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Unser Mitmachkrimi "Abgründe" Kapitel 29

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petersplitt

vor 7 Monaten

Hallo, Ihr Lieben:

Auch am Muttertag geht es weiter. Der Täter ist entlarvt, aber er bereitet noch eine weitere Teufelei vor. Freut Euch auf ein spannendes Finale, hier kommt Kapitel 29 unseres Mitmachkrimis Abgründe“. Viel Spaß beim Lesen...


NEUNUNDZWANZIGSTES KAPITEL

Julia erwachte mit stechenden Kopfschmerzen. „Oh verdammt, was…? Mein Kopf…Scheiße, wo zum Teufel bin ich überhaupt? Ein Geruch nach Fäulnis und Feuchtigkeit penetrierte ihr Nase. Nur ganz langsam kam sie zu sich. Jede Bewegung schmerzte, dazu kamen Schwindel und Übelkeit. Sie zwang sich dazu, ihre Augenlider zu öffnen, aber anstelle hellem Tageslicht, erwartete sie eine schummrige Dunkelheit. Sie versuchte sich aufzurichten, etwas fixierte ihre Knöchel. Sie hockte sich wieder auf den Boden. „Verdammt noch mal, was ist denn jetzt los!“

Hey, Du brauchst überhaupt nicht so zu schreien, hat eh keinen Sinn. Wir haben es vor dir auch schon versucht“, rief ihr eine unbekannte Stimme entgegen. Julia erschrak.

Wer spricht denn da?“ fragte sie ängstlich.

Hier kann dich niemand hören, also beruhige dich erst einmal“, sagte die Stimme wieder.

Wer sind Sie und was ist das hier für ein Ort?“

Na siehst du das denn nicht? Du befindest dich hier in einem gottverlassenen Verlies, genauso wie mein Freund und ich. Kannst du dich daran erinnern, was mit dir passiert ist?“

Julia verstand kein Wort. „Verlies?“ wiederholte sie leise. Nur langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit. Sie bewegte vorsichtig den Kopf, dann die Hände, Arme und Beine. Alles war in Ordnung. Doch es dauerte noch einen weiteren Augenblick, bis sie wieder ganz bei sich war. Langsam, ganz langsam dämmerte ihr, dass dies kein Traum war. Wieder versuchte sie aufzustehen, doch ihr wurde schwindlig. Und dazu kam dieser schale Geschmack in ihrem Mund. Sie spürte, dass sie sich jeden Moment würde übergeben müssen. Mit zitternden Händen stütze sie sich gegen die Wand ab. „

Durst...“, rief sie der fremden Stimme entgegen.

Du kannst gerne von meinem Napf trinken, sagte die Stimme.

Napf?“

Ja, das will er so.“

Wer ist er?“

Na der Verrückte, Hirnie, Bekloppte, Durchgeknallte, ganz wie du es haben willst.“

Julia versuchte sich in dem schummrigen Licht zurecht zu finden, doch sie konnte nicht viel erkennen, bis auf eine Holzleiter, die nach oben führte, und die Umrisse einer Tür. Rechts und links von ihr, jeweils an der Stirnseite der jeweiligen Wand saßen zwei Männer auf dem Fußboden und beobachteten sie. An ihren Knöcheln hingen Metallringe, die über grobgliedrige Ketten unmittelbar mit dem Mauerwerk verbunden waren. Die beiden waren genauso gefesselt wie sie. Und direkt vor ihnen stand ein silberfarbener Napf auf dem Fußboden. „Die beiden sehen aus wie verwilderte Hunde, dachte Julia und sah, dass noch etwas auf dem Boden lag. Sie versuchte sich zu konzentrieren, blinzelte mit den Augen. Dann wusste sie, was es war: Ein kleines Diktiergerät.

So ein altes Ding habe ich auch noch im Büro“, murmelte sie zu sich selbst.

Hast du etwas gesagt?“ fragte einer der beiden Männer am Boden.

Nein, nur laut gedacht“, antwortete Julia „Wer sind Sie überhaupt?“

Beierle ist mein Name und er hier neben mir heißt Ralf Blasius. Und du?“

Beierle und Blasius, die aktuellen Vermissten! Auf einmal fiel ihr alles ein: Die Kirche, der Pfarrer, ihr Missgeschick und Staatsanwalt Heller. Sie stockte. „Seltsam, warum bin ich nicht schon früher auf ihn gekommen? Es lag doch auf der Hand.

Ich bin Julia, Julia Brück. „Wisst ihr schon wer Euch hierher gebracht hat?“

Nein, wir kennen den Typen nicht. Wenn er sich hier blicken lässt, dann trägt er eine Maske und so eine komische, schwarze Kutte. Er hat uns mit Chloroform betäubt genauso wie dich.“

Ah, daher die Kopfschmerzen“, erwiderte Julia und rieb sich die Stirn. „Mein Kopf dröhnt wie ein Kraftwerk. Was sollen wir jetzt tun?“

Vielleicht kann uns das Diktiergerät weiterhelfen. Du bist die einzige, die daran kommen kann. Wir haben schon alles probiert. Versuch es bitte, vielleicht ist das unsere Chance hier herauszukommen.“

Und sie versuchte es, machte sich lang und länger, konnte das Gerät mit den Händen aber nicht erreichen.

Benutze deine Füßen“, rief ihr Beierle zu. Julia legte sich auf den Boden und streckte ihr freies Bein so weit wie möglich aus. Jetzt berührten ihre Zehenspitzen den Apparat. Sie kickte ihn näher zu sich heran, so dass sie ihn mit den Händen zu fassen bekam. Beierle lachte hysterisch auf.

Mach weiter, Julia, drück die Playtaste!“

Einen Moment noch, ich hab`s gleich! Da ist eine Kassette drin!“

Nun spiel das verdammte Ding endlich ab, ich will hier raus!“ Beierle war außer sich.

Julia stellte den Volumenregler auf laut und drückte auf Play. Zuerst kam nur ein Rauschen, doch dann ertönte eine verzerrte Männerstimme. „Liebe Gäste: Sicher habt ihr euch schon gefragt, wo ihr seid? Nun, diese Frage werde ich euch jetzt, wo ihr vollzählig seid, beantworten. Ihr befindet euch an dem Ort, wo einer von euch den Tod finden wird! Du Blasius belügst und betrügst deine Klienten nach Strich und Faden. Sie haben dir vertraut, haben dir ihr Geld gebracht, um im Krankheitsfall Hilfe zu bekommen. Und was tust du? Du maßest dich an, Entscheidungen über Leben und Tod zu treffen, dabei bist du nichts weiter als ein mieser Verbrecher! Das gleiche gilt auch für dich Beierle. Hast dich auf kleine Mädchen spezialisiert, nicht wahr? Haben dir die Sexpartys nicht mehr gereicht? Bald werdet ihr eurem eigenen Ende ins Auge sehen. Allerdings gebe ich euch vorher eine Hilfestellung, denn einer von Euch kann sein erbärmliches Leben retten. Also gewöhnt euch schon mal aneinander, ihr werdet wieder von mir hören.“

Es knackte, dann verstummte die Stimme.“

Ralf Blasius riss und zerrte an seiner Kette. „Ich will hier raus, verdammt nochmal.“ Dann sackte er zusammen, fiel auf den Boden und fing jämmerlich an zu weinen. Kurt Beierle versuchte die Kontrolle zu bewahren. „Nun reiß dich schon zusammen Ralf. Wir müssen zusammenhalten. Hier kommen wir nur gemeinsam raus!“

Julias Gehirn arbeitete auf Hochtouren. Die Erkenntnis traf sie wie ein Blitz. „Das ist es also, er will sie bestrafen. Aber was hat er mit mir vor? Warum bin ich hier? Besser ich sage den beiden vorläufig nicht, dass ich ihn kenne?“

Sie blickte auf die beiden gebrochenen Männer auf der anderen Seite des Raumes. Sie kamen ihr wie zwei räudige Hunde vor.

Und was machen wir jetzt?“ fragte sie Beierle. Der zuckte mit den Achseln.

Ich hab noch keinen Plan, aber ich will leben. Dafür tue ich alles! Fakt ist, der Kerl tickt nicht richtig im Kopf, und das macht ihn so gefährlich. Der Typ ist vollkommen unberechenbar. Ich liebe mein Leben und werde alles tun, was er von mir verlangt.“


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