Wie sieht für euch eine perfekte Rezension aus?

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FaMI

vor 6 Jahren

Hallo,

jeder Leser hat hier ja seine eigenen Ansprüche an eine Rezension.

Mich würde mal interessieren, was für euch alles in eine Rezension gehört?
Welche Punkte sollten angesprochen werden (Schreibstil, Charaktere, ...)?
Wie sollte die Rezension aufgebaut sein?

Wie lest ihr das Buch? Macht ihr euch Notizen?

Ich bin gespannt auf die Antworten.

LG Yvonne

Marie

vor 6 Jahren

Marie

Eine perfekte Rezension sieht für jeden bestimmt sehr unterschiedlich aus. Für mich sollte sie den Inhalt kurz skizzieren (aber natürlich nicht zu viel verraten). Und dann muss sie auf jeden Fall zum Ausdruck bringen, ob und warum dem Rezensenten das Buch gefallen hat. Da kommt für mich ganz viel Emotionalität ins Spiel. Wenn ich in einer Rezension merke, dass das Buch den Rezensenten berührt hat, dann macht mich das neugierig. Wenn nur ganz sachlich über das Buch geschrieben wird finde ich das meistens langweilig. Und: ich persönlich mag ewiglange Rezensionen auch nicht, mir es es lieber kurz und knapp ;-)

Ahotep

vor 6 Jahren

Ich beginne mal mit dem Punkt "Inhaltsangabe". Viele sind ja der Meinung, dass in eine Rezension eine Inhaltsangabe hinein *muss*. Ich gehöre beispielsweise nicht dazu. Allerdings kommt es für mich darauf an, wo sie erscheint. Wird eine Rezension auf einem Blog oder einer anderen unabhängigen Seite veröffentlicht, so gehört für mich eine Inhaltsangabe dazu, da man auf der Seite keine weiteren Informationen zu dem Buch bekommt. Erscheint die Rezension auf Amazon oder hier auf Lovelybooks kommt es darauf an, wie die dort zu findende Inhaltsbeschreibung ausfällt. Erzählt diese etwas Falsches oder gar zu viel, so gehört auch hier für mich eine Inhaltsangabe dazu. In allen anderen Fällen, es sei denn ich habe einen vergessen, ist es nicht nötig, meist finde ich es gar störend. Auf jeden Fall finde ich es schön, wenn eine Rezension klar strukturiert ist, d.h. Inhaltsangabe, Meinung und Fazit erkennbar sind, so dass bei Bedarf eines davon übersprungen werden kann. Zudem finde ich es gut, wenn die Bewertung und die Rezension übereinstimmen. Ich mag es gar nicht, wenn jemand das Buch nur lobt und am Ende 3 oder 4 Sterne gibt oder umgekehrt. Das sollte alles nachvollziehbar sein. Außerdem gehört eine gehörige Portion eigene Meinung hinein ;). Rein technische Rezensionen helfen mir da nicht viel weiter. Dann mag ich es noch, wenn ich keinen Roman lesen muss, aber ein 3-Zeiler darf es auch nicht sein. Weiterhin sollte das meiste nachvollziehbar sein, in dem für die einzelnen Kritikpunkte (positiv oder negativ) Gründe genannt werden. Natürlich ist das nicht immer möglich, aber es sollte bei den meisten Punkten gemacht werden. Denn es nützt mir nichts, wenn beispielsweeise nur gesagt wird, dass man sich in die Charaktere nicht hineinfühlen konnte. So weiß ich dann nicht, ob es an der mangelnden Beschreibung, an der Art oder etwas völlig anderem liegt. Das ist ungünstig, da ich dann nicht beurteilen kann, ob mich dieser Punkt stören würde oder nicht.

Ich selbst schaffe es allerdings nur sehr selten meinen eigenen Ansprüchen gerecht zu werden :P. Irgendwie habe ich kein Talent dafür :D.

Wenn ich vor habe eine Rezension zu schreiben, mache ich mir beim Lesen schon Notizen, da ich sonst am Ende vergesse, was ich alles bemängelt habe oder schön fand :).

Synapse11

vor 6 Jahren

Ich schliese mich Ahotep an. Inhaltsangaben versuche ich so kurz wie möglich zu halten. Keinesfalls Wichtiges verraten, aber vielleicht neugierig machen. Dann kommt die eigene Meinung mit Begründungen warum etwas gut oder weniger gut war, wodurch Spannung entstand, oder was mich verwirrt hat. Eventuell noch ein Vergleich zu ähnlichen Büchern oder eine Meinung zum Cover. Das Fazit dient als Kurzzusammenfassung für alle, die nicht die ganze Rezi lesen wollen. Ich persönlich gebe auch gern meine Lieblingstextstelle / Zitat mit an. Ja, auch ich mache mir ganz gern beim Lesen Notizen. Dann brauche ich nur noch meine Stichpunkte ausformulieren, eine passende Überschrift finden und die Rezi ist fertig. Das Ganze sollte übersichtlich gegliedert und nicht länger als eine A4 Seite sein.
PS: Meine Rezis veröffentliche ich auch auf anderen Bücherseiten/Onlineportalen etc.

NiliBine70

vor 6 Jahren

Erst mal finde ich, gibt es die perfekte Rezi nicht, würde ich sagen ;-) Dafür sind die Ansprüche eines jeden doch sooo unterschiedlich, dass man kaum alle glücklich machen kann.

Aber sie sollte auf jeden Fall nicht zu viel verraten, auf keinen Fall das Ende und auch nicht bis ins kleinste gehen, der Leser sollte sich schon das Buch selbst noch "erarbeiten" können und nicht alles vorgekaut bekommen.

Ich persönlich mag auch keine Rezis, die schon fast selbst von der Länge her Romancharakter haben. Lieber kürzer, mit nicht zu nüchterner Sprache, ich bin selbst ein Gefühlsleser, die Stimmung ist für mich immer sehr wichtig. Das möchte ich auch von anderen Lesern erfahren, wie sie ein Buch empfunden haben, hat es sie in irgendeiner Form berührt etc.

Und dann interessiert mich immer, ist der Stil leicht lesbar? Oder wimmelts von anstrengenden Schachtelsätzen, von Fachbegriffen, wo man am besten noch ein Glossar daneben liegen hat...

Wenn ich eine Rezi schreiben will, muss ich einen Tag vergehen lassen. Das Sackenlassen ist bei mir total wichtig. Notzen mach ich mir nicht immer. Es gibt selten mal eine Textstelle, die ich als Zitat verwende, wenn es etwas ist, was ich selber auch für mich in Erinnerung halten will.

sunlight

vor 6 Jahren

Na, die Frage kommt gerade zum richtigen Zeitpunkt. Gestern habe ich mit einer Rezi angefangen und es lief überhaupt nicht ........ heute früh war es dann auf einmal gar kein Problem mehr, meine Gedanken in Sätze zu packen.

Ich möchte mehrere Infos bei einer Rezi und insofern versuche ich mich auch selbst daran zu halten.
1. Inhalt, kurz und prägnant formulieren ohne natürlich Überraschungen, Wendungen oder gar den Mörder zu verraten. Ich will wissen, worum sich der Inhalt dreht.
2. Teil einer Reihe?
3. Evt. persönliche Bezüge der Autoren oder Preise, soweit bekannt.
4. Schreibstil, Gliederung des Buches, Spannung o.ä.
5. Persönliche Bewertung, mein Leseerlebnis, was hat mir gefallen oder nicht und warum! Oder was mir der Text gegeben, Anregung zum Nachdenken.
6. Fazit
7. Mein bevorzugte Länge liegt bei einer DIN A4 Seite mit Absätzen.
8. Für Rezis mache ich immer ausführliche Notizen und lese viel bewusster, nachdenklicher. Deshalb schreibe ich auch nur zu bestimmten Büchern Rezis, es ist für mich aufwändig.

Bei meiner heutigen Rezi habe ich einen Aspekt, der mir nicht so zugesagt hat, nicht besprochen. Träume und ihre Bedeutung, sie waren bei der Kommissarin durchgängig vorhanden. Nicht so mein Ding, aber ich empfand es auch nicht als sooo tragend für die Story, also habe ich mir die Freiheit genommen, ihnen den Platz zu zuweisen, den sie haben - schmückendes Beiwerk und ihnen nicht durch das Erwähnen in der Rezi mehr Gewicht zu verleihen.

Letztlich alles eine persönliche Sicht und die ist durchaus auch Tagesform abhängig.

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