Meine Inhaltsbeschreibung
Dorothea ist 16 Jahre alt und ist seit einem tragischen Vorfall vor einigen Jahren, Opfer von Halluzinationen und Wahnvorstellungen. Ihr Familienglück wird auf den Kopfgestellt, als Doro eines Morgens, die Leiche ihres kleinen Bruders in seinem Bettchen vorfindet. Nichts ist mehr so wie früher. Nach einem Nervenzusammenbruch wird sie in eine Psychiatrie eingewiesen. Ihre Eltern trennen sich und nach langjähriger Therapie scheint es Doro wieder besser zu gehen. Gemeinsam mit ihrer Mutter zieht sie nach Ulfingen. Dort lernt sie Julian kennen. Dieser ist ausgerechnet der Sohn ihres Therapeuten und zu allem übel auch noch vergeben. Ihr Leben scheint für kurze Zeit normal, bis sie eines Nacht von der ständig zugeschlagenen Tür des Laubhauses geweckt wird.
Um die Tür zu schließen begibt sie sich in den Schuppen. Doch das, was sie dort vorfinden, kann unmöglich eine Halluzination sein. Ein Junge, abgemagert, hilflos und verletzt, fleht sie an ihm zu helfen.
Er, so sagt er es zumindest, wird vom Teufel verfolgt. Doro, die sofort einen Krankenwagen ruft, wird erneut vor den Kopf gestoßen, als der Junge bei Eintreffen des Krankenwagens, verschwunden ist. Aber Doro ist sich sicher. Dieser Junge war real, sie hat ihn berührt, seine kalten Finger gespürt. Sie kann ihn sich nicht eingebildet haben. Ihre Vermutungen werden bestätigt, als sie ein Plakat mit einem Foto des Jungen findet. Kevin ist Mitglied einer Band. Kurz scheint es, als ob sie sich nicht geiirt hat. Aber Kevin ist einige Tage zuvor bei einem Tragischen Brand ums Leben gekommen. Wie kann sie ihn dann gesehen haben, wenn er nicht einmal am Leben ist?
Meine Rezension
Dieses Buch fesselt von der ersten Seite an. Man fliegt förmlich von Seite zu Seite. Ein unglaublich toller Page Turner. Doro ist ein sehr spezieller, aber dennoch sympatischer Protagonist. Sie hat viel durchmachen müssen, dass sie meiner Meinung nach nicht zu einem schlechten Menschen macht. Täglich mit einer Erinnerung zu leben, die man so sehr verdrängt, stellt eine große Belastung für sie dar. Sie ist nicht abgrundtief böse. Sie hat einen Fehler gemacht und das, egal welche Konsequenzen dieser Fehler hatte, macht sie nur menschlich. Ich konnte mich in sie hineinversetzen und irgendwie glaubte ich ihr. Bei "Mein böses Herzen" sind die Grenzen von Realität zu Fiktion hauchdünn. Was ist Teil ihrer Wahrnehmungen und was geschieht wirklich? Dieses Buch ist auf seine eigene Art sehr philosophisch. Zu was sind wir Menschen fähig und wieviel Böses steckt wirklich in uns? Wulf Dorn schafft es dieses sensible Thema so authentisch und realitätsnah wie möglich zu gestalten.
Allerdings bin ich der Meinung, dass dieses Buch sich eher reiferen Jugendlichen widmet, zumal sehr viel Wissen von jüngeren Lesern garnicht erfasst werden könnte. Eine grundliegende Reife, damit man die Intention des Autors und dieses Romans überhaupt in seinem vollen Maße verstehen kann, ist zumindest aus meiner Sicht erforderlich. Dieser Jugendthriller hat wirklich etwas faszinierendes, das einen selbst nach Beenden des Buches nicht, loslässt. Mich lässt der Gedanke zu welchen Taten Menschen fähig sind und welche Beweggründe sie haben, einfach nicht mehr los. Ein unglaublich tolles Buch! Anders kann ich es garnicht sagen.
Beim Lesen ertappt man sich dann doch das ein oder andere Mal dabei, wie man seine eigenen Gedanken in Frage stellt. Ich muss sagen, dass ich selten ein Buch so schnell gelesen habe. Ein wenig Schade, fand ich allerdings, dass mir bereits nach den ersten 100 Seiten klar wurde, wer oder was dahinter steckt. Die Geschichte, die Handlung und das grandiose Ende konnten mich aber über diesen Kritikpunkt hinwegsehen lassen.
Mein persönliches Fazit
Mein böses Herz. Ein spannender Thriller, der die Abgründe des Menschen und deren böse Herzen perfekt in Szene setzt. Ein Jugendthriller an dem sicherlich nicht nur Jugendliche ihre Freude haben werden. Spannend, verstörend und rätselhaft. Ein ausgezeichnetes Buch und klasse Pageturner!
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