Heinrich Böll Irisches Tagebuch

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Inhaltsangabe zu „Irisches Tagebuch“ von Heinrich Böll

»Dieses kleine Meisterwerk einer durch und durch humanen Schreibweise versetzt seine Leser in ein Land der Armut, der Anarchie, des Katholizismus und des Humors, mit anderen Worten in eine Böllsche Utopie, die sich von gewöhnlichen Wunschträumen aber dadurch unterschied, daß sie Wirklichkeit war.« Alfred Andersch»Als ich an Bord des Dampfers ging, sah ich, hörte und roch ich, daß ich eine Grenze überschritten hatte …« - 1954 reiste Heinrich Böll zum ersten Mal nach Irland und fühlte sich seitdem Land und Menschen wahlverwandtschaftlich verbunden. Im ›Irischen Tagebuch‹ verliert er kein Wort über die Ökonomie oder die komplizierte Geschichte des kleinen Staates und dennoch fängt er in seinem liebenswerten Brevier ganz Irland ein.

Sehr zu empfehlen! Eine kongeniale Liebeserklärung an Irland!

— simone_richter
simone_richter

Ein tolles Buch. Lebendig und humorvoll erzählt, manchmal jedoch auch eher wehmütig.

— MiSoLi
MiSoLi

Ein mal heiteres, mal nachdenklich, aber immer sehr persönliches Porträt Irlands und seiner Bewohner.

— Barbara62
Barbara62

Charmant und lädt zum Träumen ein...

— Dunkelkuss
Dunkelkuss

Klassiker.

— MrsLinton
MrsLinton

nehm ich immer mal wieder gerne in die hand :-)

— kingofmusic
kingofmusic

Worte, die ins Herz gehen.

— Kay_Noa
Kay_Noa

Für mich ist es das beste Buch was Böll geschrieben hat.

— Terzel
Terzel

Ein wohl so nicht mehr existierendes Irland. Ein Land der Sehnsucht....

— Salzechse
Salzechse

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  • Irisches Tagebuch

    Irisches Tagebuch
    MiSoLi

    MiSoLi

    11. October 2016 um 22:31

    Das Buch hat mich überrascht. Und ich fand es großartig. Ein wenig verwirrt war ich, als aus einem "ich", der scheinbar alleine nach Irland reiste, auf einmal ein "wir" - eine Familie - wurde. Aber so wechselten die einzelnen Kapitel, mal "ich", mal "wir", mal eine ganz andere Person. Ein wenig wie eine Sammlung von Kurzgeschichten. Manche etwas wehmütig, manche etwas fröhlicher. Sie stellen ein ärmliches Irland dar, aber doch ein wunderschönes. Melancholische und gleichzeitig glückliche Menschen. Und der Schreibstil ist einfach toll - selbst die eher schwermütigen Passagen haben doch einen verborgenen Humor. Und manche Stellen wiederum sind offensichtlich humorvoll. Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

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  • Ein Streifzug über die grüne Insel

    Irisches Tagebuch
    steffchen3010

    steffchen3010

    30. September 2016 um 16:35

    „Es gibt dieses Irland: wer aber hinfährt und es nicht findet, hat keine Ersatzansprüche an den Autor.“ Vorwort von Heinrich Böll Am 23. September 1954 macht sich der 36-jährige Kölner Schriftsteller und spätere Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll (Nobelpreis für Literatur, 1972) auf den Weg nach Irland. Ein hochverschuldeter Hausbau und sein Erfolg machen ihn müde, weshalb er vom Alltagsstress fliehen und auf der grünen Insel Ruhe finden will. Die Erlebnisse während seiner Reise hält er in Reiseberichten fest, die er anfangs für eine Zeitung schreibt, später aber in einem Buch zusammenfasst. Sein „Irisches Tagebuch“, das 1957 erscheint, löst einen wahren Touristenboom aus und lockt zahlreiche Deutsche auf die Insel Irland, die im Osten von der Irischen See, im Westen und Süden vom Atlantik umgeben ist. Die kleine Republik, die so viel Bodenfläche wie Bayern, aber weitaus weniger Einwohner hat, gilt bis Mitte der 50er Jahre als eine der ärmsten Gegenden Westeuropas. Kartoffeln, Butter und Milch sind die wertvollsten Güter im Kampf ums Überleben. Ihre Menge bestimmt das Schicksal zahlreicher Iren. Viele Familien zerbrechen an der Lebensmittelknappheit, die es unmöglich macht, die Sprösslinge über Wasser zu halten. Von 1845 – 49 wird Irland von der Kartoffelkrankheit und einer daraus resultierenden großen Hungersnot heimgesucht, die bis zu 1,5 Millionen Leute das Leben kostet. Der einzige Reichtum des Landes ist der Torf, der sicherstellt, dass das Feuer im Kamin weitertanzt und die Häuser mit einer wohligen Wärme erfüllt werden. An Whiskey, Tabak und Guinness, denen man sich heute an jeder Ecke Irlands hingibt, ist zu dieser Zeit kaum zu denken. Auch der Tee gilt in Irland lange Zeit als Luxusgut, weswegen es noch heute als unhöflich gilt, eine Einladung zu einer Tasse Tee abzulehnen. „Gleicht der kontinentale Tee einem vergilbten Postscheckbrief, so gleicht er auf diesen Inseln westlich von Ostende den dunklen Tönen auf russischen Ikonen, durch die es golden durchschimmert, bevor die Milch ihm eine Farbe ähnlich der Hautfarbe eines überfütterten Säuglings verleiht; auf dem Kontinent serviert man den Tee dünn, aber aus kostbarem Porzellan, hier gießt man aus ramponierten Blechkannen gleichgültig ein Engelsgetränk zu des Fremden Labsal, und spotbillig dazu, in dicke Steinguttassen.“ Zitat, Seite 17 Dennoch ist das gläubige Land, das stark von der römisch-katholischen Kirche geprägt ist, offenbar ein Nährboden für bedeutende Schriftsteller. Neben James Joyce, der sich mit seinen Kurzgeschichten in „Dubliners“, vor allem aber mit seinem Roman „Ulysses“ einen Namen macht, zählen Oscar Wilde, Bram Stoker, Jonathan Swift oder auch George Bernard Shaw (Nobelpreis für Literatur, 1925) zu den bekanntesten irischen Autoren. Es sind aber besonders Joyce Werke, insbesondere die Geschichte eines Juden im katholischen Dublin in „Ulysses“, die Böll so stark beeindrucken, dass er auf den Spuren vergangener Tage über die „Insel der Heiligen“, wie man sie dank der Bekehrung durch den heiligen St. Patrick bezeichnet, zieht. „Langsam stach die Morgensonne weiße Häuser aus dem Dunst heraus, ein Leuchtfeuer bellte rotweiß dem Schiff entgegen, langsam schnaufte der Dampfer in den Hafen von Dun Laoghaire. Möwen begrüßten ihn, die graue Silhouette von Dublin wurde sichtbar, verschwand wieder: Kirchen, Denkmäler, Docks, ein Gasometer: zögernde Rauchfahrten aus einigen Kaminen: Frühstückszeit, für wenige nur: noch schlief Irland.“ Zitat, Seite 15 Später mietet sich Böll ein Cottage auf Achill Island im Nordwesten Irlands, die neben der Hauptinsel als größte Insel Irlands zählt. Gemeinsam mit seiner Familie bezieht er das Cottage über 4 Jahre für jeweils 4 Monate. Irland wird für Böll zur zweiten Heimat. Insgesamt reist der Kölner 14 Mal auf die grüne Insel, wird deshalb von den Inselbewohnern zum „Ehren-Iren“ ernannt. Obwohl Bölls „Irisches Tagebuch“ kein Reiseführer, sondern ein literarisches Werk ist, übt es aufgrund seiner atmosphärischen und unterhaltsamen Berichterstattung eine ungeheure Faszination aus. Es hat mir vortrefflich als Inspirationsquelle bei meiner diesjährigen Irland-Urlaubsplanung gedient. Bölls Berichterstattung entflammt nicht nur Fernweh, sondern versorgt dich auch mit interessanten Hintergrundinformationen, die mir persönlich bei meinem Streifzug über die Insel zu Nutze kamen. Es ist ein Werk, das von Armut und der Macht der katholischen Kirche stark geprägt ist. Es begeistert und erschüttert in gleichem Maße und hilft dem Leser, die Hintergründe des Landes und die Gepflogenheiten seiner Inselbewohner besser zu verstehen. Mir ist unbegreiflich, dass es mir erst jetzt, fast 60 Jahre nach seiner Veröffentlichung, in die Hände rutscht. Fest steht nämlich, dass dieser Bücherkauf eine Bereicherung für mich und mein Bücherregal war. Sicherlich werde ich noch häufiger in Bölls Werk blättern, wenn die Sehnsucht nach der grünen Insel wieder einmal so groß ist, dass ich sie nur mit Bölls atmosphärischen Zeilen stillen kann. „Dunkelheit hing über Dublin: alles, was es zwischen Schwarz und Weiß an grauen Tönen gibt, hatte sich am Himmel sein eigenes Wölkchen ausgesucht, der Himmel war bedeckt wie mit einem Gefieder unzähliger Graus: kein Streifen, kein Fetzchen vom irischen Grün.“ Zitat, Seite 21/22

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  • Eine Insel und ihre Bewohner

    Irisches Tagebuch
    Barbara62

    Barbara62

    22. September 2016 um 19:34

    Auf einer dreiwöchigen Rundreise durch Irland haben wir Heinrich Bölls Klassiker Irisches Tagebuch als Vorleselektüre während längerer Autofahrten gewählt, und soweit die Straßen nicht zu holprig zum Lesen waren, war es die perfekte Unterhaltung. Auch wenn es Bölls in 18 Miniaturen beschriebenes Irland so heute natürlich nicht mehr gibt, ja nicht einmal das im nachgestellten Essay 13 Jahre bzw. „gefühlte eineinhalb Jahrhunderte später“, so erkennt man doch auch heute vieles von dem, was er mit so scharfsinniger Beobachtungsgabe hochliterarisch beschreibt, wieder. Nach seinem ersten Besuch 1954 reiste Böll immer wieder mit seiner Familie nach Irland, speziell auf die größte, ganz im Westen gelegene Insel Achill Island, und erwarb dort 1958 ein Cottage. Nachdem einzelne Kapitel bereits in der FAZ erschienen waren, brachte der Verlag Kiepenheuer und Witsch 1957 das ganze Buch heraus. 1961 erschien es als Nummer eins der dtv-Taschenbücher, wo es mit weit über eine Million verkaufter Exemplare heute in der 62. Auflage vorliegt. Mal heiter, mal nachdenklich, aber immer sehr persönlich sind die 18 Kapitel und der nachgestellte Essay von einer großen, spürbaren Liebe zu dieser Landschaft und ihren Bewohnern geprägt, die sich auf uns als Leser bzw. Zuhörer übertragen hat. Bölls Erlebnisse und Reflexionen waren eine zusätzliche Motivation, dem Land wie er mit allen Sinnen zu begegnen. Dass es Böll aber nicht nur um eine Darstellung Irlands ging, zeigt sich in den gezogenen Vergleichen zum Nachkriegs-Deutschland in der Zeit des Wirtschaftswunders, ein politisch sehr spannender Aspekt des Buches. Kein Wunder, dass dieser Klassiker der Reiseliteratur die Wahrnehmung Irlands durch die Deutschen seit fast 60 Jahren maßgeblich mitgeprägt hat!

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  • Wunderbar, sehnsuchtsschwanger.

    Irisches Tagebuch
    Dunkelkuss

    Dunkelkuss

    13. July 2015 um 21:29

    Inhalt: In seinem halbdokumentarischen Reisetagebuch berichtet uns Heinrich Böll von seinen Irland-Impressionen. 1954 reiste er das erste Mal dort hin, danach regelmäßig auch mit der Familie.  Cover: Ich besitze die schlichte dtv-Ausgabe, die mir auch sehr gut gefällt. Meinung: Ich liebe dieses Buch! Anfangs war ich noch skeptisch, weil ich mir 'mein Irland' nicht kaputt machen wollte, aber beim Lesen bemerkte ich schnell, dass Bölls Irland so gar nicht mehr existiert. 60 Jahre sind an der wunderschönen grünen Insel nicht spurlos vorbeigegangen. Was von Bölls Werk bleibt, ist eine Erinnerung, die sich fast anfühlt wie die eigene, während man liest. Böll nimmt herzlich und liebevoll-charmant das kuriose irische Völkchen aufs Korn, mein persönliches Highlight dabei ist das Kapitel "Wenn Seamus einen trinken will". Ich kann es jedem Irland-Liebhaber nur wärmstens empfehlen. Fazit: 5 von 5 Sternen. 

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  • Irisches Tagebuch

    Irisches Tagebuch
    Terzel

    Terzel

    14. February 2014 um 15:15

    Dieses Buch wird mir auch dann nicht langweilig, selbst wenn ich jede Seite zweimal lesen würde.

  • Öffnet Herz und Augen für Irland

    Irisches Tagebuch
    R-E-R

    R-E-R

    08. September 2013 um 22:42

    “Es gibt dieses Irland: wer aber hinfährt und es nicht findet, hat keine Ersatzansprüche an den Autor.” Diesen Hinweis stellt Heinrich Böll seinem “Irischen Tagebuch” voran. Ersatzansprüche geltend zu machen, wäre schwierig. Der deutsche Nobelpreisträger von 1972 ist schließlich seit fast dreißig Jahren tot. Und es ist auch nicht notwendig, denn dieses kleine, feine Büchlein erklärt auch heute noch auf wunderbare Weise den Zauber der grünen Insel und ihrer Bewohner. Der Schriftsteller verbrachte 1957 einige Monate mit seiner Familie im County Mayo, genauer auf Achill Island an der dortigen Küste. Sein ehemaliges Cottage gibt es noch. Es wird seit 1992 als Gästehaus für irische und internationale Künstler genutzt. Im Vorwort der Ausgabe von 1993 findet sich ein Zitat aus der Stuttgarter Zeitung: “Das Geheimnis dieses Buches ist, dass kaum ein Wort über die verzwickte Ökonomie und die noch verzwicktere Geschichte dieses kleinen Staates gesagt wird und dass dennoch das ganze Irland in diesem Tagebuch eingefangen zu sein scheint.” Dieser Satz trifft es nach meinem Empfinden recht gut, denn Böll beschreibt seine Erlebnisse und die Gefühle die sie in ihm hervorrufen: “Das Frühstück war gut, der Tee des Ruhmes würdig, und kostenlos hinzu gab es da Lächeln der jungen Irin, die ihn servierte.” Auf ein freundliches Lächeln der Einheimischen stießen wir bei unserem diesjährigen Besuch allenthalben. Aber es gibt noch mehr Punkte, die sich heute und damals finden. Im Kapitel “Als Gott die Zeit machte” beschreibt Böll das gelassene Verhältnis der Iren dazu. “Der Kinobeginn ist auf 21.00 Uhr angesetzt, doch wenn irgend etwas unverbindlich ist, dann diese Uhrzeit. Selbst unsere vagste Verabredungsformel, wenn wir so gegen 9.00 Uhr sagen, hat den Charakter äußerster Präzision, denn unser so gegen 9.00 Uhr ist um halb zehn zu Ende, dann fängt so gegen 10 an; dieses 21.00 Uhr hier, ist die reine Hochstapelei. Seltsam genug, dass sich niemand über die Verspätung ärgert. Nicht im geringsten.” In unserem Feriendomizil fragten wir nach einem Pub mit Live-Musik. Wir bekamen einen guten Tipp mit dem Hinweis, das Konzert sei zwar für 21.00 Uhr angesetzt, aber wir sollten uns nicht wundern, wenn es erst gegen 23.00 Uhr oder gar noch später anfinge. Das sei normal. Wunderten wir uns? Nein, wir hatten schließlich Böll gelesen! Auch das Kapitel “Redensarten“ fand ich sehr treffend: “Passiert einem in Deutschland etwas, so sagen wir: Schlimmer hätte es nicht kommen können. Immer ist das was passiert, gleich das Schlimmste, bei den Iren ist es fast umgekehrt. Sie sagen: It could bei worse - es könnte schlimmer sein. Was passiert ist nie das Schlimmste, sondern das Schlimmste ist nie passiert. Brennt der Hof ab, die Hühner werden aber gerettet, so hätten ja auch die Hühner noch verbrennen können. Die Zwillingsschwester von Es könnte schlimmer sein, ist die Redensart, ebenso häufig gebraucht: I shouldn’t worry- ich würde mir keine Sorgen machen, und das bei einem Volk, das allen Grund hätte, weder bei Tag noch bei Nacht auch nur eine Minute ohne Sorge zu sein.” Bezieht Böll die Sorgen noch auf die Auswirkungen der große Hungersnot und ihrer Dezimierung der Bevölkerung, sind es heute beispielsweise die sichtbaren Hinweise auf das Platzen der Immobilienblase oder die strukturschwachen Landstriche, die aufgrund der Finanzkrise nicht mehr gefördert werden können, die man nennen könnte. Aber auch hier siegt der unerschütterliche Optimismus und im Gespräch mit Einheimischen wird der Status quo zwar thematisiert aber nie beklagt. Es ist, wie es ist. Don’t worry - kein Grund zur Sorge. “Das irische Tagebuch” kann ich jedem Irlandfahrer als Reiselektüre empfehlen. Es ist ein Begleiter der besonderen Art, in dem es weniger um Orte und Sehenswürdigkeiten, als um Stimmungen geht, die man immer noch findet wenn man Irland Herz und Augen öffnet.

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  • Zauberhafte Zeitreise

    Irisches Tagebuch
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. March 2013 um 14:48

    Mir hat diese 18fache Zeitreise in ein Irland der 1950er Jahre sehr gefallen. Nicht zuletzt auch wegen Heinrich Böll's humoristischer Ader. So einige Male erwischte ich mich beim lesen dieses Büchleins mit einem dicken Grinsen auf den Lippen. Wer dieses Werk als Reisebericht, oder klassisches Tagebuch erstanden hat, wird sicherlich enttäuscht sein. Denn beides soll und kann es nicht bieten. Wer jedoch die feine Feder Böll's liebt und sich von seiner ganz eigenen Art und Weise angezogen fühlt, der wird mit diesem Irischen Tagebuch eine gute Wahl getroffen haben. Ich zumindest habe diese kleine, zeitversetzte Reise auf die Grüne Insel sehr genossen.

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  • Rezension zu "Irisches Tagebuch" von Heinrich Böll

    Irisches Tagebuch
    tara_tonks

    tara_tonks

    16. January 2012 um 19:30

    Großartig! Es wird ein unglaubliches Irland beschrieben. Gerüche und Klänge werden lebendig. Man kann geradezu die wilde irische See hören und riechen.

  • Rezension zu "Irisches Tagebuch" von Heinrich Böll

    Irisches Tagebuch
    michella propella

    michella propella

    16. October 2011 um 22:08

    ich las das büchlein VOR meinem urlaub, um vielleicht ein gefühl für land und leute zu bekommen - und um es aus der sicht eines reisenden vor langer zeit zu verstehen. es war wunderbar dann WÄHREND des urlaubs zu sehen, was davon doch noch zu entdecken ist: die art der menschen, ihr humor, die gerüche und das wetter - um nur einige zu nennen. leichte, schöne lektüre.

  • Rezension zu "Irisches Tagebuch" von Heinrich Böll

    Irisches Tagebuch
    tippytoe

    tippytoe

    24. July 2011 um 14:56

    Bölls Irland ist nicht mehr das Irland, das man heute antrifft - Regel Nummer 1, die man bei der Lektüre von Bölls irischem Tagebuch stets im Hinterkopf behalten sollte, um nicht dem Zauber seiner Beschreibungen zu erliegen, die nächste Fähre zu buchen und sich auf die Suche nach all den rauchenden, trinkenden Iren der 50er Jahre zu machen. Es ist kein typischer Reisebericht, der hier von einem der ganz großen deutschen Literaten vorgelegt wird. Es ist auch kein Roman, keine Sammlung von Kurzgeschichten. Was ist es dann? Geführt von Bölls großartiger, malerischer Sprache erhascht der Leser Augenblicke, Momentaufnahmen aus vergangenen Zeiten. Böll, der ein scharfsinniger Beobachter war, reiht Moment an Moment, ausgeschmückt mit liebevollen Details, spitzen Dialogen und weisen Einsichten. Es gibt keine Meinung, keinen Plot, keine Geschichte, die zu vermitteln wäre, hier spricht lediglich ein Tagebuch, die wohl persönlichste Form von Aufzeichnungen. Wem dieses Buch zu empfehlen ist? Lesern, die Wert auf Sprache legen, die sich gerne von ihr einlullen und begeistern lassen. Reisenden als Anregung für eigene Tagebuchaufzeichnungen. Menschen wie mir, die das Irland von heute bereisen durften und es mit dem Vergangenen vergleichen wollen. Beobachtern, Liebhabern von winzigen, fragmenthaften Geschichten. Wer es nicht lesen sollte? Leser, die eine konstruierte Geschichte brauchen, die einen Anfang und ein Ende wollen, die Sinn suchen. Touristen, die nach Highlights für die nächste Reise suchen.

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  • Rezension zu "Irisches Tagebuch" von Heinrich Böll

    Irisches Tagebuch
    Dilbertine

    Dilbertine

    01. July 2010 um 21:49

    Heinrich Bölls „Irisches Tagebuch“ – eine 18-fache Liebeserklärung an das Land des Regenbogens *************************************** Mitte der 50er Jahre, als Irland als das Armenhaus Europas und als wirtschaftlich rückständig galt, das Migrationsausmaß fast seinen Höhepunkt erreicht hatte, Touristen noch einen Bogen um das Land machten, ging Böll erstmalig auf irische „Entdeckungstour“. In 18 Kurzgeschichten reflektiert er seine Beobachtungen und Erlebnisse über Land und Leute und erklärt der grünen Insel humorvoll, poetisch, melancholisch, aber auch kritisch, sonst wäre es kein echter Böll, seine Liebe. ************************************** „Wem die Straße gehört, ist in Irland nicht entschieden – und wie schön sind diese Straßen: Mauern, Mauern, Bäume, Mauern und Hecken. Die Steine der irischen Mauern würden ausreichen, den Turm von Babel zu erbauen, aber die irischen Ruinen beweisen, daß es zwecklos wäre, diesen Bau zu beginnen“ ************************************** Der Leser reist gemeinsam mit dem Autor durch das Land, genießt die Magie der Landschaft, fürchtet sich vor ausgestorbenen Dörfern, erlebt das unbeständige Wetter, besucht die Gräber zwei großer irischer Literaten und erhält Einblicke in die die soziale und gesellschaftliche Entwicklung und die Geschichte des Landes. Keine Sorge, der Blick auf die irische Seele, ihre Leidenschaften und Liebenswürdigkeiten kommt dabei nie zu kurz. Humorvoll berichtet Böll über seine Pub- und Kinobesuche (bei denen er zum fachkompetenten politischen Dentologen wird), die Bedeutung der Sicherheitsnadel für die irische Bevölkerung und über abstruse Trinkgesetze, die eine schauerliche sonntägliche Druckbetankung, drei Meilen jenseits des heimatlichen Dorfes, zur Folge haben. **************************************** „Es würde wohl einen Aufstand geben, würde man das Rauchen im Kino verbieten, denn die Leidenschaft des Kinogehens ist den Iren mit der des Rauchens gekoppelt.“ **************************************** Seit des ersten Besuchs Bölls auf der grünen Insel sind 56 Jahren ins Land gestrichen, viele Eindrücke und Beobachtungen wird der heutige Irlandreisende nicht mehr entdecken können, einige sind jedoch unvergänglich. Was würde der Autor wohl zum heutigen Irland, welches sich vom Armenhaus zum „Keltischen Tiger“ entwickelt hat; dessen immer noch nicht so gut ausgebauten Straßen nun nicht mehr den Kühen und Schulkindern, sondern auch dem Motor gehören und in dessen Kinos und allen anderen öffentlichen Gebäuden seit 2004 nicht mehr geraucht werden darf, schreiben? „Irisches Tagebuch“ erhält von mir die volle Sternenzahl für eine gelungene Zeitreise in ein wunderschönes Land mit einer liebenswerten Bevölkerung. Die poetischen Kurzgeschichten sind meine absolute Empfehlung für alle Irlandfreunde und die, die es noch werden wollen. Übrigens, Hugo Hamilton hat sich 50 Jahre später auf die irischen Spuren von Heinrich Böll begeben und die grüne Insel bereist. Auf dieses Portrait bin ich äußerst neugierig, Bestellung ist schon ausgelöst.

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  • Rezension zu "Irisches Tagebuch" von Heinrich Böll

    Irisches Tagebuch
    firlefanz

    firlefanz

    08. April 2009 um 11:27

    Über den ganzen englischen Klassikern die ich in letzter Zeit gelesen habe, vergaß ich fast, dass es auch ganz großartige deutsche Schriftsteller gibt. Und Böll sollte man eigentlich nicht vergessen. Er schreibt so poetisch und witzig und eindringlich, hach, das Buch hätte noch zehnmal länger sein dürfen. Wäre ich nicht schon vorher ein großer Freund Irlands gewesen, wäre ich es jetzt mit Sicherheit. Böll macht das Alltägliche zum Besonderen, schildert Skurrilitäten (beispielsweise die Regel, dass einem Durstigen auch nach der Polizeistunde sein Bier nicht verweigert werden darf, wenn er in ein Pub einkehrt, das mindestens drei Meilen von seinem Heimatort entfernt liegt) und erzählt natürlich von den Iren.

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  • Rezension zu "Irisches Tagebuch" von Heinrich Böll

    Irisches Tagebuch
    Schlomo

    Schlomo

    13. April 2008 um 17:51

    Seine bildhaften Beschreibungen über die verschiedenen Facetten Irlands sind toll.

  • Rezension zu "Irisches Tagebuch" von Heinrich Böll

    Irisches Tagebuch
    Sarista

    Sarista

    12. April 2008 um 14:09

    sprachlich zauberhaft und herrlich melancholisch ohne die Leichtigkeit zu verlieren

  • Rezension zu "Irisches Tagebuch" von Heinrich Böll

    Irisches Tagebuch
    variety

    variety

    04. February 2008 um 12:44

    Tja, da gibts von mir "nur" 4 Sterne, obwohl mir sein Schreibstil wirklich sehr gefällt. Leider sind die Geschichten ja mittlerweile arg in die Jahre geraten und viele Details, die er beschreibt, kann man so nicht mehr erleben. Ich habe mich deshalb immer wieder dabei ertappt, mich zu fragen, wann er dies wohl alles notiert hat. Natürlich ist es keine Strandlektüre und schon gar nicht eine Reisebeschreibung, aber dennoch habe ich etwas mehr «Aktualität» bzw. Immerwährendes erwartet. Der grosse Pluspunkt am Buch ist die Qualität der Kapitel, die jeweils wie eigenständige Kurzgeschichten daher kommen. Von der Sprache her eine klare Bestnote, vom Inhalt her (wegen meinen «falschen Erwartungen») einen Punkt Abzug.

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