Rezension vom 20.08.2012
(3)
Die Kompanie der Oger ... In den Hauptrollen spielen ein Mensch, eine Amazone, eine Sirene, ein Kobold, eine Hexe, ... ah ja, und ein (1) Oger. Das Buch für Shrek-Fans anzupreisen, wie es das Cover tut, ist also vielleicht etwas übertrieben.
Die Oger Kompanie ist ein Sammelsurium von Rekruten der Unmenschlichen Legion, die sonst niemand haben will. Und ausgerechnet über diesen undisziplinierten Haufen soll Never Dead Ned, ein Buchhalter, das Kommando übernehmen. Neds herausragendste Eigenschaft ist es, bei jeder möglichen Gelegenheit zu sterben. Nur kann er nicht tot bleiben, weil eine Hexe ihn immer wieder zurückholt.
Soweit klingt der Anfang sehr vielversprechend, lustig und spannend. Leider wird daraus nicht besonders viel gemacht. Die Kompanie und jegliche Versuche, ihre Existenz zu retten, sind für den weiteren Verlauf eigentlich unerheblich. In der ersten Hälfte des Buches lernt man die einzelnen Figuren kennen. Ausgerechnet die zwei attraktivsten Soldatinnen der Kompanie - eine Amazone und eine Sirene - verlieben sich in den so gar nicht attraktiven Nichtsnutz und Alkoholiker Ned. Weiblichen Lesern mag das ein wenig wie männliches Wunschdenken erscheinen. Wer sich ein spannendes und humorvolles Fantasyabenteuer erhofft hat, den wird es auch ein wenig nerven, dass es in der ersten Hälfte des Buches eigentlich hauptsächlich darum geht, dass sich die beiden Kontrahentinnen versuchen auszustechen, während andere sich den Kopf darüber zerbrechen, wie sie Ned wieder loswerden. Passieren tut aber eigentlich nichts. Gelegentlich stirbt Ned recht unspektakulär, um wenig später wieder aufzustehen.
Wer diese Länge übersteht, erlebt bei etwa der Hälfte des Buches eine große Überraschung, die eine unvorhergesehene Wende und neue Spannung verspricht. Leider ist Ned dann eine ganze Weile damit beschäftigt, nichts zu tun, was die Spannung bald wieder abwürgt. Das Finale kann sich dafür sehen lassen. Hier wartet eine große Schlacht und ein Kampf der Giganten.
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