Speed Reading - ist so schnelles Lesen überhaupt erstrebenswert?

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sweetpea

vor 6 Jahren

In meinem Studium muss ich mich gerade mit dem Thema "Speed Reading" auseinandersetzen. Geordnetes schnelles Lesen soll dazu führen, dass man der E-Mail Flut, vielen Briefen, und den täglich schriftlichen Eindrücken schneller Herr werden kann. In meinem Fall: Skripte und Bücher sollen so schneller und gewissenhafter abgearbeitet werden können.

Für das Spead Reading an sich gibt es spezielle Techniken. Bücher werden darüber geschrieben und Seminare werden zu diesem Thema auch gegeben. So soll es laut mancher Seminare möglich sein, danach 1000 Wörter in der Minute lesen zu können.(erwiesen ist das noch lange nicht ;)). Die Lesequalität soll darunter nicht leiden, angeblich sollen die Texte sogar noch stärker wahrgenommen werden.

Ich kann mich mit dem Gedanken leider gar nicht anfreunden - wobei ich lese sowieso schon relativ schnell. Ich kann mir im Moment einfach nicht vorstellen, dass es gut funktionieren kann ohne, dass das Verständnis darunter leidet. Daher wollte ich mal wissen ist schnelles lesen überhaupt erstrebenswert? Und wenn ja, in welchen Situationen? Ist es nur im Beruf sinnvoll oder würdert ihr auch gerne privat schneller lesen? Hat jemand schon Erfahrungen mit dem Speed Reading gemacht?

Falls ihr euch für das Thema interessiert und schnelles lesen lernen wollt, hänge ich euch das Buch an, welches von meiner Uni für diese Zwecke empfohlen wird.

Autor: Tony Buzan
Buch: Speed Reading

gra

vor 6 Jahren

Hey, ich habe mir kürzlich das Buch "Visual Reading" besorgt und es inzwischen etwa halb durchgearbeitet. Laut meiner letzten Messung lese ich nun schon mit 650-700 Wörtern pro Minute. Letzte Woche habe ich auf diese Weise ein Buch pro Tag geschafft, zT sogar in englischer Sprache. Darunter war zB "The Book Thief". Erstaunlicherweise habe ich das Buch nicht nur super verstanden, ich konnte es auch genießen und ich erinnere mich bestens daran. Insofern denke ich, dass an der Sache was dran ist. Auch ist es ja nicht so, dass man gezwungen ist, dann alles so schnell zu lesen. Man kann ja seine Lesegeschwindigkeit frei wählen, wenn man erst einmal die Fähigkeit erworben hat.

Leela

vor 6 Jahren

Ich bin etwas skeptisch, was diese Sache angeht, muss aber sagen, dass sie sie auch interessant finde. Vielleicht werde ich solch ein Buch auch einmal ausprobieren, nur sollte mein Bücherkonsum, wenn es denn klappt, noch unkontrollierbarer werden und ich demnächst mit 3 Kisten in den Urlaub reisen müssen. Ich bin nämlich von hause aus ein sehr schneller Leser - allerdings finde ich es auch sehr angehnehm, Bücher nach sehr kurzer Zeit durchgelesen zu haben (mehr Zeit für neue ;) ).

allegra

vor 6 Jahren

gra schreibt:
Hey, ich habe mir kürzlich das Buch "Visual Reading" besorgt und es inzwischen etwa halb durchgearbeitet. Laut meiner letzten Messung lese ich nun schon mit 650-700 Wörtern pro Minute. Letzte Woche habe ich auf diese Weise ein Buch pro Tag geschafft, zT sogar in englischer Sprache. Darunter war zB "The Book Thief". Erstaunlicherweise habe ich das Buch nicht nur super verstanden, ich konnte es auch genießen und ich erinnere mich bestens daran. Insofern denke ich, dass an der Sache was dran ist. Auch ist es ja nicht so, dass man gezwungen ist, dann alles so schnell zu lesen. Man kann ja seine Lesegeschwindigkeit frei wählen, wenn man erst einmal die Fähigkeit erworben hat.

Hallo gra,

mich würde interessieren, ob Du Dich auch noch in einem halben Jahr oder später genau an den Inhalt erinnern kannst.
Ich habe so meine Zweifel, dass das Speed Reading wirklich ins Langzeitgedächtnis gelangt. Für E-Mails ist das zum allergrößten Teil ja gar nicht wichtig. Aber bei Literatur geht es mir um mehr als nur den Inhalt des Buches. Ich möchte auch die Sprache genießen und ich glaube nicht, dass die Feinheiten wirklich wahrgenommen werden, wenn man in einem Tag durch ein Buch huscht.

gra

vor 6 Jahren

@allegra

In einem halben Jahr kann ich mich sicher nicht mehr genau an den Inhalt erinnern. Aber ich kann mich auch nicht genau an den Inhalt anderer Bücher erinnnern, die ich vor einem halben Jahr normal gelesen habe. Um ins Langzeitgedächtnis zu gelangen braucht es entweder ein sehr eindrückliches Ereignis etwas, das man "nie vergisst" oder mehrere Wiederholungen. Ich erinnere mich jetzt an die schnell gelesen Bücher genauso gut, wie an normal gelesene Bücher, daher nehme ich an, dass die Erinnerung auch in gleichem Maße verschwinden wird.
Es wäre falsch zu sagen, dass ich durch die Bücher gehuscht bin. Vielmehr habe ich mit einer mir angenehmen, schnellen Geschwindigkeit gelesen. Es war genauso angenehm wie auf langsamere Art zu lesen.

sweetpea

vor 6 Jahren

Jetzt macht ihr mir doch Lust drauf mich mit dem Thema mal genauer zu beschäftigen :). Ich meine, wenn das wirklich klappt wärs ja großartig :). Mich würde auch mal interessieren ob es für einen selbst dann keinen Unterschied macht schnell oder langsam zu lesen. Oder strengt das schnelle Lesen dann einfach mehr an?

Leiraya

vor 6 Jahren

Also ich bin geteilter Meinung was das Speed Reading angeht. Vor 2-3 Jahren hab ich auch mal ein Buch darüber gelesen, aber nicht bis zum Ende.

Früher war ich ein sehr langsamer Leser und wurde durch die Technik ein wenig schneller. Allerdings hat es ab einem gewissen Grad nicht mehr bei mir funktioniert, es blieb einfach nichts hängen bzw. ich wusste nicht was ich da grade ge-speed-readet hatte. ;) Und anstrenged fand ich es auch.

Ich lese zur Zeit wenn möglich mit Hilfe eines Stifts, weils dadurch echt einfacher und etwas schneller geht, aber diese Schleifentechniken wodruch man mehrere Zeilen auf einmal lesen soll usw. funktionieren bei mir nicht.
Sachtexte les ich trotz Stift immer noch recht langsam. Da muss man sich einfach viel zu sehr konzentrieren. ;)

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