António Lobo Antunes Die Leidenschaften der Seele

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Inhaltsangabe zu „Die Leidenschaften der Seele“ von António Lobo Antunes

Portugal, Ende der achtziger Jahre. Als ein Bombenleger verhaftet wird, setzt man einen Ermittlungsrichter auf ihn an, der den Mann namens Antunes noch aus der Kindheit kennt. Doch das Verhör zwischen Richter und Angeklagtem läuft aus dem Ruder, bald weiß niemand mehr, wer wem die Fragen stellt.

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  • Rezension zu "Die Leidenschaften der Seele" von António Lobo Antunes

    Die Leidenschaften der Seele

    The iron butterfly

    21. October 2010 um 21:53

    Portugal in den achtziger Jahren - eine revolutionäre Gruppierung, bestehend aus einem Künstler, einem Priester, einem Studenten, einer Altersheimbesitzerin und dem Mann, Antunes genannt, verfolgt ihre Ziele im Kampf um den Sozialismus mit Hilfe von Bombenattentaten. Antunes wird festgesetzt und soll nun in einem kontrovers geführten Verhör unter Druck gesetzt werden. Ziel ist es die terroristische Zelle zu zerstören und die anderen Mitglieder zu eliminieren. Der Plan, Antunes, den Sohn aus gutem Hause, von seinem Freund aus Kindertagen, dem Richter, Sohn des Hausmeisters, in die Zange nehmen zu lassen, platzt mit zunehmender Wiederbelebung alter Kindheitserinnerungen. Der Mann Antunes und der Richter arbeiten ihre Vergangenheit auf, sie ziehen Bilanz, die Bilanz einer tiefen und vertrauensvollen Freundschaft zwischen zwei Jungen aus den unterschiedlichsten Sozialschichten, einer Freundschaft, die beiden im Verlauf der Zeit abhanden gekommen ist. Nun sitzen sie sich gegenüber, Kontrahenten zu Beginn, der eine auf der Seite des Rechts, der andere auf dem Stuhl des Angeklagten, Direktimport von der schiefen Bahn. Derweil geht die Revolution weiter und die vier verbliebenen Terroristen tun ihr Bestes, um ihrem Image gerecht zu werden. António Lobo Antunes verlangt seinen Lesern einiges ab, zunehmend verlaufen Handlungsstränge parallel, und hier spielt es keine Rolle für ihn, ob es sich um die Gegenwart oder die Vergangenheit handelt. Mit höchstem Genuss vermischt er Gespräche, Erinnerungen, Handlungen, Gedanken, als würde er, wie die böse Stiefmutter Erbsen mit Asche vermengen. Endlos erscheinende Sätze über halbe oder ganze Seiten sind dabei keine Seltenheit und geben dem Gesamtwerk eine gewisse Note. Mit einem Drehbuch ohne jegliche Regieanweisungen in der Hand trudele ich durch die Geschichte und er belohnt meine Aufmerksamkeit mit sprachlichem Luxusgut. Damit weiß er wahrlich zu begeistern, wie aus dem Nichts scheint dann die Zeit stehen zu bleiben, man balanciert federleicht auf seinen Worten. Diese Momente erinnerten mich an diese Szene aus „Amelie“, als sie im Zug das Werk des erfolglosen Poeten liest und tief bewegt dem Schaffner dieses "Ohne dich wären die Gefühle von heute nur die leere Hülle der Gefühle von damals" entgegenhaucht. Antunes' Sätze ähneln poetischen Manifesten, Sätze, die in Stein gemeißelt ihre Zeit überdauern würden. Seine Geschichte ist wie Lissabon, einmal laut und hektisch wie der Rossio, zentrales Herzstück der Stadt und dann wieder ruhig und im völligen Gleichgewicht wie der Tejo, dieser Fluss, der die Stadt in seinen Armen hält. Die Frankfurter Rundschau hat den Schriftsteller Antunes einem Tarantino oder Lynch gegenüber gestellt und das kann ich nur unterstreichen, eine spektakuläre Geschichte für konzentrierte Leser und Lissabon Fans.

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