Jürgen Seidel Die Unschuldigen

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Inhaltsangabe zu „Die Unschuldigen“ von Jürgen Seidel

Mitreißend – bewegend – erschütternd: Eine tragische Liebe in den Wirren des Kriegsendes
Aachen, November 1944: Die Partisanengruppe »Werwolf« soll den von den Aliierten eingesetzen Oberbürgermeister Franz Corneli ermorden. Zu dem SS-Mordkommando gehört auch die 19-jährige Heidrun. Als sie Cornelis Haus auskundschaftet, bekommt sie Gewissensbisse – erst recht, als sie den anziehenden Manfred kennenlernt. Ohne zu ahnen, dass er Cornelis Sohn ist, beschließt sie, sich von den Partisanen loszusagen. Doch die »Werwölfe« spüren Heidrun auf, und sie verrät ihnen Cornelis Adresse – sein Todesurteil. Heidrun wird mit dieser Schuld kaum fertig, Zugleich fühlt sie sich immer stärker zu Manfred hingezogen – bis sie erfährt, wessen Sohn er ist ...

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  • Rezension zu "Die Unschuldigen" von Jürgen Seidel

    Die Unschuldigen

    Asaviel

    10. May 2012 um 16:06

    Meine Meinung: Wir befinden uns im Jahr 1944 in Deutschland. Der Krieg ist schon beinahe vorbei und Deutschland in einigen Teilen schon von den Alliierten erobert. Das schafft verschiedene Positionen: Die treuen Anhänger Hilters, aber auch die Amerikaner-Freunde. Was passiert, wenn diese Parteien nun unvorbereitet aufeinander treffen und sich dann auch noch ineinander verlieben? Genau dieser Frage wird in diesem Buch nachgegangen. Die Geschichte wird wechselnd aus Manfreds und aus Heidruns Sicht geschildert. Er lernt englisch und möchte mal nach Amerika auswandern. Sie gehört zu einer Partisanengruppe und soll Aachens Bürgermeister töten. Zwei junge Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können, aber es sind ja oft die Gegensätze, die sich anziehen. Sehr detailliert und eindrucksvoll erhält der Leser einen Einblick, was gerade auch die jungen Menschen zu dieser Zeit bewegte. Welche Fragen sie sich stellten, wo und ob sie Zweifel hatten. Durch diese Thematik entsteht eine Geschichte, die nur wenig Handlung aufweist, wenn man die Länge von über 400 Seiten beachtet. Die meiste Zeit überlegen, grübeln, zweifeln oder diskutieren die Charaktere das für und wider. Über den Krieg, über die Amerikaner, über Hitler und über die Zukunft. Dabei gerät die eigentliche Handlung vermehrt in den Hintergrund, was nicht unbedingt schlecht ist, was aber insbesondere für die angestrebte Zielgruppe sicherlich anstrengend sein kann, wenn das Gefühl entsteht, dass nicht wirklich etwas passiert. Wenn es aber dann Handlung gibt, wird diese sehr realistisch dargestellt und auch nicht geschönt. Hierfür ist sicherlich das beste Beispiel, dass einer der Nebencharaktere, den der Leser zu diesem Zeitpunkt aber schon ziemlich gut kennt, auf eine Landmiene tritt und dabei nicht stark verstümmelt und auch getötet wird. Hier nimmt der Autor kein Blatt vor den Mund und obwohl ich das begrüße und es wichtig ist, wirklich darzustellen, was passiert ist, denke ich, dass solche Szenen noch nicht für zwölfjährige Leser oder Leserinnen geeignet sind. Die Liebesgeschichte oder sogar Liebesgeschichten wirken an manchen Punkten etwas absurd, wenn gleichzeitig das zerstörte Aachen beschrieben wird. Aber geliebt wird immer. Auch im schlimmsten Krieg und in Notlagen. Auch das ist sehr realistisch und bringt zumindest einen Silberstreifen an den Horizont, der von Rauchwolken eingehüllt ist und von wo der Kanonendonner der Front hinüber weht. Die Charaktere sind klar gezeichnet und machen jeder für sich und gemeinsam eine Entwicklung durch, sodass sie reifer und erwachsener aus der Geschichte hervorgehen. Das ist sehr gut gelöst, denn gleichzeitig bleiben sie sich selbst treu und der Leser erhält nicht das Gefühl einer Gehirnwäsche unterzogen zu werden. Fazit: Eine beeindruckende Geschichte, die mit klaren Bildern das zerstörte Aachen beschreibt und die Zweifel, Fragen und Nöte der Menschen, insbesondere der Jugendlichen, zum Ende des zweiten Weltkrieges aufzeigt. Dabei ein nachdenkliches Buch, das in weiten Teilen über innere Monologe oder Dialoge funktioniert, sodass manchmal die eigentliche Handlung zu kurz zu kommen scheint.

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