Dani putzt für Martina Büros. Dani putzt im Team mit Tom, intim werden die beiden aber nicht miteinander, auch wenn sich Tom das ganz heftig wünscht. Dani putzt auch Eriks Büro und anschließend kriecht sie in seinem Garten ins hinterste Gebüsch und beschaut sich von dort sein Leben.
Leben? Erik ist verheiratet, mit Karin. Intim sind die beiden aber schon lange nicht mehr miteinander, den Höhepunkt hat diese Ehe schon lange überschritten.
Sie trinkt, wann hat das angefangen?
Ach Gott, was hätte nicht alles aus ihrem Leben werden können, ja müssen.
Alles was sie sagt klingt ihm nur noch wie eine Drohung in den Ohren – wann hat das angefangen?
Er versteht weder Frau noch Kinder, geht im scheinbar ach so erfolgreichem und arbeitsreichem Anwalt-Sein völlig auf, bis die Blase platzt.
Entdeckt, zufällig, was sich da in seinem Garten tut, stellt sich nackt vor die Terrassentür, empfindet seine mechanisch herbeigeführte Befriedigung als einen Akt des Beischlafs mit der Unbekannten.
Tom verfolgt Dani, kommt nicht klar mit ihrer Zurückweisung, entdeckt, was da im Garten vor sich geht, schreibt Karin einen lieben Brief.
Eriks Traum platzt, endgültig, mit der jähen Erkenntnis: Sie ist eine Putze, einfach nur eine kleine Putze.......
Wie tief können Menschen fallen, runterkommen?
Der Leser erlebt, in Atem raubender, rasanter Sprache geschildert, den immer schnelleren Zerfall aller Bindungen, die angestrengte, fragile Suche nach neuem Sinn, Glück, Befriedigung, Liebe.
Mit neuen, vielfach austauschbaren Menschen, Menschen die einem sonst beim besten Willen niemals nicht untergekommen wären. Wäre nur alles in geordneten Bahnen geblieben.
Jeder greift nur noch nach dem anderen, ohne jeden Sinn und Verstand, rein egoistisch gesteuert, in purer Verzweiflung, wie nach einem letzten, vielleicht rettenden Strohhalm, der vor dem Untergang, dem Ertrinken, der Bedeutungslosigkeit rettet. Denkt, dass muss doch jetzt Liebe sein, muss es doch einfach.........
Kann dieser Versuch Menschen gelingen, die einmal ganz unten angekommen sind? Oder geht nicht vielmehr, fast zwangsläufig, bei einem Menschen, der solche Erfahrungen macht, etwas kaputt, dass sich nicht so ohne weiteres verdrängen, reparieren lässt. Das einen kennzeichnet für den Rest seines Lebens.....?
Neben der Sprache besticht vor allem die Schonungslosigkeit, mit der jede Person betrachtet wird, wie in einem Laborversuch. Faszinierend. Der Leser steht hinter einer dicken, gläsernen Wand und beobachtet – Identifikation mit einer der Figuren ist kaum möglich, wenn nicht gar unerwünscht?
Schleicht sich da nicht, vielleicht ein ganz klein wenig, der Gedanke ein: Gott sei Dank?