Wie begeistert ihr eure Kinder fürs Lesen?

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Buchfine

vor 6 Jahren

Diese Frage richtet sich vor allem an die Eltern unter uns :-). Man hört und liest es immer wieder in den unterschiedlichsten Medien: Kinder und Jugendliche lesen immer weniger. Oftmals ist es nur das notwendige Übel die Bücher in der Schule zu lesen. Oftmals wird irgendwann nicht einmal mehr das gemacht... Es gibt ja das Internet mit umfangreichen Zusammenfassungen.

Ich selbst habe noch keine Kinder, sollte ich aber mal welche haben, würde ich es schon sehr begrüßen wenn meine Kinder Spaß am Lesen haben. Also: Haben eure Kinder Spaß am Lesen und wie habt ihr das "geschafft"??

Ich selbst habe ein Patenkind im Alter von 8 Jahren. Lesen ist für ihn das Größte. Er ist aber auch mit vielen Büchern groß geworden, ihm wurde auch schon immer vorgelesen. Ich selbst habe auch immer eher geschaut, dass ich ihm ein Buch zu sämtlichen Ereignissen schenke. Muss ein Kind also mit Büchern groß werden, dass es lesen mag? Und meint ihr, es spielt auch eine Rolle wie es ihm vorgelebt wird? Könnt ihr euch noch daran erinnern, wie ihr Freude am Lesen gefunden habt?

Cambion

vor 6 Jahren

Ich denke, 'gern' lesen ist eine Neigung. Aber es gibt ebenso in der kindlichen Entwicklung "Zeitfenster", bestimmte Phasen in denen bestimmte Bereiche gefördert werden können.

Lesen sollte im Alltag eines Kindes immer dem jeweiligen Entwicklungsstand angepasst sein, damit (Vor-)lesen (oder das Betrachten von Bilderbüchern) auch als angenehme Beschäftigung empfunden wird. Lesen sollte also als entspannend, angenehm, lustig 'empfunden' werden können. Überhaupt ist die emotionale Komponente eine äusserst wichtige. Texte die 'Zuviel' des Guten sind, da schwer verständlich, zu spannend, zu langweilig oder schlicht zu lang, können die Lese-und Hörfreude mindern.

Natürlich ist das Vorleben ein wichtiges Element: Eltern und Bezugspersonen die Lesend erlebt werden, prägen ebenso eine gute Basis.
Das 'Füttern' mit neuen Inhalten (bei älteren Kindern) ist genauso wichtig, wie das Verbleiben bei ein und demselben Inhalt (Kettengeschichten, Lieblingsgeschichten,etc) bei jüngeren Kindern. Die lieben es meist, wenn sie wissen was passiert, wenn sie sich darauf einstellen können. Also der Zeitfaktor ist wichtig.

Ich selbst habe schon früh gern gelesen, meine Eltern haben nichts dergleichen oben beschriebenen berücksichtigt, es gab zuhause kaum Bücher - nur Zeitschriften, o.ä. Ich war früh informiert über das englische Königshaus ;o) Oder auch mal der Rückentext von diversen Kosmetikprodukten meiner Mutter musste herhalten.

Geändert hat sich das ein Stück weit mit der Beantragung des Bücherei-Ausweises - um den ich mich selbständig gekümmert habe.
Man sieht also, Lesefreude kommt zu ihrem Recht, so oder so.

The iron butterfly

vor 6 Jahren

Bei uns wurde in meiner Kindheit immer viel gelesen, aber den echten Zugang, dieses Fieber habe ich persönlich mit dem eigenen Büchereiausweis entwickelt. Das durch die Reihen stromern, x-beliebige Bücher aussuchen zu können, ich war ein begeisterter Bibliothekennutzer und würde heute einiges darum geben, wenn ich mein altes Bib-Heftchen noch hätte, dort standen alle Bücher drin, die ich je ausgeliehen hatte...leider ist es irgendwann verloren gegangen, wie die Erinnerung an viele Bücher. Aber die Liebe zu Büchern ist geblieben.
Meinem Sohn habe ich schon immer viel vorgelesen. Auch wir beide haben die Biblios unsicher gemacht und sind oft vollpepackt nach Hause getigert und haben uns mit den "Schätzen" in eine ruhige Ecke zurückgezogen.
Ich glaube die wahre Leselust und Verbundenheit zu Büchern entsteht, wenn man versteht, dass Bücher einen z.B. in andere Welten entführen können und dies in komplett anderer Art und Weise, wie es Filme tun, die uns ja Bilderwelten vorgeben. Bei der Lektüre kann jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen, ein tolles Gefühl. Aber auch das Buch als Wissensschatz halte ich für ganz wichtig. Und es hat für mich auch eine andere Qualität, ob ich ein Thema in einem Buch nachschlage oder verfolge, als wenn ich 20000 Einträge im Internet streamen muss.

Wie hast du denn die Freude am Lesen für dich entdeckt?

Luminchen

vor 6 Jahren

@Buchfine

Ich erzähle einfach mal wie es bei uns ist!

Ich glaube dass Kinder natürlich sehr viel von "Vorbildern" haben...wieso sollten sie zu Büchern greifen wenn es ihre Vorbilder...sprich Eltern nicht machen?!?!
Ich denke der Schlüsse zur "Leseliebe" ist es wenn Erwachsene es schaffen den Kindern das Reich der Geschichten Nahe zu bringen, die Neugierde auf die Geschichten hinter den Bildern und den Büchern zu wecken

Ich habe angefangen bereits mit meinen Kindern (4J. und 1,8J.) Bücher anzuschauen als sie noch ganz klein waren und hab so die Neugierde auf das Medium "Buch" geweckt.

Bei uns gehören Bücher zum Alltag z.B. zum abendlichen Bett-geh-Ritual gehört das Vorlesen genauso dazu wie das Zähneputzen. Jeden Abend wird vorgelesen und Buch angeschaut. Darauf bestehen meine Mädels mittlerweile auch.

Das Vorlesen, das Kuscheln etc.gehört zu einem schönen Tagesausklag dazu und so werden "Bücher" einfach mit was "Schönem" in Verbindung gebracht. Ich lese meinen Kindern vor wenn sie krank sind etc.

Ich schaue auch dass Beide Mädels "altersgerechte" Bücher haben die sie ansprechen...z.B. steht die Große gerade sehr auf Feen, Elfen etc...deswegen habe ich ein Vorlesebuch dazu besorgt. Die Kleine hat Bücher die ihrem Lebensumfeld entsprechen...sprich Bilder enthalten mit denen sie was "anfangen" kann...die sie kennt

Ich gehe auch regelmäßig in die Stadtbibliothek und nehme die Beiden da auch oft mit...sie verschwinden dann immer in der Kinderabteilung und jede von Ihnen darf dann auch ein oder zwei Bücher ausleihen.

Vom Gefühl her denke ich dass ich meine Mädels schon mit der Leidenschaft zum Buch angesteckt habe und werde dies auch weiter so gut fördern wie es mir möglich ist...

Nordlicht21

vor 6 Jahren

Mir wurde auch immer vorgelesen, fand ich auch ganz toll, weils einfach so ein Ritual war, den Tag abzuschließen. Obwohl meine Eltern selbst nicht soo viel lesen, v.a. zeitbedingt, habe ich immer vermittelt bekommen, dass Lesen etwas Tolles ist, Bücher geschenkt bekommen usw. Wenn ich das nicht gefunden hätte, wäre es auch okay gewesen und ich denke, das ist ganz wichtig...ich habe auch schon von Bekannten gehört, dass deren Eltern damit, dass ihre Kinder gern lesen, so gar nichts anfangen können - so was finde ich traurig.

saia

vor 6 Jahren

Meine Kinder sind inzwischen schon "groß" (15 und fast 17), aber auch sie haben mal mit dem Lesen angefangen. Natürlich ist es wichtig, dass für Kinder von Anfang an Bücher zum Alltag gehören. Mein Mann und ich lesen beide sehr viel, wenn auch unterschiedliche Richtungen, so dass wir uns Zimmer ohne volle Bücherregale gar nicht vorstellen können. Diese Lust am Leben hat unsere Älteste anscheinend geerbt. Bereits mit 5 Jahren wollte sie selber lesen - und zwar ein Buch über Hundehaltung. Da wir damals in Moskau wohnten, war das Buch auf Russisch. Seitdem liest sie fast alles, was ihr unter die Finger kommt, ob deutsch oder russisch ist ihr egal.
Mein Sohn dagegen war nicht so sehr auf Bücher fixiert, spielte und spielt jedoch leidenschaftlich Fußballund bastelte gern - also haben wir versucht, ihn für Bücher über Sport zu begeistern. Einmal (Ende der 2. Klasse ) hatte er eine Phase, wo er gar kein Buch mehr anschauen wollte, da haben wir ihn gebeten, ein Lesetagebuch zu schreiben, das er selbst gestalten kann. Nach einem Vierteljahr war diese Leseflaute dann vorbei. Seitdem liest er regelmäßig und relativ viel.

ForeverAngel

vor 6 Jahren

Hi,
ich kann Ihnen gerne sagen, wie meine Eltern aus meinen Geschwistern und mir echte Leseratten gemacht haben. Am Wichtigsten war wohl, das Vorlesen. Sie haben sehr, sehr früh angefangen, uns jeden Abend und oft auch mal nachmittags aus Bilderbüchern vorzulesen. Allein das hat uns schon für Bücher begeistert und zwar so sehr, dass ich irgendwann angefangen habe, den jüngeren vorzulesen. natürlich alles nur Bilderbücher. Es gab da diese tollen, wo viele Worte durch Bilder ersetzt waren. Alsozum Beispiel "Die Hexe ritt auf ihrem Besen nach Hause", dann waren Hexe, Besen und Haus ein Bild. Hat super funktioniert.
Ich glaube, im Moment sind Bücher auch ziemlich in. Wenn Ihre Kleinen das lesen dürfen, was auch bei den anderen angesagt ist (zum Beispiel Gregs Tagebuch bei den Grundschülern), werden sie ganz begierig darauf sein, die Bücher zu haben und zu lesen - um mitreden zu können.
Wenn es Mädchen sind: Bücher sind schön, dekorativ. Wenn das Mädchen auf pink steht, kann man eine ganze Regalwand voll pinkfarbener Bücher machen, passend zur Wandfarbe.
Wenn es Jungs sind: Bücher können Mutproben sein. Wer traut sich den neuen Gruselroamn zu lesen (Gänsehaut) oder wer erlebt zuerst das neuste Abenteuer mit Alex Rider.
Wichtig ist auch, dass die Eltern Leseratten sind, dass den Kindern immer wieder klar wird: lesen ist toll, lesen macht Spaß, lesen ist cool und angesagt.

Ich wünsche Ihnen viel Glück :) Melden Sie sich doch, wenn das erste Kind da ist, und sagen Sie bescheid, ob die Tipps geholfen haben :)

Liebe Grüße
Angel

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