Rachid

von Barbara Peveling 
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Rachid
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Schonungslos offen geschrieben und verknüpft mit den aktuellen dramatischen Ereignissen in Frankreich stimmt „Rachid“ nachdenklich.

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Inhaltsangabe zu "Rachid"

„Mein Bruder Rachid ist ins Meer gegangen“ – mit diesen Worten beginnt Karims Geschichte.
Karim und Rachid sind in Marseille aufgewachsen. Tunesien, die Heimat ihrer Eltern, kannten sie gar nicht oder kaum. Ihr Zuhause war vor allem die Straße. Jetzt, zehn Jahre später, wird Karim durch die deutsche Journalistin Paula mit seiner gewaltvollen Vergangenheit konfrontiert. Je mehr Karim Paula erzählt, umso mehr löst sich sein mühsam errungener Lebensentwurf langsam aber sicher auf.
Eine große Erzählung, von Liebe, Freundschaft und die Rolle der Erinnerung, aufwühlend,
unerwartet und meisterhaft verknüpft mit den
aktuellen dramatischen Ereignissen in Frankreich.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783990600221
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:220 Seiten
Verlag:Goldegg Verlag
Erscheinungsdatum:01.05.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    TeleTabi1vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Schonungslos offen geschrieben und verknüpft mit den aktuellen dramatischen Ereignissen in Frankreich stimmt „Rachid“ nachdenklich.
    Wut im Bauch und Einsamkeit im Herzen

    Karim hat es aus den Armenvierteln von Marseille herausgeschafft und arbeitet nun als Werbegrafiker in Paris. Doch mit seiner Vergangenheit kann der junge Mann, dessen Eltern aus Tunesien stammen, einfach nicht abschließen. Die Erinnerungen an das Verschwinden seines Bruders Rachid quälen ihn. Seit zehn Jahren verdrängt er deshalb alles, was mit seinem Bruder und seiner Kindheit auf Marseilles Straßen zusammenhängt. Bis plötzlich die attraktive deutsche Journalistin Paula in sein Leben tritt und sich für Karims gewaltvolle Vergangenheit interessiert. Zum ersten Mal beginnt Karim ganz offen über das Leben von sich und Rachid zu sprechen...

    Barbara Peveling zeichnet in ihrem Roman „Rachid“ ein schockierendes Bild über die Aufstände von Marseille und die dortigen Lebensumstände, denen ihre Protagonisten Rachid und Karim ausgesetzt waren. Detailreich, authentisch und ungeschönt wird Karims melancholische Grundstimmung, die düstere Atmosphäre in den Marseiller Vororten sowie der immer gleiche zermürbende Kreislauf von Aggression, Leere und Langeweile eingefangen, der den Alltag der sozial schwächeren Menschen in Marseille bestimmt.
    Der Schreibstil der Autorin ist emotional tiefgründig und bildhaft, wodurch der Hass, die Leere und die Verzweiflung der Protagonisten gut zur Geltung kommen. Um diesen besonderen Schreibstil zu unterstreichen, würde ich gerne ein Zitat anführen, das mir in diesem Zusammenhang besonders gut gefallen hat:
    „Unser Hass war ein Buch, das sich selbst las, mit der Tinte unserer Verzweiflung und aus der Grammatik unserer Ratlosigkeit geschrieben.“ (Peveling, Barbara: Rachid. S.103, Z.3-5.) Obwohl der Schreibstil häufig recht tiefgründig ist und auch die Thematik des Romans alles andere als leichte Kost ist, ist das Buch insgesamt dennoch gut verständlich und angenehm zu lesen. Auch die Spannung wird während des Lesens konsequent aufrechterhalten, indem die Autorin nicht alles auf einmal verrät, sondern ihre Leser quasi stets ein wenig zappeln lässt und die Informationen erst nach und nach gekonnt offenbart.

    Schonungslos offen geschrieben und verknüpft mit den aktuellen dramatischen Ereignissen in Frankreich berührt Barbara Pevelings „Rachid“ und stimmt nachdenklich.

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    winddoorsvor einem Jahr
    "Eine große Erzählung"

    Paula ist eine deutsche Journalistin. Sie kommt nach Marseille um ethnologische Forschung zu betreiben. Dort landet sie in einen Viertel mit vielen Muslimen und Juden.
    Sie begegnet Karim, einen Werbedesigner, aber das war nicht immer so.
    Karim ist der Bruder von Rachid, beide in Marseille aufgewachsen, ihre Heimat Tunesien haben sie nie gesehen. Karim erzählt der Journalistin aus seiner gewaltvollen Vergangenheit von sich und seinen Bruder Rachid, der plötzlich verschwand. Niemand weiß wohin er gegangen ist und ob er noch lebt. Das waren die jahre um 2005, Jugendunruhen in Frankreich. In 13 kapiteln gerät die Wirklichkeit karims ins Wanken, er ist wieder mit der Vergangenheit konfrontiert, den sinnlosen und gewaltvollen Aktionen.
    Paula und Kachim kommen sich näher, doch er hat Zweifel. Passend dazu dieser satz v.S.160: "Sie flattert durch mein Leben um am Ende alles Leichte wieder mit sich zu nehmen. Und da kommt es 2015 in Paris gerade zu dem Terroranschlag.
    Das Ende hätte ich so nicht erwartet. Ein sehr brührendes, gute Buch, nicht leicht zu lesen. Es hat mich nachdenklich  gemacht.
    Es bekommt von mir 5 Sterne.

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    bpevelings avatar
    „Mein Bruder Rachid ist ins Meer gegangen“ – mit diesen Worten beginnt Karims Geschichte. Und gespannt bin ich mit welchen Worten deine Rezension zu meinem Buch beginnen wird!

    Karim und Rachid sind in Marseille aufgewachsen. Tunesien, die Heimat ihrer Eltern, kannten sie gar nicht oder kaum. Ihr Zuhause war vor allem die Straße. Jetzt, zehn Jahre später, wird Karim durch eine deutsche Journalistin mit seiner gewaltvollen Vergangenheit konfrontiert. Eine große Erzählung, von Liebe, Freundschaft und die Rolle der Erinnerung, aufwühlend, unerwartet und meisterhaft verknüpft mit den aktuellen dramatischen Ereignissen in Frankreich.

    Karim ist mittlerweile ein erfolgreicher Werbedesigner in Paris. Das Interview mit der attraktiven Journalistin Paula bringt seinen Alltag aus dem Gleichgewicht. Er wird mit seiner Vergangenheit als jugendliches Mitglied der Marseiller Guerilla konfrontiert. Karim berichtet von seinem Bruder Rachid, ihrer Bande und ihren gewalttätigen Aktionen während der Unruhen 2005. Nach dieser Zeit verschwand Rachid, worauf die Familie zerbrach. Seine Erzählung führt ihn und die Journalistin in die Wirklichkeit einer gespaltenen Gesellschaft. Und Karim muss erkennen, dass er trotz aller Anstrengungen, immer auf der falschen Seite zu stehen scheint. Je länger Karim Paula von seiner verdrängten Vergangenheit erzählt, umso mehr löst sich sein mühsam errungener Lebensentwurf langsam aber sicher auf. Vor dem Hintergrund des komplizierten Schicksals jungendlicher Migranten erzählt Barbara Peveling eine spannende, erschütternde und überraschende Geschichte über die Macht der Erinnerung und die Gespenster der Gegenwart.

    Ich freue mich sehr auf interessierte Leser, die sich eingeladen fühlen dürfen, den Roman ausführlich zu kommentieren.

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