Rezension verfasst vor 1 Jahr
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>> Je weniger Gedanken wir uns über sie (die Liebe) machen, desto selbstverständlicher erscheint sie uns; wenn wir aber anfangen, über sie nachzugrübeln, kommen wir in Teufels Küche. <<
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Bisher kannte ich den Autor Patrick Süßkind nur durch den Roman "Das Parfum", der mich faszinierte, vor allem die Szene in den Bergen, als Grenouille mit sich allein ist und seinen Fähigkeiten in Gedanken "freien Lauf" lässt... Diese Szene hat mich motiviert anderes von diesem Autor zu lesen. Bei "Über Liebe und Tod" bin ich hängen geblieben. Ein interessanter Titel, ein interessantes Thema. Und obwohl kein Roman - vielleicht auch gerade deswegen -, habe ich mich ans Lesen gemacht...
EINDRÜCKE: Patrich Süßkind leitet seinen Text mit folgendem Zitat ein:
>> Wenn mich niemand danach fragt, dann weiß ich es; wenn mich aber einer danach fragt, und ich's ihm erklären will, dann weiß ich es nicht (Augustinus) <<
Und ehe man ein paar Sätze, ein paar Seiten gelesen hat, ist man mittendrin in den Gedanken des Autors zum Thema Liebe, die unvermeidlich mit dem Tod verknüpft ist. Mit passenden Beispielen aus dem Alltag untermalt, aber auch philosophische Ansichten werden Teil seiner Gedanken. So beispielsweise Sokrates Ansicht der dreigeteilten Seele, verglichen mit einem antiken Streitwagengespann bestehend aus zwei Pferden und einem Wagenlenker:
>> Nun ist es an und für sich schon ein Kunststück, ein solches Gefährt in der Bahn zu halten. Zum halsbrecherischen Abenteuer aber wird es, wenn, wie beim Seelengespann der Fall, nur eines der Pferde von edler Natur, gelehrig und gefügig ist, das andere aber schlecht, wild und ungebärdig. Wenn nun gar noch Eros ins Spiel kommt, die dreigeteilte Seele also zu lieben beginnt und des Geliebten ansichtig wird, dann gerät das ungleiche Gespann vollends außer Kontrolle... <<
FAZIT: Oben zitierte Beschreibung der dreigeteilten Seele, aber auch weitere, die dieses Büchlein enthält, haben mir gut gefallen. So ist eine kleine Gedankensammlung entstanden - knapp 60 Seiten und damit genug richtig -, die anregt über das Gefühl Liebe nachzudenken, und auch einfach eine interessante Lektüre abgibt mit dem krönenden Abschluss des Vergleichs der Liebe und des Todes Jesu und Orpheus!
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