Tipps und Tricks von Michael Hennemann - Fotografieren statt knipsen: der Weg zu guten Bildern

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Angizia

vor 6 Jahren

>>>>Hier findet der offizielle Austausch mit Michael Hennemann zum Markt+Technik Fotowettbewerb statt - Der Autor beantwortet Fragen vom 01.06 bis zum 08.06, gibt Tipps, Infos & Hilfestellungen<<<<

Liebe (Hobby-)Fotografen, die Digitalkamera ist zu einem Zubehör geworden, das auf keinem Urlaub fehlen darf! Aber damit die Urlaubsfotos auch unvergesslich werden, bedarf es vielleicht des ein oder anderen nützlichen Tipps – Dafür gibt es diesen Austausch! Denn hier kann jeder schreiben, der Fragen rund um die Themen >Reisefotografie, Landschaftsfotografie und der digitalen Fotografie< hat.

Michael Hennemann ist vom 01.06 bis zum 08.06 selbst mit dabei und beantwortet alle Fragen, die euch auf dem Herzen liegen!!

Der Fotograf findet, „auch im digitalen Zeitalter bleiben Kameraeinstellungen wie Blende und Belichtungszeit, die klassischen Regeln zur Bildgestaltung sowie der richtige Umgang mit dem Licht von großer Bedeutung. Ob du nun Umsteiger von der klassischen Kleinbildkamera oder Neueinsteiger in die Digitalfotografie bist – schnell wirst du die Vorteile der Digitalkamera zu schätzen wissen und von der Technik fasziniert sein.“

Und mit der Technik kann Michael Hennemann umgehen, das zeigen die angehängten Bilder :-)

Willst du wissen wie man rote Augen vermeidet, welches Format das richtige ist und wie man die richtige Perspektive findet? Oder wie man am besten dynamische Bilder macht, Bilder in Bewegung? All das und noch viel mehr kann Michael Hennemann dir sagen, also leg los!

Ein paar nützliche Tipps von Michael Hennemann zu Landschaftsfotos haben wir auch schon mal gesammelt (Auszug aus dem Bucht "Landschaftsfotografie - Der Meisterkurs"):

>>>Perfekte Landschaftsfotos

--> Warte auf das perfekte Licht. Frei nach dem bekannten Sprichwort „Morgenstund hat Gold im Mund“ liefern die frühen Morgen- und späten Abendstunden meist die besten Fotobedingungen. Das Sonnenlicht fällt dann schräg auf die Landschaft und formt durch die Verteilung von Licht und Schatten besonders plastische Fotos.

--> Steigere die Bildwirkung mit einem markanten Motiv im Vordergrund. Infrage kommt dabei so ziemlich alles, z. B. ein schroffer Felsen, eine Blume oder Sandrippeln. So fangen Sie den Blick des Betrachters ein und ziehen ihn ins Bild.

-> Achte besonders auf die Horizontlinie. Entscheide dich für eine Bildaussage (eher ruhig oder eher bedrohlich?) und positioniere sie entsprechend. Achte außerdem darauf, dass der Horizont absolut waagerecht verläuft und nicht aus dem Bild kippt.


Und zum Thema Reisefotografie gibt es auch noch ein paar Tipps vom Profi:

5 Do's
1. Eine gute Reiseplanung ist die wichtigste Voraussetzung für gute Fotos.
2. Nutze das RAW-Format, um die bestmögliche Qualität zu erzielen.
3. Check rechtzeitig vor der Abreise die wichtigsten Kamerafunktionen und nimm zur Sicherheit vorab ein paar Testaufnahmen auf.
4. Kläre vor der Abreise für Dich die Frage, ob Du reisender Fotograf oder fotografierender Reisender sein willst.
5. Nimm immer verschiedene Varianten eines Motivs auf (Hoch- und Querformataufnahmen nicht vergessen!) und fotografiere auch Details.

5 Dont’s
1. Nichts Wichtiges (Extraakku, Speicherkarten, Objektive etc.) zu Hause lassen.
2. Nichts Unnützes mitnehmen. Es gibt nichts Schlimmeres, als eine schwere Fototasche, die einem die Freude am Fotografieren verleidet.
3. Fotografiere niemals Menschen ohne deren Einwilligung.
4. Vermeide die typischen Touristen-Erinnerungsfotos „Mensch vor Sehenswürdigkeit“.
5. Ob Museum oder Militäreinrichtung – setze Dich nie über Fotografierverbote hinweg. Das gibt nur Ärger!


Aber natürlich gibt es noch viel mehr Tipps, also einfach einen Beitrag schreiben und loslegen!

Autor: Michael Hennemann
Bücher: Digitale Fotografie - Der Meisterkurs,... und 1 weiteres Buch
8 Fotos

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

Lieber Herr Hennemann,

ich hätte da tatsächlich einmal eine Frage. An dem angehängten Foto (das ich auch für den Wettbewerb benutze) sieht man, dass der Draht im Vordergrund steht. Ich habe mir vor drei Wochen eine Canon 500D gekauft und das war mein erstes Versuch damit (oder überhaupt einen Menschen in ein Foto einzubinden) .Das mit dem vordergründigen Draht war so gewollt, weil es genau das in dem Moment ausgedrückt hat, was ich empfinde. Doch ich würde gerne weiterhin mit meiner neuen Cam herumspielen und wissen, ob es durch irgendeine Einstellung möglich ist, den Draht auch mal in den Hintergrund treten zu lassen. Geht so etwas und wenn ja, wissen Sie, wie das funktionieren könnte?

Über eine Antwort wäre ich sehr erfreut.

Herzliche Grüße,

Anna (Clee)

1 Foto

Bluueemchen

vor 6 Jahren

Hallo Herr Hennemann,

ich bin auf der Suche nach einer guten geeigneten Super-Zoom-Kompaktkamera für Urlaubsreisen. Es ist reizvoll nur eine kleine, leichte Kamera im Gepäck zu haben und trotzdem einen großen Brennweitenbereich.

Können Sie mir hier evtl. Tipps geben, auf was man bei so einer Kamera achten sollte? Spezielle Einstellungen und Eigenschaften?

Vielen Dank und viele Grüße

Alexandra

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sunlight

vor 6 Jahren

@Michael_Hennemann

Hallo Michael,

danke für die detaillierte Antwort! Sie ist schon ausgedruckt und wird in mein Handbuch wandern, das schon auseinander fällt.

Farbsättigung und Belichtungsreihen hatte ich auch schon mal probiert. Nun gehe ich das Ganze noch mal methodisch an und probiere auch mal das RAW Format. Bisher habe ich wegen der notwendigen Speichermenge einen Bogen um dieses gemacht. Nicht bei jeder Urlaubsreise habe ich einen Laptop dabei.

Aber Versuch macht kluch (g)

Lesebaerin

vor 6 Jahren

Hallo Michael,

es waren schon viele interessante Tipps dabei, die ich mir fleißig notiert habe und versuche in die Praxis umzusetzen. Vielleicht hast du auch ein Tipp für mich? Ich fotografiere leidenschaftlich gerne Tiere, u. a. auch im Zoo. Störend sind hierbei immer wieder die Glasscheiben oder Gitter. Wie kann ich unschöne Spiegelungen und "Streifen" auf den Fotos vermeiden? Vielleicht hast du auch ein paar generelle Tipps zur Tierfotografie?!

pkleine

vor 6 Jahren

Hallo Michael, hast du Tipps und Trickas zum Thema "fotografieren mit dem iPhone in der Dunkelheit"? Aus Platzgründen nehme ich gerne Fotos mit dem Phone?

Michael_Hennemann

vor 6 Jahren

sunlight schreibt:
Hallo Michael, danke für die detaillierte Antwort! Sie ist schon ausgedruckt und wird in mein Handbuch wandern, das schon auseinander fällt. Farbsättigung und Belichtungsreihen hatte ich auch schon mal probiert. Nun gehe ich das Ganze noch mal methodisch an und probiere auch mal das RAW Format. Bisher habe ich wegen der notwendigen Speichermenge einen Bogen um dieses gemacht. Nicht bei jeder Urlaubsreise habe ich einen Laptop dabei. Aber Versuch macht kluch (g)

Hallo,
in der Tat ist es richtig, dass ein RAW-Bild mehr Speicherplatz belegt, als eine JPG-Datei und bei einer 18-Megapixel-Kamera wie der Eos 550D schnell große Datenmengen zusammen kommen (24,5 MB pro Bild, um genau zu sein). Deshalb habe ich bei längeren Reisen fast immer ein Laptop oder zumindest eine kleine Festplatte mit Speicherkartenleser („Image Tank“) dabei ;-)

Um den Speicherbedarf in Grenzen zu halten, empfehle ich Dir problemlose Motive in JPEG zu fotografieren. Aber immer dann, wenn Du das Gefühl hast, eine Nachbearbeitung am Computer würde das Motiv aufwerten zum RAW-Format zu wechseln.

Michael_Hennemann

vor 6 Jahren

Lesebaerin schreibt:
Hallo Michael, es waren schon viele interessante Tipps dabei, die ich mir fleißig notiert habe und versuche in die Praxis umzusetzen. Vielleicht hast du auch ein Tipp für mich? Ich fotografiere leidenschaftlich gerne Tiere, u. a. auch im Zoo. Störend sind hierbei immer wieder die Glasscheiben oder Gitter. Wie kann ich unschöne Spiegelungen und "Streifen" auf den Fotos vermeiden? Vielleicht hast du auch ein paar generelle Tipps zur Tierfotografie?!

Hallo,

das Fotografieren von Tieren hinter Glas (ebenso wie von Museumsexponaten in Glasvitrinen) stellt eine hohe Herausforderung dar und es ist leider nahezu unmöglich, störende Reflexionen auf den Fotos komplett zu vermeiden.

Hier ein paar Tipps, wie trotzdem gute Aufnahmen gelingen:

- Gehe mit dem Objektiv so nah wie möglich an die Scheibe, um Spiegelungen so weit es geht zu vermeiden.

- Eine zweite Möglichkeit um Spiegelungen zu eliminieren, ist die Verwendung eines Polarisationsfilters (kurz „Polfilter“). Da ein Polfilter ein bis zwei Blenden „schluckt“ musst Du den ISO-Wert hochsetzen (z.B. auf 800 oder 1600), um keine verwackelten Aufnahmen zu erhalten.

- Auf jeden Fall tabu ist der Blitz, denn der würde der Scheibe nur einen störenden, hellen Lichtpunkt hinzufügen.

- Zusätzlich aufgepasst heißt es immer dann, wenn die Scheiben getönt sind, den das führt den automatischen Weißabgleich an der Nase herum. Auch hier gilt wieder meine bereits in einer anderen Antwort gegebene Empfehlung zum Fotografieren im RAW-Format. So kannst Du die Farbtemperatur zu Hause am Computer gezielt anpassen.

Problemloser als Tiere hinter Glas sind Tiere hinter Gittern oder Zäunen zu fotografieren, indem Du die Gitterstäbe in der Unschärfe "verschwinden" lässt. Dazu trittst Du so nahe wie möglich (und erlaubt!) an den Käfig heran und stellst eine große Blendenöffnung (=kleine Blendenzahl) ein. Es kann vorkommen, dass der Autofokus durch die Gitterstäbe irritiert wird. Sollte das der Fall sein, so musst Du notfalls manuell scharf stellen.

Am besten gelingen eindrucksvolle Tierporträts aber natürlich in modernen, großen Gehegen, die meist ganz ohne Zäune auskommen. Das Fotografieren wird so zwar etwas erschwert, da man mitunter auf die Tiere warten muss. Die Mühe wird aber durch natürlich wirkende Fotos belohnt und die Tiere freut es sicherlich auch ;-)

Ich wünsche Dir viele schöne Tierbilder und viel Erfolg beim Wettbewerb,
Michael

Michael_Hennemann

vor 6 Jahren

pkleine schreibt:
Hallo Michael, hast du Tipps und Trickas zum Thema "fotografieren mit dem iPhone in der Dunkelheit"? Aus Platzgründen nehme ich gerne Fotos mit dem Phone?

Hallo,


Egal, wie man zu den Produkten von Apple steht – die technischen Grundlagen außer Kraft setzen kann auch iSteve nicht ;-) Es gilt die einfache Regel: Je größer der Sensor, desto größer die einzelnen lichtempfindlichen Zellen und desto geringer das Bildrauschen (d.h. desto besser die Bildqualität bei hoher Lichtempfindlichkeit wie Du sie für das Fotografieren bei schlechten Lichtverhältnissen benötigst).

Glücklicherweise hat Apple sich bei dem Minibildsensor wie er im iPhone 4 (und allen anderen Handys) verwendet wird, nicht am Megapixel-Wettrennen beteiligt, sodass die 5 Megapixel schon sehr gute Rauscheigenschaften aufweisen (für eine Handykamera, versteht sich).

Ich selbst nutze statt der iPhone-eigenen Fotoanwendung die App „ProCamera“ die einen „Anti-Shake“ mitbringt. Dabei wartet die App mit dem Auslösen auf einen möglichst wackelfreien Moment, sodass auch längere Belichtungszeiten möglich sind. Am besten gelingen Nachtaufnahmen aber, wenn die Kamera absolut stabil steht. Ein Stativ muss es für das iPhone ja nicht gerade sein, aber Du solltest es schon irgendwo sicher anlehnen und dann den Selbstauslöser nutzen.

Wenn Du alles darüber wissen willst, wie Du das Optimum aus der iPhone-Kamera herausholst, dann empfehle ich Dir das Buch „Apps für iPhone-Fotografen: Fotografie und Bildbearbeitung“ von Ronald Puhle ebenfalls aus dem Markt und Technik Verlag.

Weiterhin viel Spaß mit der iPhone-Kamera und viele tolle Bilder (denn: die beste Kamera ist die, die immer dabei ist!),
Michael

Michael_Hennemann

vor 6 Jahren

Vielen herzlichen Dank für das große Interesse an meiner Arbeit und die vielen interessanten Fragen. Euch noch eine erkenntnisreiche Zeit mit den Kollegen Freeman und Gradias und viel Erfolg beim Fotowettbewerb,

Michael Hennemann

P.S.: Meine Website findet Ihr unter www.michael-hennemann.de und wer keine Neuigkeiten verpassen will, kann gerne meine Facebookseite abonnieren :-)

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