Was kann man dagegen tun, dass wirklich gute Romane aus dem Englis...

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silbereule

vor 6 Jahren

Was kann man dagegen tun, dass wirklich gute Romane aus dem Englischen bei uns in D völlig verhunzt betitelt werden und die Cover so gestaltet sind, dass kaum jemand Lust bekommt, dieses Buch in die Hand zu nehmen?

gra

vor 6 Jahren

Keine Ahnung, was man da machen kann. Kannst du ein Beispiel nennen für so eine Verhunzung? Mir stellt sich das Problem kaum, da ich selten stöbere, sondern gezielt bestimmte Bücher kaufe. Außerdem lese ich Bücher sowieso oft auf englisch, da sie da meist günstiger sind. Eine Möglichkeit ist natürlich, solche Bücher dann einfach nicht zu kaufen, aber dann werden sie evtl. gar nicht mehr in D veröffentlicht.

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

Man könnte die wirklich guten Romane aus Deutschland lesen :) Dann gibts auch kein Problem mit der Übersetzung..

Eine andere Möglichkeit wäre (wenn man auf die wirklich guten Romane englischer Sprache nicht verzichten will) die Romane in Originalsprache zu lesen :) :) :)

Bella5

vor 6 Jahren

Silbereule, ich weiss genau, was du meinst. Ich ärgere mich immer über schlampige Übersetzungen, bei welchen ich als nicht - Muttersprachlerin sogar ersehen kann, dass sie unpräzise sind! daher lese ich auch auf Englisch....

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

Man muss aber auch dazu sagen, dass Übersetzungsunterschiede erst einen Unterschied machen ab eine bestimmten Qualität der Sprachverwendung. Es ist zum Beispiel Jacke wie Hose ob man Stephen King oder die Autorin von Harry Potter (wie immer die jetzt noch schnell heißen mag) im Origial oder in einer Übersetzung ließt, weil diese Autoren meist eine derart einfach Sprache "verwenden", dass eine Übersetzung nicht schwer fällt. Keine aufwendige Satzstruktur. Kein nennenswerter Sprachstil, keine sprachlichen Markenzeichen etc...

Dagegen macht es einen Riesenunterschied, ob man Goethe im Original oder als Übersetzung liest. (auch Prosawerke!). Um es brutal auszudrücken: Primitivsätze, wie die, die sich in den meisten Büchern der Bestsellerlisten für Thriller u.ä. sind kein Problem für eine Übersetzung: A. größtenteils reine Abbildung von Handlung; B. die Sprache solcher Bücher wird wirklich zumeist nur "verwendet".

silbereule

vor 6 Jahren

@gra

ein Beispiel ist der Roman von Lesley Pearse *Das helle Licht der Sehnsucht* - im Original heisst das *Trust me*, was eindeutig besser passt. Und das deutsche Cover lässt auch zu wünschen übrig. Leider reichen meine Englischkenntnisse nicht aus, um ein Buch in dieser Sprache zu lesen.

Lilitu

vor 6 Jahren

@Ein LovelyBooks-Nutzer

Aber auch bei einer einfachen Satzstruktur fällt manchmal eine Übersetzung negativ auf. Mir ist es bei manch einem Thriller schon untergekommen, dass ein Satz oder mehrere mir so vorkamen, wie 1:1 aus dem Englischen übersetzt. Im Deutschen war er nicht falsch, er klang nur ein bisschen merkwürdig und ich hatte ein ziemlich gutes Bild wie der Satz im englischen Original ausgesehen hätte.
Eine gute Übersetzung ist immer auch ein bisschen Interpretation, oder?

btw: Kennst du die Anekdote nach der Goethes "Ein Gleiches" ins Japanische übersetzt wurde, dann ins Französische und wieder ins Deutsche und daraus dann "Stille ist im Pavillon aus Jade
Krähen fliegen stumm
Zu beschneiten Kirschbäumen im Mondlicht.
Ich sitze
Und weine." wurde?

Lilitu

vor 6 Jahren

Mir ist es auch schon öfter aufgefallen, dass die deutschen Titel sich teilweise sehr vom Englischen Original unterscheiden. teilweise hatte die dt. Ausgabe einen anderen englischen Titel als das englische Original. Ja selbst amerikanische Bücher bekommen in GB einen anderen Titel. Verrückt! Oder auch: Marketingstrategie.
Wirklich schlechte Cover im Gegensatz zum Original habe ich nicht zu Hause, aber vielleicht habe ich die schlecht becoverten Bücher auch einfach nicht gekauft.
Großartig etwas gegen schlechte Betitelung oder Becoverung kann man wohl nicht, vielleicht noch einen Brief an den/die Verlag/e schicken, aber ich fürchte, das würde verhallen.

gra

vor 6 Jahren

@Ein LovelyBooks-Nutzer

Da muss ich widersprechen. Zwar verwendet J.K. Rowling, die Autorin der Harry Potter Serie, keine sehr komplizierte Sprache, doch haben mich gerade hier die schlechten Übersetzungen dazu gebracht auf englisch zu lesen. Als die Begeisterung für die Reihe größer wurde, musste möglichst schnell auf deutsch veröffentlicht werden. Bei den Übersetzungen hatte ich das Gefühl, dass da einfach keiner mehr drüber gelesen hat. Zwar fällt mir kein konkretes Beispiel mehr ein, aber die schludrige Übersetzung von HP ist schuld daran, dass ich heute etwa ein Drittel meiner Bücher auf englisch lese.

Linda-Odd

vor 6 Jahren

auch ein gutes Beispiel für einen schlecht ausgesuchten deutsche Titel ist: "Dieses Leben, das wie haben". Es heißt im Original "So much for that" und trifft das Buch im Inhalt einfach auf den Punkt. Zu den Covern muss ich sagen, spricht mich das deutsche wesentlich mehr an. Das englische ist hier leider nicht zu sehen, aber dafür gibt's ja Amazon ;-)

Autor: Lionel Shriver
Bücher: Dieses Leben, das wir haben,... und 1 weiteres Buch

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

@gra

@Lilitu: Die Anekdote über die Übersetzung Goethes ins Japanische war mir nicht bekannt, als ausgesprochener Goethefan finde ich das wirklich sehr interessant, danke :)
Das spiegelt aber ja auch irgendwie das wieder was ich meinte. Wenn man Gedichte jetzt mal naiv als "verdichtete Sprache" beschreibt, dann merkt man plötzlich, wieviele Metaphern und Zusammenhänge kulturell bedingt sind und bei einer Nachdichtung nicht 1:1 sonder in einer Entsprechung übersetzt werden müssen, oder in einer Annäherung... Bei "Sprachkunst" stellt sich das Problem also irgendwie immer. Natürlich gibt es da Unterschiede zwischen den Sprachen. Die Übersetzung vom Deutschen ins Englische ist viel einfacher, als eine Übersetzung vom Deutschen ins Türkische. Während Englisch und Deutsch beide germanische Sprachen sind und es in beiden eine große Vorliebe für lateinische Worte gibt, die eine Nähe zur romanischen Sprachfamilie schafft, muss man bei einer Übersetzung vom Deutschen ins Türkische schon darauf hoffen, dass zumindest grammatikalische Strukturen Ähnlichkeiten zulassen. Deswegen finde ich persönlich es ja schon fast fad, sich für eine Zweit- oder Drittsprache zu entscheiden, die ein derartiges Naheverhältnis zur eigenen Sprache hat... Natürlich kann auch so ein Naheverhältnis aber wieder sehr komplexe Zusammenhänge klarmachen oder durch feinere Abstufungen das Bewusstsein für subtile Unterschiede schärfen. Trotzdem, ich kann nur jedem raten, sich an einer außereuropäischen Sprache zu versuchen, ich stelle mir das horizonterweiternd vor :)

lajil

vor 6 Jahren

Die deutschen Cover empfinde ich teilweise auch etwas lieblos. Da wird schnell ein einigermaßen passendes Bild aus einer Bilddatenbank raufgeklatscht und fertig. Und wie viele Bücher dann auch noch irgendwelchen Trends folgen, z.B. als P.S. Ich liebe dich so ein Erfolg wurde, standen da auf einmal viele Bücher mit ähnlicher Schrift auf einem Wolkenhimmelbild. Vampirromane scheinen vorwiegend ein Frauengesicht, meist angeschnitten, haben zu müssen. Sicherlich wirken diese marketing-technisch ausgewählten Cover, aber ich finds eher abschreckend.
Einmal habe ich im Zug eine Frau gesehen, die hat die obere Schicht ihres Taschenbuchumschlags abgerissen, ebenso wie die letzten Seiten des Buches, die manchmal Hinweise auf weitere Titel des Autors oder Verlages enthalten. Dann lieber doch ein schlechtes Cover!
Machen kann man da wohl wenig, wenn das Buch schon gedruckt ist. Vielleicht einen eigenes Cover zurechtbasteln und mit transparenter Klebefolie rumkleben ...

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

Hab erst gestern ein Beispiel für schlechte Titelübersetzung gefunden, allerdings für ein Sachbuch: Self Comes to Mind: Constructing the Conscious Brain von Antonio Damasio ist im Deutschen das ziemlich doof klingende: Selbst ist der Mensch :(

mecedora

vor 6 Jahren

Noch so ein Buch, wo weder Titel noch Cover dem englischen Original entsprechen (und leider auch mit dem Inhalt nicht so recht einhergehen), von der Übersetzung mal ganz zu schweigen: "Das Leben ist kein Gurkensandwich" versus "A Surrey State of Affairs" (bei Letzterem wird leider, wenn man es anhängt, das Cover nicht mitangezeigt)

Autor: Ceri Radford
Bücher: Das Leben ist kein Gurkensandwich,... und 1 weiteres Buch

Bella5

vor 6 Jahren

@gra:Das ist wohl klar wie Klossbrühe! Eine Stephenie Meyer wird auch im Deutschen nicht wie Siri Huvstedt klingen! Es gibt aber trotzdem gute und weniger gute Übersetzungen.

Buchhandlung_am_Schaefersee

vor 6 Jahren

Also ich finde die deutschen Cover meistens besser als die englischen/ amerikanischen. Es sei denn es ist so etwas wie die "Blauer-Himmel-mit-Wölkchen-Retorte", klar. So was gibt es aber bei den englischen Büchern genauso. Besonders abschreckend finde ich bei den britischen Büchern diese ganzen goldenen oder silbernen aufgeprägten Schriftzüge, besonders gern bei Krimis. *grusel, grusel*

Ein LovelyBooks-Nutzer

vor 6 Jahren

@Buchhandlung_am_Schaefersee

Vollkommen richtig: die Bücher aus dem anglo-amerikanischen Bereich sind meist sehr protzig und "schillernd" gestaltet. Da gibts sogar philosophische Bücher, die mit Hologrammcover daherkommen und aussehn wie der neue Roman der Star-Trek-Reihe oder ein Perry-Rhodan Cover... Ich mag diese protzigen Sachen zwar auch, finde aber, dass etwa der Gestaltung der Suhrkamp-Bücher STW oder ES nicht wirklich was hinzuzufügen ist. Die haben Stil, finde ich...

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