klassikern halten, übermittelt.

callunaful

vor 6 Jahren

Ich finde schon, dass man Klassiker in der Schule lesen sollte! Denn in der Schule kann man Kinder/Schüler am besten an solche Literatur heranführen. Meistens liegt es aber nicht an dem Buch an sich, sondern daran wie der Stoff von den Lehrern umgesetzt wird!!!
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass weibliche Deutschlehrer sowas besser hinbekommen, sie setzen sich für Literatur richtig ein und gestalten ihren Unterricht verdammt kreativ. Den Deutschunterricht bei den männlichen Kollegen fand ich immer seeehr öde.
Die LeherINNEN haben auch versucht unsere eigene Kreativität zu fördern. Ließen uns oft Gedichte und Fortsetzungen schreiben, Bilder malen, Mappen anlegen und teilweise durften wir den Unterricht gesalten (vorher gab es eine Stunde, wo uns erklärt wurde, wie man am besten eine Unterrichtstunde gestaltet mit Didaktik usw.)
In der Realschule haben wir das Buch "Das Leben des Galilei" gelesen. Dazu dann ein Theaterstück angeschaut. Unsere Lehrerin hat gleich den Schauspieler kontaktiert und der Mann kam zu uns in den Unterricht und wir durften ihm fragen stellen. Sowas war halt sehr spannend.
Oder einmal kam auch ein Autor oder man hat Briefe an Autoren mit Fragen geschrieben. War dann ganz toll, wenn man eine Antwort erhalten hat. :)
In der Oberstufe haben wir als allererstes im Deutsch Leistungskurs ein Buch aus der Gegenwart gelesen. Das war damals "Die Vermessung der Welt" von Daniel Kehlmann. Hielt sich damals sogar in den Bestsellerlisten! Ansonsten durften wir meisten darüber abstimmen welches Buch wir lesen wollen. Zum Beispiel beim Thema "Antike" wurden uns drei Werke zur Auswahl gelassen. Klar alle Schüler konnte man nicht zufriedenstellen...;)
Ab der 9. Klasse finde ich es absolut okay Schüler an klassische Literatur heranzuführen! Es kommt eben oft darauf an WIE man das tut. Und es ist halt so, dass einem nicht jedes klassische Buch gefallen muss. *hust* Effie Briest *hust*
Das Buch hatte seine literarischen Höhen, aber insgesamt betrachtet war es sehr langweilig! Aber wir hatten trotzdem ein paar Schüler in der Klasse, die es mochten...

Ein paar klassische Bücher, die wir gelesen haben sind zum Beispiel auch zu meinen Lieblingsbüchern geworden: "Der Prozess" von Franz Kafka und "Der Sandmann" von E.T.A. Hoffmann zum Beispiel. "Faust" und "Die Leiden des jungen Werther" haben mir auch sehr gut gefallen...;)

Ahotep

vor 6 Jahren

Also ich finde, dass Klassiker auf jeden Fall in der Schule gelesen werden sollten. Nur sollte sich vielleicht etwas ändern. Ich hatte beispielsweise total viel Pech und müsste eigentlich dagegen sein. Zum einen hatte ich nicht gerade motivationsfördernde Lehrer. Zum anderen mussten wir die heftigsten Bücher lesen. Ein Beispiel: Ich war 7. Klasse und wir durften netterweise "Das Fräulein von Scuderie" lesen. Ich habe mich regelrecht durchgequält, weil ich fast nichts verstanden habe und ich war damit nicht allein... Da hätte unser Lehrer vielleicht ein wenig mehr nachdenken sollen. Bei mir hatte ich immer den Eindruck, als ob die Lehrer nicht überlegt haben, ob ein Buch für uns vom Schwierigkeitsgrad und inhaltlich geeignet wäre, sondern eher danach ausgesucht haben, welches ihre Lieblingsbücher waren. Das ist aber der Knackpunkt. Ich finde, die Buchauswahl sollte sehr sorgfältig getroffen werden, wobei möglicherweise die Meinung der Schüler ebenfalls eine Rolle spielen sollte. Weiterhin sollte die Lehrer deutlich engagierter sein und versuchen die Schüler zu motivieren, auch schwierige Literatur zu lesen. Bisher ist das eher die Ausnahme.
Ich finde, es kann sogar recht früh damit begonnen werden. In der Grundschule könnte man Märchen genauer betrachten, Erich Kästner oder andere interessante Kinderbuchautoren lesen. Es gibt so schöne Möglichkeiten, die die Kinder schon sehr früh animieren könnten.

Moonwishes

vor 6 Jahren

ja, klassiker sollten ja wirklich sein.
aber ich bin wie ahotep der meinung es kommt sehr auf den schwierigkeitsgrad an und auch ob das buch interissant ist. Sie sollten wirklich zuerst die tollen bücher lesen, bevor sie zu den lw gehen. wie homo faber xD

Büchermäuschen

vor 6 Jahren

Ne Freundin hat in der 9 oder 8 Faust gelesen sie selbst fand es um auf gut Deutsch zu sagen scheiße.
Ich dagegen hät mich gefreut wenn wir dieses Buch gelesen hätten.

Es ist doch so, wenn die Klassiker nicht mehr in der Schule gelesen werden vergisst man sie irgendwann und sie werden ja nicht umsonst gelesen sondern weil sie ein bestimmtes Thema vermitteln sollen.
Aber Klasse 6 fängts ja überhaupt an mit Klassikern und Jugendbüchern in der Schule und je nach Klasse und Jahrgang sollte man dann gucken was am besten geeignet wäre.

Lg Jacklyn

PeachesGardon

vor 6 Jahren

Ich finde es kommt immer ganz auf das Buch an!
In der 5. oder 6. Klasse zum Beispiel habe ich "Krabat" gelesen, und ich muss sagen, ab dann wurde die Buchauswahl immer schlechter! "Krabat" fand ich noch super. Dann kamen so Bücher wie "Das Fräulein von Scuderi" in der 9. Klasse...einfach nur schrecklich! Das Buch mochte auch wirklich niemand aus meiner Klasse. Dieses Jahr haben wir erst vor Kurzem "Das Parfum" gelesen. Davon waren dann (fast) alle begeistert! Generell bin ich für Lektüren, zum angemessenen Zeitpunkt auch Klassiker, aber dann bitte eine gute Auswahl...

Autoren: Otfried Preußler,... und 2 weitere Autoren
Bücher: Krabat,... und 2 weitere Bücher

Estel90

vor 6 Jahren

Was mir beim Durchlesen der anderen Antworten hier noch aufgefallen ist - wenn ich in der Schule nicht in Kontakt mit den Klassikern gekommen wäre, hätte ich jetzt außerhalb der Schule Hemmungen mich an sie heranzuwagen. Ich lese gerade privat auch "Die Leiden des jungen Werthers" - ohne einige Klassiker im Deutschunterricht gelesen zu haben, hätte ich mich da wohl nie rangetraut. Dabei liest es sich richtig schön :)

Meine Lieblingsbücher aus den Deutschschuljahren sind: Der kleine Prinz (5. Klasse), Faust (11.), Die Schachnovelle (12.), Das Leben des Galileo Galilei (11.), Die Physiker (11.) und Die Räuber (10.) - ansonsten haben wir in der 6. z.B. Ronja Räubertochter gelesen. Aber auch sowas wie Die Judenbuche. Beides nich so meins. Aber nicht alles kann gefallen ;)

Charlousie

vor 6 Jahren

Es kommt immer ein wenig auf die Bücher, die Personen und die Person an, die die Inhalte später in der Klasse noch einmal aufbereitet und vermittelt, an. Generell finde ich aber, dass Klassiker nicht die ÜBERWIEGENDE Pflichtlektüre sein sollten.
Bei mir sieht es so aus, dass ich in der 11 bspw. "Das Parfum" las und jetzt in der 12 habe ich vom einen in den anderen Deutsch-LK gewechselt und da werden wir "Das Parfum" nächstes Jahr NOCH EINMAL lesen und in meiner Schule davor haben wir es auch schon gelesen.... Ehrlich, das ist irgendwie echt ungünstig gelaufen und ich kann dieses Buch nicht mehr sehen >_<
Davon abgesehen, habe ich (seltener) in meiner Freizeit mal den einen oder anderen Klassiker gelesen, doch die, die wir in der Schule lasen, gefielen mir nicht immer. Ich kann mit Goethe weniger anfangen und so waren "Die Leiden des jungen Werthers" für mich eine Qual und ich litt mit Werther, aber aus ganz anderen Gründen! ;) Und Schiller wiederum habe ich richtig gerne oder auch "Nathan der Weise" konnte mich begeistern, doch die Lektüre sollte sich auch ab und zu an aktuellerem orientieren. Das ist meine Meinung! :) Und auch ohne die Schule habe ich mich an Klassiker gewagt, denn ich dachte mir, dass der Roman sicherlich nicht beißen würde, wenn ich ihn nicht verstünde oder so in dieser Richtung ;D

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