Zwischen Skylla und Charybdis

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Daniela_Egert

vor 1 Jahr


Papa will in die Berge, Mama ans Meer? Kein Problem - Kalabrien im Süden von Italien hat beides zu bieten. Unsere Autorin Daniela Egert flog mit ihrem Mann sowie Antonia (1) in eine der sonnigsten Regionen Europas.

„Pizza für die Signorina?“ Lachend hält Koch Luigi unserem Baby einen überdimen­sionier­ten Holzschieber unter die Nase. Darauf: die wahrscheinlich beste „Quattro Staggioni“ der Welt! Frisch aus dem Steinofen, mit Tomate, Mozarella und allem, was das Urlauber-Herz begehrt. Keine Frage: Es lebt sich gut in unserem kalabresischen All-inclusive-Hotel.

Auch Klein-Antonia, die gerade ein Jahr alt geworden ist, genießt die Streichel­einheiten, die hier von allen Seiten auf sie niederregnen. Italiener lieben bekanntlich Kinder, und sie machen aus ihrer Begeisterung keinen Hehl. Bussi, bussi, „bella bimba!“ – unser Wonneproppen wird von begeisterten Zimmermädchen mitten auf die Stirn geküsst und macht bei Tisch die Runde durch die Arme der anderen Touristen. Zu unserer Überraschung sind das hier in Kalabrien gar nicht so selten – Kalabresen. Die bleiben während der schönsten Wochen des Jahres tatsächlich gerne zu Hause und genießen die 780 Kilometer Strand, das kristallklare Wasser sowie die Zitronen- und Orangenbäume vor ihrer Haustür. „Unsere Region ist das beste Urlaubsziel von ganz Italien“, meint Luigi stolz. Und wir finden, er hat Recht.

Wenn wir den Kinderwagen morgens über einen gepflasterten Weg von unserem Gästehaus „Limoni“ zum Meer schieben, schleicht sich der Duft einer Armada von Kiefern in unsere Nase. Dann endlich liegt die endlose Wasserfläche vor uns. Glatt und glänzend und in der Sonne glitzernd präsentiert sie sich hier am südlichsten Zipfel der italienischen Halbinsel. Bildlich gesprochen bildet Kalabrien die Stiefelspitze des Landes. Von der einen Seite umfließt das ionische-, von der anderen Seite das tyrrhenische Meer die Region. 90% Kalabriens bestehen aus Bergen, wie uns bereits der Blick aus dem Flugzeug verriet. Was uns als Eltern eines Babys besonders freut: Die Strände hier sind fast alle erfreulich flach. Ein richtiges Paradies also für Antonia, die wir mit Sonnenhut, Eimerchen und Schaufel auf einem großflächigen Handtuch „parken“, wo sie sich sogleich an die Arbeit macht, das Mittelmeer auszubaggern. Weder laufen hier Krebse herum, die Nina in den Zeh zwicken könnten, noch droht eine Monsterwelle unseren 75 cm-Zwerg zu überfluten. Entspannt widmen wir uns auf den bereit stehenden Liegen unserer Urlaubslek­türe.

Als wir am nächsten Tag dem Städtchen Pizzo einen Besuch abstatten, grüßt aus weiter Ferne der berühmteste Repräsentant der Gegend: Die Insel Stromboli besteht aus einem aktiven Vulkan und der bricht gerade wieder aus. Das tut er alle zehn Minuten, wie unsere redselige Reiseleiterin Claudia erläutert. Im schaukeligen Bus hat sie uns her dirigiert und wärmt uns erst mal mit ein paar Anekdoten aus ihrem schweizerisch-kalabresischen Ehealltag auf. Eigentlich wäre ein bisschen Abkühlung eher von Nöten: Es ist erst Vormittag, und schon schraubt sich die Temperatur in beeindruckende Höhen. Unser Gerade-noch-Baby sitzt vergnügt schwitzend im Buggy und scheint sich die Gelassenheit der Südländer in beeindruckender Geschwindigkeit angeeignet zu haben - eine Gemütsruhe, die man freilich der kalabresischen Küche nicht anmerkt. Vielleicht ist die Hitze oder der Ätna daran schuld, jedenfalls kocht in den hiesigen Gerichten der Vulkan. Die Einheimischen bestreuen ihre Pasta, aber auch Fleisch und Gemüse mit kochend scharfem Peperoncino, der direkt aus der Hölle zu kommen scheint. Mindestens 600 Gramm des Teufelszeugs muss ein gestandener Calabrese vertilgen, um beim jährlich statt findenden Wettbewerb im Badeörtchen Diamante die anderen Teilnehmer auszustechen. Für kulinarische Weicheier wie uns hält die Gegend zum Glück aber auch die eine oder andere Entdeckung bereit. Nicht nur unsere zwölf Monate alte Tochter schaut erstaunt, als im Restaurant „Dispensa della Nonna“ (Omas Speisekammer) die berühmte Zwiebelmarmelade auf den Tisch kommt. Keineswegs fürs süße Frühstück gedacht, harmoniert die Masse angeblich hervorragend mit Fleisch und Schafskäse. Na dann: Buon appetito! Wir greifen zu.

Gestärkt widmen wir uns anschließend den touristischen Devotionalien. Im malerischen, von den Fremden regelmäßig überfluteten Pizzo sind das: Lustige Pfeifen

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