Verdammte Scheiße, schlaf ein - fragwürdiger neuer Bestseller von Adam Mansbach?

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Garfield

vor 6 Jahren

Ich stöbere ja bei Amazon immer ein bisschen durch die Bestsellerlisten und da ist mir ein Kinderbuch aufgefallen, welches eigentlichg ar keines ist: "Verdammte Scheiße, schlaf ein!" bzw. im Original "Go the fuck to sleep" von Adam Mansbach. Da hat ein Literaturprofessor mal seinen Frust über die Eskapaden seines Kleinkinds in Bilderbuchform gegossen. Gut, ich hab keine Kinder, aber ein bisschen hart finde ich es schon. Und wer soll sowas kaufen? Anscheinend viele, denn es ist aktuell schon ein richtiger Bestseller! Oder findet ihr das witzig? Hier gibts mehr Infos:
http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article13430622/Verdammte-Scheisse-schlaf-ein-ein-Bestseller.html

Autor: Adam Mansbach
Buch: Verdammte Scheiße, schlaf ein!

LESE-ESEL

vor 6 Jahren

Das Bilderbuch verrät viel über die Einstellung, die viele heute zu Kindern haben. Man will sie an- und ausschalten können wie kleine Apparate: OFF, Wenn man "Zeit für sich" haben will - ON, wenn man "auf Vater/Mutter" machen will.
Das verrät eine höchst egoistische Sicht auf Kinder. Der schlaue Literaturprofessor sollte sich lieber fragen, warum er es nicht schafft, eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, in der das Kind entspannt und geborgen einschlafen kann.

Den Erfolg eines solchen Kinderbuches sehe ich sehr kritisch, denn es manifestiert eine Einstellung unseren Kindern gegenüber, die ich ablehne. Der aggressive Ton zwischen Vater und Kind ist m.E. nicht lustig, auch wenn die Reime dies suggerieren wollen...

thursdaynext

vor 6 Jahren

Ich bin als begeisterte Bilderbuchsammlerin ebenfalls auf dieses Buch aufmerksam geworden.
kenne die Problematik von meinen eigenen kids , habe das Buch aber leider noch nicht in Händen gehalten, sondern nur ein paar der Bilder betrachtet.
Ich denke Kinder profitieren durchaus von *reflektiertem* elterlichem "Egoismus".
Eltern haben deutlich mehr Rollen als die blosse Elternschaft und wer selbst Kinder hat weiss, das gerade in der Säuglingszeit sämtliche eigenen Bedürfnisse zugunsten des Kindes hintan gestellt werden müssen. Das ist gut und richtig nur irgendwann müssen Kinder lernen, die Bedürfnisse anderer zu achten. Auch die der Eltern . Verwöhnte Gören die sich alle spontanen Wunschimpulse ertrotzten gibt es doch schon zuhauf.
Knder grosszuziehen ist verbunden mit teilweiser, ich unterstelle mal bewusst gewählter Selbstaufgabe und das wird durch Humor sehr erleichtert.
Ausserdem ist die Annnahme, dass es genügt eine vertrauensvolle Einschlafatmosphäre zu schaffen doch recht blauäugig. Jedes einigermassen intelligente Kind wird versuchen die kuschelige Vorlese- und Schmusezeit wunderbar auszudehnen ohne Rücksicht auf Verluste .
Kinder werden als kleine Egomanen geboren und ihr Überleben hängt davon ab ihre Eltern in die gewünschte Richtung zu "manipulieren" . Das ist auch in Ordnung bis zu einem gewissen Alter. Hier müssen Eltern anfangen Grenzen zu ziehen.
Ich sehe dieses Buch eher als Unterstützung der Elternrechte . Ein Besinnen auf eigene elterliche Bedürfnisse.
Wobei mir persönlich die Bilder nicht gefallen und es deswegen nicht in meine Sammlung Einzug halten wird ;)
Comicliebenden Eltern seien Kirkman/Scott "Babybluesbände empfohlen.
Humorvoll beschriebenes "reallife" mit Kindern .

Arwen10

vor 6 Jahren

"Vertrauensvolle Schlafatmosphäre", vielleicht sieht man das anders, wenn man jahrelang zwischen 1 und 5 Stunden Schlaf am Tag bekommt und wenn die einzige Freizeit in der Zeit ist, in der die Kinder schlafen. Ich bin übrigens Mama von 4 Kindern und freue mich jeden Tag auf ein paar Minuten für mich, wenn die Kinder schlafen. Das ist jetzt im Sommer meist erst um 23 Uhr !

LESE-ESEL

vor 6 Jahren

Ich habe zwar keine vier, aber immerhin zwei Kinder großgezogen und weiß durchaus, wovon ich rede. Ich habe gute Erfahrungen mit einem strukturierten Tagesablauf gemacht, der Kindern (und der ganzen Familie) eine gewisse Ordnung im Alltag gibt, da nicht alles immerzu neu diskutiert und festgelegt werden muss. Auch ich bin der Meinung, dass die Erwachsenen nicht allen Wünschen der Kleinen nachgeben dürfen - schließlich sind sie die "Großen", die mehr Überblick haben, worauf es im Leben ankommt.

Erziehung ist m.E. eine "Führungsaufgabe": Man muss zum richtigen Verhalten motivieren, schlechtes Verhalten sanktionieren und klare Ansagen machen, was zum Wohle von allen von jedem einzelnen erwartet wird - aber sollte man Gegenüber nicht immer eine entsprechende Würde lassen? Niemand würde in dem Ton, in dem das Buch verfasst ist, mit Erwachsenen, Angestellten oder Freunden sprechen! Auch als Stoßseufzer anderen "Leidensgenossen" gegenüber, ist der Ton daneben... was wird wohl der Professor sagen, wenn ihm seine pubertierenden Kinder einmal mit gleicher Münze antworten?

Garfield

vor 6 Jahren

Wie bereits geschrieben, ich habe ja keine Kinder, deswegen kann ich das auch nicht beurteilen. Wahrscheinlich ist man da einfach mal genervt, aber die Kinder sind ja nicht mit Absicht so, ne?!

Autor: Adam Mansbach

Bellinchen

vor 6 Jahren

Den Titel finde ich schon etwas heftig. Habe das Buch nicht gelesen, und vielleicht ist es ja gar nicht schlecht und sagt auch ein paar Wahrheiten über das Leben mit Kleinkindern... Aber das hier solch ein Ausdruck herhalten muss....?..Schon klar, der Titel bleibit immer zuerst hängen, sorgt für Aufmerksamkeit...aber was kommt als nächstes? Möchte ich mir gar nicht vorstellen!

Autor: Adam Mansbach
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