Zwei unter einem Schirm

von Anton Badinger 
3,7 Sterne bei12 Bewertungen
Zwei unter einem Schirm
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Positiv (7):
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Eine Geschichte über Emanzipation, die Rolle der Frau und ein Kampf um Anerkennung und Unabhängigkeit - lebendig und mit ironischem Unterton

Kritisch (3):
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Das erste Drittel konnte mich gut unterhalten, danach wurde ich bis zum Ende hin enttäuscht.

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Inhaltsangabe zu "Zwei unter einem Schirm"

Lotta ist in ihren Trafikanten verliebt und kauft ihm jede Woche ein Los ab. Doch als sie den Hauptgewinn macht, geht alles schief: Ihre neue Villa entpuppt sich als renovierungsbedürftig, ihre neuen Freunde als Betrüger. Gülcan aus Istanbul wiederum hat den falschen Mann geheiratet. Nun lebt sie in einer trostlosen Wohnung in Salzburg, und statt in die versprochene Ausbildung steckt Cemil sie in SÜPER CHICKEN, seinen Hühnerimbiss. Eines Tages gelingt ihr die Flucht nach Wien, dort trifft sie Lotta, die von ihrer eigenen Housewarming-Party geflohen ist. Die beiden Frauen schließen Freundschaft und merken schnell, dass gemeinsam alles leichter geht und dass das Glück nicht immer dort liegt, wo man es vermutet.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783552063761
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:Zsolnay, Paul
Erscheinungsdatum:23.07.2018

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    SofieWaldenvor 10 Tagen
    Eine zufällige Zweckfreundschaft, die zwei sehr ungleichen Frauen zu Hilfe kommt.

    Zwei Frauen, zwei sehr unterschiedliche Leben. Da ist einmal Lotta. Mitte 20, beruflich nicht sehr glücklich, spielt sie jeden Donnerstag Lotto, hofft auf den großen Gewinn und schwärmt nebenbei insgeheim für den Mann, der ihr die Lose verkauft. Und tatsächlich, ein Lottogewinn macht sie zur Millionärin und nun würde einem Leben, das sie wirklich erfüllt, eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Doch die unsichere Frau wendet sich von ihren bisherigen Freunden ab, kündigt ihren Job und umgibt sich mit Menschen, die nur ihre Nähe suchen, weil sie ja nun reich ist. Langsam rinnt ihr das gewonnene Geld durch die Finger und endlich merkt sie, das sie von ihrer Umgebung nur ausgenutzt wird. Glück kann man sich nicht kaufen und das einzige, was bleibt, ist der Alkohol.

    Und dann gibt es da Gülcan. Sie lebt in Istanbul, liebt ihren Job als Fremdenführerin und ist eigentlich sehr zufrieden mit ihrem Leben. Aber ihre Eltern drängen sie zu heiraten. Sie wird mehr oder weniger gezwungen, Cemil zu ehelichen und zu ihm nach Salzburg zu ziehen. Dort erwartet sie, entgegen Cemils Versprechungen, nur eine kleine Wohnung, in der sie nun mit ihrem Mann, dessen traditioneller Mutter und dem dementen Vater leben muss. Statt der erhofften Ausbildung muss Gülcan im Schnellimbiss ihres Mannes mitarbeiten und schon bald kommt es auch zu ehelicher Gewalt. Gülcan beschließt, dieses Leben zu verlassen, steigt in einen Zug,der nach Wien fährt und trifft dort auf Lotta, genau so verzweifelt wie sie selbst und auf der Suche.

    Lange braucht die Handlung dieses Romans, bis die Frauen dann aufeinander treffen. Zuvor pendelt die Geschichte zwischen den schon sehr interessant und durchaus Empathie erzeugenden Leben der beiden Hauptpersonen, wobei gerade Gülcans Geschichte doch etwas ins Hintertreffen gerät.

    Ich habe den Roman sehr gerne gelesen. Gerade die gegen die allgemeinen Klischees herausgearbeiteten Charaktere der beiden Frauen waren sehr gut und mit viel schriftstellerischen Können herausgearbeitet und auch die Zweckfreundschaft, die da aus der Not heraus entstanden ist, hat mich in ihrer Authentizität überzeugt. Ein kleiner Minuspunkt ist sicherlich, das die durch den Titel und die inhaltlichen Vorgaben erzielten Erwartungen der Leser, so nur sehr bedingt dem Inhalt der Geschichte entsprach. Warum dies so angelegt wurde, weiß ich nicht. Die tatsächliche Handlung muss sich keinesfalls verstecken. 

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    Zuzi1989s avatar
    Zuzi1989vor 20 Tagen
    von zwei unterschiedlichen Frauen

    Lotta spielt jeden Donnerstag Lotto und schwärmt vom Trafikanten. Als Lotta tatsächlich gewinnt, krempelt sie ihr komplettes Leben um. Während sich einige ihre Freunde von ihr abwenden, bekommt sie neue Freunde, warum den wohl??? Dadurch dass Lotta sehr naiv ist, bemerkt sie zu spät, dass alle nur ihr Geld wollten und nicht sie

    Gülcan lebt in der Türkei und ihr Beruf Fremdenführerin erfüllt sie vollkommen, doch ihre Eltern haben einen anderen Plan für sie. Sie heiratet Cemil Adem, doch alles was er versprochen hat, war eine Lüge und sie flieht heimlich nach Wien, wo sie Lotta trifft.

    Das Leben der beiden Frauen macht fast dreiviertel des Buches aus. Die Perspektiven der beiden wird immer wieder gewechselt. Ich hätte mir erhofft, dass sie sich schon eher treffen und nicht erst so spät.

    Generell müsste ich mich öfters dazu zwingen, das Buch weiterzulesen. Der erste Abschnitt war zwar noch gut dargestellt, wurde aber ab dem zweiten Kapitel zusehends anstrengender zu lesen, da es mich öfters verwirrt hat.

    Das Ende hätte auch anders gewählt werden können, zb wie es den beiden Protagonisten in ihrem Leben weiterergangen ist und nicht von Lotta's Garten

    Fazit
    Ein Buch, das mich nicht überzeugen konnte. Es hatte zwar gute Ansätze, wurden aber nicht sonderlich umgesetzt

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    P
    Pixibuchvor 20 Tagen
    Zwei unter einem Schirm

    Lotta arbeitet als Buchhalterin in einer großen Firma und ist mit ihrem Beruf und ihrem Leben unzufrieden. Jede Woche spielt sie Lotto, weil ihr der Trafikant in der Lottoannahmestelle sehr gut gefällt. Gülcan arbeitet in der Türkei als Fremdenführerin und lebt mit ihren Eltern in einer kleinen Wohnung in Istanbul. Sehr bald schon wird sie mit einem Mann verheiratet, der ihr verspricht, eine Ausbildung machen zu dürfen und sie geht zu ihm nach Salzburg. Dort aber ist sie sehr enttäuscht, denn in Salzburg muß sie zusammen mit ihren Schwiegereltern in einer kleinen Wohnung leben und statt eine Ausbildung zu erhalten, muß sie in der Hähnchenbraterei ihres Mannes schuften. Lotta allerdings hat Glück und hat einen Lottogewinn von 2 Millionen. In ihrer Euphorie kauft sie sofort eine teuere Handtasche, teuere Klamotten und ihr wird eine alte heruntergekommene Villa zu einem überteuerten Preis angeboten. Sie trifft sich mit falschen Freunden, die ihr Geld mit vollen Händen ausgeben und verjubeln, bis letztendlich nichts mehr da ist. Als Lotta total verzweifelt mit dem Taxi durch Wien fährt, trifft sie an einer Kreuzung Gülcan die sich von ihrem Mann getrennt hat. Die beiden Frauen tun sich zusammen. Gemeinsam wollen sie Lottas Schulden abbauen und auch der Trafikman tritt wieder in Lottas Leben. Ob dies alles ein gutes Ende nimmt, will ich hier allerdings noch nicht verraten: Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es geht sehr in die Gefühlswelt der beiden Frauen ein, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Erziehung nicht unterschiedlicher sein können. Lotta will in Saus und Braus leben. Gülcan ist tief religiös und arbeitsam. Das Buch tropft zwar nicht vor Spannung, aber man möchte immer wieder wissen, wie es mit Lotta und Gülcan weiter geht. Sehr gut hat sich der Autor in die Bedürfnisse und Situationen der Frauen hineingefunden. Nach dem Buch bin ich sehr nachdenkloich geworden und mir ist der Spruch in den Sinne gekommen: Es ist nicht alles Gold was glänzt. Ein sehr unterhaltsames Buch über zwei Kulturen.

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    Katzenmichas avatar
    Katzenmichavor 22 Tagen
    Lottomilionärin und Muslima

    Lotta ist in ihren Trafikanten verliebt und kauft ihm jede Woche ein Los ab. Doch als sie den Hauptgewinn macht, geht alles schief: Ihre neue Villa entpuppt sich als renovierungsbedürftig, ihre neuen Freunde als Betrüger. Gülcan aus Istanbul wiederum hat den falschen Mann geheiratet. Nun lebt sie in einer trostlosen Wohnung in Salzburg, und statt in die versprochene Ausbildung steckt Cemil sie in SÜPER CHICKEN, seinen Hühnerimbiss. Eines Tages gelingt ihr die Flucht nach Wien, dort trifft sie Lotta, die von ihrer eigenen Housewarming-Party geflohen ist. Die beiden Frauen schließen Freundschaft und merken schnell, dass gemeinsam alles leichter geht und dass das Glück nicht immer dort liegt, wo man es vermutet.

    Fazit zum Buch:

    In dem Roman geht es vor allem um Lotta,die Millionen im Lotto gewinnt.Und wie er Lotta zu Kopf steigt -sie kauft alles ,was sie meint gebrauchen zu können.Sie läßt sich von ihren sogenannten Freunden ausnutzen und die Renovierung einer maroden Villa gibt ihr den Rest.Wärend Gülcan aus ihrer Ehe geflohen ist und sich durchsschlägt. Als Beide aufeinander treffen sind sie am Boden,gemeinsam versuchen sie wieder auf die Beine zu kommen.Aber Lotta benutzt Gülcan eher als Mädchen für alles.Eine Freundschaft finde ich das nicht.In dem Buch finde ich ,geht es eher um Lotta und ihren Lotogewinn,Gülcan ist esrt etwas am Anfang und  am Ende dabei.Der Autor der die Geschichte geschrieben hat(wobei ein Mann schreibt einen Frauenroman-alle Achtung),hat die beiden Frauen gut beschrieben,und die Geschichte gut erzählt.Das Buch ließ sich gut lesen.

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    schnaeppchenjaegerins avatar
    schnaeppchenjaegerinvor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Eine Geschichte über Emanzipation, die Rolle der Frau und ein Kampf um Anerkennung und Unabhängigkeit - lebendig und mit ironischem Unterton
    Eine Geschichte über Emanzipation, die Rolle der Frau und ein Kampf um Anerkennung

    Lotta spielt jeden Donnerstag Lotto und hofft auf den Millionengewinn. Sie beginnt, für den Trafikanten zu schwärmen, bei dem sie ihre Lose kauft. Er scheint sie allerdings nicht wahrzunehmen. Auch die Arbeit als Controllerin ist alles andere als erfüllend für Lotta, weshalb sie ihr Leben komplett umkrempelt, als der ersehnte Lottogewinn tatsächlich wahr wird. Zunächst hält sie den Gewinn geheim, aber ihr großspuriges Verhalten und ihre zunehmende Überheblichkeit verraten sie. Während alte Freunde sich abwenden und sie ihre Arbeitsstelle kündigt, bekommt sie schnell neue Freunde und kauft sich im Zuge ihrer Euphorie eine renovierungsbedürftige Stadtvilla. 
    Lotta leidet unter ihrem geringen Selbstwertgefühl und möchte unbedingt zur High Society gehören, um den Trafikanten und ehemaligen Broker auf sich aufmerksam zu machen. Viel zu spät merkt sie dabei, wie sie von ihren "Freunden" benutzt wird und wie der Lottogewinn dahinschmilzt. 

    Gülcan lebt bei ihren Eltern in Istanbul, wo sie mit ihrem Beruf als Fremdenführerin glücklich ist. Ihre Eltern wollen zurück nach Anatolien und drängen ihre Tochter deshalb dazu, endlich zu heiraten. Der auserwählte ist Cemil Adem stammt aus Anatolien, lebt jedoch in Salzburg. Nach einem kurzen Kennenlernen entsteht eine Hassliebe, sie heiraten und Gülcan zieht nach Salzburg. Cemils Haus entpuppt sich als Wohnung, die er mit seiner konservativen Mutter und seinem dementen Vater bewohnt. Die versprochene Ausbildung darf Gülcan nicht antreten, sondern muss als Beitrag für das Familienbudget in Cemils neu eröffnetem Imbiss Süper Chicken arbeiten. Gülcan ist unglücklich, fühlt sich eingeengt und als Cemil dann auch noch gewalttätig wird, setzt sie sich fluchtartig und klammheimlich in den Zug nach Wien, wo sie Lotta begegnet.

    Der Roman über die beiden unterschiedlichen Frauen, deren Leben fast zwei Drittel des Buches parallel nebeneinander verlaufen und abwechselnd geschildert werden, liest sich sehr unterhaltsam und erfrischend spritzig. Der Perspektivenwechsel erfolgt schnell, was den Roman dynamisch macht. 

    Der Autor kann sich als Mann überraschend gut in die Lagen von Lotta und Gülcan hineinversetzen, was auch auf den Leser übertragen wird. Lotta und Gülcan sind beide auf der Suche nach dem Glück und einem erfüllten Leben. Während die Österreicherin Lotta wenig Selbstbewusstsein besitzt und meint, nur durch Geld auch zu Geltung zu gelangen, ist Muslima Gülcan eine selbstbewusste Frau, die ein unabhängiges, freies Leben führen möchte. Lotta ist so unsicher und verblendet, dass man sie am liebsten schütteln würde. Sie hat ihr Leben völlig aus der Hand gegeben, wendet sich in ihrer Verzweiflung dem Alkohol zu und belügt sich selbst. Gülcan dagegen nimmt ihr Schicksal nach wenigen Monaten nicht mehr hin und beginnt zu kämpfen. 

    "Zwei unter einem Schirm" ist weniger ein Roman über eine Frauenfreundschaft, sondern vielmehr eine Geschichte über Emanzipation, die Rolle der Frau und ein Kampf um Anerkennung und Unabhängigkeit. Ich habe mich beiden Frauen nahegefühlt und mochte vor allem Gülcans trockene Art, ihre Kraft, nicht zu verzweifeln, sondern entgegen ihrem Glauben, dem Druck der Eltern und der Gesellschaft für ihre persönliche Freiheit zu kämpfen. Lottas eigentlich glückliches Schicksal zeigt dagegen, was ein Lottogewinn aus einem Menschen machen kann und dass Vermögen kein Allheilmittel gegen Frust und Einsamkeit ist. 

    Beide Leben werden sehr lebendig beschrieben. Der Autor verwendet eine bildhafte Sprache mit einem sympathisch ironischen Unterton. 

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    Lese-Bienchenvor 23 Tagen
    Enttäuschend

    Leider konnte mich das Buch über die "Freundschaft" von Lotta und Gülcan nicht überzeugen. Nach dem Klappentext habe ich mich auf ein typisches Mädel-Buch gefreut.
    Leider bekommen wir die Geschichte einer unreifen Frau erzählt die im Lotto gewinnt, dadurch falsche Freunde anlockt und zu spät merkt was da gerade passiert. Gleichzeitig bekommen wir von Gülcan ihr Leben in der Türkei, wie sie ihren Ehemann kennenlernt, ihn heiratet und dann nach Deutschland kommt berichtet. Bis dann endlich nach 2/3 des Buches die beiden so unterschiedlichen Frauen aufeinandertreffen.

    Leider fällt ab der Hälfte des Buches die Geschichte von Gülcan weg und wie es ihr ergeht weg. Wir bekommen nur noch von Lotta berichtet, was irgenwann einfach lamgweilig wird. Da viel zu viele unwichtige Sachen erzählt werden und das was den Leser interessiert wird kurz und knapp abgehandelt.

    Das Ende macht es dann noch wesentlich schlimmer, nach dem wir Seitenweise über den Garten den Gülcan für Lotta angelegt hatten beschrieben bekommen wie der Zustand der Pflanzen ist, erfahren wir das wir 5 Jahre weiter sind und bekommen einen kurzen Abriss wie es den einzelnen Protagonisten ergangen ist.

    Es tut mir wahnsinnig Leid, aber ab dem Moment wo nicht mehr aus dem Leben beider Frauen berichtet wurde, konnte mich das Buch nicht mehr überzeugen. Der Anfang war vielversprechend, das Ende hat mich enttäuscht.

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    uli123vor 23 Tagen
    Charmanter Roman über eine Lottomillionärin und eine Muslima

    Diesen Roman würde man nicht unbedingt als aus der Feder eines männlichen Autors kommend vermuten. Denn seine beiden wichtigsten Romanfiguren sind Frauen - die lebenslustige, bislang nicht gerade vom Leben verwöhnte Lottomillionärin Lotta und die gläubige Muslima Gülcan. Die eine versteht es, den plötzlichen Hauptgewinn unter die Leute zu  bringen, zumal sie dabei von falschen Freunden tatkräftig „unterstützt“  und ausgenommen wird. Die andere begibt sich in eine überstürzte, arrangierte Ehe mit einem türkischen Landsmann, der sie zur Arbeit in seinem neuen Hähnchenimbiss verpflichtet und misshandelt. Sie läuft von ihm fort und trifft zufällig auf Lotta, die sie als Putzfrau und Butler anstellt.

     

    Die Geschichte besticht vor allem durch zuvor skizzierte Protagonistinnen. Lotta bedient so manches Klischee, das man gemeinhin von einem bis dato Normalbürger hat, der unvermittelt zu Reichtum kommt. Vieles, was sie mit dem Geld anstellt, ist recht amüsant zu lesen. Die ernsthafte, tief in ihrer Religion verwurzelte Gülcan, steht dazu im Gegensatz. Beide Frauen lernen voneinander, aber auch der Leser von den Frauen, etwa durch Gülcans Einblicke in ihr Leben als muslimische Kopftuchträgerin und ihre türkischen Wurzeln. Allerdings würde ich das Verhältnis von Lotta und Gülcan nicht als eine „wunderbare Freundschaft“ bezeichnen, wie es auf dem Buchrücken heißt. Gülcan ist eben doch nur Lottas Angestellte und wird durchaus als solche behandelt; zudem steht zwischen ihnen ein Mann, der gebildete, nach einem Burnout psychisch lädierte Herr Konrad, eine weitere wichtige Romanfigur. Nicht unerwähnt soll bleiben, dass mir die gelegentlichen Spitzen auf die Wiener (Möchtegern-)Schickeria gut gefallen haben. Überhaupt wohnt der Geschichte der typische Charme eines österreichischen Autors inne.

     

    Ein durchweg lesenswertes Buch und ein beachtlicher Debütroman.

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    Gudrun67vor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Das erste Drittel konnte mich gut unterhalten, danach wurde ich bis zum Ende hin enttäuscht.
    Das erste Drittel konnte mich gut unterhalten, danach wurde ich bis zum Ende hin enttäuscht.

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    Das Cover gefällt mir, denn einerseits wirkt es durch den beigen Hintergrund schon fast bieder und langweilig. Andererseits werden so der rote Regenschirm und der Titel gelungen in Szene gesetzt. Da der Schirm einen wichtigen Aspekt im Buch abdeckt, ist das ein gekonnter Hinweis.

    Hier möchte ich auch noch etwas zur Buchbeschreibung anmerken, denn oft ist diese doch passend, damit man sich in etwa auf den Inhalt einstimmen kann. Bei diesem Buch ist der Text allerdings nicht sehr gut gewählt und trägt dazu bei, dass man vom Buch enttäuscht wird.



    Der Schreibstil wirkt sehr erzählerisch und lässt sich gerade zu Beginn flüssig lesen. Dabei habe ich anfangs das Buch auch sehr gerne gelesen, weil ich es tiefgründig und mit gut gesetztem Humor, der sich oft erst bei näherer "Betrachtung" entpuppt hat, geschrieben ist. Die Vorgehensweise, die getrennten Geschichten der Protagonistinnen sich immer abwechselnd zu erzählen, haben einen gewissen Schwung ins Geschehen gebracht. Die Erläuterungen zu den jeweiligen örtlichen Begebenheiten, Bräuchen und Sitten haben ihren Teil zur interessanten Lektüre beigetragen.

    Nach etwa einem Drittel ist es mir aber zusehends schwerer gefallen, das Buch zur Hand zu nehmen. Zuerst dachte ich noch, es liegt daran, dass der Stil aufgrund der Thematik zusehends düsterer und niederdrückender rüberkommt und dies eben so auch beim Leser ankommen soll. Aber nein, es wurde mir dann nach längerem quälendem Lesen bewusst, dass sich das Konzept irgendwie verändert hat. Plötzlich wurde dann auch nur noch zum Großteil vom Chaos einer Protagonistin erzählt und die andere sozusagen "auf Eis gelegt". Das und auch die wirren und chaotischen Anwandlungen der Mitwirkenden wie auch das Fehlen des anfänglichen guten Humors haben mir den Lesespaß genommen.



    Ich habe bis zum Ende des Buches immer weiter gehofft, dass ich den Spaß, den ich zu Beginn hatte, wieder finden würde, wurde jedoch leider enttäuscht.



    Die Charaktere werden, genauso wie die örtlichen Begebenheiten, Sitten, Bräuche und dergleichen im ersten Drittel gut dargestellt und dadurch war Interesse an dem, was da noch kommen mag. Aber danach wurde es von den Vorkommnissen, den Charakteren und allem Drumherum chaotisch und schon etwas unangenehm zu lesen.



    Mein Fazit: Das erste Drittel konnte mich gut unterhalten, danach wurde ich bis zum Ende hin enttäuscht.

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    K
    KleineHexevor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Unerwartet, schräg, besonders
    Neuanfang mal 2

    Lotta schwärmt für den Trafikanten und spielt deswegen regelmäßig Lotto – bis sie gewinnt. Gülcan träumt von einem Job als Fremdenführerin und heiratet einen Mann, den sie nicht kennt. Lotta kauft eine heruntergekommene Stadtvilla und lässt sich – ganz klassisch - von falschen, neuen Freunden ausnehmen. Gülcan wird von ihrem Mann geschlagen und verlässt ihn. Schließlich treffen die beiden zufällig aufeinander…

    Lotta und Gülcan scheinen auf den ersten Blick sehr unterschiedlich zu sein, aber im Grunde  verhalten sich beide Frauen sehr ähnlich. Beide lassen sich vom Umfeld manipulieren, handeln unüberlegt und oft genug einfach nur dumm. Weder mit Lottas versnobter Art und ihrem Wunsch zur Wiener Schickeria „aufzusteigen“ und noch weniger mit Gülcans religiös-traditionellen und dabei unterwürfigen Einstellungen kann ich etwas anfangen. Sympathisch sind mir beide nicht – genauso wenig irgendeine andere Figur des Romans. Zu unverlässlich, zu oberflächlich, zu egoistisch etc.

    Fazit: Ich vergebe trotzdem 4 Sterne, weil ich finde, dass sich dieser Roman durch seinen Schreibstil, seinen Witz und seiner Originalität von der Masse abhebt. Die Geschichte ist leider weder, wie aufgrund des Klappentextes von mir vermutet, witzig noch geht es um die angekündigte wunderbare Freundschaft, aber sie bringt einen zum Nachdenken. Darüber, was wirklich wichtig ist im Leben. Der Text ist phasenweise langatmig. gelegentlich schräg und über weite Strecken traurig, aber – und das möchte ich positiv hervorheben – eines der am wenigsten vorhersehbaren Bücher das ich seit langem gelesen habe.


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    evafls avatar
    evaflvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein Klappentext, der meiner Ansicht nach viel verspricht - was das Buch dann aber leider nicht halten kann. Schade.
    Ein Lottogewinn verändert.

    Lotta, fast dreißig Jahre alt, hat im Lotto gewonnen. Gerade aber hat sie sich auf Arbeit ziemlich blamiert. Mitten in der Nacht trifft sie auf Gülcan, die eben aus ihrer Ehe geflohen ist. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft, die durchaus mit Hindernissen gespickt ist.

    Die Geschichte des Buches klingt durchaus vielversprechend, finde ich. Also war ich durchaus gespannt auf die weitere Entwicklung im Buch, viel sagt der Klappentext ja nicht wirklich aus.

    Der Schreibstil hat mir ganz gut gefallen, wenngleich ich mit der Zeit empfunden habe, dass es auch sehr schwammig geschrieben ist bzw. mir manches zu sehr in die Länge gezogen wurde. Zu Beginn habe ich ein bißchen gebraucht bis ich im Lesefluß war, bis sich die Geschichte dann mal so entwickelt, dass man unbedingt dran bleiben möchte. Sprachlich sollte man beim Lesen immer mal wieder dran denken, dass die Geschichte in Österreich spielt, was sich natürlich auch an manchen Ausdrücken bzw. Worten („Trafik“, „Kassa“) wiederspiegelt.

    Bei der Geschichte muss ich sagen, dass ich mir irgendwie etwas anderes erwartet habe, als ich es hier gelesen habe. Lotta, die ja im Lotto gewonnen hat, bislang ein Mauerblümchen ist, verhält sich durchs Geld gänzlich anders als bisher. Dass Geld verändert ist klar, aber die Entwicklung hier ist schon eine sehr krasse. Auch die Begegnung bzw. den Umgang der beiden Damen, Lotto und Gülcan, hätte ich mir anders vorgestellt. Hier kam mir vieles ein wenig komisch vor beim Lesen. Da hätte ich mehr Zusammenhalt erwartet. Oder auch mehr Durchblick von Lotta teilweise. Irgendwie schade.

    Alles in allem hatte ich das Gefühl, dass das Buch für mich gut nach der Hälfte nicht mehr sonderlich interessant war, der Spannungsbogen hat sich für mich abgebaut. Es plätscherte nur so dahin, so wirklich spannende Szenen gab es meiner Ansicht nach nicht mehr – leider. Ja, es geht nochmal „hoch her“, aber ich hätte mir da inhaltlich einfach noch mehr von der Geschichte erwartet.

    Von mir gibt es hier 2 von 5 Sternen, hinsichtlich einer Empfehlung bin ich unentschlossen.

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    Anton Badingers Debütroman erzählt von zwei sehr unterschiedlichen Frauen, vom Hinfallen und Wiederaufstehen und von einer Freundschaft mit Hindernissen

    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    Petite_biches avatar
    Petite_bichevor 3 Monaten
    Klingt nach einer guten Geschichte und einer schönen Freundschaft. Hoffe das das Buch auch Humor innehat und mich zum Schmunzeln bringt. :)
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