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Rafelsberger

vor 7 Jahren

Für die Krimileser/innen hier: Wie mögt Ihr den Anfang eines Krimis am liebsten? Wenn der/die Ermittler/in erst einmal in einer Szene seines privaten Alltags vorgestellt wird? Oder wenn er/sie gleich am Tatort ist? Oder wenn das Buch aus der Sicht des Täters/der Täterin beginnt? Oder aus der Sicht eines Opfers? Oder eine andere Möglichkeit? Was ist nötig, damit Ihr weiterlest?

Als Autor von Kriminalromanen interessiert mich das natürlich. Demnächst werde ich hier auch die ersten Seiten meines neuen Kriminalromans „Wienerherz“ vorstellen. Bis dahin bin ich schon gespannt auf die Antworten.

(Da ich die Ehre hatte, schon zum kleinen Kreis der Feedback-Geber vor der Beta-Version zu gehören und jetzt zu den Beta-Testern (als solcher stelle ich jetzt auch einmal obige „Test-Frage“), möchte ich hier dem Lovelybooks-Team zur Weiterentwicklung von Lovelybooks gratulieren. Sieht bis jetzt sehr gut aus, finde ich.)

Autor: Marcus Rafelsberger
Bücher: Wienerherz,... und 1 weiteres Buch

kultfigur

vor 7 Jahren

@Rafelsberger

Die Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Bei mir ist es ganz wichtig, dass ich gleich emotional gefesselt werde. Das hängt aber nicht unbedingt damit zusammen was passiert sondern welche Stimmung transportiert wird und was das für Gefühle bei mir hervorruft.

Daniliesing

vor 7 Jahren

Ich mag es, wenn es gleich spannend losgeht. Wenn z.B. gleich zu Anfang aus Sicht des Täters oder des Opfers in der Situation kurz vor der Tat berichtet wird. Dann kann die Szene gern unterbrochen werden und an anderer Stelle, vorzugsweise früher, angesetzt werden. Wenn dann der nette Ermittler zu Hause gerade seinen Frühstückskaffee trinkt, ist das genauso gut, wie andere Szenerien. Für mich ist es aber eigentlich nur wichtig, direkt in der Handlung zu sein. Nach einem extrem spannenden Anfang darf es dann gern auch gemächlich weitergehen, nur sollte diese Phase auch nicht zu lange anhalten, sonst breche ich ab.

miadonna

vor 7 Jahren

Also hier der Beginn eines Anfangs, der mir sehr gefallen hat, er ist aus 'Im Zeichen des Zen von Oliver Bottini.

ALS JOHANN GEORG HOLLERER am Samstagmorgen einen ersten Blick aus dem Küchenfenster auf die verschneite Hauptstraße von Liebau warf, hatte er eine Vision. Aus dem dichten Schneetreiben manifestierte sich ein asiatischer Mönch, der nur mit einer dunklen Kutte und Sandalen bekleidet war. Sein fast kahler, feuchter Schädel glänzte im trüben Morgenlicht. Langsam schritt er an Hollerers Küchenfenster vorbei Richtung Kirchplatz..... Es geht dann noch so weiter in dem Stil.
Die Leseprobe und Quelle gibt es hier:
http://www.fischerverlage.de/sixcms/media.php/308/LP_3-596-16545-8.pdf

Gefallen hat es mir deshalb, weil sich hier eine völlig absurde Szene abspielt und Gegensätze aufeinanderprallen: Kirchplatz, Dorf vs. asiatischer Mönch, Vision - Georg Hollerer, Schneelandschaft und ein Mönch, der 'sommerlich' gekleidet in Sandalen rumläuft. Es hat mich neugierig gemacht, was als nächstes passiert, wie die Situation aufgelöst wird. Man kommt in eine ganz seltsame Stimmung und das Buch hat übrigens auch gehalten, was es am Anfang versprochen hat.

Ansonsten ist mir bei Krimianfängen wichtig, dass ich sofort einen persönlichen Bezug herstellen kann, entweder zum Opfer, Täter, oder dem Ermittler. Ich lese deshalb immer die erste Seite, bevor ich ein Buch kaufe. Es gibt so distanzierte Anfänge und ich brauche ewig, um mit den Figuren warm zu werden. Spannend muss es am Anfang nicht unbedingt für mich sein.

Autor: Oliver Bottini
Buch: Mord im Zeichen des Zen

DieBuchkolumnistin

vor 7 Jahren

Ich werde am Anfang gern gleich in eine Szene reingeworfen und nach dem ersten Kapitel muss ein harter Bruch kommen, damit ich dann unbedingt wissen will wie es weiter geht. Das ging mir neulich bei einem Buch so, ich hatte eigentlich kaum Zeit und wollte nur mal schnell reinlesen und hatte dann richtig Bauchschmerzen, dass ich nicht weiterlesen konnte - so muss das für mich am Anfang eines guten Krimis oder Thrillers sein! :-)

Rafelsberger

vor 7 Jahren

Finde interessant, wie unterschiedlich die bisherigen Beiträge sind (auch wenn das natürlich zu erwarten war): Geht es für die einen um Stimmungen und Gefühle, sind für andere die erzeugten Bilder wichtig und für wieder andere eine spannende Handlung. Bin gespannt, was noch kommt.

Eka

vor 7 Jahren

Ich mag es am liebsten, wenn der Krimi am Tatort beginnt und die Ermittler etwas später privat vorgestellt werden. Das finde ich natürlich auch erforderlich, damit nicht nur Mord und Totschlag das Buch beherrscht. Ich finde es auch gut, wenn über die Familie des Opfers geschrieben wird, na ja, nicht zuviel natürlich, schliesslich ist es ein Krimi und man wartet natürlich mit Spannung auf das Ende. Ich denke, wenn von allem ein wenig im Buch erscheint ist es für alle spannend und wird auch gelesen. Dazu muß ich allerdings sagen, daß ich bisher alle Krimis zu Ende gelesen habe, auch wenn ich nach ein paar Seiten dachte, daß es vielleicht nichts wird. Meistens wird es dann doch.

rumble-bee

vor 7 Jahren

Ich möchte mich Miadonna anschließen - und zwar insofern, als auch ich Anfangsszenen liebe, deren Sinn sich nicht sofort erschließt. Für Mysteriöses habe ich ein sehr großes Faible.
Zuletzt war das der Fall bei "Gotteszahl" von Anne Holt: da steht mitten in der Nacht ein seltsames Mädchen im Nachthemd auf einer Kreuzung. Erst ganz am Schluss weiß man, wie bedeutsam diese Szene war. Klasse!!

Autor: Anne Holt
Buch: Gotteszahl

Mina - Das Irrlicht

vor 7 Jahren

@Rafelsberger

Also wenn ich einen Krimi lesen möchte, muß er direkt mit dem eigentlichen Tat anfangen - gleichgültig, ob aus Sicht des Täters oder des Opfers. Aber es muß direkt Spannung aufkommen. Ich finde es auch wichtig, dann erst einmal am Tatort zu bleiben bzw. den Spannungsbogen weiter aufzubauen. Alltag des Ermittlers oder so finde ich gut -aber eher als ein "einfließen" in die Story. Zu viel davon langweilt mich schnell.

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