Jörn Birkholz Schachbretttage

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Inhaltsangabe zu „Schachbretttage“ von Jörn Birkholz

Schnoddrig und mit trockenem Humor erzählt „Schachbretttage“ vom Lebensgefühl der „Thirtysomethings“ und switcht gekonnt zwischen ironischer Verzweiflung und dem Zynismus junger Erwachsener, zwischen Perspektivlosigkeit und dem herzhaften Versuch eines Jungautors, im Literaturbetrieb Fuß zu fassen. Jörn Birkholz beschreibt eine skurrile Lesereise voll Irrwitz und überraschender Wendungen: Der Protagonist des Romans, Benedikt Buchholz, Erstlingsautor, weiß: Bei knapp hunderttausend Buchneuerscheinungen im Jahr ist er nicht der einzige Autor, der die Leiter des Erfolgs erklimmen will. Darum nimmt er kurz entschlossen sein Telefon in die Hand und versucht unermüdlich, seinen Namen skeptischen Buchhändlern und argwöhnischen Bibliothekaren vertraut zu machen. Seine Beharrlichkeit trägt Früchte und so touren Benedikt und Viktor – Freund und Vorleser des Buches – durch die deutsche Provinz, um die spärliche Zuhörerschaft von der Qualität des Romans Derangiert zu überzeugen. Birkholz begleitet den Autor und seinen Vorleser von Kleinstadtbüchereien bis in ein Luxushotel auf Rügen – wo wie aus heiterem Himmel ein Mann vom Balkon stürzt.

Lässig, höchst amüsant und auch ein kleines bisschen düster.

— buch3000
buch3000

Roman zwischen lakonischem Humor und psychologischen Elementen, der in einen perspektivisch subtil verzahnten Kriminalplot mündet.

— StephanGross
StephanGross

"Schachbretttage" ist nicht immer ganz korrekt im Ausdruck und schnell gelesen. Ideal für eine Reise quer durch die deutsche Provinz.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Ungewöhnlicher Titel, ungewöhnliches Buch.

    Schachbretttage
    buch3000

    buch3000

    14. November 2014 um 13:02

    Schachbretttage - hinter dem ungewöhnlichen Titel verbirgt sich auch ein ungewöhnliches Buch, sogar ein ungewöhnlich gutes. Ein Autor und sein skurriler Vorleser touren durch die deutsche Provinz und stranden schließlich in einem Fünf-Sterne-Hotel – einer ehemaligen SED Residenz – auf Rügen, und dort geschieht ein Unfall, oder war es doch ein Mord? Man wird wirklich mitgerissen von diesem Roman und hat ihn schneller durch, als es einem lieb ist. Besonders gefiel mir der böse Unterton in den Dialogen – großartig.

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  • Neues aus der Rubrik "Romane, mit denen man einfach nicht so richtig warm wird"...

    Schachbretttage
    Kerstin2505

    Kerstin2505

    29. October 2014 um 14:55

    Romane über Bücher, Buchhandlungen und den Literaturbetrieb an sich stehen seit dem Sommer ja ganz hoch im Kurs. Bivald, Hartlieb, St. Aubyn & Co. liegen stapelweise in den Buchhandlungen, und jeder Buchverrückte wird zumindest mal die ersten Seiten querlesen. Manchmal sind die Bücher einfach nur wunderbar, manchmal ist man leider etwas enttäuscht – und manchmal lässt einen die Lektüre ein wenig ratlos zurück. So ging es mir leider mit „Schachbretttage“ von Jörn Birkholt, erschienen im Folio Verlag, der mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat. Vielen Dank dafür! Worum geht es? Benedikt Buchholz, eigentlich Harz-4-Empfänger, hat ein Buch geschrieben – damit ist er aber leider nicht der Einzige. Bei jährlich knapp 100.000 Bucherscheinungen muss man entweder einen großen Namen haben, einen Verlag mit ordentlichem Marketingbudget – oder eben selbst aktiv werden. Das tut Buchholz dann auch. Er klemmt sich hinter den Hörer und klappert telefonisch die Bibliotheken und Buchhandlungen der Nation ab, um auf seinen Roman aufmerksam zu machen und Lesungen veranstalten zu dürfen. Als schließlich ein paar Termine beisammen sind, schnappt er sich seinen persönlichen Vorleser Viktor (ja, Buchholz mag nicht selbst lesen) und los geht’s. Die Lesetour führt die beiden durch Kleinstadtbibliotheken in der deutschen Provinz bis in ein Nobelhotel auf Rügen – wo dann plötzlich für die letzten knapp 30 Seiten die Handlung bricht und die Erzählperspektive wechselt. Ich habe es ja schon eingangs vorweg genommen: so richtig warm wurde ich mit diesem Roman leider nicht. Die ersten Seiten, auf denen die Telefonate mit Buchhändlern und Bibliothekaren im Protokollstil wiedergegeben werden, lesen sich noch recht zügig und amüsant. Aber kaum geht die eigentliche Lesereise dann mal los, wird der Roman relativ rasch etwas zäh, da sich der Humor des Autors für meinen Geschmack leider recht schnell erschöpft und etwas zu bemüht wirkt. Mir ist klar, dass der Roman natürlich satirisch verstanden werden will, aber meiner Meinung nach rutscht er zu oft ins klischeehafte, beispielsweise wenn es um die deutsche Provinz und deren Kultureinrichtungen geht. Laut Rückseitentext erzählt der Roman vom „Lebensgefühl der Thirtysomethings“ und dem „Zynismus junger Erwachsener“ – nun ja, ich bin froh, dass die Thirtysomethings und jungen Erwachsenen, die mich umgeben, anders ticken als Buchholz und Viktor… Der Zugang zu den beiden und ihrer Weltsicht ist mir jedenfalls nicht gelungen, für mich blieben sie unsympathisch und schnöselig. Was den plötzlichen Umschwung in der Handlung angeht: ich gebe offen zu, dass ich nicht schlau daraus werde, wozu und weshalb plötzlich ein alter Mann vom Hotelbalkon in den Tod stürzen muss (keine Sorge, ich verrate hier nichts, was euch nicht spätestens der Umschlag des Buches verraten würde). Der neue Erzählstrang kommt aus dem Nichts, wird nicht weiter auf- und ausgebaut und endet dann auch wieder im Nichts. Wenn man die Rezensionen bei Amazon oder hier bei Lovelybooks anschaut, scheint der Roman durchaus seine begeisterten Leser zu finden – insofern: schaut rein, macht euch ein eigenes Bild und schreibt mir gerne hier ins Kommentarfeld, wenn ihr komplett anderer Meinung seid als ich :-)

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  • Unterhaltung mit Niveau

    Schachbretttage
    StephanGross

    StephanGross

    14. August 2014 um 16:21

    „Schachbretttage“ porträtiert zwei Männer, die gemeinsam eine Lesereise unternehmen. Der Roman bewegt sich gekonnt zwischen lakonischem Humor und psychologischen Elementen, die schließlich in einen Kriminalplot münden, der in subtil verzahnten Perspektiven dargestellt wird. Durch offensives Selbstmarketing gelingt es Benedikt Buchholz trotz mangelnder Bekanntheit, zahlende Veranstalter für Präsentationen seines Romans „Derangiert“ zu gewinnen. Eine Lesung in einem Hotel in Binz gerät zur Farce, da die beiden einzigen Gäste bei der anschließenden Diskussion in egozentrischer Weise abschweifen. Der Versuch, mit der Hotelleitung weitere Termine auszuhandeln, scheitert vordergründig am mangelnden Besuch, aber auch am merkwürdigen Verhalten des Vorlesers Victor Klein. Lange hat mich ein Buch nicht mehr so amüsiert, und das obwohl eine dramatische Wendung das Buch am Ende schon fast zum Krimi macht. Die Perspektivenwechsel sind stimmig, und das Ganze endet mit einem wirklich überraschenden Knalleffekt, der an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden kann. Glänzende Unterhaltung auf hohem Niveau.

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  • Die Mühen mit der Literatur

    Schachbretttage
    Duffy

    Duffy

    14. May 2014 um 10:49

    Wir begleiten einen Autoren, der seinen ersten Roman unter die Leute bringen will. Er versucht es über den Kontakt zu Buchhandlungen und mit einer Lesereise, von einem professionellen Vorleser unterstützt. Nach der letzten Station kommt es zu einem überraschenden Vorfall. "Gelungen", werden die Kollegen jubeln, wenn der Autor seine Aquise beschreibt und alle werden sich wiedererkennen. "Interessant, so schwer ist das also", werden die übrigen Leser sagen (hoffentlich). Birkholz hätte es bei dem lustigen und zutreffenden Protokoll der Schwierigkeiten, sein Buch loszuwerden, belassen sollen. Stattdessen schiebt er zum Schluss noch - ohne dramtaturgische Not - einen Balkonsturz ein, bei dem sein Partner involviert ist. Entweder hat er das vorher geplant oder es ist ihm einfach so zugeflogen, im letzten Kapitel versucht er noch die Kurve aus dem unverhofften Einschub zu kriegen und diese Episode als Romanteil zu verarbeiten. Der eigentliche Effekt verpufft, weil es nicht schlüssig ist, vollkommen aus dem Kontext fällt und eigentlich auch überhaupt nicht nötig ist. Schade, das Ganze hatte prima angefangen, trotz einiger Durchhänger.

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  • Vom Alltag eines verzweifelten Erstlingsautoren

    Schachbretttage
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    24. March 2014 um 07:48

    Manche munkeln, Jörn Birkholz hätte seine eigenen Erfahrungen mit seinem Erstlingsroman verarbeitet. Ob das wohl stimmt? Erstlingsautor zu sein ist schwer – das weiß auch der Protagonist seines Romans Benedikt Buchholz. Darum klebt er stundenlang am Telefon, um bei jedem Buchhändler in Deutschland, der einen Telefonanschluss und einen Vermerk in den gelben Seiten besitzt, für seinen Roman „Derangiert“ zu werben. Der Erfolg bleibt mäßig, doch schafft er es schließlich, und stellt sogar eine Lesereise auf die Beine. Die führt ihn und seinen Vorleser und Freund Viktor quer durch die deutsche Provinz, um die spärliche Zuhörerschaft von der Qualität des Romans zu überzeugen. Der Buch-Deal bringt kein Ende der Arbeit – Jörn Birkholz präsentiert den Alltag eines verzweifelten Erstlingsautoren, der sich mit bemerkenswerter Sturheit und kreativen Taten ironischer Verzweiflung am Ende doch durchsetzt. Der Erfolg ist merkbar, wenngleich spärlich. „Schachbretttage“ ist nicht immer ganz korrekt im Ausdruck und schnell gelesen. Ideal für eine Reise quer durch die deutsche Provinz. © Bücherstadt Kurier

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  • Schön schräg

    Schachbretttage
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    12. March 2014 um 00:00

    Was macht ein Autor, der sein Erstlingswerk herausbringt und sich der Tatsache bewusst ist, dass gleichzeitig hunderttausend andere Bücher erscheinen? Benedikt Buchholz versucht es an der Basis. Er ruft Buchhändlerinnen und Buchhändler an, um sie auf sein Buch aufmerksam zu machen. Die Antworten, die er bekommt, sind oft ablehnend, manchmal witzig und meistens ziemlich skurril. Im zweiten Teil des Buches geht Benedikt Buchholz noch weiter. Er bietet Lesungen an. Auch diese Gespräche verlaufen schwierig und schräg. Aber schließlich hat er es geschafft. Zusammen mit seinem Freund Viktor, der als Vorleser fungiert, geht Benedikt auf Lesetour durch die Provinz. Höhe- und Endpunkt ist eine Lesung auf Rügen. Und ein Mann stürzt aus dem Hotelfenster. Dieses kleine Büchlein macht einfach Spaß. Besonders die Gespräche mit den Buchhändlerinnen und Buchhändlern sind zum Schreien komisch, weil der arme Autor immer irgendwie an die Falschen gerät. Der letzte Teil des Buches hat Thrilleranklänge, bleibt aber trotzdem schön schräg. Für alle, die einen Sinn für das Skurrile haben und sich gern jenseits des Mainstreams bewegen, ist dieses Buch das Richtige.

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